Evi Sachenbacher-Stehle, eine ehemalige deutsche Biathletin, hat ihre sportlichen Erfolge gegen ein erfülltes Familienleben und ein wichtiges soziales Engagement getauscht. Ihre sportlichen Gene gibt sie nun an ihre Töchter weiter, die einem strengen Trainingsplan folgen, während sie selbst als Botschafterin für den Bundesverband das Frühgeborene Kind e.V. tätig ist.

Frühes Leben und sportliche Anfänge
Evi Sachenbacher-Stehle wurde 1980 geboren und kam selbst als Frühchen zur Welt, zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin. Diese Erfahrung prägte ihr Leben und das ihrer Eltern maßgeblich. Trotz anfänglich kritischer Prognosen kämpfte sie sich ins Leben zurück und entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Athletin. Schon als Kind war sie zierlicher als Gleichaltrige, doch dieser frühe Kampf um ihre Gesundheit machte sie zäher und stärker, was sich später im Leistungssport auszahlte.
Beeindruckende Karriere im Wintersport
Ihre sportliche Laufbahn war geprägt von herausragenden Leistungen. Im Skilanglauf gewann sie bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City eine Gold- und eine Silbermedaille. Bei Weltmeisterschaften sammelte sie insgesamt fünf Medaillen, darunter Gold mit der Staffel 2003 in Val di Fiemme. Im Jahr 2012 wechselte sie zum Biathlon und bewies auch dort ihre Klasse mit mehreren Podiumsplätzen im Weltcup. Bereits bei ihrem ersten offiziellen Biathlon-Wettkampf sicherte sie sich eine Goldmedaille bei den deutschen Meisterschaften. Nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi beendete sie ihre aktive Sportkarriere.

Der Dopingfall in Sotschi
Die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi wurden für Evi Sachenbacher-Stehle zu einem Wendepunkt. Während der Spiele wurde in ihrem Körper die Substanz Methylhexanamin nachgewiesen, ein Stimulans, das im Training erlaubt, im Wettkampf jedoch verboten ist. Die Substanz wurde als Verunreinigung in einem Nahrungsergänzungsmittel gefunden, das sie eingenommen hatte. Der positive Dopingtest führte zu einer zweijährigen Sperre durch den Biathlon-Weltverband IBU, die sie als ungerecht empfand, da sie stets gegen Doping eingestellt war. Vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS klagte sie erfolgreich auf Verkürzung der Sperre auf sechs Monate. Die Herstellerfirma des Tees erhielt eine Ordnungsstrafe.
Neues Leben im Allgäu und familiäres Glück
Nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere zog Evi Sachenbacher-Stehle mit ihrem Mann Johannes Stehle ins idyllische Fischen im Allgäu. Dort lebt sie mit ihren beiden Töchtern Greta und Mina und genießt das Familienleben in vollen Zügen. Sie teilt auf Instagram regelmäßig Eindrücke von ihren sportlichen Aktivitäten in der Natur, darunter Skifahren, Klettern und Wandern, oft in Begleitung ihrer Kinder. Ihre Töchter zeigen bereits großes sportliches Talent und eifern ihrer Mutter nach. Mina hat sogar einen eigenen Trainingsplan erstellt, was Evi mit Stolz auf Instagram teilte.

Die Familie betreibt gemeinsam mit Evis Schwager zwei Skischulen im Allgäu, wo Evi auch selbst Skikurse für Kinder sowie Langlauf- und Biathlonkurse gibt. Nebenbei absolvierte sie ein Studium der Ernährungsberatung und eine Weiterbildung zur Sustainability Managerin.
Engagement für Frühgeborene
Ein besonderes Anliegen ist Evi Sachenbacher-Stehle die Thematik der Frühgeborenen. Da sie selbst als Frühchen zur Welt kam und die Unsicherheiten und Strapazen, die dies für Eltern bedeutet, aus Erzählungen kennt, engagiert sie sich als Botschafterin für den Bundesverband das Frühgeborene Kind e.V. Sie möchte Eltern in ähnlichen Situationen unterstützen und auf die Bedeutung der Frühgeborenenmedizin aufmerksam machen. Sie betont, dass sich in diesem Bereich glücklicherweise viel getan hat und heute viel mehr Kindern geholfen werden kann.

Ein besonderer Meilenstein mit dem Ehemann
Gelegentlich nimmt sich das Paar auch eine Auszeit vom Familienalltag. So genossen Evi Sachenbacher-Stehle und ihr Ehemann Johannes einen besonderen Abend zu zweit in einem schicken Hotel in Oberstdorf, ihre erste gemeinsame Auszeit zu zweit seit vier Jahren. Diese Momente der Zweisamkeit sind für die zweifachen Eltern eine willkommene Abwechslung im oft trubeligen Familienleben.
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