Feuchttücher sind im Alltag äußerst praktisch und daher sehr beliebt. Sie bieten ein Extra-Sauberkeitsgefühl zuhause, passen in jede Reisetasche und tragen zur Hygiene bei, was Wohlbefinden und Gesundheit steigert. Insbesondere zur Reinigung zarter Babyhaut sind Feuchttücher ideal. Ihre handlichen Verpackungen machen sie zudem zu einem praktischen Begleiter für unterwegs. Jedoch ist es wichtig zu verstehen, dass Feuchttücher sich grundlegend von ihrem trockenen Pendant und auch von feuchtem Toilettenpapier unterscheiden und daher eine korrekte Entsorgung erfordern.
Die meisten Feuchttücher bestehen nicht aus reiner Baumwolle, wie man vielleicht annehmen könnte. Sie sind meist aus Vlies gefertigt, das mit einer Lotion getränkt ist. Diese Lotionen enthalten oft pflegende und beruhigende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder Kamille. Ein entscheidender Punkt bei der Herstellung von Feuchttüchern ist jedoch die Verwendung von Fasern. Viele Feuchttücher enthalten Polyester oder eine Mischung aus Kunststoff und Viskose. Diese Einweg-Kunststofftücher tragen zur zunehmenden Kunststoffbelastung in unseren Ozeanen und an Land bei. Als ethisch korrekter und verantwortungsbewusster Hersteller ist es daher eine Mission, Lösungen anzubieten, die die Umweltbelastung reduzieren. Dies beinhaltet die Verwendung von Tüchern aus 100 % Bio-Baumwolle und den Verzicht auf Kunststoffe.

Warum Feuchttücher nicht in die Toilette gehören
Die häufig gestellte Frage, ob biologisch abbaubare Pflegetücher in der Toilette entsorgt werden dürfen, hat eine klare Antwort: Nein. Grundsätzlich sollten Feuchttücher niemals in die Toilette geworfen werden. Die Ursache für dieses Problem liegt in der Beschaffenheit der Tücher: Sie bestehen aus reißfesten Kunststofffasern oder einem Vlies, das sich im Wasser nicht auflöst. Selbst solche, die als biologisch abbaubar beworben werden, lösen sich oft nicht schnell genug auf, um die Abwassersysteme unbeschadet zu passieren.
Das Herunterspülen von Feuchttüchern hat gravierende Folgen für die Kanalisation und Kläranlagen. Dort können sie sich mit anderen Feststoffen wie Tampons, Küchenpapier oder Damenbinden zu reißfesten Verziehungen verbinden. Diese Verstopfungen legen Pumpwerke lahm und führen zu erheblichen Schäden und Kosten. In den Klärwerken entstehen jährlich Schäden in Millionenhöhe durch solche sogenannten Verzopfungen. Diese Probleme belasten nicht nur die Umwelt, sondern führen auch zu unnötig mehr Energieverbrauch bei der Reinigung und Wartung der Anlagen.

Die Funktionsweise von Abwassersystemen und die Problematik
In unseren Abwasserrohren landen tagtäglich Hygieneartikel, die dort nichts zu suchen haben. Fette von Essensresten, Windeln und Wattestäbchen sind ebenfalls ein Problem. Auf der „Hitliste“ der Verursacher von Verstopfungen stehen jedoch Feuchttücher ganz vorne. Sie bestehen aus extrem robustem Vlies, das sich kaum zerreißen lässt. In den Sielen verhaken sich die Tücher zu Zöpfen und verstopfen die Pumpen, bis diese komplett ausfallen. Unsere Fachkräfte müssen diese Tücher aus den Anlagen sägen, reißen oder schneiden. Oft müssen Pumpen komplett zerlegt werden, was mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten verbunden ist.
Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten Jahren ist die Zahl der Einsätze aufgrund von Verstopfungen durch Hygieneartikel rasant gestiegen. Während im Jahr 2008 nur wenige Einsätze verzeichnet wurden, stieg die Zahl in den Folgejahren deutlich an. Auch wenn neuere Pumpentechnik helfen kann, die Anzahl der Einsätze zu reduzieren, bleiben Feuchttücher der Hauptverursacher. Selbst feuchtes Toilettenpapier, das sich schneller auflöst als herkömmliche Feuchttücher, kann in den Pumpen zu Schäden führen, da es deutlich langsamer verrottet als herkömmliches Klopapier.
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Die richtige Entsorgung von Feuchttüchern
Die korrekte Entsorgung von Feuchttüchern ist entscheidend, um Umweltschäden und Kosten zu vermeiden. Die einfache und kostengünstige Lösung ist, zwei Mülleimer im Bad aufzustellen: einen für Wertstoffe und einen für Restmüll. Feuchttücher gehören in den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne oder in den Restmüll, je nach Materialzusammensetzung. Achten Sie auf die Entsorgungshinweise auf der Verpackung. Wenn die Verpackung als „recyclingfähig“ ausgewiesen ist, gehört sie in die gelbe Tonne.
Die Verpackung von Feuchttüchern, sofern sie als „recyclingfähig“ gekennzeichnet ist, gehört ebenfalls in die gelbe Tonne. Diese Stoffe sind meist nicht biologisch abbaubar und nicht für die Entsorgung über die Toilette gedacht. Da sich Vlies nur in Ausnahmefällen auflöst, kann der Stoff zu Problemen in Kanalisationssystemen und Kläranlagen führen. Produkte aus synthetischen Fasern sind schädlich für Gewässer, da sie im Wasser zu Mikroplastik zerrieben werden, das sich nicht weiter abbaut.
Unterschied zwischen feuchtem Toilettenpapier und Feuchttüchern
Es ist essenziell, zwischen feuchtem Toilettenpapier und anderen Feuchttüchern zu unterscheiden. Modernes feuchtes Toilettenpapier besteht aus organischen Fasern in einem wasserlöslichen Verbund, weshalb es sich in der Kanalisation rasch auflöst. Dies liegt an seiner Zusammensetzung, die darauf ausgelegt ist, sich schnell zu zersetzen. Albaad Deutschland hat beispielsweise ein Basismaterial namens „Hydrofine“ entwickelt, das vollständig biologisch abbaubar ist und ohne chemische Binder und synthetische Fasern auskommt. Toilettenpapier auf Hydrofine-Basis zerfällt durch die mechanischen Einwirkungen infolge der Wasserverwirbelungen in der Kanalisation noch schneller.
Im Gegensatz dazu bestehen Feuchttücher für Haushaltsreinigung, Kosmetik und Babypflege aus einem reißfesten Viskose-Polyestergewebe. Diese Fasern sind mechanisch miteinander verkettet und daher enorm reißfest. Daher dürfen Haushaltsreinigungs-, Baby- und Kosmetiktücher auf keinen Fall über die Toilette entsorgt werden. Auch feuchtes Toilettenpapier sollte, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte und sich Sorgen um die Abwassersysteme macht, im Mülleimer entsorgt werden, um sicherzustellen, dass keine Probleme entstehen.

Nachhaltige Alternativen und Herstellerinitiativen
Im Bewusstsein der Umweltproblematik setzen einige Hersteller auf nachhaltigere Produkte. Natracare bietet beispielsweise Produkte wie Tücher aus 100 % Bio-Baumwolle an, die keine Kunststoffe enthalten. Auch dm engagiert sich für einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen. Die dm-Eigenmarke „babylove“ bietet Feuchttücher, die frei von Mikroplastik sind. Die Drogeriemarkt-Kette dm wurde für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit bereits mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024 ausgezeichnet.
Die Initiative zur richtigen Entsorgung von Feuchttüchern ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Vereinten Nationen weisen mit dem Welttoilettentag darauf hin, dass weltweit Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sanitären Anlagen haben. In unseren Breiten sind es eher falsche Entsorgungsgewohnheiten, die die Prozesskette der Abwasseraufbereitung stören. Hersteller wie Albaad Deutschland GmbH nutzen den Welttoilettentag zum Anlass, um über die unterschiedliche Entsorgung von Feuchttüchern und feuchtem Toilettenpapier aufzuklären. Es ist immer sinnvoll, sich tiefer zu informieren und die Hinweise auf den Verpackungen zu beachten, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
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