Verstopfung bei Säuglingen ist ein häufiges Problem, das Eltern oft beunruhigt. Insbesondere nach der Umstellung von Muttermilch auf Säuglingsnahrung oder bei der Einführung von Beikost können Verdauungsbeschwerden auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Verstopfung bei Babys, gibt praktische Tipps zur Linderung und erläutert präventive Maßnahmen.
Was ist Verstopfung bei Babys?
Eine klassische Verstopfung im Säuglingsalter ist ungewöhnlich. Generell spricht man von Verstopfung, wenn das Kind weniger als einmal pro Woche harten Stuhlgang hat und sich dabei stark anstrengen muss oder Schmerzen hat. Es ist normal, dass Babys beim Stuhlgang kräftig drücken, einen roten Kopf bekommen und sich anstrengen müssen. Die Häufigkeit des Stuhlgangs variiert stark: Von 7 Mal täglich bis 1 Mal in 7 Tagen ist alles normal. Dies gilt sowohl für gestillte als auch für Flaschenbabys.
Wenn der Stuhl jedoch lange im Darm verbleibt, kann er eindicken und fester werden. Der Stuhlgang kann dann zu Beginn geformter und fester sein, aber dennoch weich. Bei Babys, die Flaschennahrung mit hydrolysiertem Eiweiß erhalten, ist der Stuhl oft grün.
Ursachen von Verstopfung bei Säuglingen
Verschiedene Faktoren können zu Verstopfung bei Babys beitragen:
- Umstellung der Ernährung: Ein Wechsel von Muttermilch zu Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung) oder die Einführung von Beikost sind häufige Auslöser für Verdauungsprobleme.
- Unreifer Verdauungstrakt: Der Darm eines Neugeborenen ist in den ersten Monaten noch nicht vollständig ausgereift und muss sich erst an die Verdauung von Nahrung gewöhnen.
- Flüssigkeitsmangel: Wenn das Baby nicht ausreichend trinkt, kann der Stuhl eindicken und hart werden. Dies ist besonders relevant, wenn das Baby bereits feste Nahrung erhält und nicht genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.
- Bestimmte Lebensmittel: Einige Beikostklassiker wie Karotten, Bananen oder roh geriebener Apfel mit Schale können Verstopfung verursachen und sollten in solchen Fällen vom Speiseplan gestrichen werden.
- Medikamenteneinnahme: Die Einnahme von Medikamenten, wie beispielsweise Antibiotika, kann ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden führen.
- Stressfaktoren: Reisen, neue Umgebungen oder andere Stresssituationen können die Verdauung beeinflussen.
- Falsche Zubereitung von Säuglingsnahrung: Die Nichteinhaltung der Herstellerangaben bezüglich Dosierung und Wassermenge kann zu Problemen führen. Auch zu heißes oder zu kaltes Wasser sowie überdosiertes Pulver beeinträchtigen die Löslichkeit.
Nur selten stecken eine Milchunverträglichkeit oder eine Erkrankung hinter der Verstopfung.
Linderung von Verstopfung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Verstopfung bei Babys zu lindern:
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
- Muttermilch: Muttermilch enthält Ballaststoffe, die die Verdauung fördern. Gestillte Säuglinge leiden seltener an Verstopfung. Wenn Sie Ihr Baby mit Flaschennahrung ernähren, achten Sie auf die richtige Zubereitung und folgen Sie den Anweisungen des Herstellers.
- Spezialnahrung: Bei hartnäckigen Verdauungsproblemen wie Blähungen, Koliken oder Verstopfungen kann eine Spezialnahrung wie HiPP Comfort oder BEBA COMFORT+ helfen. Diese Nahrungen haben eine spezielle Zusammensetzung, die verdauungsregulierend und stuhlauflockernd wirkt. Spezialnahrungen sollten jedoch grundsätzlich nur unter medizinischer Kontrolle gegeben werden.
- Zusätzliche Flüssigkeit: Bieten Sie Ihrem Baby bei jeder Mahlzeit zusätzliche Flüssigkeit an, insbesondere wenn es bereits Beikost erhält. Stillen Sie Ihr Kind nach Bedarf. Bei Flaschennahrung ist es wichtig, die richtige Dosierung und Wassermenge zu beachten. Abgekochtes Quellwasser ist am besten geeignet. Säfte aus Äpfeln, Birnen oder Pflaumen können aufgrund ihres Sorbitolgehalts die Verdauung anregen.
- Ballaststoffe: Achten Sie bei Beikost auf eine altersgerechte Zufuhr von unlöslichen Ballaststoffen, die in Vollkornprodukten und Gemüse enthalten sind. Vermeiden Sie stopfende Lebensmittel wie Bananen, gekochte Möhren oder geriebenen Apfel mit Schale.
Bewegung und Massagen
- Babygymnastik: Bewegen Sie die Beinchen Ihres Babys beim Wickeln, als würde es Fahrrad fahren. Dies regt die Darmtätigkeit an.
- Bauchmassage: Eine behutsame Babymassage im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel kann gegen einen harten Bauch helfen, Schmerzen lindern und die Verdauung anregen.
Weitere unterstützende Maßnahmen
- Wärme: Ein warmes Bad kann bei Verstopfung helfen. Ein Kirschkernkissen auf dem Bäuchlein kann ebenfalls Linderung verschaffen.
- Aufstoßen lassen: Lassen Sie Ihr Baby nach jeder Mahlzeit aufstoßen, damit überschüssige Luft entweichen kann, bevor sie in den Darm gelangt und Blähungen verursacht.
- Babytrage: Vielen Babys hilft es, wenn sie getragen werden, da dies Nähe und Geborgenheit vermittelt.
- Medizinische Unterstützung: Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie immer Ihre Hebamme oder Ihren Kinderarzt konsultieren. Diese können die Ursache abklären und gegebenenfalls Medikamente wie Laktulose oder Glycerinzäpfchen verschreiben.
- Probiotika: Probiotische Tropfen mit Milchsäurebakterien können helfen, die Darmflora aufzubauen und Verdauungsbeschwerden langfristig zu lindern.
- Homöopathie: Bei akuten Krämpfen können homöopathische Mittel wie Chamomilla, Belladonna oder Lycopodium eingesetzt werden.
Wichtiger Hinweis: Versuchen Sie niemals, selbst einen Einlauf durchzuführen oder eine Rektalsonde zu verwenden. Dies sollte ausschließlich von geschultem medizinischem Personal erfolgen.

Prävention von Verstopfung
Um Verstopfung vorzubeugen, sind folgende Maßnahmen ratsam:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Stellen Sie sicher, dass Ihr Baby stets ausreichend trinkt, insbesondere bei warmer Witterung oder wenn es feste Nahrung erhält.
- Ballaststoffreiche Ernährung: Integrieren Sie ballaststoffreiche Lebensmittel in die Beikost Ihres Babys.
- Regelmäßige Bewegung: Fördern Sie die Bewegung Ihres Babys durch Spielen und Massagen.
- Stressreduktion: Schaffen Sie eine ruhige und entspannte Umgebung für Ihr Baby.
- Beobachtung: Achten Sie auf die Signale Ihres Babys und reagieren Sie frühzeitig auf Anzeichen von Verdauungsbeschwerden.
Eine liebevolle und aufmerksame Betreuung, kombiniert mit einer ausgewogenen Ernährung und unterstützenden Maßnahmen, hilft Ihrem Baby, einen gesunden Verdauungstrakt zu entwickeln.
Babymassage Anleitung bei Blähungen
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