Hebammenversorgung und Geburtshilfe in Deutschland

Die Rolle der Hebamme

Hebammen begleiten Sie in einer sehr besonderen Zeit im Leben. Sie sind Expert*innen für die Lebensabschnitte Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Ihre Unterstützung reicht von der Schwangerschaft über die Geburt bis zum Ende der Stillzeit. Darüber hinaus bieten sie Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse sowie weitere Kurse rund um das Elternwerden an.

Eine Hebamme unterstützt eine junge Mutter mit ihrem Neugeborenen

Geburtsorte und Unterstützungsmöglichkeiten

Für die Geburt ist es gut, den Ort zu finden, der für Sie richtig ist. Nutzen Sie dafür gern unsere Liste der Geburtshäuser und Geburtskliniken in Brandenburg. Freiberufliche Hebammen begleiten Sie in der Schwangerschaft, im Wochenbett und bis zum Ende der Stillzeit.

Hebammensuchportale und -listen

Eine Hebamme in der Nähe Ihres Wohnorts können Sie über unsere Hebammenliste finden und kontaktieren. Nutzen Sie gern außerdem ammely, das Hebammensuchportal in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband.

Akademisierung der Hebammenausbildung

Die Hebammenausbildung wandelt sich durch das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung von einem bisherigen Ausbildungsberuf zu einem vollständig akademisierten Studium. Dies ist an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) als duales Vollzeitstudium angelegt und beinhaltet einen hohen Praxisanteil.

Finanzielle Unterstützung und Verpflichtung

Der Kreis Herford fördert angehende Hebammen finanziell, um ihnen die Ausbildung zu ermöglichen. Im Gegenzug verpflichten sich die Studierenden, nach dem abgeschlossenen Studium für mindestens 5 Jahre im Kreis Herford tätig zu sein. Dies wird als Gewinn für alle Beteiligten betrachtet, da so die qualitativ hochwertige Hebammenversorgung im ambulanten und stationären Bereich sichergestellt wird.

Grafik, die den akademischen Weg einer Hebamme darstellt

Motivation der angehenden Hebammen

Die angehenden Hebammen sehen in der Akademisierung eine positive Entwicklung. Sie schätzen die wissenschaftliche Annäherung an den Beruf, der auf Erfahrungswissen basiert. Die Akademisierung des Berufes ist in anderen Teilen der EU bereits weiter fortgeschritten.

  • Caroline Zepkow wusste schon nach einem Schülerpraktikum, dass der Beruf die richtige Wahl ist.
  • Marie-Luise Dyck war sich bereits mit 16 Jahren sicher, Hebamme werden zu wollen.
  • Sara-Madleen Göhmann hat nach einer Ausbildung als chemietechnische Assistentin ihren Platz im Hebammenberuf gefunden.

Notfallversorgung für Geburtshelferinnen

Mehr als 100 Hebammen haben sich in Höxter auf Notfallsituationen vorbereitet. Diese Notfälle können Blutvergiftung, psychosoziale Belastungssituationen oder Reanimation umfassen. Das Unternehmen Jan-Niklas Spiegel Medical-Training hat diese Veranstaltung bereits zum vierten Mal ausgerichtet.

Geburtshilfe im Krankenhaus Bad Oeynhausen

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen bietet ein umfassendes Konzept für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Das Ziel ist es, die Sicherheit der modernen Medizin mit familiären Elementen zu vereinen.

Hebammenkreißsaal: Das Beste aus zwei Welten

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen bietet eine echte Alternative zur außerklinischen Geburt in einem Geburtshaus oder einer Geburt im ärztlich geleiteten Kreißsaal: den Hebammenkreißsaal. Dieses Betreuungsangebot ermöglicht eine kontinuierliche und individuelle Betreuung durch Hebammen von der Aufnahme bis zur Entlassung. Die Grundannahme ist, dass Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett natürliche Prozesse sind, die keiner ärztlichen Hilfe bedürfen. Die physiologische Geburt ohne medizinische Interventionen wie Wehenmittel, PDA oder Saugglocke wird unterstützt. Die Stärkung der Eigenständigkeit, Selbst- und Mitbestimmung der Gebärenden steht im Vordergrund. Sollten Auffälligkeiten auftreten, ist jederzeit ein Ärzteteam verfügbar.

Vorteile des hebammengeleiteten Kreißsaals:

  • Hausgeburtsatmosphäre mit Versorgungssicherheit eines Kreißsaals
  • Hohe Betreuungskontinuität durch erfahrene Hebammen
  • Interventionsarme, natürliche Geburt
  • Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Frau
  • Geringe Geburtseinleitung und Dammschnittrate
Ein Kreißsaal mit modernen Geburtsmöglichkeiten und Entspannungselementen

Der Weg zur hebammengeleiteten Geburt

Die Schwangerschaft wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durch den Frauenarzt/die Frauenärztin beurteilt. Interessierte Paare werden zu zwei Vorgesprächen (etwa 28. und 36. Schwangerschaftswoche) eingeladen, um individuelle Fragen zu besprechen und zu prüfen, ob eine hebammengeleitete Geburt infrage kommt. Eine ärztliche Beratung ist ebenfalls möglich.

Betreuung im Wochenbett und darüber hinaus

Das Team aus Kranken- und Kinderkrankenpfleger*innen, Hebammen, Ärztinnen und Ärzten unterstützt Eltern in den Tagen vor und nach der Entbindung. Die Pflege des Kindes kann eigenverantwortlich übernommen werden, mit jederzeitiger Beratung und Unterstützung durch das Klinikpersonal. Auf Anfrage können Zweibettzimmer als Familienzimmer gebucht werden.

Routineuntersuchungen beim Kind:

  • Neugeborenenscreening
  • Funktionsüberprüfung des Innenohrs
  • U2 durch niedergelassene Kinderärzt*innen
  • Frühzeitige Hüftsonographie nach Indikation durch Orthopäden im Haus

Angebote während des Krankenhausaufenthalts:

  • Stationseigener Kinderwagen für den ersten Spaziergang
  • Gemütliches Frühstücks- und Abendbüffet zum Austausch mit anderen Patientinnen
  • Homöopathische und phytotherapeutische Konzepte (z. B. Tee- und Aromatherapie, Akupunktur)
  • Anleitungen zur Rückbildungsgymnastik durch Physiotherapeuten
  • Separates Still- und Wickelzimmer

Spezielle Betreuung bei Risikoschwangerschaften

Bei Geburten von Kindern mit angeborenem Herzfehler, Müttern mit Herzfehler oder Blutzuckererkrankungen wird die Unterstützung der Kinderärzte des Herz- und Diabeteszentrums hinzugezogen. Bei anderen speziellen Fällen besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Kinderklinik am Johannes Wesling Klinikum Minden, einem Perinatalzentrum der Stufe 1.

Unterstützung bei der Schmerzbewältigung während der Geburt

Jede Frau erlebt die Geburt anders, und die Wehenschmerzen werden unterschiedlich intensiv empfunden. Atmungs- und Entspannungstechniken aus Schwangerschaftskursen sind hilfreich. Wenn diese Methoden nicht ausreichen, können Verfahren der modernen Anästhesie zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Die Risiken und Nebenwirkungen sind bei erfahrener Durchführung äußerst gering und können helfen, die Geburt positiv zu gestalten.

Hebammenhilfe nach der Geburt

Jede Frau hat Anspruch auf Hebammenhilfe in den ersten acht Wochen nach der Geburt. Die Hebamme besucht die Mutter zu Hause und unterstützt bei:

  • Beobachtung des Neugeborenen (Nabels, Gewichtsentwicklung, Neugeborenengelbsucht)
  • Betreuung der Mutter (Gebärmutterrückbildung, Geburtswunden, Milchbildung, seelische Begleitung)
  • Aktive Unterstützung des Stillens/der Flaschenfütterung
  • Anleitung der Eltern in der Babypflege
  • Beantwortung von Fragen rund um das Zusammenleben mit dem Neugeborenen
  • Wochenbettgymnastik

Diese Leistungen werden von der Krankenkasse getragen.

Stillberatung und weiterführende Hilfe

Auch nach der Entlassung besteht die Möglichkeit der Hebammenhilfe, z. B. bei Fragen zum Stillen, Abstillen oder Aufbau der Beikost. Die Krankenkasse übernimmt Kosten für telefonische und persönliche Beratungsgespräche bis zum Ende der Stillzeit.

Angebote der Hebammenpraxis Hefanna in Bad Oeynhausen

Die Hefanna Hebammenpraxis Bad Oeynhausen ist eine Gemeinschaftspraxis von drei freiberuflich tätigen Hebammen. Sie bietet verschiedene Kurse und Beratungsangebote an.

Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik

  • Geburtsvorbereitung - Kurzkurs: Für Frauen, die ein weiteres Kind erwarten und Atemübungen auffrischen möchten.
  • Rückbildungsgymnastik: Kurse finden je nach Planung an verschiedenen Tagen statt, teilweise mit Kinderbetreuung. Die Kosten für die Rückbildungsgymnastik werden von der Krankenkasse getragen; für die Kinderbetreuung fallen eigene Kosten an.

Weitere Angebote

  • Babymassage: Traditionelle indische Babymassage nach Leboyer (4 Treffen).
  • Ernährung im ersten Lebensjahr: Informationen zum Thema "Und was kommt nach der Milch?".
  • Elternstart NRW: Ein kostenloses Kursangebot des Landes NRW für Familien.

Hebamme Andrea erklärt: Betreuung bei der Geburt

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