Der Damm leistet während der Geburt Außergewöhnliches. Angesichts der enormen Dehnung, die die Vagina durchlaufen muss, damit der Kopf des Babys hindurchgleiten kann, ist dies nicht verwunderlich. Für Hebammen stellt die Dammmassage eine wichtige geburtsvorbereitende Maßnahme dar. Ihr Ziel ist es, das Gewebe zwischen der hinteren Scheidenwand und dem After weich, geschmeidig und dehnbar zu machen. Dies erleichtert das Durchgleiten des kindlichen Kopfes und hilft, Verletzungen wie Risse zu vermeiden.

Was ist die Dammmassage und warum ist sie wichtig?
Als Damm oder Perineum wird der Bereich zwischen der Vagina und dem After bezeichnet. Während der natürlichen Geburt wird dieser Bereich stark beansprucht. Wenn der Kopf des Babys seinen Weg nach außen sucht, erfährt die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur am Damm eine extreme Dehnung. Ist diese Dehnung zu stark, kann die Elastizität des Gewebes überschritten werden, was zu Dammrissen führen kann.
Die Dammmassage zielt darauf ab, das Perineum weicher, elastischer und besser durchblutet zu machen. Neben der physischen Vorbereitung auf die Geburt kann die Dammmassage auch einen positiven mentalen Effekt haben. Durch die regelmäßige Massage lernen Frauen ihren Körper besser kennen und gewöhnen sich an das Gefühl der Dehnung, was die Angst vor der Geburt reduzieren kann.
Risiken einer unvorbereiteten Geburt
Dammriss
Ein Dammriss ist ein Einreißen des Damengewebes aufgrund starker Dehnung. Dammrisse werden in verschiedene Grade eingeteilt, wobei viele Risse oberflächlich sind. Größere Risse müssen genäht werden.
Episiotomie (Dammschnitt)
Die Episiotomie ist ein künstlicher Dammschnitt, der durchgeführt wird, um die Scheidenöffnung zu vergrößern und die Geburt zu beschleunigen oder größere Rissverletzungen zu vermeiden. Heutzutage raten Ärzte und Hebammen jedoch oft von einem Dammschnitt ab, da er zu langfristigeren Problemen wie Schmerzen und schlechterer Heilung führen kann als ein spontaner Riss.
Ein erhöhtes Risiko für Dammverletzungen besteht unter anderem bei:
- Zangen- und Saugglockengeburten
- Großem Kopfumfang des Babys
- Vorausgegangenen Geburtsverletzungen
- Bindegewebsschwäche
Wann und wie oft sollte die Dammmassage durchgeführt werden?
Es wird empfohlen, mit der Dammmassage ungefähr vier Wochen vor der Geburt zu beginnen, idealerweise ab der 34. Schwangerschaftswoche. Einige Quellen empfehlen, die Massage ab der 36. Schwangerschaftswoche zu beginnen, insbesondere bei Neigung zu vorzeitigen Wehen.
Hinsichtlich der Häufigkeit gibt es unterschiedliche Empfehlungen:
- Häufig wird eine tägliche Durchführung für zwei bis drei Minuten angeraten.
- Einige Studien deuten darauf hin, dass der gewebeschützende Effekt am stärksten ist, wenn die Dammmassage nur einmal wöchentlich durchgeführt wird.
- Andere Empfehlungen sprechen von drei bis viermal pro Woche für etwa zehn Minuten.
Es ist ratsam, die Methode und Häufigkeit mit der eigenen Hebamme abzusprechen, um die für Sie passende Vorgehensweise zu finden.
Welche Produkte eignen sich für die Dammmassage?
Für die Dammmassage werden spezielle Öle empfohlen, die das Gewebe geschmeidig machen und die Dehnung erleichtern. Beliebte Marken sind unter anderem Weleda, Lansinoh und Motherlove.
Weleda Damm-Massageöl
Das Weleda Damm-Massageöl ist eine beliebte Wahl. Es ist eine milde, 100 % natürliche Mischung auf Basis von glättendem süßem Mandelöl. Angereichert mit Bio-Sesam- und Jojobaöl sowie vitamin-E-reichem Weizenkeimöl, wurde es speziell entwickelt, um Massagen zu unterstützen, die den Damm geschmeidiger und entspannter machen. Der zarte, blumige Duft mit natürlichem Muskatellersalbei, Geranie und Rose soll Ruhe, Kraft und Selbstvertrauen während der Geburtsvorbereitung schenken.
Die Wirksamkeit des Weleda Damm-Massageöls wurde in Anwendungsstudien wie folgt bewertet:
- 73% stimmten zu: "Meine Haut fühlt sich elastischer an."
- 73% stimmten zu: "Meine Haut fühlt sich widerstandsfähiger an."
- 82% stimmten zu: "Meine Haut fühlt sich glatter an."
(Anwendungsstudie, 33 Teilnehmerinnen, 6 Wochen, 2x tägliche Anwendung)

Weitere geeignete Öle und Alternativen
Sie können auch andere sanfte Öle pflanzlicher Herkunft wählen, die rein, möglichst kalt gepresst und von guter Qualität sind, vorzugsweise Bio. Als Alternative zum Öl kann auch die Feminex-Salbe (auf Aminosäurenbasis) zur Dammmassage verwendet werden, insbesondere wenn bereits Narbengewebe vorhanden ist.
Wichtige Inhaltsstoffe, die in Dammmassageölen häufig vorkommen:
- Mandelöl: Pflegt und glättet die Haut.
- Weizenkeimöl: Reich an Vitamin E, fördert die Elastizität.
- Sesamöl: Verbessert die Geschmeidigkeit des Gewebes.
- Jojobaöl: Wirkt pflegend und schützend.
Anleitung zur Dammmassage
Die Dammmassage erfordert eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Nehmen Sie sich Zeit für diesen intimen Moment.
Vorbereitung
- Gemütliches Ambiente schaffen: Ziehen Sie sich an einen ruhigen Ort zurück, an dem Sie sich sicher und entspannt fühlen. Ein warmes Bad vor der Massage kann helfen, das Gewebe zu lockern.
- Hände waschen: Reinigen Sie Ihre Hände gründlich. Achten Sie darauf, dass Ihre Fingernägel kurz sind, um Verletzungen zu vermeiden.
- Intimbereich reinigen: Waschen Sie Ihren Intimbereich mit klarem Wasser ab.
- Optional: Schwarzer Tee-Beutel: Ein leicht abgekühlter Teebeutel mit schwarzem Tee kann für etwa fünf Minuten auf den Damm gelegt werden, um das Gewebe durch Wärme zu lockern und die Durchblutung zu fördern.

Die Massage durchführen
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, finden Sie die, die für Sie am besten funktioniert. Hier eine gängige Methode:
- Position wählen: Setzen Sie sich bequem hin, z. B. halbsitzend im Bett mit einem Kissen im Rücken, oder stellen Sie ein Bein auf den Badewannenrand. Manche Frauen führen die Massage auch im Stehen durch.
- Öl auftragen: Geben Sie etwas Öl auf Ihre Fingerspitzen und verreiben Sie es leicht.
- Einführen der Finger: Führen Sie Ihren Zeigefinger (und eventuell den Mittelfinger) sanft in Ihre Vagina ein.
- Druck aufbauen und massieren: Fassen Sie nun Ihren Damm mit dem Daumen derselben Hand von außen. Massieren Sie das Gewebe mit leichtem Druck, beginnend mit halbmondförmigen Bewegungen in Richtung Damm.
- Dehnen des Gewebes: Während Sie das Gewebe mit dem Daumen von außen massieren, können Sie mit den eingeführten Fingern sanft nach unten dehnen. Sie können nach und nach den Druck Ihrer Finger und den Zug auf den Scheideneingang erhöhen.
- Kreisende Bewegungen: Massieren Sie das Öl mit der Daumenspitze oder den Fingerspitzen mit kreisenden Bewegungen in den Dammbereich unterhalb der vaginalen Öffnung ein.
- U-förmige Bewegung: Führen Sie eine U-förmige Bewegung aus, die den Bereich des Damms lockert.
- Strahlförmiges Dehnen: Dehnen Sie das Dammgewebe in verschiedene Richtungen, immer strahlenförmig nach unten. Gehen Sie dabei behutsam in den Dehnungsschmerz hinein. Atmen Sie tief in die Spannung und lassen Sie dann wieder locker.
Wichtiger Hinweis: Die Massage sollte nicht schmerzen. Wenn Sie Unbehagen verspüren, führen Sie die Bewegungen sanfter aus oder beenden Sie die Massage.
Damm-Massage richtig durchführen | 4 Techniken genau erklärt
Wann sollte auf die Dammmassage verzichtet werden?
Es gibt bestimmte Situationen, in denen eine Dammmassage nicht ratsam ist oder eine ärztliche Absprache erforderlich ist:
- Krampfadern: Wenn Sie Krampfadern im unteren Scheiden- und Analbereich haben, sollten Sie auf eine Dammmassage verzichten.
- Pilzinfektion oder Entzündung: Liegt eine Pilzinfektion oder eine Entzündung im Intimbereich vor, muss diese zuerst behandelt und auskuriert werden, bevor mit der Massage begonnen wird.
- Vorzeitige Wehen: Bei Neigung zu vorzeitigen Wehen sollte auf die Dammmassage verzichtet oder erst später (z. B. ab der 36. Schwangerschaftswoche) damit begonnen werden.
- Verletzungen im Intimbereich: Bei akuten Verletzungen im Intimbereich sollte ebenfalls abgewartet werden.
Bei Unsicherheiten oder spezifischen Beschwerden ist es immer ratsam, Rücksprache mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt zu halten.
Kann der Partner bei der Dammmassage helfen?
Ja, Ihr Partner kann Sie gerne bei der Dammmassage unterstützen, wenn Sie sich damit wohlfühlen. Dies kann eine schöne Möglichkeit sein, aktiv an der Geburtsvorbereitung teilzuhaben und die Intimität zu fördern. Besprechen Sie Ihre Wünsche und Grenzen offen miteinander.
Häufige Fragen zur Dammmassage
Wann kann man nach einem Dammriss oder -schnitt wieder Sex haben?
Die Zeitspanne, bis nach einem Dammriss oder -schnitt wieder Geschlechtsverkehr möglich ist, variiert individuell und hängt vom Ausmaß der Verletzung und dem Heilungsprozess ab. In der Regel wird empfohlen, mindestens sechs Wochen zu warten und vorher ärztlichen oder hebammenkundigen Rat einzuholen.
Was kann ich schon während der Schwangerschaft tun, damit ein Dammschnitt gar nicht erst nötig wird?
Neben der Dammmassage können auch regelmäßige Beckenbodenübungen, eine insgesamt gute körperliche Verfassung und bestimmte Gebärhaltungen während der Geburt dazu beitragen, das Risiko für Dammverletzungen und die Notwendigkeit eines Dammschnitts zu verringern. Eine offene Kommunikation mit Ihrer Hebamme über Ihre Wünsche und Ängste ist ebenfalls wichtig.
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