Nach der Geburt möchten alle Mamas, dass ihr Kind sich in der neuen Umgebung pudelwohl fühlt. Ein Babynest ist eine wunderbare Möglichkeit, dem Neugeborenen eine geborgene und kuschelige Umgebung zu schaffen, die an die Gebärmutter erinnert. Ein Babynest zu nähen, ist ein einfaches Projekt, das auch für Anfänger gut geeignet ist und mit unserer Anleitung gelingt.

Warum ein Babynest nähen?
Ein Babynest simuliert die warme und schützende Umgebung des Mutterleibs, was dem Baby ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Mit Hilfe unserer detaillierten Anleitung wirst du feststellen, dass es gar nicht so schwer ist, ein Babynest zu nähen, wie es zunächst aussehen mag. Ein selbstgenähtes Babynest ist zudem eine besondere und persönliche Anfertigung, die mit hochwertigen Materialien gefertigt wird.
Materialkosten und Zeitaufwand
Die Materialkosten für ein Babynest sind überschaubar. Für etwa 5-10 € erhältst du 0,5 m Baumwollstoff, für 5-11 € 0,5 m Frotteestoff und für ca. 5 € 250 g Füllwatte. Ein Meter Schrägband kostet ebenfalls nur einen geringen Betrag. Der geschätzte Zeitaufwand für das Nähen eines Babynests liegt bei etwa 2-5 Stunden, abhängig von deiner Näherfahrung.
Benötigte Materialien
- Für die Rückseite: Baumwollstoff oder Jerseystoff (ca. 1 m)
- Für die Vorderseite: Frotteestoff (ca. 1 m)
- Füllwatte (ca. 250 g)
- Volumenvlies (drei Rechtecke von ca. 64 x 32 cm)
- Kordel oder Zugband (ca. 3,5 m)
- Schrägband (ca. 1 m)
- Nähmaschine (Overlock-Nähmaschine empfohlen)
- Stecknadeln
- Stoffschere
- Trickmarker oder Bleistift
- Bügeleisen
- Optional: Teflon-Nähfuß, Obertransportfuß, SnapPap für ein Label
Das Schnittmuster und der Zuschnitt
Im Internet gibt es viele kostenlose Schnittmuster für Babynester in verschiedenen Größen. Wähle ein Schnittmuster, das deinen Bedürfnissen entspricht. Bevor du mit dem Zuschneiden beginnst, ist es ratsam, die gesamte Anleitung einmal durchzulesen, um den Ablauf zu verstehen und eventuelle Anpassungen vorzunehmen.
Wichtige Hinweise vor dem Zuschneiden:
- Wasche alle Stoffe vor dem Zuschneiden.
- Bügle die gewaschenen Stoffe gründlich, um ein plan aufliegendes Schnittmuster zu gewährleisten und einen akkuraten Zuschnitt zu erzielen.
- Überlege, ob du zusätzliche Elemente wie ein kleines Kissen oder eine Krabbeldecke nähen möchtest.
- Wenn du ein Label anbringen möchtest, überlege dir dessen Position und bringe es frühzeitig an.
Zuschnitt der einzelnen Teile:
- Schneide den Baumwoll- oder Jerseystoff für die Rückseite gemäß dem Schnittmuster zu.
- Schneide den Frotteestoff für die Vorderseite entsprechend dem Schnittmuster zu.
- Schneide drei Platten Volumenflies in der Größe von ca. 64 x 32 cm zu.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nähen des Babynests
Vorbereitung der Stoffteile
Lege den Baumwollstoff und den Frotteestoff jeweils mit der rechten Seite nach außen (rechts auf rechts) aufeinander und stecke sie gut fest. Nähe sie anschließend rundherum zusammen, lasse jedoch die untere Kante frei, um das Nest später wenden zu können. Die untere Kante ist diejenige, an der später die Füllung eingefüllt wird.
Tipp: Wenn „rechts auf rechts“ (r-a-r) angegeben wird, bedeutet dies, dass beide Stoffteile mit der Motivseite, also der später sichtbaren Seite, übereinandergelegt werden.
Einarbeitung des Volumenvlieses
Lege die drei zugeschnittenen Stücke Volumenflies mittig aufeinander und platziere sie zwischen die beiden Stoffteile. Achte darauf, dass an der unteren Kante noch genügend Platz zum Zunähen bleibt. Befestige das Volumenflies mit Stecknadeln, damit es beim Nähen nicht verrutscht. Nähe das Volumenflies ca. 1 cm von der Kante entfernt fest, um es sicher zu fixieren.
Tipp zur Vliesbearbeitung: Wenn du das Innen-Schnittmuster (Teil für die Vlieseline) aus dem Hauptschnittmuster heraustrennst, klebe die Schnittlinien vorher mit breitem transparenten Klebeband ab. So kannst du das herausgeschnittene Teil später wieder mit dem Rest des Schnittmusters verbinden, falls du erneut ein Babynest nähen möchtest.
Wenden und Absteppen
Wende das genähte Teil vorsichtig auf die rechte Seite. Um die Rundungen besser ausformen zu können, mache kleine Einschnitte in die Nahtzugabe an den Rundungen, bis kurz vor die Naht.
Tipp zur Kontur: Nach dem Wenden auf rechts kannst du die äußere Nahtlinie sorgfältig aufeinanderlegen und die Kante gut pressen. Dies erleichtert später das Einfädeln des Bandes im Tunnelzug.
Anbringen des Schrägbandes
Lege das Schrägband mittig auf die eben genähte Naht und stecke es gut fest. Klappe den Anfang und das Ende des Schrägbandes ca. 1-2 cm nach innen ein, um einen sauberen Abschluss zu erhalten. Nähe das Schrägband nun knappkantig an beiden Seiten fest. Dies kann etwas fummelig sein, nimm dir also Zeit für ein sauberes Ergebnis.
Hinweis zum Schrägband: Du kannst fertiges Schrägband verwenden oder es selbst aus deinem Wunschstoff herstellen. Die Herstellung eines Endlos-Streifens aus einem Stoffquadrat ist besonders materialsparend.

Einarbeitung des Tunnelzugs und der Füllung
Fädle die Kordel durch den Tunnelzug. Mache einen Knoten an einem Ende der Kordel und befestige eine Sicherheitsnadel am anderen Ende, um das Einfädeln zu erleichtern. Befülle nun die beiden seitlichen Öffnungen des Babynests mit Füllwatte, bis das Nest die gewünschte Dicke und Festigkeit erreicht hat. Schließe die Öffnungen anschließend per Hand oder mit der Nähmaschine.
Tipp: Wenn du möchtest, kannst du die gesamte Liegefläche in regelmäßigen Abständen absteppen, um sicherzustellen, dass das Volumenfließ auch nach dem Waschen an Ort und Stelle bleibt.
Fertigstellung
Ziehe die Kordelenden zusammen, fädle die Stopper ein und mache eine Schleife. Kürze die Kordel bei Bedarf, falls sie zu lang ist. Dein selbstgenähtes Babynest ist nun fertig!
Zusätzliche Tipps und Tricks für dein Nähprojekt
Um das Nähen noch angenehmer und das Ergebnis perfekter zu gestalten, hier einige zusätzliche Tipps:
- Umgang mit Kunstleder: Wenn du mit Kunstleder arbeitest, verwende einen Teflon-Nähfuß oder lege Backpapier zwischen Transporteur und Kunstleder. Stecke Kunstleder nicht, sondern klemme es fest. Stelle die Stichlänge etwas größer ein.
- Reste verwerten: Volumenvlies-Reste eignen sich hervorragend zum Probe-Quilten für Matratzen oder Krabbeldecken.
- Griffe und Labels: Überlege dir frühzeitig, ob du einen Griff oder ein Label anbringen möchtest und wie du diese gestaltest. Ein Griff kann aus Kunstleder und SnapPap für ein individuelles Label gefertigt werden.
- Quilten: Achte beim Quilten auf das sorgfältige Stecken der Nadeln (quer zur Nährichtung und vom Zentrum nach außen). Ein Obertransportfuß kann das Verrutschen der Stofflagen verhindern.
- Nahtzugaben an den Schenkeln: Im Bereich der Füllöffnungen (unteren Schenkel) sollten die Nahtzugaben ca. 1,5 cm vor dem Wenden eingeschnitten werden, um eine glatte Kontur zu erzielen.
- Schrägband annähen: Ziehe das Schrägband beim Stecken leicht stramm, da es dehnbar ist. Verwende beim Annähen einen Kantensteppfuß und stelle die Nadelposition auf "unten". Ziehe den Außenstoff vor dem Nähfuß leicht auseinander, um Wellen zu vermeiden.
- Sicherung von Nahtenden: Sondere Nahtanfang und -ende gut ab, da hier durch das Zusammenziehen der Kordel Zug ausgeübt wird.
Nähen für Anfänger: Spielwürfel für Babys | Übung zum Nahtzugaben einhalten und Ecken nähen
Ein Babynest zu kaufen ist eine Option, aber eines mit hochwertigen Materialien selbst zu fertigen, ist etwas Besonderes. Die kuschelige Begrenzung beruhigt das Baby und gibt ihm das Gefühl, gehalten zu werden. Durch die Bindebänder kannst du das Nest individuell an die Bedürfnisse deines Babys anpassen.
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