Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung mit Beteiligung der Stirnhöhlen kann eine sehr belastende Erkrankung sein, insbesondere für stillende Mütter. Da die Gesundheit des Kindes oberste Priorität hat, sind bei der Wahl der Behandlung besondere Vorsichtsmaßnahmen geboten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ansätze zur Behandlung von Sinusitis während der Stillzeit und stellt spezifische Präparate vor, die in dieser sensiblen Phase in Betracht gezogen werden können.
Häufige Beschwerden und erste Maßnahmen bei Sinusitis
Eine Sinusitis äußert sich typischerweise durch eine entzündete und verstopfte Nase, Schnupfen, schmerzhaften Kopfdruck, Schluckbeschwerden oder ein vermindertes Hörvermögen. Oftmals kommen weitere Krankheitssymptome hinzu, wie zum Beispiel Fieber, Gliederschmerzen oder Bindehautentzündung der Augen. Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung ist es ratsam, auf bewährte Hausmittel und unterstützende Maßnahmen zurückzugreifen.
Empfohlene unterstützende Maßnahmen:
- Viel Trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, vorzugsweise in Form von warmen Tees, hilft, die Schleimhäute feucht zu halten und den Schleim zu verflüssigen.
- Inhalieren: Regelmäßiges Inhalieren, beispielsweise mit Salzwasser oder Kamillenblüten, kann die Nasenschleimhaut beruhigen und abschwellen lassen. Die Anwendung einer Schüssel mit heißem Wasser und einem Handtuch über dem Kopf ist eine effektive Methode, wobei Kinder wegen Verbrühungsgefahr ferngehalten werden sollten.
- Nasendusche: Die Verwendung einer Nasendusche mit leicht gesalzenem, warmem Wasser kann helfen, festsitzenden Schleim und Krankheitserreger aus den Nasengängen zu entfernen.
- Rotlichttherapie: Eine Rotlichtlampe kann unterstützend eingesetzt werden, um Entzündungen zu lindern und die Heilung zu fördern.
- Meersalznasenspray: Ein Meersalz-Nasenspray kann mehrmals täglich angewendet werden, um die Nasenschleimhäute zu befeuchten und zu reinigen.
- Körperliche Ruhe: Ausreichend Schlaf und körperliche Ruhe sind essenziell, damit das Immunsystem die eingedrungenen Krankheitserreger wirksam bekämpfen kann.
- Raumluft: Gut durchlüftete Räume mit ausreichender Luftfeuchtigkeit unterstützen die Genesung.

Medikamentöse Behandlung während der Stillzeit
Bei der Wahl von Medikamenten während der Stillzeit ist besondere Vorsicht geboten, da viele Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen und das Kind beeinträchtigen können. Es ist ratsam, im Zweifel immer den Kinderarzt oder einen erfahrenen Arzt zu konsultieren. Einige Präparate und Wirkstoffe werden jedoch häufig als stillverträglich eingestuft.
Präparate und Wirkstoffe im Überblick:
Sinupret und ähnliche pflanzliche Präparate
Sinupret wird oft als schleimlösendes Mittel empfohlen und darf laut einigen Erfahrungen auch während der Stillzeit eingenommen werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Einschätzung der Stillverträglichkeit von pflanzlichen Mitteln variieren kann. Einige Quellen weisen darauf hin, dass die Milchproduktion durch bestimmte Inhaltsstoffe beeinträchtigt werden könnte, während andere dies als übertriebene Sorge einstufen. Die Milchmenge kann auch durch den Stress, den die Sinusitis auslöst, oder durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr reduziert werden.
Andere schleimlösende Mittel wie ACC oder Mucosolvan (Ambroxol) wurden ebenfalls von Ärzten während der Stillzeit empfohlen. Bei Gelomyrtol gibt es Berichte, dass es den Geschmack der Milch verändern und zu einer vorübergehenden Milchverweigerung beim Kind führen könnte. Dies wird jedoch nicht von allen als gesichert angesehen.
Homöopathische Mittel
Sinusitis Hevert SL ist ein homöopathisches Arzneimittel, das zur Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündungen und anderen Entzündungen des Hals-Nasen-Rachenraums eingesetzt wird. Es ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geeignet. Die Tabletten enthalten eine Kombination aus verschiedenen homöopathischen Einzelmitteln und sollen die Infektabwehr auf natürliche Weise unterstützen. Sinusitis Hevert SL enthält keine ätherischen Öle und gilt daher auch für Menschen mit empfindlichem Magen als gut verträglich.
Die Anwendung von homöopathischen Mitteln wie Sinusitis Hevert SL während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte jedoch immer nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, da hierzu keine ausreichenden Studien vorliegen. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab und umfassen Entzündungen des Hals-Nasen-Rachenraumes und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis).

Schmerz- und Fiebermittel
Bei Gliederschmerzen oder Fieber können Paracetamol oder Ibuprofen in Betracht gezogen werden. Diese Wirkstoffe gelten in der Regel als stillverträglich, sollten aber dennoch nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
Antibiotika
In schweren Fällen kann eine antibiotische Behandlung notwendig sein. Die Entscheidung für oder gegen ein Antibiotikum sowie die Auswahl des Präparats müssen unbedingt in Absprache mit einem Arzt erfolgen, der die Risiken und Vorteile für Mutter und Kind abwägt. Es gibt Berichte über die erfolgreiche Einnahme von Antibiotika wie Amoxicillin in der Stillzeit nach ärztlicher Rücksprache.
Wichtige Hinweise zur Einnahme von Sinusitis Hevert SL
Sinusitis Hevert SL wird als Tablette eingenommen, die auf oder unter der Zunge zergehen gelassen werden kann. Alternativ können die Tabletten in Flüssigkeit aufgelöst, unzerkaut geschluckt oder zerdrückt und mit Brei vermischt eingenommen werden. Für Erwachsene und Kinder ab drei Jahren beträgt die übliche Dosierung viermal täglich jeweils zwei Tabletten. In akuten Fällen kann die Dosis auf zwei Tabletten alle 30 Minuten gesteigert werden. Kinder unter drei Jahren erhalten viermal täglich jeweils eine Tablette.
Die Anwendung sollte ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als acht Wochen erfolgen. Bei Schilddrüsenerkrankungen ist die Anwendung nur nach ärztlicher Rücksprache ratsam. Bei Auftreten von Gesichtsschwellungen, Fieber, starken Kopfschmerzen oder anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Mögliche Nebenwirkungen von Sinusitis Hevert SL:
Nach der Einnahme kann es gelegentlich zu verstärktem Speichelfluss oder Hautreaktionen kommen, in solchen Fällen sollte die Einnahme beendet werden. Vereinzelt treten allergische Reaktionen auf, wie Hautausschlag, Juckreiz, Gesichtsschwellungen, Atemnot, Schwindel oder Blutdruckabfall. In diesen Fällen ist die Einnahme abzubrechen und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zu Beginn der Anwendung kann es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Beschwerden (Erstverschlimmerung) kommen.
Hinweis zu Hilfsstoffen in Medikamenten:
Einige Medikamente, auch solche zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, enthalten den Hilfsstoff Dibutylphthalat (DBP). Dieser Weichmacher ist umstritten, da er in Tierversuchen gesundheitsschädliche Wirkungen gezeigt hat. Insbesondere für Frauen im gebärfähigen Alter und Kinder wird zu Vorsicht geraten. Obwohl DBP in vielen anderen Produkten wie Kosmetika und Spielzeug bereits verboten oder eingeschränkt ist, gibt es für Medikamente bisher kein generelles Verbot. Es ist ratsam, sich bei Unsicherheiten bezüglich der Inhaltsstoffe von Medikamenten an seinen Arzt oder Apotheker zu wenden.
Tutorial: Nasenduschen richtig nutzen - Tipps & Test der Stiftung Warentest
Wann ist ärztliche Rücksprache unerlässlich?
Es gibt Situationen, in denen eine ärztliche Konsultation zwingend erforderlich ist:
- Bei Fieber, Gesichtsschwellungen oder starken Kopfschmerzen.
- Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden.
- Vor der Einnahme von Medikamenten während der Stillzeit, um die Sicherheit für das Kind zu gewährleisten.
- Wenn trotz der Anwendung von Hausmitteln und rezeptfreien Präparaten keine Besserung eintritt.
- Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion, die möglicherweise eine antibiotische Behandlung erfordert.
Die Entscheidung, welche Behandlungsmethode die beste ist, sollte immer individuell und in Absprache mit medizinischem Fachpersonal getroffen werden, um sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des gestillten Kindes zu schützen.