Skizzen zur Geschichte der Geburt Jesu

Die Erzählungen über die Geburt Jesu, wie sie sich in den Evangelien des Neuen Testaments finden, bilden einen zentralen Bestandteil des christlichen Glaubens. Diese Berichte, insbesondere die aus dem Lukas- und Matthäus-Evangelium, schildern die Umstände, die zur Geburt des Erlösers führten, und die Ereignisse, die diese bedeutsame Nacht begleiteten. Obwohl das Wort "Weihnachten" in den Evangelien selbst nicht vorkommt, sind die Darstellungen der Geburt Christi ein tiefgreifendes Zeugnis des christlichen Glaubens und haben im Laufe der Jahrhunderte unzählige künstlerische Interpretationen inspiriert.

Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers

Die Geschichte beginnt mit der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers, des Vorläufers Jesu. Im Reich des Herodes, des Königs von Judäa, lebte der Priester Zacharias aus der Ordnung Abija mit seiner Frau Elisabeth, einer Nachfahrin Aarons. Beide waren gerecht und fromm vor Gott und lebten nach seinen Geboten. Doch sie hatten kein Kind, und da beide hochbetagt waren, schien eine Schwangerschaft unwahrscheinlich.

Während Zacharias seinen priesterlichen Dienst im Tempel verrichtete, erschien ihm der Engel des Herrn am Räucheraltar. Der Engel sprach: "Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben." Dieser Sohn sollte groß vor dem Herrn sein, keinen Wein und kein starkes Getränk trinken und schon von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Seine Aufgabe war es, viele Israeliten zu Gott zu bekehren und im Geist und in der Kraft Elias vor dem Herrn herzugehen, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu wenden und die Ungehorsamen zur Weisheit der Gerechten zu führen, um dem Herrn ein vorbereitetes Volk zu schaffen.

Zacharias, alt und von seinem Alter gezeichnet, bat den Engel um ein Zeichen. Der Engel Gabriel, der vor Gott steht, offenbarte sich ihm und verkündete, dass Zacharias bis zum Tag der Erfüllung dieser Worte stumm sein würde, da er seinen Worten nicht geglaubt hatte.

Als Zacharias aus dem Tempel zurückkehrte, konnte er nicht mit dem Volk sprechen und nur durch Zeichen kommunizieren, was ihn als jemanden auswies, der eine göttliche Vision empfangen hatte. Nach Ablauf seiner Dienstzeit kehrte er nach Hause zurück, und kurz darauf wurde Elisabeth schwanger und verbarg sich fünf Monate, dankbar, dass der Herr ihre Schmach genommen hatte.

Darstellung des Engels Gabriel, der Zacharias die Geburt Johannes des Täufers verkündet.

Die Ankündigung der Geburt Jesu

Im sechsten Monat der Schwangerschaft Elisabeths wurde der Engel Gabriel von Gott in die Stadt Nazareth in Galiläa gesandt. Dort sollte er einer Jungfrau namens Maria erscheinen, die mit Josef vom Hause David verlobt war.

Der Engel trat zu Maria und sprach: "Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!" Maria erschrak über diese ungewöhnliche Begrüßung und fragte sich, was sie bedeuten mochte. Der Engel beruhigte sie: "Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben."

Dieser Sohn sollte groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott der Herr würde ihm den Thron seines Vaters David geben, und er würde König über das Haus Jakob in Ewigkeit sein, mit einem Reich ohne Ende.

Maria fragte den Engel, wie dies geschehen könne, da sie noch keinen Mann kannte. Der Engel erklärte: "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden." Er wies sie auch auf Elisabeth hin, ihre Verwandte, die trotz ihres hohen Alters im sechsten Monat schwanger war, denn bei Gott sei nichts unmöglich.

Maria antwortete demütig: "Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast." Daraufhin schied der Engel von ihr.

Darstellung des Engels Gabriel, der Maria die Geburt Jesu verkündet.

Marias Besuch bei Elisabeth (Mariä Heimsuchung)

Kurz nach der Verkündigung machte sich Maria auf und reiste eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda. Dort angekommen, besuchte sie Zacharias und begrüßte Elisabeth.

Als Elisabeth Marias Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe, und sie wurde vom Heiligen Geist erfüllt. Mit lauter Stimme rief sie: "Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn."

Marias Lobgesang (Magnificat)

Maria erwiderte die Worte Elisabeths mit einem tiefen Lobgesang, dem Magnificat, das ihre Dankbarkeit und ihr Vertrauen in Gott ausdrückt:

„Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er es seinen Vätern, Abraham und seinen Nachkommen, in Ewigkeit zugesagt hat.“

Maria blieb bei Elisabeth etwa drei Monate, bevor sie wieder heimkehrte.

Die Geburt Johannes des Täufers

Als für Elisabeth die Zeit der Geburt kam, gebar sie einen Sohn. Ihre Nachbarn und Verwandten freuten sich mit ihr über die große Barmherzigkeit des Herrn an ihr.

Am achten Tag, als das Kind beschnitten werden sollte, wollten sie es nach seinem Vater Zacharias benennen. Doch seine Mutter protestierte: "Nein, sondern er soll Johannes heißen." Da sie niemand in ihrer Verwandtschaft kannten, der diesen Namen trug, fragten sie Zacharias durch Zeichen, wie er sein Kind nennen lassen wolle. Zacharias forderte eine Tafel und schrieb: "Er heißt Johannes." Alle wunderten sich darüber.

Sogleich öffneten sich sein Mund und seine Zunge, und er begann, Gott zu loben. Furcht überkam die Nachbarn, und die Geschichte verbreitete sich auf dem ganzen Gebirge Judäas. Alle, die davon hörten, nahmen es zu Herzen und fragten sich: "Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm."

Der Lobgesang des Zacharias (Benedictus)

Zacharias selbst wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann zu weissagen:

„Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David - wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten -, dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist und lebte in der Wüste bis zum Tage seines öffentlichen Auftretens.

Darstellung der Geburt Johannes des Täufers mit Zacharias und Elisabeth.

Jesu Geburt

Zur Zeit des Kaisers Augustus erging ein Erlass, dass alle Welt geschätzt werden sollte. Diese erste Volkszählung fand statt, als Quirinius Statthalter in Syrien war. Jeder ging in seine Heimatstadt, um sich registrieren zu lassen.

Josef zog aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die Bethlehem heißt, da er vom Hause und Geschlechte Davids war. Er reiste mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war.

Als sie in Bethlehem ankamen, kam die Zeit, dass Maria gebären sollte. Da sie in der Herberge keinen Platz fanden, gebar sie ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe.

In jener Nacht hüteten Hirten ihre Herde auf den Feldern in der Nähe. Da erschien ihnen der Engel des Herrn, und die Herrlichkeit des Herrn leuchtete um sie. Sie fürchteten sich sehr.

Der Engel sprach zu ihnen: "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen."

Plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."

Nachdem die Engel in den Himmel entschwunden waren, sprachen die Hirten zueinander: "Lasst uns nun nach Bethlehem gehen und die Geschichte sehen, die uns der Herr kundgetan hat." Sie eilten hin und fanden Maria, Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

Als sie es gesehen hatten, verbreiteten sie die Nachricht über das Kind, die ihnen gesagt worden war. Alle, die davon hörten, wunderten sich über die Erzählungen der Hirten. Maria aber behielt all diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Die Hirten kehrten um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Darstellung der Geburt Jesu in einem Stall mit Maria, Josef und dem Jesuskind in der Krippe.

Jesu Beschneidung und Darstellung im Tempel

Acht Tage nach seiner Geburt wurde Jesus beschnitten und erhielt den Namen Jesus, wie er von dem Engel vor seiner Empfängnis genannt worden war.

Nach Ablauf der Tage ihrer Reinigung gemäß dem Gesetz des Mose brachten seine Eltern ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, wie es im Gesetz vorgeschrieben ist: "Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen." Sie brachten auch das vorgeschriebene Opfer dar: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

In Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon, der gerecht und gottesfürchtig war und auf den Trost Israels wartete. Der Heilige Geist war auf ihm und hatte ihm geweissagt, dass er den Tod nicht sehen würde, bevor er den Christus des Herrn gesehen habe. Vom Geist geführt, kam Simeon in den Tempel. Als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um mit ihm nach dem Gesetz zu verfahren, nahm Simeon das Kind auf seine Arme und lobte Gott:

„Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.“

Sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: "Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden."

Auch die Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuëls aus dem Stamm Asser, die achtzig Jahre alt war und den Tempel nicht verließ, um Gott mit Fasten und Beten zu dienen, trat hinzu. Sie pries Gott und sprach von Jesus zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

Nachdem sie alles nach dem Gesetz des Herrn vollendet hatten, kehrten sie nach Nazareth in Galiläa zurück.

Das Kind Jesus wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade lag auf ihm.

Darstellung Simeons, der das Jesuskind im Tempel auf seinen Armen hält.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem. Als Jesus zwölf Jahre alt war, reisten sie wie üblich dorthin.

Nach Abschluss des Festes machten sie sich auf den Heimweg, doch Jesus blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es bemerkten. Sie dachten, er sei bei seinen Gefährten und wanderten einen Tagesmarsch weit, suchten ihn unter Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn zu suchen.

Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, mitten unter den Lehrern sitzend, wie er ihnen zuhörte und Fragen stellte. Alle, die ihm zuhörten, waren erstaunt über seinen Verstand und seine Antworten.

Als sie ihn sahen, waren sie entsetzt. Seine Mutter sprach zu ihm: "Mein Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht."

Jesus antwortete: "Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss bei denen, die zu meinem Vater gehören?" Seine Eltern verstanden dieses Wort jedoch nicht.

Er ging mit ihnen nach Nazareth und war ihnen gehorsam. Seine Mutter behielt all diese Worte in ihrem Herzen.

Darstellung des zwölfjährigen Jesus im Tempel, wie er mit den jüdischen Lehrern diskutiert.

„Die wahre Weihnachtsgeschichte: Wie die Geburt Jesu wirklich begann“

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