Die Hormonbehandlung spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Fruchtbarkeit der Frau, insbesondere wenn hormonelle Störungen das Wachstum der Eibläschen beeinträchtigen. Auch bei einem funktionierenden Zyklus kann eine milde hormonelle Unterstützung zur Optimierung beitragen.
Hormonelle Stimulation bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) und ICSI
Bei der Reagenzglasbefruchtung, einschließlich der ICSI-Behandlung, erfolgt routinemäßig eine hormonelle Stimulation, um die Reifung mehrerer Eizellen zu gewährleisten. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, darunter Tabletten wie Clomifen und Injektionen.
Vorteile und Anwendung von Hormonpräparaten
Tabletten bieten den Vorteil einer einfachen Anwendung. Spritzen sind zwar aufwendiger in der Handhabung, enthalten jedoch körpereigene Hormone, was eine natürlichere Wirkungsweise ermöglicht. Die Injektionen werden subkutan verabreicht und können sowohl von der Patientin selbst als auch vom Partner durchgeführt werden.

Ablauf der Hormonbehandlung
Vor Beginn der Hormonbehandlung erfolgt in der Regel eine Ultraschalluntersuchung zum Ausschluss von Zysten am Eierstock. Die Hormongabe erstreckt sich über mehrere Tage, wobei die Wirkung mittels Ultraschall und Blutentnahmen zur Bestimmung der Hormonwerte kontrolliert wird. Diese Untersuchungen können teilweise auch vom behandelnden Frauenarzt vor Ort durchgeführt werden.
Um die Hormonbehandlung optimal zu gestalten, ist die genaue Kenntnis des Zyklusbeginns der Frau unerlässlich. Die Termine für Ultraschalluntersuchungen und Blutentnahmen werden individuell vereinbart. Diese Untersuchungen finden üblicherweise vormittags statt, wobei nach gesonderter Anfrage auch Nachmittagstermine sowie Termine am Wochenende und an Feiertagen möglich sind, um eine zeitgerechte Durchführung zu gewährleisten.
Typischerweise wird nach einem Ultraschall zum Ausschluss von Zysten mit der Hormonstimulation begonnen. Deren Wirkung wird am 11. Zyklustag mittels eines weiteren Ultraschalls und Hormonbestimmungen aus dem Blut kontrolliert. Trotz Hormonspritzen entwickeln sich bei einem Teil der Frauen nur wenige Eibläschen. In solchen Fällen wird gemeinsam mit den Patientinnen entschieden, ob der Zyklus abgebrochen werden soll, mit der Hoffnung, dass eine zukünftige Stimulation mit höherer Dosis zu mehr reifenden Eizellen führt.
Risiken und Komplikationen der Hormonbehandlung
Trotz sorgfältiger Hormondosierung kann es zu einer leichten Überreaktion der Eierstöcke kommen. Dank regelmäßiger Kontrollen kann diese meist rechtzeitig erkannt und die Hormonbehandlung entsprechend angepasst werden. Ein sogenanntes Überstimulationssyndrom kann nach dem Embryotransfer zur Bildung von Zysten führen und eine Flüssigkeitsverschiebung in den Bauchraum verursachen. Symptome hierfür sind primär Bauchschmerzen oder eine deutliche Gewichtszunahme. Schwere Überstimulationen sind dank neuer Therapieprotokolle (Antagonist) glücklicherweise selten geworden.
Bei der Punktion kann es an der Einstichstelle in der Vagina zu leichten Blutungen kommen. Sehr selten sind Blutungen in den Bauchraum oder Verletzungen innerer Organe möglich.
Eierstockzysten: Entstehung, Symptome und Diagnose
Die Eierstöcke sind weibliche Geschlechtsorgane, in denen regelmäßig eine Eizelle heranreift. Während dieses Prozesses können Eierstockzysten entstehen. Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die von einer Bindegewebskapsel umgeben sind. Sie treten häufig bei hormonellen Umstellungen auf, beispielsweise während der Pubertät oder in den Wechseljahren.
In der Regel sind Zysten nur wenige Zentimeter groß und verursachen keine Beschwerden. Sie bilden sich häufig von selbst zurück. Sollte eine Zyste wachsen, kann sie dumpfe Schmerzen im Unterbauch verursachen. Einige Zysten schütten Hormone aus, die das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut anregen und den Zyklus stören können, was zu Schmierblutungen führt.
Das Platzen einer kleinen Zyste kann zu plötzlichen, stechenden Schmerzen führen, ist aber meist unbedenklich. Bei sehr großen Zysten kann es zu Druck auf umliegende Bauchorgane wie Darm oder Blase kommen, was Verdauungs- oder Blasenentleerungsbeschwerden verursacht. Ein Druckgefühl im Unterbauch und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können ebenfalls auf eine Zyste hindeuten und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Ein seltenes, aber ernstes Notfallereignis ist die Stieldrehung des Eierstocks. Sehr große Zysten können den Eierstock verdrehen, was zu plötzlichen, heftigen Schmerzen führt, da die Blutversorgung unterbrochen wird. Dies erfordert eine dringende operative Behandlung.
Die Diagnose erfolgt durch den Gynäkologen, der zunächst nach Schmerzen, Zyklusanamnese und Kinderwunsch fragt. Bei Verdacht auf eine Zyste wird eine transvaginale Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um genaue Bilder des Organs zu erhalten.

Arten von Eierstockzysten
Funktionelle Zysten
Diese hormonbedingten Zysten treten meist während der Pubertät oder in den Wechseljahren auf und bilden sich in der Regel von selbst zurück.
- Follikelzyste: Entsteht, wenn der Eisprung hormonbedingt ausfällt und die Eizelle im Eierstock verbleibt. Der Follikel produziert weiter Flüssigkeit und entwickelt sich zur Zyste.
- Corpus-luteum-Zyste (Gelbkörperzyste): Bildet sich nach dem Eisprung. Wenn eine Einblutung in den Gelbkörper stattfindet, kann eine Zyste entstehen.
- Luteinzyste: Kann sich bilden, wenn zu viel des Schwangerschaftshormons hCG im Körper vorhanden ist, beispielsweise im Rahmen einer hCG-Fruchtbarkeitsbehandlung.
Endometriome (Schokoladenzysten)
Diese Zystenart bildet sich bei Patientinnen mit Endometriose und ist mit altem, geronnenem Blut gefüllt. Sie bildet sich nicht von selbst zurück.
Polyzystische Ovarien (PCOS)
Hierbei ist die Kapsel des Eierstocks hormonbedingt stark verdickt, was den Eisprung verhindert. Es bilden sich viele kleine Zysten, und der Eierstock vergrößert sich erheblich. Diese Veränderung heilt nicht von selbst ab.
Dermoidzysten
Diese meist angeborenen Zysten entstehen durch fehlentwickelte Keimzellen und enthalten oft Haare, Zähne oder Knochengewebe. Sie bilden sich nicht von selbst zurück. In etwa ein bis zwei Prozent dieser Zysten kann Krebs entstehen.
Behandlung von Eierstockzysten
Unauffällige funktionelle Zysten werden oft durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen kontrolliert und bedürfen meist keiner weiteren Behandlung, da sie sich von selbst zurückbilden.
Wenn sich eine Zyste nicht auflöst oder Beschwerden verursacht, kann eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) sinnvoll sein. Dabei kann die Zyste minimalinvasiv entfernt werden. Während des Eingriffs ist es das oberste Ziel, die Zyste vollständig zu entfernen und den Eierstock bestmöglich zu schonen. In seltenen Fällen kann es notwendig sein, den betroffenen Eierstock zu entnehmen, insbesondere wenn dieser zu fest verwachsen ist. Wenn beide Eierstöcke entfernt werden müssen, ist eine Schwangerschaft danach nicht mehr möglich, und die Wechseljahre setzen ein.
Durch eine Zyste kann unter Umständen das Risiko für Eierstockkrebs steigen, da sich Zystenzellen in manchen Fällen entarten und ein Tumor entsteht. Bei Verdacht auf ein Tumorgeschehen kann eine Operation zur Sicherung oder zum Ausschluss notwendig sein. Dabei werden oft auch die Eileiter und die Gebärmutter mitentnommen.
Restfollikel und Restzysten
Ein Restfollikel bezeichnet die Struktur, die im Eierstock nach einem Stimulationsprozess für eine Besamung oder IVF verbleibt. Vor Beginn einer ovariellen Stimulation wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um sicherzustellen, dass sich der Eierstock in Ruhe befindet.
Wenn ein Follikel, das in dieser Phase klein sein sollte, Ausmaße von 3 bis 5 Zentimetern erreicht, wird es als Restzyste bezeichnet. Die Behandlung kann durch Abwarten der Menstruationsperiode und Überprüfung des Verschwindens dieser Strukturen erfolgen oder aktiv durch die Verschreibung von hormonellen Verhütungsmitteln, um das Verschwinden der Struktur zu erleichtern.
Kinderwunschbehandlung trotz Zysten
Es gibt Berichte von Frauen, die trotz gefundener Eierstockzysten vor oder während der Stimulation reife Eizellen hatten, die zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führten, ohne dass eine Bauchspiegelung notwendig war. Eine regelmäßige Kontrolle der Zyste und die individuelle Beratung durch den Gynäkologen sind hierbei entscheidend.
Ein Beispiel hierfür ist die Erfahrung einer Frau, die vor der Kinderwunschbehandlung am linken Eierstock eine ca. 4 cm große Zyste hatte, die regelmäßig kontrolliert wurde, sich aber nie von selbst zurückgebildet hat. Diese Zyste stellte jedoch kein Problem für die Stimulation und Punktion dar, und sie wurde durch ICSI schwanger und befand sich zu diesem Zeitpunkt in der 25. Schwangerschaftswoche.
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Psychische Belastung bei Kinderwunschbehandlungen
Kinderwunschbehandlungen sind oft mit einer erheblichen psychischen Belastung für Paare verbunden. Hoffen auf Erfolg, langes Warten auf Ergebnisse, Enttäuschung, Trauer und Wut bei ausbleibendem Erfolg sind häufige Emotionen. Es ist wichtig, ein möglichst normales Leben zu führen und bei Bedarf zusätzliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Gesprächskreise mit Familie und Freunden, Achtsamkeitstraining, Meditation, TCM, Atemtherapie, Kinderwunsch-Coaching und psychologische Begleitung durch Fachpersonal können helfen, dem Druck besser standzuhalten.
Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Fachpersonen und die persönliche Betreuung der Kinderwunschpaare spielen eine zentrale Rolle, um sie bestmöglich auf dem Weg zum Wunschkind zu begleiten und zu unterstützen.