Mäuse zappeln, Käfer krabbeln: Die Bedeutung von Fingerspielen und Reimen

Fingerspiele sind eine wunderbare Möglichkeit, die Sinne von Babys und Kleinkindern zu berühren. Durch Kribbeln, Kitzeln, Klatschen, Singen und Lachen entsteht Vergnügen, das nie aus der Mode kommt. Viele dieser Reime sind uns noch aus der eigenen Kindheit vertraut. Diese lustige Interaktion macht den Kleinsten nicht nur riesigen Spaß, sondern fördert ganz nebenbei auch die kindliche Entwicklung - sogar schon bei Babys.

Fingerspielend entdecken Babys die Welt und machen immer wieder neue Erfahrungen, die es ihnen ermöglichen, nach und nach das Wissen im Gehirn zu verknüpfen. Alles, was dafür benötigt wird, sind Stimme und Finger. Mit diesen Mitteln kann jederzeit für Kurzweil gesorgt werden - beim Wickeln, auf Zug- oder Autofahrten, im Wartezimmer beim Arzt oder als kleines Ritual vor dem Einschlafen.

Illustration von Händen, die ein Zappeln oder Krabbeln darstellen

Die pädagogische Wirkung von Fingerspielen

Babys lieben Berührungen und erfreuen sich an Wiederholungen. Wenn diese Interaktionen zudem lustig gestaltet sind, sind die Kleinen überglücklich. Eine wunderbare Kombination dieser Elemente bieten Krabbelverse, die spielerisch die Entwicklung fördern. Selten sind Babys so hoch konzentriert und mit Begeisterung bei der Sache wie wenn Eltern Finger in lustige Krabbelkäfer oder Kitzelkrebse verwandeln.

Fingerspiele sind schon für Babys ab zwei Monaten geeignet und eignen sich hervorragend als Ritual für den Wickeltisch. Sie bereiten vielen Babys ab zwei bis drei Monaten große Freude, aber auch Kindergartenkinder haben noch ihren Spaß an diesen lustigen Spielen. Das Allerbeste daran ist, dass man nur die Finger dafür braucht und somit immer das notwendige Werkzeug dabei hat.

Die Reime fördern ganz nebenbei und spielerisch die Entwicklung. Schon unsere Vorfahren haben diese Spiele mit ihren Kindern gespielt, was man häufig am Text merkt. Die Berührung in Verbindung mit Worten ist für das Baby ein Spracherlebnis, das sich tief einprägt. Es festigt die emotionale Beziehung zu Eltern und anderen Erwachsenen, die mit ihm spielen. Dabei werden Denkstrukturen ausgebildet, die für das weitere Sprachverständnis wichtig sind. Kinder lernen nicht nur mit dem Gehör, sondern mit allen Sinnen.

Während zunächst die Fingerspiele einzelne Laute unterstützen, werden in den erweiterten Fingerspielen, die das Kind ab dem Alter von 2 Jahren schon mitspielen kann, ganze Geschichten erzählt. Fingerspiele sind weit über das dritte Lebensjahr hinaus noch beliebt und werden auch von größeren Kindern mit Freude gespielt.

Infografik, die die Entwicklungsschritte von Babys durch Fingerspiele zeigt

Bekannte Fingerspiele und ihre Ausführung

Himpelchen und Pimpelchen

Bei diesem Fingerspiel sind die Hände am Anfang zu Fäusten geballt, die Daumen nach oben gestreckt. Der rechte Daumen ist Himpelchen, der linke Pimpelchen. Die Daumen machen die entsprechenden Bewegungen mit:

  • Himpelchen und Pimpelchen, (Wackeln Sie mit beiden Daumen.)
  • die stiegen auf einen Berg. (Beide Daumen wandern nach oben.)
  • Himpelchen war ein Heinzelmann (Der rechte Daumen wackelt.)
  • und Pimpelchen war ein Zwerg. (Der linke Daumen wackelt.)
  • So blieben sie lange oben sitzen und wackelten mit ihren Zipfelmützen, (Mit beiden Daumen wackeln.)
  • doch nach 37 Wochen sind sie in den Berg gekrochen. (Jetzt verschwinden beide Daumen in der Faust.)
  • Dort schlafen sie in süßer Ruh, (Falten Sie die Hände seitlich am Kopf.)
  • pass gut auf und hör gut zu: Dann kannst du ihr lautes Schnarchen hören. (Machen Sie Schnarchgeräusche, dann rufen Sie laut „Kikeriki“. Dabei schnappen die Daumen wieder nach oben.)
  • Heißa, heißa, hopsassa, Himpelchen und Pimpelchen sind wieder da!
  • Heißa, heißa, hopsassa, Himpelchen und Pimpelchen sind wieder da! (Die Daumen tanzen in der Luft.)

Zehn kleine Zappelmänner

Dieses Spiel fördert die Feinmotorik und das Zählen:

  • Zehn kleine Zappelmänner zappeln hin und her, zehn kleinen Zappelmännern fällt das gar nicht schwer. (Beide Hände bewegen sich hin und her, alle Finger wackeln.)
  • Zehn kleine Zappelmänner zappeln auf und nieder, zehn kleine Zappelmänner tun das immer wieder. (Die Hände bewegen sich nach oben und unten, alle Finger wackeln.)
  • Zehn kleine Zappelmänner zappeln ringsherum, zehn kleine Zappelmänner, die sind gar nicht dumm. (Die Hände bewegen sich im Kreis.)
  • Zehn kleine Zappelmänner spielen mal Versteck, zehn kleine Zappelmänner sind auf einmal weg. (Die Hände verschwinden hinter dem Rücken.)
  • Zappelmänner, wo seid ihr?
  • Zehn kleine Zappelmänner rufen laut „Hurra“, zehn kleine Zappelmänner sind jetzt wieder da. (Holen Sie die Hände wieder nach vorne, alle Finger wackeln wieder.)

Zehn kleine Mäusekinder

Ein humorvolles Spiel, das die Vorstellungskraft anregt:

  • Zehn kleine Mäusekinder lauern im Versteck. (Verstecken Sie beide Hände hinter Ihrem Rücken.)
  • Zehn kleine Mäusekinder werden plötzlich keck.
  • Eins, zwei, drei und vier und fünf, (Ein Finger nach dem anderen kommt hervor, zählen Sie laut mit.) sie kommen ohne Schuh und Strümpf.
  • Sechs, sieben, acht, nun ist es fast schon Nacht.
  • Und zum Schluss die neun und zehn, es wird Zeit zum Schlafengehn.
  • Da kommt die Katze, welch ein Schreck! Und alle Mäuschen laufen weg. (Ziehen Sie beide Hände schnell wieder hinter den Rücken.)

Fünf Käfer

Dieser Reim bereitet vielen Babys Freude und fördert das Zählen:

Zum Reim mit den fünf Käfern am Baum ballen Sie die Hand zunächst zur Faust, dann wird passend zum Text nacheinander immer ein Finger nach dem anderen sichtbar und wackelt.

Fünf Käfer sind auf einen Baum gekrabbelt.
Der erste hat im Spinnennetz gezappelt,
den zweiten fing der Specht sich ein,
der dritten fiel in eine Pfütze hinein,
der vierte, das weiß ich nicht mehr genau,
ich glaub, der nahm sich eine Frau.
Der fünfte breitete seine Flügel aus und flog im Sonnenschein nach Haus.

Illustration von fünf Käfern, die auf einem Baum krabbeln

Weitere spielerische Ansätze zur Sprachförderung

Kinder lieben Sprachspiele und Reime. Über Sprache treten sie in Verbindung mit der Welt der Erwachsenen und ihre Denkentwicklung wird unterstützt. Die ersten Spiele, die wir mit Babys spielen, sind die alten Handstreichelspiele.

Es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten, Sprache und Spiel zu verbinden:

  • Krabbelverse: Diese sind schon für Babys ab zwei Monaten geeignet und ein gutes Ritual für den Wickeltisch.
  • Fühlbücher: Bücher mit verschiedenen Materialien und Texturen regen die Sinne an und können gezählt und erfühlt werden, wie z.B. "Eine Katze schnurrt, zwei Mäuse klauen Käse, drei Eulenkinder schlafen...".
  • Bewegungsspiele: Lieder und Reime können mit Bewegungen kombiniert werden, um die Fantasie, Bewegung, Musik, Kreativität und das Sprachverständnis zu trainieren. Beispiele hierfür sind Spiele, bei denen Uhrzeiten durch Beinbewegungen dargestellt werden oder das Kneten und Belegen einer "Pizza" auf dem Rücken des Kindes.
  • Lautmalereien: Für Kinder nichtdeutscher Herkunft ist dies besonders wichtig, da sie Sprache zunächst mit Lautmalereien lernen, die ihnen die deutschen Laute vertraut macht. Es ist auch leicht, Kindern mit der deutschen Muttersprache über Lautmalereien und Lieder ein Gefühl für fremde Sprachen zu vermitteln.

Ein Fisch – Fingerspiel für Kleinkinder | Sprachspielspass

Kinder lieben Wörter, die keinen Sinn geben und keine Bedeutung haben. Rätsel für Kinder sollten in einem Schwierigkeitsgrad gestellt werden, dass die Kinder die meisten erraten können. Friedrich Güll hat viele Geschichten in Reimform verfasst, die von Kindern gelernt und nacherzählt werden können. Die Gedichte und Geschichten von Friedrich Güll sind sprachlich anspruchsvoll und haben häufig auch einen moralischen Hintergrund.

Wenn wir das Sprechen lernen und die Sprachkompetenz von Kindern fördern wollen, so dürfen wir den spielerischen, fröhlichen Aspekt in den Vordergrund rücken. Dies gelingt mit Fingerspielen, Kinderreimen, Kinderspielliedern und Geschichten besonders gut. Ob zu Hause oder im Kindergarten gesungen und gespielt - Kinder haben Freude an der eigenen Muttersprache und an anderen Sprachen.

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