Hebammen-Nachsorge zu Hause: Unterstützung für Mutter und Kind

In den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt treten zu Hause oft viele Fragen auf: Entwickelt sich das Kind gut? Verläuft die Rückbildung der Mutter normal? Klappt es mit dem Stillen? Um Sie in dieser aufregenden Zeit zu unterstützen, ist es üblich, dass eine Nachsorge-Hebamme zu Ihnen nach Hause kommt.

Diese spezialisierte Hebamme kann Mutter und Kind bei Bedarf täglich besuchen und beraten. Die Kosten für die Nachsorge werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse und in den meisten Fällen auch von der privaten Krankenversicherung übernommen.

Infografik: Phasen der Hebammen-Nachsorge nach der Geburt

Was macht die Nachsorge-Hebamme?

Die Hebamme kommt direkt zu Ihnen nach Hause und betreut dort sowohl die Mutter als auch das Kind. Sie berät Sie bei allen Themen rund um die Säuglingspflege und achtet besonders in den ersten zehn Tagen auf den Gesundheitszustand des Kindes. Dazu gehören:

  • Allgemeine Entwicklung des Kindes
  • Trinkverhalten und Ausscheidungen
  • Gewichtsentwicklung
  • Abheilung des Nabels

Zudem gibt die Hebamme Informationen zu den anstehenden kinderärztlichen Untersuchungen.

Untersuchung der Mutter

Die Hebamme untersucht auch die Mutter, um sicherzustellen, dass sich ihr Körper gut von der Geburt erholt. Sie prüft:

  • Ob sich die Gebärmutter gut zurückbildet
  • Ob eventuelle Geburtsverletzungen oder Nahtstellen gut verheilen

Darüber hinaus unterstützt die Hebamme beim Stillen und berät Sie bei auftretenden Problemen. Bei Bedarf kann sie auch bei Fragen zur Eltern-Kind-Bindung oder im Umgang mit Geschwisterkindern weiterhelfen. Auch für Väter und Co-Mütter kann die Nachsorge-Hebamme eine wichtige Ansprechperson sein. Sie informiert zudem über Rückbildungskurse.

Zeitlicher Umfang der Hebammen-Nachsorge

Der Anspruch auf Besuche durch die Nachsorge-Hebamme ist gesetzlich geregelt:

  • 1. bis 11. Tag nach der Geburt: In dieser Zeit kann die Hebamme bis zu zweimal täglich zu Ihnen nach Hause kommen.
  • Ab dem 12. Tag: Für die folgenden 12 Wochen sind insgesamt bis zu 16 weitere Besuche möglich.
  • Danach: Sie haben noch Anspruch auf bis zu 8 weitere Besuche oder Telefonate. Dieser Anspruch endet, wenn Sie abgestillt haben oder - falls Sie nicht stillen - mit dem Ende des 9. Lebensmonats des Kindes.
Schema: Anspruch auf Hebammenleistungen nach der Geburt

Besondere Situationen: Frühgeburten und Kaiserschnitte

Frauen, die mit einer Frühgeburt konfrontiert sind und ihr Kind früher als erwartet nach Hause entlassen werden, haben ebenfalls Anspruch auf Hebammen-Nachsorge. In diesen Fällen kümmert sich die Hebamme zunächst um die Gesundheit der Frau, da diese sich oft auf die Pflege des Kindes konzentriert und die eigene Regeneration vernachlässigt. Sie unterstützt auch bei speziellen Fragen, wie dem richtigen Abpumpen, bis die Mutter ihr Kind stillen darf.

Auch nach einem Kaiserschnitt kann eine Hebamme eine wertvolle Unterstützung sein. Sie prüft beispielsweise die Wundheilung nach der Entlassung aus der Klinik oder berät bei Stillproblemen. Bei Bedarf kann sie auch bei praktischen Herausforderungen wie der Haushaltsführung oder der Betreuung von Geschwisterkindern vermitteln und weitere professionelle Hilfe organisieren.

Individuelle Betreuung und Chemie

Die Hebamme soll Sie bei Ihren persönlichen Fragen und Problemen im Wochenbett unterstützen. Wie intensiv die Betreuung ausfällt, bestimmen Sie selbst. Manche Frauen wünschen sich primär gesundheitliche Unterstützung, während andere die Hebamme auch als Gesprächspartnerin für die Verarbeitung der Geburt schätzen.

Sollte die Chemie zwischen Ihnen und der Hebamme nicht stimmen, sind Sie nicht verpflichtet, weitere Termine wahrzunehmen. In einem solchen Fall können Sie sich für die weitere gesundheitliche Betreuung an eine andere Hebamme, Ihre Frauenarztpraxis oder die Kinderarztpraxis wenden.

Nach der Geburt: Die ersten Tage mit Baby | Wochenbett | Baby Update

Wie finde ich eine Hebamme für die Nachsorge?

Hebammen sind oft schon lange im Voraus ausgebucht, daher ist es ratsam, sich frühzeitig in der Schwangerschaft auf die Suche zu machen. Die Nachsorge-Hebamme muss nicht zwingend dieselbe sein, die Sie bereits während der Geburt betreut hat.

Um die Suche zu erleichtern, können Sie folgende Anlaufstellen nutzen:

  • Online-Hebammenverzeichnisse: Viele Krankenkassen und Hebammenverbände bieten Online-Suchen an.
  • Geburtskliniken: In manchen Kliniken helfen Lotsen und Lotsinnen bei der Vermittlung.
  • Hebammenverbände: Der Deutsche Hebammenverband oder der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) können Listen mit regional tätigen Hebammen bereitstellen.

Kostenübernahme

Die Kosten für die Hebammen-Nachsorge werden von der Krankenkasse übernommen, wenn Sie gesetzlich versichert sind. Bei privater Versicherung sollten Sie sich im Vorfeld bei Ihrer Kasse erkundigen, welche Leistungen erstattet werden.

Zusätzliche Unterstützung durch die Hebamme

Die Hebamme kann auch eine wichtige Ansprechpartnerin sein, wenn Sie sich im Umgang mit dem Säugling unsicher fühlen oder wenn Sie trotz Freude über das Baby Anzeichen von Baby-Blues verspüren. Hebammen sind geschult, Anzeichen einer Wochenbett-Depression zu erkennen und können bei Bedarf an soziale und psychotherapeutische Hilfsangebote vermitteln.

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