Baby Abhalten: Praktische Anleitung und wichtige Positionen für Neugeborene und ältere Babys

Das Thema „Abhalten“ gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist längst kein Nischenthema mehr. Gemeinsam mit der Berliner Hebamme und vierfachen Mutter Sissi Rasche hat Kindsgut ein innovatives Abhalte-Töpfchen entwickelt, das Eltern bei dieser Praxis unterstützt. Sissi Rasche betont die Wichtigkeit, das Baby stets nah am Körper abzuhalten, um eine optimale Verbindung zu spüren und dem Kind Sicherheit zu vermitteln.

Kindsgut Abhalte-Töpfchen mit ergonomischer Form

Ein Baby abzuhalten bedeutet, es ohne Windel so zu halten, dass es bequem ausscheiden kann. Ausscheidungen wie Stuhl und Urin landen dabei nicht in einer Windel, sondern in einer dafür vorgesehenen Schüssel oder direkt in der Toilette. Einige Familien praktizieren das Abhalten als alleinige Methode, was unter dem Stichwort „Windelfrei“ weiterführende Informationen bietet. Babys kommunizieren bereits ab der Geburt mit ihren Eltern, auch bezüglich ihrer Ausscheidungsbedürfnisse. Je nach Alter und Größe des Kindes gibt es unterschiedliche Techniken, ein Baby abzuhalten. Entscheidend ist dabei stets, dass das Baby oder Kleinkind gut gestützt ist und die Beinchen sanft angewinkelt werden.

Die Vorteile des Abhaltens

Das Abhalten bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die sowohl für das Kind als auch für die Umwelt und das Budget der Familie relevant sind:

  • Weniger Hautirritationen: Das Baby muss nicht längere Zeit in seinen Ausscheidungen liegen, was den Kontakt mit diesen minimiert. Dies führt zu einer besseren Hygiene und reduziert das Risiko von Hautirritationen wie einem wunden Po oder Windeldermatitis.
  • Umweltfreundlichkeit: Durch den Verzicht auf oder die Reduzierung der Nutzung von Einwegwindeln wird das Abfallaufkommen erheblich reduziert, was die Umwelt schont und einen positiven Beitrag zum Schutz der Erde leistet. Dies macht die Methode zu einer nachhaltigen Wahl.
  • Kostenersparnis: Der finanzielle Aspekt ist ein weiterer reizvoller Vorteil des Abhaltens. Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für Windeln können durch diese Methode signifikant gesenkt werden.
  • Förderung der frühkindlichen Entwicklung: Indem das Baby die Möglichkeit erhält, seine Bedürfnisse zu kommunizieren und aktiv am Prozess des Abhaltens teilzunehmen, wird sein Körperbewusstsein früh gefördert. Dies kann dem Kind helfen, seine körperlichen Signale besser zu verstehen und zu steuern.
  • Unterstützung bei Verdauungsproblemen: Die aufrechte Position mit angewinkelten Beinen kann dabei unterstützen, Druck im Darm zu lösen und somit Abhilfe bei Blähungen oder Verstopfungen schaffen.
  • Früheres Interesse am Töpfchen: Babys, die es gewohnt sind, nicht ständig in vollen Windeln zu liegen, zeigen in der Regel später als Kleinkinder ein früheres Interesse am Töpfchen.
Grafik, die die Vorteile des Abhaltens visuell darstellt (z.B. gesunde Haut, grüne Erde, sparende Münzen, Baby, das seine Bedürfnisse kommuniziert)

Abhalten ohne Druck und mit Geduld

Es ist wichtig, beim Abhalten keinen Druck auf das Baby oder sich selbst auszuüben. Wenn das Baby einmal weint oder die Abhalte-Position nicht mag, ist das völlig in Ordnung. In solchen Fällen sollte das Baby abgelegt und ein späterer Versuch unternommen werden. Ähnlich wie beim späteren Töpfchentraining ist ein entspannter Umgang entscheidend.

Die Methode des Abhaltens erfordert Geduld, besonders in den Anfangsphasen. Es mag anfangs aufwändiger erscheinen als die Nutzung von Windeln, doch die Vorteile überwiegen. Es ist nie zu spät, mit dem Abhalten zu beginnen, ob direkt nach der Geburt, nach einigen Monaten oder nach dem Beikoststart. Dennoch bietet es sich an, bereits in den ersten drei Monaten zumindest gelegentlich abzuhalten, da Kinder, die früh abgehalten wurden, oft leichter an Töpfchen oder Toilette gewöhnt werden.

Abhalten und Windelfreiheit: Was ist der Unterschied?

Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, gibt es Unterschiede zwischen Abhalten und Windelfrei. Abhalten bedeutet, das Baby gezielt abzuhalten, damit es ausscheiden kann. Windelfrei verfolgt das Ziel, dass das Baby von Geburt an möglichst ohne Windel auskommt. Das Abhalten ist somit ein wesentlicher Bestandteil der Windelfrei-Methode, aber auch Eltern, die Windeln nutzen, können durch gezieltes Abhalten Vorteile erzielen. Die Mehrheit der Eltern kombiniert Abhalten und Windeln, insbesondere tagsüber und zu Hause, da dies oft die praktikabelste Variante darstellt.

Die richtige Abhalteposition für jedes Alter

Je nach Alter und Größe des Kindes gibt es verschiedene Techniken, ein Baby abzuhalten. Die folgenden Positionen haben sich als besonders effektiv und bequem erwiesen:

Klassische Abhalteposition

Bei dieser Methode wird das Baby so gehalten, dass sein Rücken an Ihrem Bauch lehnt. Die Oberschenkel werden gestützt, um eine hockähnliche Position zu ermöglichen. Diese Haltung eignet sich gut für das Abhalten über einer Toilette, dem Waschbecken oder einem speziellen Abhaltetöpfchen. Sie kann sowohl im Stehen als auch im Sitzen angewendet werden.

Liegende Abhalteposition für Neugeborene

Neugeborene fühlen sich am wohlsten, wenn sie von Ihrem gesamten Arm gestützt werden und eine eher waagerechte Position einnehmen. Der Kopf des Babys liegt in Ihrer Armbeuge, der Körper wird von Ihrem Unterarm und Ihrem Körper gestützt. Mit der freien Hand wird ein Bein des Babys umfasst. In dieser Position kann das Baby über dem Waschbecken abgehalten oder ein Abhalttöpfchen unter den Po gehalten werden.

Abhalteposition während des Stillens

Da bei den meisten Neugeborenen während oder kurz nach dem Stillen ein Ausscheidereflex ausgelöst wird, lässt sich dies gut nutzen. Ein kleines Abhaltetöpfchen kann zwischen die Beine geklemmt und waagerecht auf den Schoß gelegt werden, sodass das Baby bequem ausscheiden kann. Parallel kann das Schlüsselsignal verwendet werden, um dem Kind die Assoziation beizubringen.

Toiletten-Abhalteposition

Für ältere Babys und Kleinkinder kann es hilfreich sein, gemeinsam auf der Toilette zu sitzen. Das Kind wird vor Ihnen positioniert, sodass Ihr Vorderkörper und Ihre Oberschenkel eine natürliche Begrenzung bieten, was dem Kind Sicherheit gibt und ihm ermöglicht, in Ruhe sein Geschäft zu verrichten.

Gestützt auf dem Töpfchen abhalten

Ab etwa einem halben Jahr bis zu einem Jahr kann das Kind langsam an ein normales Töpfchen gewöhnt werden. Anfangs sitzt das Baby bequem, wenn es weiterhin durch den Oberkörper und die Beine der Eltern gestützt wird oder wenn ein Töpfchen mit Lehne und Seitenstützen verwendet wird. Spezielle Abhaltetöpfchen, wie das von Kindsgut entwickelte, bieten eine ergonomische Form, eine „Pipi-Wand“ zur Vermeidung von Spritzern und eine breite Krempe für einen gemütlichen Sitz.

Baby abhalten: Position für Neugeborenes

Signale des Babys erkennen und den richtigen Zeitpunkt wählen

Babys kommunizieren ihre Ausscheidungsbedürfnisse durch verschiedene Signale. Dazu gehören Veränderungen des Gesichtsausdrucks, plötzliche Ruhe, Unruhe, Strampeln oder Meckern. Eltern entwickeln mit der Zeit ein Gespür für diese individuellen Signale. Standardsituationen wie direkt nach dem Aufwachen, nach dem Stillen oder Füttern sind oft gute Zeitpunkte für das Abhalten.

Es ist wichtig, sich nicht unter Druck zu setzen, jedes Geschäft abzufangen. Ein entspannter Umgang ist entscheidend. Anfangs reicht es oft, alle ein bis drei Stunden abzuhalten, um ein Gefühl für den Rhythmus des Babys zu entwickeln. Die Nutzung eines Schlüsselsignals (z. B. ein leises „psss“ oder „pfff“) kann dem Baby helfen, den Ausscheidungsvorgang zu assoziieren.

Praktische Tipps für den Alltag und unterwegs

Für das Abhalten zu Hause eignen sich verschiedene Orte wie das Badezimmer, das Kinderzimmer oder sogar der Balkon im Sommer. Wichtig ist eine ruhige Umgebung ohne zu viele Ablenkungen. Das Kindsgut Abhalte-Töpfchen mit seiner flachen Unterseite bietet Stabilität und kann sowohl im Stehen als auch im Schoß der Eltern verwendet werden. Dank seines 2-in-1 Designs kann es auch als Ersatz-Einsatz für das „Potty“ Töpfchen dienen und somit mit dem Kind mitwachsen.

Unterwegs kann ein kleiner Behälter oder ein zusammenklappbares Töpfchen hilfreich sein. Die Kleidung sollte leicht zu öffnen sein, wie z. B. Bodys mit Druckknöpfen oder Hosen mit Gummizug.

Bei Jungen ist darauf zu achten, dass der Penis nach unten zeigt, um Spritzer zu vermeiden. Ein kleines Tuch oder ein Abhaltetöpfchen mit integrierter „Pipi-Wand“ kann hierbei nützlich sein.

Auch nachts kann das Abhalten praktiziert werden, beispielsweise während des Stillens oder Flaschegebens, da viele Babys nach dem Trinken ein Ausscheidungsbedürfnis haben.

Illustration, die zeigt, wie man ein Baby unterwegs abhält

Das Abhalten ist eine intime Erfahrung, die die Bindung zwischen Eltern und Kind stärken kann. Mit Aufmerksamkeit, Geduld und Liebe wird diese Praxis für beide Seiten zu einer bereichernden Erfahrung.

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