Die Menstruation ist ein natürlicher Prozess im weiblichen Körper, der mitunter von Beschwerden begleitet werden kann. Während leichte Schmerzen und Krämpfe häufig normal sind, können sehr starke Blutungen oder anhaltende Schmerzen Anzeichen für zugrundeliegende Probleme sein. Es ist wichtig, die eigenen Menstruationszyklen zu kennen und Veränderungen ernst zu nehmen, um die eigene Gesundheit zu schützen.
Was versteht man unter einer starken Periode?
Jede Frau und jeder Menstruationszyklus sind individuell, ebenso wie der Blutverlust. Im Durchschnitt verliert eine Frau während der Menstruation etwa 60 Milliliter Blut. Eine Regelblutung wird als stark eingestuft, wenn eine Frau regelmäßig mehr als 80 Milliliter Blut pro Periode verliert. Dies betrifft etwa 10 von 100 Frauen und wird medizinisch als Hypermenorrhoe bezeichnet. Dauert die Blutung länger als sieben Tage, spricht man von einer verlängerten Blutung oder Menorrhagie. Häufig treten Hypermenorrhoe und Menorrhagie gemeinsam auf.
Die Stärke der Blutung kann variieren. Als grobe Faustregel gilt: Bei normaler Blutungsstärke ist ein Tampon oder eine Binde mittlerer Größe in etwa vier Stunden vollgesogen. Mögliche Anzeichen für eine zu starke Menstruation sind daher, wenn Hygieneartikel regelmäßig bereits nach ein bis zwei Stunden gewechselt oder Menstruationstassen bereits nach wenigen Stunden geleert werden müssen.

Ursachen für starke Menstruationsblutungen
Es gibt vielfältige Gründe für starke oder verlängerte Menstruationsblutungen. Diese können hormoneller Natur sein, auf gutartige oder selten auch bösartige Gewebeveränderungen zurückzuführen sein oder durch andere medizinische Zustände beeinflusst werden.
Hormonelle Veränderungen
Hormonelle Schwankungen können zu Veränderungen im Blutungszyklus führen. Dies ist besonders häufig:
- Bei Mädchen nach der ersten Periode (Menarche), da sich das Hormonsystem erst einspielen muss.
- Nach einer Schwangerschaft und in der Stillzeit, wenn der Körper sich hormonell umstellt.
- Während der Wechseljahre (Perimenopause), wenn die Hormonspiegel stark schwanken.
- Bei einem ausbleibenden oder unregelmäßigen Eisprung (Anovulation), was zu einer zeitweise ausbleibenden oder stärkeren Menstruation führen kann.
Auch bestimmte hormonelle Verhütungsmethoden können das Blutungsmuster beeinflussen. Während viele hormonelle Verhütungsmittel (wie die Pille, der Vaginalring oder das Pflaster) zu leichteren oder ausbleibenden Blutungen führen (sogenannte Entzugsblutungen), kann eine Kupferspirale oft zu verstärkten und längeren Perioden führen, insbesondere in den ersten Monaten nach dem Einsetzen.
Gutartige und bösartige Gewebeveränderungen
Starke Blutungen können auch durch Veränderungen im Gewebe der Gebärmutter verursacht werden:
- Myome: Dies sind gutartige, hormonabhängige Geschwulste oder Muskelwucherungen in oder auf der Gebärmutter. Sie betreffen etwa jede zweite bis dritte Frau im gebärfähigen Alter und können je nach Größe und Lage Symptome wie schmerzhafte oder sehr starke Regelblutungen verursachen.
- Gebärmutterpolypen: Dies sind gutartige Wucherungen an der Innenseite der Gebärmutter, die ebenfalls zu Zwischenblutungen oder verstärkter Menstruation führen können.
- Adenomyose: Bei dieser Erkrankung dringt Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in die muskuläre Wand der Gebärmutter ein, was zu starken Schmerzen und Blutungen führen kann.
- Bösartige Wucherungen: Seltener können auch Tumore wie Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs die Ursache für eine zu starke Monatsblutung sein.
Andere medizinische Ursachen
Weitere Faktoren, die starke Blutungen beeinflussen können, sind:
- Verwachsungen oder Entzündungen an der Gebärmutter oder den Eileitern, die angeboren sein oder nach Operationen oder als Folge von Endometriose entstehen können.
- Bestimmte Blutungsstörungen, wie z. B. Thrombozytopenie oder Von-Willebrand-Krankheit.
- Infektionen oder andere körperliche Veränderungen.
- Hormonstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Herz-, Nieren- oder Leberkrankheiten, obwohl diese seltener die Hauptursache für eine starke Periode sind.
Endometriose
Endometriose ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, bei der sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Dieses Gewebe reagiert auf hormonelle Veränderungen im Zyklus und kann zu starken Schmerzen, Blutungen, Entzündungen und Verwachsungen führen. Typische Symptome sind neben Regelschmerzen und starken Blutungen auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Die Diagnose erfolgt oft erst nach Jahren und kann durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) gesichert werden.
Koagel (Blutklumpen) während der Periode
Während der Menstruation können Koagel, auch Koagula genannt, auftreten. Dies sind gallertartige Blutblasen, die aus roten Blutkörperchen, weißen Blutzellen und Blutplättchen bestehen und durch die Blutgerinnung entstehen. Auf gut Deutsch sind es also Blutklumpen oder -klümpchen, die zusammen mit dem Menstruationsblut ausgeschieden werden. Sie können größer oder kleiner sein und entstehen meist bei einer starken Menstruation, aber auch als Zwischenblutungen oder im Wochenbett.
Das Auftreten von Koageln während der Periode kann auf eine sehr starke Menstruation hinweisen. Größere Blutgerinnsel, die größer als ein Zoll (ca. 25 mm) sind, sollten ärztlich abgeklärt werden.

Die Rolle von Schmierblutungen
Schmierblutungen sind blutiger Ausfluss, dessen Volumen nicht so groß ist, dass Menstruationsprodukte wie Binden oder Tampons benötigt werden. Sie können verschiedene Ursachen haben:
- Hormonelle Verhütung
- Eisprung
- Andere physiologische Gründe
- Beginn oder Ende der Periode
- Schwangerschaft (in den ersten Wochen normal, stärkere Blutungen sind jedoch ein Grund zur ärztlichen Abklärung)
- Infektionen oder körperliche Veränderungen
Kleine Mini-Koagel können gelegentlich auch bei Schmierblutungen beobachtet werden.
Auswirkungen starker Blutungen auf die Gesundheit
Übermäßige Periodenblutungen können nicht nur die Lebensqualität einer Person beeinträchtigen, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Ein signifikanter Blutverlust kann zu einem Eisenmangel führen, da mit dem Blut auch Eisen verloren geht. Eisen ist essenziell für die Bildung von Hämoglobin, dem Sauerstoffträger in den roten Blutkörperchen. Ein Mangel kann zu Eisenmangelanämie (Blutarmut) führen, was sich durch Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Konzentrationsschwierigkeiten und Kurzatmigkeit äußern kann.
Auch wenn eine starke Regelblutung nicht zwangsläufig zu Eisenmangel führen muss, ist eine ausgewogene, eisenreiche Ernährung besonders wichtig. Bei Verdacht auf Eisenmangel oder Anämie sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wann sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden?
Es ist ratsam, medizinische Fachkräfte aufzusuchen, wenn folgende Anzeichen auftreten:
- Eine Periode, die länger als acht Tage dauert.
- Die Notwendigkeit, Tampons oder Binden häufiger als alle ein bis zwei Stunden zu wechseln.
- Die Notwendigkeit, zwei Menstruationsprodukte gleichzeitig zu verwenden (z. B. Tampon und Binde).
- Menstruationsfluss mit Blutgerinnseln von der Größe einer Münze (25 mm) oder größer.
- Eine so starke Periode, dass sie den Alltag beeinträchtigt (Arbeit, Schule, soziale Aktivitäten).
- Symptome wie Schwindel, Schwäche, Energiemangel oder Kurzatmigkeit.
- Plötzlich aufgetretene oder sich verschlimmernde Regelschmerzen, insbesondere wenn sie außerhalb der Menstruationsblutung auftreten.
- Verdacht auf eine gynäkologische Erkrankung wie Endometriose oder Myome.
- Wenn die Periode ausgeblieben ist und keine hormonelle Verhütung angewendet wird.
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Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
Zur Abklärung starker Regelblutungen können verschiedene Untersuchungen zum Einsatz kommen:
- Gynäkologische Untersuchung: Abtasten des Unterleibs, Ultraschall.
- Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie): Eine Kamera wird in die Gebärmutter eingeführt, um das Innere zu betrachten.
- Bauchspiegelung (Laparoskopie): Minimal-invasiver Eingriff zur Diagnose und oft auch Behandlung von Erkrankungen wie Endometriose.
- Blutuntersuchungen: Zur Bestimmung des Eisen- und Hämoglobingehalts sowie von Hormonspiegeln.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann umfassen:
- Medikamentöse Therapie: Hormonelle Therapien, Schmerzmittel, blutungshemmende Medikamente (z. B. mit Tranexamsäure), Medikamente zur Linderung von Krämpfen (z. B. NSAR wie Ibuprofen).
- Operative Eingriffe: Entfernung von Myomen, Polypen oder Endometrioseherden. In seltenen, schweren Fällen kann eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) in Erwägung gezogen werden.
- Lifestyle-Anpassungen: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Eisenaufnahme und gegebenenfalls Stressmanagement.
Es ist wichtig, dass jede Frau ihre typischen Menstruationsbeschwerden kennt, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen. Das Tracking des Zyklus, beispielsweise mit Apps wie Clue, kann dabei helfen.