Eine Entzündung im Gehörgang nach dem Schwimmen - diese unangenehme Erfahrung musste Jennifer machen. Wie sie künftig entzündlichen Reizungen mit besserer Ohrenpflege entgegenwirken will.

Die natürliche Funktion des Ohrenschmalzes
Ohrenschmalz, medizinisch Cerumen genannt, erfüllt im Ohr eine wichtige schützende und selbstreinigende Funktion. Spezielle Drüsen im Gehörgang produzieren dieses Sekret, um Hautpartikel und Schmutz zu binden und zu entfernen. Gleichzeitig reguliert es den Säureschutzmantel des Gehörgangs und wirkt der übermäßigen Ansiedlung von Bakterien, Viren und Pilzen entgegen.
Grundsätzlich reinigen sich gesunde Ohren von selbst. Das Cerumen wird durch Kaubewegungen und Sprechen allmählich zur Ohrmuschel transportiert und scheidet sich dort ab. Aus diesem Grund ist eine tiefe Säuberung der äußeren Gehörgänge meist nicht notwendig.
Wann die Selbstreinigung an Grenzen stößt
Bei einer engen Anatomie der Gehörgänge kann die natürliche Selbstreinigungsfunktion des Ohres an ihre Grenzen stoßen. Direkt vor dem Trommelfell kann sich dann leicht ein Pfropfen aus Ohrenschmalz bilden, der das Ohr verstopfen kann. Insbesondere ältere Menschen, aber auch Männer, produzieren je nach Veranlagung und mit zunehmendem Alter vermehrt Ohrenschmalz. Sie sind dann häufiger auf eine unterstützende Ohrenpflege angewiesen, da die körpereigene Reinigungsfunktion versagt.

Worauf bei der Ohrenreinigung zu achten ist
Wer seine Ohren reinigen möchte, kann überschüssiges Cerumen vorsichtig mit einem Tuch vom äußeren Rand des Gehörgangs abwischen. Bei verstopften Ohren können zum Beispiel Tropfen oder Sprays mit Ölen oder isotonischen Salzlösungen angewendet werden. Diese sind in Drogerien und Apotheken erhältlich und können helfen, einen verhärteten Pfropf aufzuweichen und zu lösen.
Der HNO-Arzt Kai Fruth gibt zusätzliche Tipps für die Badesaison: Beim Schwimmen in Seen oder im Meer können Bakterien, Viren oder Pilze in die Ohren gelangen. Um Entzündungen vorzubeugen, könne man die Gehörgänge mit warmem Wasser ausspülen und anschließend vorsichtig mit einem Fön auf niedriger Stufe trocknen. Dies verhindere, dass sich Feuchtigkeitskammern bilden, in denen sich Erreger ansiedeln könnten.
Hilfreiche Produkte zur Ohrreinigung
Wenn die Gehörgänge und Trommelfelle nicht vorgeschädigt und frei von Infektionen sind, kann eine Ohrspritze (eine Art Blasebalg, gefüllt mit lauwarmem Wasser) verwendet werden, um überschüssiges Cerumen über dem Waschbecken oder einer Nierenschale auszuspülen. Auch warmes Oliven- oder Mandelöl kann hierfür eingesetzt werden.
Andere Ohrenreiniger, wie beispielsweise spiralförmige Ohrbohrer mit einer weichen Spitze aus Silikon, eignen sich in der Regel nur für die Entfernung von äußerlich sichtbarem Ohrenschmalz. Tiefer sitzendes Sekret sollte stets von einem Facharzt entfernt werden.
Gefahren bei der Ohrenreinigung: Was vermieden werden sollte
Von der Verwendung von Wattestäbchen oder Ohrreinigern aus Metall wird dringend abgeraten. Diese können das Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang schieben und ihn verstopfen. Dies kann zu gefährlichen Infektionen oder sogar zu Verletzungen des Trommelfells führen.
Dr. Kai Fruth betont: "Es sollten keine Dinge in den Gehörgang eingeführt werden. Das führt im schlimmsten Fall zu Verletzungen des äußeren Gehörgangs oder des Trommelfells. Hier können auch Eintrittspforten für Entzündungen entstehen."
Vorsicht ist auch bei Produkten geboten, die Alkohol enthalten. Sie können die empfindliche Haut des Gehörgangs reizen und verletzen, und potenziell auch das Trommelfell oder das Innenohr schädigen.
Gehör - Organe des Menschen: Das Ohr
Ohrenkerzen: Ein Mythos?
Sogar Ohrenkerzen werden manchmal zur Reinigung und Entspannung eingesetzt. Die entstehende Hitze soll über dem Ohr einen Unterdruck erzeugen, der das Cerumen aus dem Ohr zieht. Für diese angebliche Wirkung fehlen jedoch wissenschaftliche Belege. HNO-Ärzte warnen stattdessen vor einem erhöhten Risiko für Verbrennungen. Betroffene sollten daher die Anwendung mit ihrem Arzt besprechen.
In-Ear-Kopfhörer und Hörgeräte
Dauerhaft getragene In-Ear-Kopfhörer oder Hörgeräte können die Ansammlung von Cerumen im Gehörgang begünstigen, da sie den natürlichen Abtransport nach außen behindern. Es ist ratsam, diese Geräte nicht zu lange am Stück zu tragen und regelmäßige Pausen einzulegen. Bei häufigem und längerem Gebrauch sollte auf eine regelmäßige Reinigung der äußeren Gehörgänge und der Geräte geachtet werden.
Als mögliche Alternative könnten Ohrmuschel-Kopfhörer oder Kopfhörer, die Schall über den Knochen leiten (Open Ears), in Betracht gezogen werden, da sie die äußere Öffnung des Gehörgangs unberührt lassen.
Wann ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte
Ein plötzlicher Hörverlust oder Ohrenschmerzen können Anzeichen für eine Überproduktion von Ohrenschmalz sein. Die Ursache sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Nur so lässt sich feststellen, ob es sich tatsächlich um eine starke Cerumenproduktion handelt oder ob behandlungsbedürftige Krankheiten wie Verletzungen des Trommelfells, eine Entzündung des Gehörgangs, eine Mittelohrentzündung oder ein Hörsturz dahinterstecken.
Ein Ohrenschmalzpfropf kann in der Arztpraxis durch eine Ohrspülung oder mit speziellen Instrumenten entfernt werden. Verschiedene Ohrentropfen, eine Salzlösung oder Öl können ebenfalls Linderung verschaffen. Oftmals werden auch verschiedene Maßnahmen kombiniert.
Methoden zur Entfernung von Ohrenschmalzpfropfen
Wenn ein Ohrenschmalzpfropf Beschwerden verursacht, wie:
- Hörminderung
- Schwindel
- Schmerzen
- Juckreiz
- Störende Geräusche im Ohr
oder wenn er eine Ohruntersuchung behindert, da er die Sicht auf das Trommelfell blockiert, ist seine Entfernung sinnvoll.
Ohrentropfen oder -sprays (Cerumenolytika)
Diese Präparate können das Ohrenschmalz aufweichen, sodass es leichter aus dem Ohr abfließen kann. Neben speziellen medizinischen Präparaten kommen auch Wasser, eine isotonische Salzlösung oder Öl (wie Oliven- oder Mandelöl) dafür infrage. Eine isotonische Salzlösung besteht aus 9 g Kochsalz pro Liter Wasser (0,9-prozentige Salzlösung).
Für Menschen mit einer Gehörgangsentzündung oder einem verletzten Trommelfell sind diese Mittel, ebenso wie Wasser, Salzlösung oder Öl, nicht geeignet. Das gilt auch für Personen, die kürzlich am Ohr operiert wurden.
Ohrspülungen
Bei einer Ohrspülung wird der Ohrenschmalzpfropf mit Wasser aus dem Gehörgang gespült. Dies geschieht in der Arztpraxis mithilfe einer speziellen Spritze oder eines Spülsystems. Manchmal werden vorab Ohrentropfen verabreicht, um den Pfropf aufzuweichen. Vor der Spülung vergewissert sich der Arzt, dass das Trommelfell intakt ist.
Während der Spülung zieht der Arzt die Ohrmuschel nach oben und hinten, um den Gehörgang zu strecken und das Wasser ungehindert bis zum Trommelfell fließen zu lassen. Ein Wasserstrahl wird vorsichtig auf die obere Wand des äußeren Gehörgangs gerichtet, um das Trommelfell nicht zu verletzen. Das Wasser fließt dann an der Wand entlang bis zum Trommelfell und wieder zurück, um schließlich aus dem Ohr zu laufen - idealerweise zusammen mit dem Ohrenschmalz.
Eine Ohrspülung ist nicht ratsam für Personen mit häufigen Gehörgangsentzündungen, einem zu engen Gehörgang, einem verletzten Trommelfell oder Paukenröhrchen. Ebenso wird von einer Ohrspülung nach einer Ohroperation abgeraten oder wenn das einzige funktionsfähige Ohr betroffen ist.
Menschen mit Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem sind nach einer Ohrspülung anfälliger für eine Gehörgangsentzündung. Um ihr Infektionsrisiko zu minimieren, kann der Arzt steriles Wasser und anschließend ansäuernde Ohrentropfen verwenden oder gänzlich auf eine Ohrspülung verzichten und den Pfropf mit einem Ohr-Instrument entfernen.
Nebenwirkungen sind selten, wenn das Ohr fachgerecht gespült wird. Dennoch können vorübergehende Ohrenschmerzen, eine eingeschränkte Hörfähigkeit oder ein Tinnitus auftreten. Sammelt sich Wasser hinter einem nicht vollständig entfernten Pfropf an, kann sich der Gehörgang entzünden. Zudem kann einigen Personen schwindelig werden.
Spezialinstrumente
Ein Ohrenschmalzpfropf kann mit speziellen Instrumenten entfernt werden. Hierfür sind medizinische Fachkenntnis und Erfahrung notwendig, um den Gehörgang nicht zu verletzen. Ohr-Instrumente werden daher meist in Praxen für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eingesetzt.
Der Arzt entfernt den Ohrenschmalzpfropf mithilfe einer sogenannten Kürette, einer speziellen Pinzette oder durch Absaugen. Um den Gehörgang besser einsehen zu können, können eine Lichtquelle oder ein Mikroskop zum Einsatz kommen.
Mit einem Ohr-Instrument lässt sich ein Pfropf besonders schnell entfernen. Dies ist jedoch nur bei Personen möglich, die während der Prozedur stillhalten können. Durch die Behandlung kann das Ohr etwas schmerzen. Verstopft der Pfropf beim Absaugen den Sauger, kann das entstehende Geräusch vorübergehendes Ohrrauschen, Tinnitus oder eine Hörminderung verursachen. Selten kommt es zu Schwindel.
Alternative Heilmethoden und deren Wirksamkeit
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Heilmethoden aus der Alternativ- oder Komplementärmedizin Ohrenschmalz lösen und hinausbefördern können. Dies gilt insbesondere für Ohrenkerzen, die in den Gehörgang eingeführt und am äußeren Ende angezündet werden. Fachleute warnen zudem, dass Ohrenkerzen die Ohren ernsthaft verletzen können.
Fachleute raten ebenfalls davon ab, Ohrenschmalz selbst mit Gegenständen wie einer Haarnadel oder Pinzette zu entfernen, da der äußere Gehörgang dabei verletzt werden und sich entzünden kann.
Der Baby Nasensauger und elektrische Ohrenschmalzentferner
Für die Pflege von Babys gibt es spezielle Geräte, die sowohl als Nasensauger als auch als Ohrenschmalzentferner fungieren. Diese Geräte sollen eine sichere und sanfte Lösung zur Beseitigung von verstopfter Nase und überschüssigem Ohrenschmalz bieten.

Funktionen und Vorteile
- 2-in-1-Funktionalität: Kombiniert Nasensauger und Ohrenschmalzentferner für eine umfassende Hygieneversorgung.
- Sanft und sicher für Babys: Ausgestattet mit weichen Silikonspitzen für Nase und Ohren, um eine schmerzfreie und reizfreie Reinigung zu gewährleisten.
- Einstellbare Saugleistung: Verfügt über einen Motor mit einstellbaren Saugstufen, passend für Neugeborene und Kleinkinder.
- Einfach zu reinigen und zu pflegen: Abnehmbare Silikonaufsätze und ein waschbares Design sorgen für hygienische Anwendung.
- Reinigung von Babys verstopfter Nase: Entfernt sanft Schleimansammlungen und beugt Nasenverstopfung vor. Babys können sich bis zum Alter von etwa zwei Jahren nicht schnäuzen, weshalb Nasensauger zur Beseitigung von Schleimansammlungen unerlässlich sind.
- Sichere Ohrenhygiene: Entfernt effektiv überschüssiges Ohrenschmalz ohne Verletzungsgefahr, im Gegensatz zu herkömmlichen Wattestäbchen.
- Pflege nach dem Baden: Hilft, Feuchtigkeit in den Ohren nach dem Baden zu entfernen.
- Pflegeleicht für unterwegs: Leicht und kompakt, passt in jede Baby-Pflegetasche.
- Elternfreundliches Design: Einfache Ein-Knopf-Bedienung.
- Umweltfreundlich und kosteneffektiv: Wiederaufladbar und wiederverwendbar.
Ohrenschmalz: Zweck und Risiken bei Übermaß
Ohrenschmalz schützt den Gehörgang, indem es Staub und Bakterien zurückhält. Zu viel davon kann jedoch das Gehör beeinträchtigen und Beschwerden verursachen.
Risiken herkömmlicher Methoden
Wattestäbchen und manuelles Absaugen können das Ohrenschmalz tiefer ins Ohr drücken oder die Nase reizen. Elektrische Sauger gelten als sicherere Wahl.
Empfehlung von Kinderärzten
Viele Kinderärzte empfehlen elektrische Nasensauger anstelle von Kübelspritzen, da sie den Schleim effektiver entfernen können.

Fazit zur Ohrenpflege
Ohrenschmalz ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Gehörgangs. Die Ohren reinigen sich in der Regel selbst. Eine übermäßige oder falsche Reinigung kann zu Problemen wie Ohrenschmalzpfropfen, Entzündungen und Verletzungen führen. Bei Beschwerden oder Unsicherheiten ist es ratsam, einen HNO-Arzt aufzusuchen.