Bochum - Erste Geschenke werden entgegengenommen, der Weihnachtsbaum wird mit großen Augen bestaunt: Philipp und Jonas (elf Monate) erleben ihr erstes Weihnachtsfest. Dass Christoph (27) und Kristin Laurisch (27) dieses Fest mit ihren süßen Zwillingen feiern können, grenzt an ein kleines Wunder. Denn als die Jungen in der 28. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt kamen, war ihre Zeit im Mutterleib noch lange nicht abgelaufen.
„Frühchen sind Kämpfer. Sie wollen leben - um jeden Preis!“, betont Vater Christoph. Mutter Kristin streichelt liebevoll über die Köpfchen ihrer Zwillinge: „Es war ein überwältigendes Glücksgefühl, als ich sie nach all den Wochen der Angst endlich berühren durfte.“

Eine Bilderbuch-Schwangerschaft mit unerwarteter Wendung
Für die Eltern, beide als Intensivpfleger im Krankenhaus tätig, war die Nachricht von Zwillingen zunächst ein „positiver Schock“. Bis zur 24. Schwangerschaftswoche verlief Kristins Schwangerschaft wie im Bilderbuch. Doch kurz vor Weihnachten traten plötzlich Wehen auf, die auf eine drohende frühe Geburt hindeuteten. Die Eltern standen vor einer schicksalhaften Entscheidung: Sollten die Zwillinge geholt werden, trotz des erheblichen Risikos einer möglichen Schwerstbehinderung?
Jonas und Philipp meisterten die kritische 24-Wochen-Hürde, nicht zuletzt dank der umfassenden medizinischen Betreuung im Elisabeth-Hospital (Katholisches Klinikum Bochum). Kristin Laurisch erinnert sich an diese Zeit als ihre wohl schlimmste: „Ich musste fünf Wochen nur liegen, durfte meinen Bauch nicht streicheln. Die Gefahr war zu groß, dass die Berührungen vorzeitige Wehen auslösen.“
Weihnachten im Zeichen der Zwillinge
Das Weihnachtsfest 2016 fiel für die Familie Laurisch komplett aus: „Alle Gedanken drehten sich um unsere Zwillinge.“ Die zur Anwendung kommenden Wehenhemmer belasteten schließlich Kristins Herz zu sehr, sodass sie abgesetzt werden mussten. Vater Christoph erklärt: „Ab dem 3. Januar gab es keine Möglichkeit mehr, die Geburt weiter hinauszuzögern.“
Am 20. Januar 2017 erblickten Jonas und Philipp das Licht der Welt, beide mit einem Gewicht von jeweils 1115 Gramm. Die winzigen Frühchen verbrachten eine Woche im Inkubator, beatmet mittels Masken, die ihnen auf die zarten Gesichtchen gesetzt wurden.

Engagement im Technischen Hilfswerk (THW) Bochum
Parallel zu diesen persönlichen Ereignissen spielt sich in Bochum das Leben weiter. Am 18. Januar 2025 fand der erste gemeinsame Dienst beider technischer Züge des THW Bochum statt, zu dem sich über 170 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer einfanden. Nachdem die THW-Jugend bereits eine Woche zuvor ihr Jahresprogramm begonnen hatte, starteten die Fachgruppen der Technischen Züge mit Übungen und Ausbildung in das neue Jahr.
Formell begann das THW-Jahr in Bochum mit der Ehrung langjähriger Einsatzkräfte. Dominik Koch, Philipp Kohlstedde, Jonas Sprengel und Julian Zumbusch wurden für ihre 10- bzw. 20-jährige Zugehörigkeit zum THW vom Ortsbeauftragten Daniel Hoppe ausgezeichnet. Zudem wurden Jonas Sprengel zum Ausbildungsbeauftragten und Luke Braun zum Truppführer der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen ernannt.
Ausbildung und Übungen im THW
Der 2. Technische Zug führte im Anschluss die jährlichen Belehrungen durch. Alle Einsatzkräfte des THW absolvieren regelmäßig Weiterbildungen in Bereichen wie Arbeitssicherheit und dem Umgang mit Motorsägen.
In den Einheiten des 1. Technischen Zuges wurde direkt nach dem Frühstück mit praktischen Arbeiten begonnen. Die Bergungsgruppe errichtete vor ihrer Garage einen Steg aus dem Einsatzgerüstsystem. Die Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung baute kurzerhand beheizte Pavillons auf, die bei winterlichem Wetter Schutz und Wärme boten.

Parallel zu diesen Aktivitäten startete zu Jahresbeginn eine neue Grundausbildung im THW Ortsverband Bochum. 17 angehende Einsatzkräfte durchlaufen eine mehrmonatige Ausbildung. Bevor die eigentlichen Ausbildungsinhalte begannen, fand an diesem Wochenende eine mehrtägige Schulung im Sprechfunk statt. Das THW nutzt als Behörde und Organisation mit Sicherheitsaufgaben (BOS) den sogenannten BOS-Funk.