Charité Frauenklinik: Gynäkologische Expertise und Patientinnenversorgung

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli - Ein Profil

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli ist ein anerkannter Spezialist für Gynäkologische Onkologie und leitet die Klinik für Gynäkologie mit dem Zentrum für onkologische Chirurgie am Campus Virchow-Klinikum (CVK) sowie die Klinik für Gynäkologie am Campus Benjamin Franklin (CBF) an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Als Leiter des Gynäkologischen Tumorzentrums und des Europäischen Kompetenzzentrums für Eierstockkrebs (EKZE) repräsentiert er internationales medizinisches Spitzenniveau.

In der Charité, einer der größten Universitätskliniken Europas, behandelt und operiert Professor Sehouli gynäkologische Tumorerkrankungen interdisziplinär und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Der Fokus liegt dabei stets auf den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Patientinnen.

Spezialisierung auf Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist ein komplexes Krankheitsbild, dessen erfolgreiche Behandlung umfassende Erfahrung und Kompetenz erfordert. Das Team um Prof. Dr. Sehouli am Zentrum für Gynäkologie und Onkologische Chirurgie bietet im Rahmen des zertifizierten Kompetenzzentrums für Eierstockkrebs eine professionelle und langjährig erprobte Behandlung an.

Jährlich erhalten in Deutschland rund 8000 Frauen die Diagnose Eierstockkrebs. Aufgrund fehlender Frühwarnsymptome wird die Erkrankung oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Genetische, umweltbedingte Faktoren und die Anzahl der weiblichen Zyklen beeinflussen das Erkrankungsrisiko, welches mit dem Alter steigt.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Sehouli wird an der Charité Berlin bei Verdacht auf ein Ovarialkarzinom eine umfassende und zügige Diagnostik durchgeführt, gefolgt von schnellen Einleitungen der notwendigen Behandlungsschritte. Die Patientinnen werden jederzeit vollumfänglich aufgeklärt und erhalten ausreichend Zeit für ihre Fragen.

Schema des weiblichen Fortpflanzungssystems mit Hervorhebung der Eierstöcke und Eileiter

Therapieansätze und operative Maßnahmen bei Eierstockkrebs

Die Hauptsäulen der Eierstockkrebsbehandlung sind die Operation und die Chemotherapie, wobei die Operation als wichtigster Schritt und Schlüssel zur Therapie gilt. Langjährige operative Erfahrung, Kompetenz und Behandlungsqualität beeinflussen die Prognose maßgeblich.

Das hoch erfahrene gynäkologische, onkologische und interdisziplinäre Behandlungsteam am Krebszentrum der Charité Berlin erzielt erfolgreiche und exzellente Operationsergebnisse. Oberstes Ziel ist die vollständige Entfernung des sichtbaren Tumorgewebes und die histologische Sicherung der Diagnose, was die Grundlage für die Stadieneinteilung des Tumors bildet.

Die Operation erfolgt in der Regel über einen offenchirurgischen Längsschnitt und kann je nach Ausmaß des Tumors und individueller Patientin durchschnittlich etwa fünf Stunden dauern. Dabei werden Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke, umliegendes Gewebe und Lymphknoten entfernt. Ein adäquates Operationsergebnis hat höchste Priorität und sollte daher nur in zertifizierten Zentren wie der Charité Berlin durchgeführt werden.

Chemotherapie und Nachsorge bei Eierstockkrebs

Im Anschluss an die Operation, nach einigen Wochen, beginnt die Chemotherapie über die Vene. Diese zielt darauf ab, mikroskopisch kleine Tumorreste zu bekämpfen oder Symptome palliativ zu lindern. Die Behandlung umfasst üblicherweise sechs Zyklen mit dreiwöchigen Abständen.

Das Berliner Behandlungsteam klärt im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen auf, die durch die gleichzeitige Wirkung auf gesunde Körperzellen entstehen können, und betreut diese behutsam. Zusätzlich zur Chemotherapie werden häufig Medikamente zur Antikörpertherapie und zur anschließenden Erhaltungstherapie verabreicht, um eine gezielt Behandlungsstrategie zu verfolgen und Rezidiven vorzubeugen.

An der Charité besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Krebserkrankung an klinischen Studien teilzunehmen, um eine hochmoderne und bestmögliche Versorgung zu erhalten. Die Teilnahmebedingungen und der Ablauf der Studien werden detailliert erklärt und protokolliert.

Ein großer Wert wird auch auf die Nachsorge gelegt, die wichtige und engmaschige Kontrollen sowie die Unterstützung und Begleitung der Patientinnen über die Behandlung hinaus umfasst.

Expertise in der Behandlung von Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinose)

Bauchfellkrebs entsteht durch die Streuung von Tumorzellen in die Bauchhöhle und kann bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs auftreten. Die Behandlung von fortgeschrittenen metastasierten Tumoren ist äußerst vielschichtig und erfordert fundiertes Wissen und langjährige Erfahrung.

Die Klinik für Gynäkologie der Charité Berlin behandelt eine Vielzahl komplexer Fälle und beweist mit einem multimodalen und hochprofessionellen Behandlungsansatz eine hohe Expertise in der Planung und Umsetzung der einzelnen Behandlungsschritte und Therapieoptionen.

Schema der Bauchhöhle, das die Ausbreitung von Tumorzellen auf das Bauchfell illustriert

Spezialisten für Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom)

Professor Jalid Sehouli ist ebenfalls ein renommierter Experte für Gebärmutterschleimhautkrebs. An der Charité werden Hochleistungsmedizin und individuelle Therapiekonzepte, die auf die Bedürfnisse und den Gesundheitszustand jeder Patientin abgestimmt sind, kombiniert.

Die Behandlung beginnt meist mit einer Operation zur Entfernung der Gebärmutter. Bei höherem Risiko für eine Ausbreitung werden auch Eierstöcke und Lymphknoten entnommen. Nach der Operation kann die Behandlung mit einer Strahlentherapie oder Chemotherapie ergänzt werden, um verbliebene Krebszellen zu bekämpfen.

Die Hormontherapie kann bei langsam wachsendem Gebärmutterschleimhautkrebs eine Option sein, insbesondere für Patientinnen, die ihre Fruchtbarkeit bewahren möchten.

Größte Expertise in der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Gebärmutterhalskrebs wird meist durch HPV-Viren verursacht. Das Risiko steigt insbesondere bei Persistenz der Viren, weshalb eine regelmäßige Krebsvorsorge mit PAP-Abstrich und eine prophylaktische Impfung von großer Bedeutung sind. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen und ein geschwächtes Immunsystem.

Die Therapie des Zervixkarzinoms umfasst in der Regel die Entfernung der Gebärmutter (radikale Hysterektomie). Die Gynäkologie der Charité hat eine Technik zur Darstellung der Nerven entwickelt, um möglichst nervenschonend zu arbeiten und die Blasen- und Mastdarmfunktion bestmöglich zu erhalten. Dies ermöglicht bessere intraoperative Navigationsmöglichkeiten und die größtmögliche Ausdehnung des Operationsgebietes.

Bei Frauen mit Kinderwunsch und Tumoren unter zwei Zentimetern können die Spezialisten die Trachelektomie anwenden. Dieser minimalinvasive Eingriff ermöglicht es den Betroffenen, zu einem späteren Zeitpunkt schwanger zu werden. Das Team um Prof. Dr. Sehouli berät die Patientinnen ausführlich über alle Möglichkeiten und sorgt für eine engmaschige Nachsorge.

Illustration des Gebärmutterhalses mit Hervorhebung der betroffenen Bereiche bei Zervixkarzinom

Modernste Therapie bei Dysplasie (Zellveränderungen am Gebärmutterhals)

Gewebeveränderungen des Gebärmutterhalses, der Vagina und der Schamlippen werden als Dysplasie bezeichnet und sind Krebsvorstufen. Sie erfordern eine fachgerechte Kontrolle und Überwachung. Regelmäßige Vorsorge und Früherkennungsmaßnahmen sind daher von großer Relevanz zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs.

Bei Zellveränderungen wird im Rahmen der Dysplasiesprechstunde eine Kolposkopie durchgeführt, um den Gebärmutterhals optisch zu vergrößern und genau beurteilen zu können. Gegebenenfalls wird eine Biopsie entnommen und histologisch untersucht. Die meisten Zellveränderungen werden durch HPV-Viren verursacht, die sich in der Regel von selbst ausheilen. Ein höheres Risiko für persistierende Viren und Zellveränderungen besteht bei einem geschwächten Immunsystem und Nikotinabusus.

Bei Nachweis einer schweren Dysplasie raten die Ärzte in der Regel zu einer Konisation, einem kegelförmigen Ausschneiden des betroffenen Zervixbereichs. Danach sind weitere Kontrollen und eine regelmäßige Krebsvorsorge unerlässlich.

Schonende Entfernung von Myomen der Gebärmutter

Gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter (Myome) sind häufig und bleiben oft symptomfrei. Das Wachstum wird durch Östrogen angeregt, und etwa 15 bis 25 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen.

Größere Myome können jedoch Beschwerden verursachen, darunter unregelmäßige, schmerzhafte oder sehr starke Monatsblutungen, diffuse Unterleibsschmerzen oder Druck auf die Blase. Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich einschränken.

Die Spezialisten der Berliner Charité erläutern den Patientinnen detailliert alle Therapieoptionen, wobei eine Vielzahl sowohl medikamentöser als auch operativer Verfahren zur Auswahl steht. Die Muskelknoten werden nach ihrer Lage unterschieden (innerhalb der Gebärmutterhöhle, der Wandschicht oder außerhalb der Gebärmutter), was unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bedingt.

Medizinische Leistungsangebote und Forschung

Die Charité führt eine Vielzahl selbst von Wissenschaftler:innen eigeninitiierter Studien durch. Wissenschaftler:innen der Charité sind zudem an einer Vielzahl wissenschaftlicher Journale in den Editorial Boards beteiligt.

Als universitäre Einrichtung verfügt die Charité über das Promotionsrecht und vergibt die akademischen Grade Dr. med., Dr. med. dent. und Dr. rer. medic.

Akutsprechstunde für gynäkologische Tumoren

Die Akutsprechstunde für Frauen mit gynäkologischen Tumoren am CVK bietet von 8:00 bis 15:00 Uhr eine spezialisierte Erstkontaktberatung. Ein erfahrenes, interdisziplinäres Team steht Ihnen noch am Tag Ihrer Vorstellung zur Seite, um dringende Anliegen zu klären und die nächsten Schritte individuell zu besprechen. Ein Termin ist nicht erforderlich, jedoch können Wartezeiten auftreten. Ein Arztkontakt am Vorstellungstag ist garantiert, und in der Regel kann die vollständige Beratung direkt erfolgen.

Neben der Akutsprechstunde besteht auch die Möglichkeit, für Patientinnen mit Tumorerkrankungen einen Termin zu vereinbaren.

In Notfällen oder bei akuten Symptomen sind Sie jederzeit, auch außerhalb der Sprechstunde, herzlich willkommen (Erste Hilfe 24/7).

Anerkennungen und Zertifizierungen

Die Charité ist stolz darauf, dass das Europäische Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs bereits 2007 als weltweit erstes spezialisiertes Eierstockkrebszentrum gegründet wurde. Zudem ist die Klinik als ESGO Center for Ovarian Cancer of Excellence und als erstes deutsches ESGO Center of Endometrial Cancer of Excellence (seit 2017) anerkannt.

Organisationsrechtliches und Hinweise

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Redaktionell verantwortlich gem. § 18 Abs. [nicht spezifiziert].

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Lymphödeme in der gynäkologischen Onkologie - Interview mit Prof. Sehouli | biosyn.de

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