Viele Mütter wünschen sich, ihre Milchmenge zu steigern, insbesondere wenn die Versorgung des Babys nicht ausreicht und zugefüttert werden muss. In solchen Situationen wird oft Bockshornklee als natürliches Mittel zur Unterstützung der Milchbildung empfohlen. Dieser Artikel beleuchtet Erfahrungen, Wirkungsweisen und Anwendungsmöglichkeiten von Bockshornklee für stillende Mütter.
Die Herausforderung der Milchbildung
Eine der größten Sorgen stillender Mütter ist die ausreichende Milchproduktion. Wenn das Baby nach dem Stillen unruhig wird, weint oder nicht zunimmt, entsteht schnell der Eindruck, dass die Milchmenge nicht ausreicht. Dies kann zu zusätzlichem Stress führen, der wiederum die Milchbildung negativ beeinflussen kann. Häufig wird in solchen Fällen eine Zufütterung notwendig, was die Nachfrage und somit die Milchproduktion weiter reduzieren kann.
Manche Mütter versuchen, die Milchmenge durch häufigeres Anlegen oder das Einlegen von Stilltagen zu erhöhen. Diese Ansätze sind jedoch nicht immer praktikabel, besonders wenn bereits ein älteres Kind versorgt werden muss. Das Abpumpen nach dem Stillen kann eine Option sein, ist aber ebenfalls nicht immer umsetzbar.

Bockshornklee: Ein natürliches Mittel zur Milchbildung
Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) ist eine Pflanze, die seit langem in der Naturheilkunde zur Unterstützung der Milchbildung eingesetzt wird. Seine Wirkung wird auf die enthaltenen Phytoöstrogene zurückgeführt. Dies sind pflanzliche Stoffe, die dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln und potenziell die Produktion von Östrogen und Prolaktin anregen können. Prolaktin ist das Hormon, das maßgeblich für die Milchproduktion verantwortlich ist.
Die Idee dahinter ist, dass diese pflanzlichen Hormone die Durchblutung der Milchdrüsen fördern und somit die Milchmenge erhöhen. Einige Studien deuten auf eine positive Wirkung hin, während andere keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu Placebo feststellen konnten. Die wissenschaftliche Evidenz ist daher nicht eindeutig, dennoch greifen viele Mütter auf Bockshornklee zurück.
Erfahrungsberichte von Müttern
Die Erfahrungen mit Bockshornklee sind vielfältig. Einige Mütter berichten von einer spürbaren Steigerung der Milchmenge, oft schon nach wenigen Tagen der Einnahme. Sie beschreiben, dass ihre Brüste sich voller anfühlen und das Baby zufriedener ist. Andere Mütter erzielen keine merkliche Verbesserung.
Ein wichtiger Aspekt, der in Erfahrungsberichten oft genannt wird, ist die individuelle Reaktion des Körpers. Was bei der einen Frau wirkt, muss bei einer anderen nicht unbedingt erfolgreich sein. Die Dosierung und die Dauer der Anwendung scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen.
Anwendungsformen von Bockshornklee
Bockshornklee ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Bockshornklee-Kapseln: Dies ist eine der gängigsten und praktischsten Formen. Die Kapseln sind geschmacksneutral und lassen sich leicht einnehmen. Sie bieten oft eine höhere Konzentration der Wirkstoffe.
- Bockshornklee-Tee: Als Tee zubereitet, kann Bockshornklee zusammen mit anderen Kräutern wie Anis und Fenchel eingenommen werden. Allerdings wird Fencheltee in der Stillzeit teilweise kritisch gesehen, da er Estragol enthalten kann. Zudem müssen für eine ausreichende Wirkung oft mehrere Tassen täglich getrunken werden.
- Bockshornkleesamen (Pulver): Diese können ebenfalls eingenommen werden, sind aber oft geschmacklich intensiver.

Dosierung und Anwendungshinweise
Die empfohlene Tagesdosis für Bockshornklee liegt in der Regel zwischen 1200 und 2400 Milligramm. Bei Kapseln bedeutet dies oft 3x täglich 3 Kapseln, abhängig von der jeweiligen Produktkonzentration. Es ist wichtig, die Dosierungsanleitung des Herstellers zu beachten.
Die Wirkung kann individuell variieren und tritt oft innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Beginn der Einnahme ein. Sobald die Milchmenge stabil ist, kann versucht werden, die Dosis schrittweise zu reduzieren. Eine Einnahme über die gesamte Stillzeit ist möglich, sollte aber idealerweise mit einer Fachperson abgesprochen werden.
Wichtige Hinweise zur Anwendung
Bevor Sie mit der Einnahme von Bockshornklee beginnen, ist es ratsam, dies mit Ihrer Hebamme, einer Stillberaterin oder Ihrem Arzt zu besprechen. Diese können eine individuelle Einschätzung geben und auf mögliche Kontraindikationen hinweisen.
Generell wird die Einnahme von Bockshornklee während der Schwangerschaft nicht empfohlen, da ihm eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird.
Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Obwohl Bockshornklee ein natürliches Mittel ist, können Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:
- Leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Übelkeit.
- Ein veränderter Körpergeruch, der oft an Ahornsirup erinnert. Auch die Muttermilch kann einen leicht veränderten Geschmack annehmen.
- Appetitanregende Wirkung: Bockshornklee kann den Appetit steigern, was für Personen mit Essstörungen oder die zunehmen möchten, relevant sein kann.
- Unterzuckerung: Bockshornklee kann den Blutzuckerspiegel senken. Diabetikerinnen sollten die Einnahme unbedingt mit ihrem Arzt absprechen.
- Allergische Reaktionen: Personen mit Allergien gegen Erdnüsse, Soja oder andere Hülsenfrüchte können empfindlich auf Bockshornklee reagieren (Kreuzallergie).
Bockshornklee sollte nicht eingenommen werden bei:
- Allergien gegen Nüsse, Soja oder Hülsenfrüchte.
- Leberbeschwerden.
- Schilddrüsenproblemen.
- Verdauungsproblemen wie Durchfall oder Erbrechen nach der Einnahme.
- Einnahme von Medikamenten gegen Diabetes oder zur Blutgerinnung (nur nach ärztlicher Absprache).

Alternative und unterstützende Maßnahmen zur Milchbildung
Neben Bockshornklee gibt es weitere natürliche und unterstützende Maßnahmen, um die Milchbildung zu fördern:
- Regelmäßiges und effektives Stillen: Das Prinzip von Nachfrage und Angebot ist entscheidend. Häufiges Anlegen, insbesondere in den ersten Wochen (10-12 Mal täglich), stimuliert die Brust zur Milchproduktion.
- Hautkontakt: Enger Hautkontakt zwischen Mutter und Kind fördert die Freisetzung von Oxytocin, was die Milchbildung anregt.
- Power Pumping: Eine Methode, bei der über eine Stunde hinweg in kurzen Intervallen abgepumpt wird, um die Brust zu stimulieren.
- Stressreduktion und Wohlbefinden: Eine entspannte Umgebung, ausreichend Schlaf, gute Ernährung und genügend Flüssigkeitszufuhr sind essenziell für eine gute Milchbildung.
- Brustmassage und Ausstreichen: Diese Techniken können den Milchfluss unterstützen.
- Wärme und Kälte: Wärmen der Brust vor dem Stillen und Kühlen danach kann wohltuend sein und das Risiko eines Milchstaus verringern.
- Stillfreundliche Zufütterungsmethoden: Wenn zugefüttert werden muss, können Methoden wie die Verwendung eines Brusternährungssystems (BES) die Brust zusätzlich anregen.
Auch Kräuter wie Fenchel, Anis und Kümmel werden traditionell zur Unterstützung der Milchproduktion eingesetzt, oft in Form von Stilltees.
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Weitere Produkte zur Unterstützung der Stillzeit
Neben Bockshornklee gibt es weitere Produkte, die zur Unterstützung in der Stillzeit entwickelt wurden. Beispielsweise Humana Piùlatte®, ein Produkt, das Vitamine, Mariendistel-Extrakt und Phosphatidylserin enthält. Mariendistel-Extrakt wird für seine leberunterstützenden und antioxidativen Eigenschaften geschätzt und kann ebenfalls zur Unterstützung des Stoffwechsels und der Milchbildung beitragen.
Auch spezielle Stilltees, die eine Mischung aus Bio-Kräutern wie Fenchel, Anis, Kümmel und Bockshornklee enthalten, können eine wohltuende Unterstützung bieten. Diese Tees helfen nicht nur bei der Flüssigkeitszufuhr, sondern können auch das Wohlbefinden von Mutter und Kind fördern.

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