Ein Kindersitz im PKW ist in Deutschland Pflicht. Damit Babys und Kleinkinder auf kurzen und langen Fahrten sicher Platz nehmen und im Falle des Falles optimal geschützt sind, empfiehlt sich ein Reboarder-Kindersitz. Dabei handelt es sich um einen Sitz, in dem das Kind entgegen der Fahrtrichtung auf der Rückbank sitzt. Unfallstatistiken belegen, dass bei einem frontalen Auffahrunfall - der häufigsten Kollisionsart - der rückwärtsgerichtete Sitz den kleinen Körper besser auffängt als ein klassischer, nach vorn gerichteter Sitz. Dies ist das Ergebnis länderübergreifender Studien. Außerdem hat man herausgefunden, dass ein Kindersitz in der Reboard-Variante nicht nur für die Kleinsten perfekt geeignet ist, sondern auch für etwas größere Kinder verwendet werden sollte.

Warum sollen Kinder solange wie möglich rückwärts im Auto fahren?
Die Muskeln und Sehnen von Kleinkindern, vor allem im Hals- und Nackenbereich, sind noch nicht so weit entwickelt, um die bei einer Kollision wirkenden Kräfte abzufedern. Der schwere Kopf des Kindes wird bei einem Aufprall nach vorn geschleudert, was zur Überdehnung der Wirbelsäule führt. Wird diese in irgendeiner Weise beeinträchtigt, kann das schwerwiegende Folgen haben - und das bereits im einfachen Stadtverkehr mit einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 50 km/h. Bei einer seitlichen - aber viel selteneren - Kollision sind die Reboard Kindersitze genau so sicher wie ihre nach vorne gerichteten Pendants. Durch die hier auftretenden Verzögerungskräfte wird das Kind bei einem Aufprall in den schützenden Sitz gedrückt. Kommt es zu einer Heckkollision, ist das Kind in seinem Reboard-Kindersitz relativ weit von der Kontaktstelle entfernt.
Ist ein Reboarder Pflicht?
In Deutschland muss jedes Kind, das noch keine 1,50 m groß ist, in einem Kindersitz im Auto mitfahren - Kindersitzpflicht. Für eine Zulassung im Straßenverkehr brauchen Kindersitze eine amtliche Genehmigung. Nur Kindersitze mit der neuen Prüfnorm UN ECE Reg. 129, auch bekannt als i-Size-Norm, und der alten Prüfnorm UN ECE Reg. 44/03 und 44/04 sind zugelassen. Kindersitze mit der Prüfnorm UN ECE Reg. 44/01 und 44/02 dürfen bereits seit 2008 nicht mehr verwendet werden. Mittlerweile besteht ein Verkaufsverbot im Handel für neue Kindersitze mit der Prüfnorm UN ECE Reg. 44, jedoch dürfen die Sitze 44/03 und 44/04 weiterhin verwendet werden.
Die alte Prüfnorm orientiert sich am Gewicht des Kindes. Diese Angabe wurde in Gewichtsklassen differenziert, sodass nur Kindersitze der Gruppe 0+ rückwärtsgerichtet im Auto eingebaut sein müssen. Die neue Prüfnorm orientiert sich dagegen an der Größe des Kindes. Auch hier gibt es eine Einteilung in unterschiedliche Klassen (Q0-Q10). Kinder müssen in einem Kindersitz mit der neuen Prüfnorm bis mindestens 15 Monate entweder rückwärts- oder seitwärtsgerichtet mitfahren. Rückwärtsgerichtete Sitze können für jedes Alter verwendet werden.
Wie lange darf mein Kind im Reboarder mitfahren?
Eine maximale Altersbeschränkung für einen Reboarder gibt es nicht offiziell. Nach der Prüfnorm UN ECE R 129 müssen Kinder lediglich bis mindestens 15 Monaten in einem Reboarder mitfahren. Die Nutzungsdauer eines Reboarders hängt vom Größen- und/oder Gewichtslimits des Sitzes ab. Typischerweise sind Reboarder für Kinder bis 105 cm oder 18 kg ausgelegt. Manche Modelle erlauben die Nutzung bis zu einer Körpergröße von 125 cm oder 36 kg. Experten empfehlen Kinder so lange wie möglich rückwärtsgerichtet im Auto zu transportieren, was bis zu einem Alter von 4-6 Jahren möglich ist. Vergleicht man den Kopf der Kinder mit dem eines Erwachsenen, dann stellt man fest, dass je kleiner das Kind, desto größer der Kopf im Verhältnis zum Körper ist. Bei einem Frontalaufprall können Kleinkinder den schweren Kopf kaum halten. In einem nach vorne gerichteten Kindersitz würde der Kopf nach vorne fallen, Verletzungen der Halswirbelsäule sind möglich. In einem Reboarder hingegen wird das Kind in die Schale gedrückt, womit die Kopf- und Nackenbelastung meist deutlich niedriger ausfällt.
Welcher Kindersitz kommt nach dem Reboarder?
Nach einem Reboarder folgt ein vorwärtsgerichteter Kindersitz, der an das Alter, die Größe und das Gewicht des Kindes angepasst sein muss. Viele dieser Sitze bieten fortschrittliche Sicherheitsmerkmale, wie den Seitenaufprallschutz, und gehen oft über die gesetzlichen Anforderungen hinaus, um deinem Kind den bestmöglichen Schutz zu bieten.
Der Einbau eines Reboarders
Automobilclubs und Verbraucherportale empfehlen rückwärtsgerichtete Kindersitze aufgrund ihres hohen Schutzpotenzials. Um dieses zu gewährleisten, ist eine fachgerechte Montage wichtig. Beherzigen Sie deshalb unbedingt die Beschreibung in der Bedienungsanleitung. In der Regel sind Reboarder mit den meisten Fahrzeugen kompatibel. Prüfen Sie vor dem Kauf dennoch die Größenangaben und messen Sie den Innenraum Ihres Wagens aus.
Montagesysteme für Reboarder
Die Installation sollte auf einem der hinteren Plätze erfolgen - idealerweise auf der Beifahrerseite. So heben Sie Ihr Kind leicht und sicher heraus beziehungsweise hinein, wenn Sie in Fahrtrichtung am Bordstein parken. Wie die genaue Anbringung erfolgt, hängt von folgenden zu unterscheidenden Systemen ab:
- ISOFIX-Verankerung: Ein derartiger Reboarder-Kindersitz findet je nach Typ entweder auf einer ISOFIX-Basisstation Platz oder wird direkt über zwei spezielle Bügel an den dafür vorgesehenen Verankerungspunkten mit der Karosserie verbunden. Diese befinden sich im Spalt zwischen Rückenlehne und Sitzfläche.
- Befestigung via Gurt: Reboarder mit Gurtbefestigung stellen eine Alternative dar, wenn Ihr Auto nicht über ein ISOFIX-System verfügt. Reboarder ohne ISOFIX werden mit dem Gurtsystem des Rücksitzes befestigt. Fädeln Sie den Gurt durch die entsprechenden Führungen und vergewissern Sie sich, dass er korrekt verläuft und straffgezogen ist.
Im Allgemeinen kommen Reboarder nicht ohne Stützfuß aus. Dieses „Standbein“ drückt gegen den Wagenboden, wodurch sich die Stabilität des Sitzes beziehungsweise der Basisstation erhöht - ein deutliches Plus an Sicherheit für Ihren Liebling!
Wichtig: Einige Kfz haben im Fahrzeugboden Staufächer, auf welche der Stützfuß aus Sicherheitsgründen keinen Druck ausüben darf. Wollen Sie einen Reboarder kaufen, vergewissern Sie sich also vorher, ob Ihr Familienmobil einen solchen Extra-Stauraum hat. Ist dies der Fall? Manche Pkw-Hersteller füllen die Fächer auf, sodass eine Reboarder-Nutzung dennoch infrage kommt.

Besonderheiten bei der Montage
- Einen Kindersitz-Reboarder auf dem Beifahrersitz zu platzieren, ist grundsätzlich möglich. Der Airbag sollte dann aber deaktiviert werden, da dessen Auslösen für den Mini-Fahrgast gefährlich wäre.
- Fährt Ihr Augenstern hinten im Reboarder mit? Hängen Sie einen dafür vorgesehenen Spiegel an die Kopfstütze der Rückbank, um ihn darin vom Fahrersitz aus im Blick zu haben.
Worauf achten bei der Auswahl eines Reboarders?
Die Fahrtrichtung deines Kindersitzes spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherheit deines Kindes im Auto. Man unterscheidet zwischen vorwärtsgerichteten und rückwärtsgerichteten Sitzen. Bei einem Frontalaufprall verteilt sich die Aufprallkraft über den Rücken des Kindes, wodurch das Verletzungsrisiko sinkt. Bis zum vierten Lebensjahr wird rückwärtsgerichtetes Fahren als sicherer angesehen. Ältere Kinder, die das Limit für rückwärtsgerichtete Sitze überschreiten, können in vorwärtsgerichteten Sitzen transportiert werden. Dennoch bieten diese nicht den gleichen Schutz wie Reboarder.
Körpergröße und -gewicht
Körpergröße und -gewicht sind entscheidend bei der Reboarder-Auswahl. Der Sitz sollte zu den Eigenschaften deines Kindes passen, um optimale Sicherheit zu bieten. Viele Modelle wachsen mit deinem Kind mit. Anpassungen wie verstellbare Kopfstützen und Gurtsysteme erhöhen Komfort und Schutz. Einige Modelle bieten Neugeborenen-Einsätze für zusätzlichen Schutz.
i-Size Standard
"i-size" ist ein europäischer Sicherheitsstandard (R129) für Kindersitze.
Kopfstütze und Liegeposition
Die Kopfstütze deines Reboarders ist beim Thema Sicherheit und Komfort im Auto zentral. Sie stellt sicher, dass Kopf und Nacken deines Kindes immer optimal gestützt werden. Moderne Modelle bieten höhenverstellbare Kopfstützen, die sich an das Kind anpassen. Einige nutzen Technologien wie den "Dynamic Force Absorber" für zusätzlichen Schutz. Die Liegeposition beeinflusst Komfort und Sicherheit im Reboarder. Dein Kind sollte ergonomisch und sicher sitzen oder liegen. Viele Modelle bieten verstellbare Liegepositionen.
Gurtsystem und Stützfuß
Das Gurtsystem ist beim Thema Sicherheit im Auto zentral. Ein gutes Gurtsystem hält dein Kind sicher im Sitz. Moderne Reboarder haben oft mitwachsende Gurtsysteme, die sich anpassen lassen. Einige Modelle bieten weiche Polsterungen und Magnethalterungen. Der Stützfuß eines Reboarders ist ein zentrales Sicherheitselement. Er verankert den Kindersitz im Fahrzeug und sorgt für Stabilität bei einem Aufprall. Einige Modelle haben Installationsindikatoren, die die korrekte Installation anzeigen.
Vorteile eines drehbaren Kindersitzes
Ein Reboarder mit Drehfunktion überzeugt im Alltag als besonders clevere Lösung. Die Basis ist fest verankert - der obere Teil lässt sich hingegen drehen. Das macht das Hinein- und Herausheben Ihres Töchterleins beziehungsweise Sohnemanns ausgesprochen komfortabel. Ebenso erweist sich die Konstruktion bei Zwischenstopps als sehr praktisch: Wenden Sie Ihr Kleines bei einer Pause beispielsweise einfach Ihnen zu, um es zu füttern, das laufende Näschen zu putzen oder um ein neues Spielzeug zu reichen. Manche Modelle lassen sich sogar um 360° drehen - und dadurch zu einem späteren Zeitpunkt vorwärtsgerichtet weiterverwenden.
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Ausgewählte Reboarder-Modelle im Überblick
Der Markt bietet eine Vielzahl von Reboarder-Kindersitzen verschiedener Hersteller. Hier sind einige Beispiele:
| Marke | Modell | Alters-/Größenangabe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Lionelo | LEVI FIX I-SIZE | Ab 15 Monaten, bis ca. 12 Jahre (150 cm), 76-150 cm | Dri-Seat/ISOFIX/TopTether/Reduziereinsatz/Komfort |
| Lionelo | NEAL I-SIZE | Ab ca. 3,5 Jahre (100 cm), bis ca. 12 Jahre (150 cm), 100-150 cm | Isofix&Gurt/Waschbarer Bezug/Getränkehalter/Seitenschutz |
| Lionelo | BRAAM AIR I-SIZE | Ab Geburt, bis 12 Jahren, 40-150 cm | 4 in 1/i-Size/0-36kg/Eingebauter Ventilator/360° |
| Lionelo | BRAAM i-SIZE | Ab Geburt, bis 36 kg (160 cm), 40-150 cm | 4-in-1-Sitz / ISOFIX + Stabilisierungsfuß / sehr sicher |
| Lionelo | NELLY I-SIZE | Ab Geburt, bis 36 Monaten, 76-150 cm | Verstellbare Kopfstütze/4 Neigungspositionen/Reduziereinsatz |
| Lionelo | LUUK I-SIZE | Ab 8 Jahren, bis 12 Jahren, 22-36 kg | i-Size / waschbar / breiter, bequemer Sitz |
| Lionelo | LAVENDER I-SIZE | Ab 1 Jahr, bis 12 Jahren, 76-150 cm | i-Size/9-36kg/ISOFIX/Breiter Einstellbereich |
| Lionelo | ANTOON PLUS | Ab Geburt, bis 3 Jahre, 40-105 cm | I-Size ISOFIX 360° Liegeposition 0 bis 18kg |
| Lionelo | IGO I-SIZE | Ab 3 Jahren, bis 12 Jahren, 100-150 cm | I-SIZE R129/Kopfstütze mit Tri-Guard-Technologie/Memory Foam |
| Osann | One360 i-Size | Ab Geburt, bis 12 Jahre, 40-150 cm | 360° drehbarer Reboarder Kindersitz Isofix |
| Cybex | Sirona Gi Plus i-Size | Reboard Kindersitz | |
| FableKids | Autositz Kinderautositz | 360° drehbar Isofix 40 -150 cm ECE R129/03, ab: 0 Monate, bis: 5 Jahre | (Grau) |
| Osann | Eno360 | Ab Geburt, bis 12 Jahre, 40-150 cm | Sicherer 360°Kindersitz: reboard bis 4 Jahre, verwendbar von 40-150 cm |
| Joie | i-Spin 360 E i-Size | Reboard | |
| Joie | i-Spin 360 i-Size | Ab 0 Monate, bis 4 Jahre, Schwarz | |
| Hauck | iPro Kids - i-Size - Caviar | Reboard Kinder Autositz mit Sitzverkleinerer ab 40-105 cm bis 4 Jahre | |
| Osann | Eno360 SL i-Size | Ab Geburt, bis 12 Jahre, 40-150 cm | 360° drehbarer Reboarder Kindersitz Isofix |
| Daliya® | ROTAZIONE Kindersitz | Ab Geburt, bis 12 Jahre, 40-150 cm | 8-stufige Sitzneigungsverstellung, höhenverstellbare Kopfstütze |
| BooBoo | Safety Lissabon 360 Grad | Ab Geburt, bis 12 Jahre, 40-150 cm | Mit Isofix, rückwärts und vorwärts verwendbar, mit Top-Tether |
| Graco | Turn2Me DLX i-Size | Reboarder Kindersitz ab Geburt - 4 Jahre (40 cm - 105 cm) | inkl. Isofix (Midnight) |
| FableKids | Autositz Kinderautositz | 360° drehbar Isofix 40-150 cm, ab: Geburt, bis: ca. |
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