Kinder im Elternbett: Nähe, Sicherheit und der Umgang mit Albträumen

Irgendwann ziehen sie tatsächlich aus: aus unseren Wohnungen und viel früher noch aus unseren Betten. Viele Kinder kommen noch eine ganze Weile - bis ins Schulalter hinein - in die Elternbetten, wenn sie nachts aufwachen, schlecht geträumt haben oder „einfach“ etwas Nähe brauchen. Nächtliche Wanderungen, angezogen vom Elternbett wie von einem Magneten. Immer wieder werde ich gefragt, wie lange es denn normal sei, dass Kinder ins Elternbett kommen würden und ob es das überhaupt sei. Manchmal frage ich zurück: Wie normal ist es denn, dass Du gerne neben jemandem schläfst?

Im Schlaf sind wir verletzlich, bekommen kaum etwas aus der Umgebung mit. Es ist ganz natürlich, dass wir in diesem Zustand lieber geschützt neben anderen liegen und uns gemeinsam behüten. Wie viel Wärme schenkt ein Körper, der neben einem liegt, anstatt nur von einer Decke gewärmt zu werden? Als Erwachsener können wir auf all diese Fragen antworten und erklären, dass es sich wohlig-warm anfühlt, neben unserem Partner oder unserer Partnerin schlafen zu können. Es ist richtig so, fühlt sich gut an. Natürlich ist es all dies auch für unsere Kinder. Wenn wir uns Schutz, Nähe und Geborgenheit wünschen, wie viel mehr gilt das dann für sie, die so viel kleiner, ungeschützter und viel kürzer auf dieser Welt sind? Und das auch mit sechs, sieben, acht,… Jahren. Kinder sind vor allem eins: Kinder. Sie sind Menschen, müssen ebenso respektvoll betrachtet werden wie wir Erwachsene, haben gleiche Rechte und darüber hinaus noch einige weitere Bedürfnisse. Doch das Maß, das wir an uns und unser Wohlbefinden ansetzen, ist das Mindestmaß, das wir bei ihnen ansetzen sollten.

Wenn Du Dich heute Nacht fragst: Warum kommt mein Kind wieder ins Elternbett? Dann denke daran, was diese Geste eigentlich aussagt. Sie sagt, dass Dein Kind Nähe braucht und diese bei Dir sucht, denn Du bist der sichere Hafen. Du gibst Wärme, Liebe, Sicherheit, Geborgenheit. Du verscheuchst die bösen Träume, Du hilfst durch die Nacht. Du bist eine Heldin. Ein Held. Einfach nur deswegen, weil Du da bist. Gute Nacht.

Das Monster unter dem Bett: Wenn Kinder Albträume plagen

Ein Einbrecher vor der Tür, ein Krokodil unter dem Bett, ein Gespenst vor dem Fenster: Nachts spukt es in den Köpfen vieler Kinder. Warum gerade Grundschüler oft schlecht träumen, wie Eltern altersgerecht reagieren und ab wann sich Familien Sorgen machen sollten, erklärt der Kinderpsychologe Janos Frisch. In den Köpfen vieler Kinder spukt es nachts. Einbrecher, Krokodile oder Gespenster sind häufige Motive für Albträume bei Kindern.

Ursachen und Erscheinungsformen von nächtlichen Ängsten

Albträume sind eines der häufigsten Phänomene im Kindesalter. Sie sind nicht mit anderen Schlafstörungen wie Schlaftrunkenheit, Nachtschreck oder Schlafwandeln zu verwechseln. Während bei einem Nachtschreck das Kind panisch schreit und sich wehrt, aber keine Erinnerung daran hat, sind Albträume oft lebhaft und bedrohlich erlebt, und das Kind sucht nach dem Aufwachen Trost bei den Eltern. Schlafwandeln hingegen äußert sich durch umhergehen im Schlaf ohne Bewusstsein. Schlaftrunkenheit beschreibt einen Zustand der Verwirrung und des unbewussten Handelns im Schlaf.

Kinder, insbesondere jüngere, haben längere Traumphasen (REM-Schlaf) als Erwachsene. Diese Träume können stark von Erlebtem, aber auch von Fantasien geprägt sein. Gefühle wie Angst, Ekel, Wut, Scham, Schuld oder Hass können Bestandteil kindlicher Albträume sein. Die Ursachen für Albträume sind vielfältig und reichen von alltäglichem Stress über veränderte Lebensumstände bis hin zu intensiven oder beängstigenden Tageseindrücken, die das Kind überfordern. Auch übermäßiger Medienkonsum oder körperliche Faktoren wie Fieber und Schlafmangel können Albträume begünstigen. Bei Kindern, die stark unter ihren Albträumen leiden, kann auch eine genetische Veranlagung oder eine ausgeprägte Persönlichkeit eine Rolle spielen.

Besonders nach einem Bettwechsel oder dem Umzug in ein neues Bett können Albträume vermehrt auftreten. Die neue Schlafumgebung kann Unsicherheit und Stress auslösen, da die vertraute Sicherheit und Geborgenheit des bisherigen Schlafplatzes fehlt. Neue Geräusche in der Nacht oder das Gefühl, allein zu sein, können die Ängste verstärken.

Psychische Faktoren wie Stress, Ängste oder traumatische Erlebnisse sind ebenfalls wichtige Auslöser. Dazu zählen beispielsweise die Scheidung der Eltern, der Verlust eines geliebten Menschen oder auch alltägliche Belastungen wie Schulprobleme oder Streit mit Freunden.

Schema zur Unterscheidung von Albträumen, Nachtschreck und Schlafwandeln bei Kindern

Was können Eltern tun? Strategien zur Bewältigung von Albträumen und nächtlichen Ängsten

Wenn das Kind nachts aufwacht und Angst hat, ist es wichtig, seine Ängste ernst zu nehmen und es zu trösten. Ein verständnisvolles Zureden und körperliche Nähe wie Kuscheln können dem Kind helfen, sich wieder geborgen zu fühlen und einzuschlafen. Es ist ratsam, ruhig und geduldig zu bleiben, auch wenn das Trösten länger dauert. Eine „Monsterjagd“ in der Nacht kann das Kind unnötig aufwühlen.

Wenn das Kind bereits sprechen kann, kann es hilfreich sein, über den Traum zu sprechen. Eltern können versuchen, die Ängste des Kindes zu nehmen, indem sie beispielsweise gemeinsam unter das Bett schauen. Wenn das Gespräch das Kind zu sehr aufregt, sollte es lieber tagsüber fortgesetzt werden.

Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Albträumen:

  • Träume malen: Kinder können ihre Albträume malen und das Ende des Traums verändern, um dem Schrecken etwas entgegenzusetzen. Das Bild kann anschließend für einige Wochen täglich betrachtet werden.
  • Stress vermeiden: Eine ausgeglichene Atmosphäre tagsüber und die Reduzierung von Stressfaktoren können helfen.
  • Einschlafrituale einführen: Feste Rituale wie Vorlesen oder Kuscheln vermitteln Verlässlichkeit und Geborgenheit.
  • Medienkonsum begrenzen: Insbesondere aufregende oder altersunangemessene Inhalte sollten vor dem Schlafengehen vermieden werden.
  • Beschützer-Kuscheltier: Ein Lieblingskuscheltier kann dem Kind nachts Sicherheit geben.
  • DIY Anti-Monster-Spray: Ein selbstgemachtes Spray aus Wasser und Duftöl kann als magisches Mittel gegen Monster dienen.

Wenn Albträume häufig auftreten und das Kind tagsüber beeinträchtigen, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein Kinderarzt oder Kinderpsychologe kann die Ursachen abklären und gezielte Unterstützung anbieten.

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Nächtliche Wanderungen ins Elternbett: Nähe als Bedürfnis

Viele Kinder suchen nachts die Nähe ihrer Eltern. Dies kann verschiedene Gründe haben, darunter das Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Trost nach einem schlechten Traum. Für Eltern stellt sich oft die Frage, wie lange dieses Verhalten normal ist und wie damit umzugehen ist.

Die Bedeutung von Nähe und Sicherheit für Kinder

Die nächtliche Wanderung ins Elternbett ist für viele Kinder ein Ausdruck ihres Bedürfnisses nach Nähe und Sicherheit. In einer Welt, die für sie oft noch neu und manchmal beängstigend ist, bieten die Eltern einen sicheren Hafen. Die körperliche Nähe der Eltern spendet Wärme, Liebe und Geborgenheit. Dies gilt umso mehr für Kinder, die sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden und sich stärker auf ihre Bezugspersonen verlassen müssen.

Manche Eltern empfinden die nächtliche Anwesenheit ihrer Kinder als störend, während andere darin eine natürliche Fortsetzung der elterlichen Fürsorge sehen. Fakt ist, dass Kinder in diesem Zustand besonders verletzlich sind und die Nähe der Eltern suchen, um sich behütet zu fühlen. Das Bedürfnis nach gemeinsamer Geborgenheit im Schlaf ist ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis, das auch im Erwachsenenalter Bestand hat.

Illustration: Ein Kind schläft friedlich im Arm eines Elternteils

Praktische Lösungsansätze für das Familienbett

Es gibt verschiedene Ansätze, wie Familien mit dem Bedürfnis von Kindern nach nächtlicher Nähe umgehen können:

  • Akzeptanz und Anpassung: Manche Eltern akzeptieren die nächtliche Anwesenheit ihrer Kinder und arrangieren sich mit der Situation. Dies kann bedeuten, dass sie selbst auf eine Matratze ausweichen oder das Kinderbett ins Elternschlafzimmer stellen, um den Platz optimal zu nutzen. In manchen Kulturen ist das gemeinsame Schlafen der gesamten Familie über lange Zeiträume hinweg üblich.
  • Konsequentes Zurückbringen: Eine andere Strategie ist, das Kind ruhig, aber konsequent immer wieder in sein eigenes Bett zurückzubringen. Dies erfordert Geduld und Ausdauer, kann aber dazu führen, dass das Kind lernt, die Nacht allein in seinem Bett zu verbringen. Ausnahmen für Krankheit oder besondere Ängste sind dabei selbstverständlich erlaubt.
  • Kleine Matratze neben dem Bett: Eine pragmatische Lösung ist, eine kleine Matratze neben dem Elternbett zu platzieren, auf der das Kind schlafen kann, wenn es nachts zu den Eltern kommt. Dies ermöglicht dem Kind, in der Nähe der Eltern zu sein, ohne den Schlaf der Eltern übermäßig zu stören.
  • Belohnungssysteme: Für ältere Kinder können Belohnungssysteme mit Aufklebern für jede im eigenen Bett verbrachte Nacht motivierend wirken.
  • Sanfte Gewöhnung an das neue Bett: Bei einem Bettwechsel kann eine schrittweise Gewöhnung helfen. Das Kind kann zunächst im neuen Bett im Schlafzimmer der Eltern schlafen oder das Bett tagsüber zum Spielen nutzen. Vertraute Gegenstände und feste Einschlafrituale schaffen zusätzliche Sicherheit.

Die Entscheidung, wie mit dem nächtlichen Besuch im Elternbett umgegangen wird, ist sehr individuell und hängt von den Bedürfnissen und der Situation der jeweiligen Familie ab. Wichtig ist, eine Lösung zu finden, mit der sich alle Familienmitglieder wohlfühlen und die das Wohl des Kindes berücksichtigt.

Einige Eltern berichten, dass ihre Kinder nach dem Umzug in ein neues Bett oder Zimmer vermehrt Albträume hatten. Dies ist oft eine Reaktion auf die neue, ungewohnte Umgebung und den damit verbundenen Stress. Geduld, Einfühlungsvermögen und klare Rituale sind hierbei entscheidend, um dem Kind Sicherheit zu vermitteln.

Manche Eltern berichten auch von Schlafstörungen, die durch das nächtliche Aufwachen und die Suche des Kindes nach Nähe entstehen. Dies kann zu starker Müdigkeit und Erschöpfung führen. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, sich mit anderen Eltern auszutauschen oder professionellen Rat einzuholen.

Infografik: Verschiedene Schlafplatz-Optionen für Kinder und Eltern

Es ist wichtig zu bedenken, dass Schlafstörungen bei Kindern, einschließlich Albträumen und nächtlichen Wanderungen ins Elternbett, häufig vorkommen. Studien zeigen, dass ein signifikanter Anteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland mit Schlafproblemen kämpft. Die Schlafumgebung, familiäre Aspekte und Stressfaktoren spielen dabei eine große Rolle.

Letztendlich ist das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das besonders im Kindesalter eine wichtige Rolle spielt. Mit Verständnis, Geduld und passenden Strategien können Eltern ihren Kindern helfen, gut und sicher zu schlafen, sei es im eigenen Bett oder im behüteten Schoß der Familie.

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