Kleidung im Rokoko: Vielfalt und Details

Die Kleidung im Rokoko war einem starken Wandel unterworfen. Es gab nicht nur das Rokokokleid, sondern eine bemerkenswerte Vielfalt an Kleidungsstücken, die unterschiedliche Funktionen und ästhetische Ideale widerspiegelten.

Grundlagen der Damenbekleidung

Zuunterst wurde eine Chemise getragen, die als einzige Unterwäsche diente. Wem das zu wenig war, trug darüber noch einen engen Anstandsrock, damit ein aufkommender Wind die Chemise nicht hochlupfen konnte.

Über der Chemise wurde eine Schnürbrust getragen, die dem Oberkörper die typisch flache Form verlieh. Über diese Basis kam nun der sichtbare Rock, die Jupe.

Schema des Lagenaufbaus eines Rokokokleides mit Chemise, Schnürbrust und Jupe

Robe à la Francaise

Die Robe à la Francaise besticht durch die sogenannten Watteau-Falten im Rücken. In den 1740er Jahren wurde diese teilweise vorne geschlossen, da das über einem extrem breiten Panier (Reifrock) besser aussah. Normalerweise klaffte sie vorne auf, um die Jupe zu zeigen.

Dazu gehörte ein Stecker (auch Stomacher genannt), der das Korsett vorne verdeckte. Die Robe à la Francaise, Jupe und Stecker bestehen oft aus Seide und sind aufwendig verziert mit gerafftem Stoff und Borten. Darunter wird ein weiterer Unterrock, eine Schnürbrust, ein breites Panier und eine Chemise getragen. Auch die Haube kann Teil dieses Ensembles sein.

Es gibt auch Varianten, die frei nach berühmten Kleidern wie dem von Madame de Pompadour gestaltet sind. Diese Robe besteht aus einem Panier, Unterrock, Jupe, Stecker oder Stomacher und der Robe selbst, die ein wenig wie ein Mantel wirkt. Im Original war das Kleid oft aus Seidentaft gefertigt. Eine Variante kann sparsamer gehalten sein und aus Polyestertaft gefertigt werden.

Illustration der Robe à la Francaise mit Watteau-Falten und Panier

Ein petrolfarbenes Kleid kann mit vielen rosanen Satinrosen und Schleifen verziert sein. Hinten laufen die Watteau-Falten in eine kleine Schleppe aus. Normalerweise sollte das Kleid etwas kürzer sein und nicht auf dem Boden schleifen, doch die Schneiderpuppe lässt sich nicht immer höher stellen.

Beliebte Vorurteile bezüglich Komfort werden oft entkräftet: Mit diesen Gewändern kann man atmen, sitzen und das Ganze ist auch noch bequem.

Robe à la Anglaise

Im Gegensatz zur Robe à la Francaise war die Robe à la Anglaise vorne mit Haken und Ösen geschlossen und machte einen Stecker überflüssig.

Weitere Kleidungsstücke und Gewandungen

Militärische Kleidung

Es gab auch Offiziersgewandung aus dem Jahre 1750, darunter Offiziersröcke und Uniformen.

Alltägliche und spezielle Kleidung

Ein Hemd wurde aus feinem Hemdleinen gefertigt. Die Hose und Weste konnten in verschiedenen Farben wie Sonnengelb, Zitronengelb und Weiß entstehen.

Ein Caraco aus besticktem Taft mit einer Jupe aus rosa Taft war ebenfalls beliebt. Taft aus Seide wurde im 18. Jahrhundert gerne verwendet.

Beispiel eines Caraco aus besticktem Taft mit Jupe

Accessoires und spezielle Stücke

Die Rokoko Schnürbrust zeichnete sich durch Vorder- und Rückenschnürung aus. Das Korsett des 18. Jahrhunderts diente der Formgebung.

Das Panier konnte mit Spitzenvolants verziert sein, obwohl es bezweifelt wird, dass sich zur damaligen Zeit jemand leisten konnte und wollte, das Panier über und über mit Spitze zu verzieren.

Es gab auch Rokoko Uniformen aus Wolle mit Samtbesätzen.

Eine Piratengewandung in Übergröße aus Leinen und Wolle konnte aus einer zeitgenössischen Hose, Hemd, Weste und Rock bestehen.

Unterrichtsmaterial: Absolutismus – Höfische Mode und Etikette im Barock

Die Bilder und Beschreibungen auf dieser Seite dienen lediglich als Inspiration. Es ist möglich, ein individuelles Angebot für ein Wunschgewand zu erhalten.

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