Seit 40 Jahren zieht "Die Sendung mit der Maus" wissbegierige Kinder - und auch Erwachsene - vor den Fernsehbildschirm und bringt diese für eine halbe Stunde zum Staunen. Am 15. Mai 2005 startete die Wissensendung die Aktion "Frag doch mal ...", bei der insgesamt über 75.000 Fragen gesammelt und die am häufigsten gestellten festgehalten wurden. Einige von diesen haben nun Eingang gefunden in das Sachbuch "Können Fische pupsen?". In fünf Kategorien werden insgesamt 50 Fragen ausführlich und zugleich mit einem unterhaltsamen Grundton beantwortet. Welche Dinge genau Kinder beschäftigen, darüber mag eine kurze Übersicht einen ersten Eindruck vermitteln.

Jeweils zehn Fragen pro Wissensgebiet stellen den Leser vor kleine Herausforderungen fürs Köpfchen und veranlassen ihn zum eifrigen Nachdenken - und zwar über Körper & Mensch; Tiere; Natur, Technik & Umwelt; Rätsel des Alltags und Redewendungen. Wem eine erste Auswahl willkommen ist, bekommt im Folgenden eine kurze Liste mit den Highlights von "Frag doch mal ... die Maus!":
- Haben eineiige Zwillinge die gleichen Fingerabdrücke?
- Machen Babys schon im Bauch der Mutter Pipi?
- Haben Giraffen im ganzen langen Hals Halsschmerzen?
- Haben Küken einen Bauchnabel?
- Kann man auf dem Mond Federball spielen?
- Gibt es auch eckige Seifenblasen?
- Warum wird es im Mund beim Pfefferminzkaubonbonlutschen kalt?
- Sprechen Gehörlose überall in der gleichen Gebärdensprache?
- Warum schläft man wie ein Murmeltier?
- Wieso redet man um den heißen Brei herum?
Auch wenn hier nur zehn Beispiele aufgeführt sind, so zeigen diese doch, was Kinder (und Erwachsene) auf reichlich 200 Buchseiten erwartet - nämlich ein buntes Repertoire an spannendendem Wissen, das Futter für das Gehirn bietet. Damit lüften sich nach und nach die Geheimnisse des Lebens, die den Menschen schon seit langem interessieren. Originelle Texte, lustige Bilder und überraschende Maus-Infos machen "Können Fische pupsen?" zu einem unterhaltsamen Sachbüchlein, bei dem sich von ganz allein ein großer Lerneffekt einstellt. So gerät Wissen zu einem tollen Spaß, auf den man letzten Endes kaum mehr verzichten möchte. Kurzum: "Frag doch mal ... die Maus!" ist unterhaltsam, gespickt mit interessanten Informationen und Details und äußerst lehrreich - und zwar nicht nur für die ältere Generation, die gerne ihr Wissen um die Welt aufstockt.
Eineiige Zwillinge: Besondere Verbindungen und Herausforderungen
Das Phänomen eineiiger Zwillinge wirft viele interessante Fragen auf, sowohl wissenschaftlicher als auch persönlicher Natur. Eineiige Zwillinge entstehen aus einer einzigen befruchteten Eizelle, die sich teilt. Dies führt dazu, dass sie genetisch nahezu identisch sind. Über die ganz Welt gesehen ist etwa eine von vierzig Geburten eine Zwillingsgeburt, wobei die Verteilung sehr ungleich ist.

Die Verbindung zwischen eineiigen Zwillingen
Die Frage nach der Stärke der Verbindung zwischen eineiigen Zwillingen ist ein wiederkehrendes Thema. Viele Berichte deuten auf eine besonders tiefe und oft intuitive Verbindung hin. Eine Studie, bei der Gehirnhälften untersucht wurden, zeigte, dass bei eineiigen Zwillingen bei bestimmten Aufgaben fast ausschließlich die gleichen Gehirnbereiche reagierten, im Gegensatz zu Geschwistern, bei denen die Übereinstimmungen geringer waren. Dies legt nahe, dass eineiige Zwillinge "einfach gleicher ticken".
Einige erwachsene eineiige Zwillinge berichten von einer tiefen Verbundenheit, die es ihnen ermöglicht, sich oft ohne viele Worte zu verstehen und ähnliche Geschmäcker zu teilen. Dies kann zu einem hohen Maß an gegenseitigem Verständnis führen. Es gibt jedoch auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass eine zu starke Abhängigkeit voneinander, wie sie bei manchen eineiigen Zwillingen vorkommt, dazu führen kann, dass sie sich nicht als vollwertige Individuen fühlen. Eine bewusste Erziehung, die die Individualität jedes Kindes betont, spielt hierbei eine wichtige Rolle.
Ob die Verbindung tiefer ist als bei zweieiigen Zwillingen oder anderen Geschwistern, ist letztlich individuell. Viele Faktoren wie Charakter, Persönlichkeit und Erziehung beeinflussen die Dynamik der Beziehung. Dennoch ist die besondere "Zwillings"-Verbindung bei eineiigen Zwillingen ein faszinierendes Phänomen.
Persönliche Erfahrungen mit Mehrlingsschwangerschaften
Die Schwangerschaft mit Zwillingen kann eine emotionale Achterbahnfahrt sein, wie die Erfahrungen zweier Frauen zeigen:
Eine unerwartete Wendung
Eine Frau befand sich in der 36. Schwangerschaftswoche mit Zwillingen, als bei einer Routineuntersuchung starke Einschränkungen ihres Sichtfeldes auftraten. Dies führte zu einer sofortigen Einweisung ins Krankenhaus. Der Blutdruck schwankte stark, und die Sorge um die ungeborenen Kinder war groß. Während ihres Krankenhausaufenthalts lernte sie Judith kennen, die ebenfalls mit Zwillingen schwanger war und bereits mehr Erfahrung mit Krankenhausaufenthalten hatte. Die beiden Frauen entwickelten eine enge Freundschaft, die ihnen half, die schwierige Zeit zu überstehen.
Die Entscheidung zur Einleitung der Geburt fiel sechs Tage vor dem errechneten Termin. Die folgenden Tage waren geprägt von Wehen, CTGs und wenig Schlaf. Die Meinungen der Ärzte bezüglich einer natürlichen Geburt oder eines Kaiserschnitts gingen auseinander. Trotz der Strapazen und des Schlafmangels war die Frau von einer natürlichen Geburt überzeugt. Schließlich wurde die Entscheidung zur Einleitung getroffen, die jedoch nicht sofort den gewünschten Erfolg brachte.
Kurios: Diese Zwillinge haben in unterschiedlichen Monaten Geburtstag | Klinik am Südring | SAT.1 TV
Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft
Eine andere Frau erfuhr in der 34. Schwangerschaftswoche mit Zwillingen von einer möglichen schweren Behinderung eines der Babys. Nach mehreren Untersuchungen und der Einholung einer zweiten Meinung bestätigte sich die Diagnose. Die Vorstellung, ein Kind zu verlieren, war quälend. Nach Einbeziehung eines Humangenetikers und weiteren Untersuchungen, die keinen genetischen Defekt ergaben, entschieden sich die werdenden Eltern für einen selektiven Fetozid, einen Eingriff, der erst ab der 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann, um das Risiko einer Frühgeburt des gesunden Zwillings zu minimieren.
Der Eingriff, der von einem erfahrenen Arzt durchgeführt wurde, verlief schmerzfrei. Die psychologische Betreuung war während dieser gesamten Phase entscheidend. Die werdenden Eltern konzentrierten sich auf das gesunde Kind und bereiteten sich auf eine Geburt vor, die von Trauer und Freude geprägt sein würde. Die Erfahrung unterstreicht die Notwendigkeit, solche Themen öffentlich zu diskutieren und betroffenen Eltern eine Plattform zum Austausch zu bieten.
Berühmte Zwillinge: Die Kesslers
Die Zwillingsschwestern Ellen und Alice Kessler sind ein beeindruckendes Beispiel für eine lange und erfolgreiche Karriere, die sie als eineiige Zwillinge absolvierten. Mit 80 Jahren blicken sie auf ein Leben als Tänzerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen zurück, das sie stets gemeinsam meisterten.
Ihr Leben war oft durch die enge Verbundenheit geprägt. Sie leben in einem eigens für sie umgebauten Haus, in dem ihre Räume spiegelverkehrt angelegt sind. Diese Konstellation ermöglicht es ihnen, sowohl Intimität als auch Individualität zu wahren. Ihr Erfolgsgeheimnis liegt unter anderem in einem konsequenten Fitnessprogramm: 45 Minuten Aerobic jeden zweiten Tag, im Wechsel von Ellen und Alice. Ihr Lebensmotto lautet: "Lächeln, sich nichts anmerken lassen, weitermachen."

Die Kesslers mussten sich im Laufe ihrer Karriere immer wieder mit ihrer deutschen Herkunft auseinandersetzen, insbesondere im Ausland. Trotz Anfeindungen und Spott eroberten sie die Bühnen der Welt, von Paris bis zu Auftritten in den USA mit Frank Sinatra. In Italien erlebten sie ihren größten Ruhm und wurden als "wie Feen" bestaunt. Selbst der Vatikan kontrollierte ihre Auftritte. Ihre Popularität stieg weiter, als sie sich Anfang 1976 für den italienischen "Playboy" auszogen, was zu einem ausverkauften Magazin führte.
Die längste Beziehung von Ellen führte sie 20 Jahre lang mit dem Schauspieler Umberto Orsini zusammen. Die Dynamik ihrer Beziehungen war oft davon geprägt, dass die eine Schwester verliebter war als die andere. Die meisten Partnerschaften scheiterten jedoch an Untreue oder daran, dass die Kesslers ihr Zwillingskonzept nicht aufgeben wollten, um einem Leben mit Ehe und Familie nachzugehen. Sie wollten weder ihren Beruf aufgeben noch das Schicksal ihrer Eltern teilen.
Auch heute noch teilen sie sich Rollen, wie im Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York". Ihre tiefe Verbundenheit zeigt sich auch in der Überlegung, sich im Falle einer unheilbaren Krankheit gemeinsam aus dem Leben zu verabschieden. Ihre Geschichte ist ein Zeugnis für die Kraft der Zwillingsverbindung und ein Leben im Einklang mit der eigenen Identität.
Siamesische Zwillinge: Seltene Fälle und medizinische Herausforderungen
Ein besonders seltener Fall der Zwillingsentwicklung sind die sogenannten "Siamesischen Zwillinge". Diese entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle nicht vollständig teilt, was dazu führt, dass die Zwillinge bestimmte Körperteile gemeinsam haben.
Der Name "Siamesische Zwillinge" leitet sich von den Brüdern Chang und Eng Bunker ab, die am Bauch und an der Brust zusammengewachsen waren und aus Siam (heute Thailand) stammten. Sie hatten zwei Skelette, vier Arme, vier Beine, zwei Wirbelsäulen und zwei Köpfe, aber gemeinsam genutzte Organe.

Moderne medizinische Fortschritte ermöglichen heute die Trennung von Zwillingen, die nur oberflächlich verbunden sind. Wenn jedoch lebenswichtige Organe wie das Herz geteilt werden müssen, ist eine Operation nicht möglich und würde zum Tod eines oder beider Zwillinge führen. In der Vergangenheit war die Überlebenschance für Siamesische Zwillinge oft gering, und auch die Mütter waren durch die Geburt stark gefährdet.
Bei Tieren greift die Natur oft früher ein, indem sie den Fötus abstößt, wenn eine solche Fehlentwicklung für die Mutter gefährlich wäre.