Niedersachsen: Geografie, Landwirtschaft und Bodenschutz

Niedersachsen ist ein Bundesland im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Flächenmäßig ist es nach dem Freistaat Bayern das zweitgrößte deutsche Land und nach der Einwohnerzahl das viertgrößte. Die Landeshauptstadt ist Hannover. Im Raum von Niedersachsen liegen die Stadtstaaten Bremen und Hamburg.

Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und die Elbe. Im Südosten verläuft die Landesgrenze durch den Harz, ein Mittelgebirge.

Geografische Gliederung

Der Nordosten und der Westen des Landes - insgesamt rund drei Viertel der Landesfläche - gehören zur Norddeutschen Tiefebene. Der Süden ist Teil des Niedersächsischen Berglandes, zu dem das Weserbergland, Leinebergland, Schaumburger Land, Braunschweiger Land, Untereichsfeld, Elm und Lappwald zählen.

Im Nordosten Niedersachsens befinden sich die Lüneburger Heide und die Stader Geest. Während dort ärmere Sandböden der Geest dominieren, finden sich im mittleren Osten und Südosten in der Lössbördenzone ertragreiche Böden mit hoher natürlicher Fruchtbarkeit. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltige Böden) gilt das Land landwirtschaftlich als gut erschlossen.

Karte von Niedersachsen mit Hervorhebung von Geografie und Regionen

Im Westen liegen die Grafschaft Bentheim, das Osnabrücker Land, das Emsland, das Oldenburger Land, das Ammerland, das Oldenburger Münsterland und an der Küste Ostfriesland. Die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg ist ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

Regionale Identität und Küche

In Regionen wie Oldenburg und Schaumburg-Lippe findet man bis heute häufig einen ausgeprägten Lokalpatriotismus. Im Umland der Hansestädte Bremen und Hamburg herrscht dagegen häufiger eine Orientierung in Richtung dieser Zentren vor.

Die Niedersächsische Küche repräsentiert einen wesentlichen Teil der Norddeutschen Küche. Bedingt durch die vielfältigen Landschaften besteht sie eigentlich aus einer Vielzahl regionaler Küchen, die sich aber in weiten Teilen sehr ähneln, so z. B. der Oldenburger, Braunschweiger oder der Ostfriesischen.

Typische Gerichte und Zutaten

  • Am häufigsten kommen Kartoffeln, welche in verschiedenen Variationen (v. a. als Salzkartoffeln) gegessen werden, als Beilage vor.
  • Beliebtes und landestypisches Gemüse im Winter ist der Grünkohl, regional, v. a. in Bremen und im Braunschweiger Land auch als „Braunkohl“ bezeichnet.
  • Typische Fischgerichte sind zum einen in Küstennähe und im Bereich von Elbe-, Weser-, Jade- und Emsmündung Scholle, Butt, Hering und Makrele.
  • Im Binnenland wird häufig aber auch Forelle oder Aal (z.B. am Steinhuder Meer) gegessen.
  • Bekannte Wurstspezialitäten sind Calenberger Pfannenschlag (auch bekannt als Rinderwurst), „Braunschweiger“-Wurst, Osnabrücker Wurstebrot (Grützwurst), Stopsel und Pottwurst mit Sauerkraut.
  • Eine besondere Erwähnung verdient die Hochzeitssuppe.
  • Stranddreizack (Triglochin maritimum), auch unter dem Namen „Röhrkohl“ bekannt, wächst im Bereich der Salzwiesen direkt in Ufernähe und wird wie Grünkohl als deftiger Eintopf zubereitet.
Teller mit Grünkohl und Pinkel

Getränke

In Niedersachsen wird überwiegend Kaffee getrunken. In Ostfriesland ist jedoch der kräftige Tee (Assam) mit speziellen Zubereitungstraditionen mit „Kluntjes“ (Kandis) und Sahne verbreitet - die Ostfriesische Teekultur ist bekannt und es gibt Teemuseen in Norden und Leer.

Niedersachsen ist die Heimat vieler Brauereien, so z. B. in Jever, Einbeck, Celle, Lüneburg, Braunschweig, Allersheim, Hannover, Wittingen, Peine, Stadthagen und Göttingen. Drei der ältesten, schon seit dem Mittelalter gebrauten Biere sind die Braunschweiger Mumme, die Goslarer Gose und das Ducksteiner.

Ein deutsches Zentrum der Spirituosenherstellung ist das emsländische Haselünne, wo seit dem 18. Jahrhundert produziert wird.

Bodenschutz und Nachhaltigkeit

Ende Oktober fand im Forschungsmuseum Schöningen der vierte Nachhaltigkeitstag des UNESCO Global Geoparks Harz - Braunschweiger Land - Ostfalen statt, der dieses Jahr im Zeichen des Bodenschutzes stand.

Aktuelle Themen und Herausforderungen

Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Henning Zellmer, dem Geschäftsstellenleiter des Geoparks, und Dr. Volker Wilde, Vorsitzender des Geopark-Beirats. Den Auftakt machte Dr. Ernst Gehrt mit seinem Vortrag „Der Boden und seine Bedeutung in der Gesellschaft“. Er beleuchtete die unterschiedlichen Interessen von Wissenschaftlern, Kulturschaffenden und Politikern am Thema Boden und zeigte auf, dass der Boden zunehmend als wirtschaftliche Ressource betrachtet wird, etwa durch das Phänomen des „Landgrabbing“. Er thematisierte auch Nachhaltigkeitsdilemmata.

Dr. Robin Stadtmann vom Referat Bodenschutz des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie erläuterte die „Herausforderungen und Perspektiven des vorsorgenden Bodenschutzes in Niedersachsen“. Er verdeutlichte, dass Böden aus der Interaktion von Relief, Wasser, Klima, Organismen und Gestein entstehen und daher interdisziplinäre Ansätze im Schutz benötigen.

Dr. Thomas Jensen, Fachgebietsleiter für Forstliche Standortskunde bei den Niedersächsischen Landesforsten, stellte den „Boden des Jahres 2024“ vor: den Waldboden.

Infografik über die Schichten eines gesunden Bodens

Prof. Dr. Christoph Tebbe, Wissenschaftlicher Direktor am Thünen-Institut für Biodiversität in Braunschweig, sprach über die „Bedeutung des Mikrobioms für die Funktion unserer Böden“. Abschließend behandelte Dr. Friedhart Knolle vom BUND Niedersachsen das Thema „Die Schwermetallböden des Geoparks im Spannungsfeld von Montanwirtschaft und modernem Bodenschutz“.

Diskussion und Ausblick

Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, in der sich alle Referenten gemeinsam der Frage widmeten: Wie gelingt nachhaltiger Bodenschutz? Diskutiert wurden Bewusstseinsbildung und Renaturierungsmaßnahmen auf politischer Ebene, die endliche Ressource Boden und die Forderung, keine neuen Flächen zu versiegeln, bevor vorhandene Strukturen - etwa Carports - mit Solartechnik ausgestattet sind. Zudem wurde die Bedeutung der frühzeitigen Bildung und Aufklärung über Bodenschutz hervorgehoben.

Rückblickend war der Nachhaltigkeitstag ein voller Erfolg, der Teilnehmerinnen, Referentinnen und Organisator*innen inspirierte, sich weiter für den Schutz unserer Böden einzusetzen.

Natur und Erholung in Niedersachsen

Die Wälder im Naturpark sind vielfältig. Neben dem Elm, der als größter und schönster Buchenwald Norddeutschlands gilt, versprechen auch der urwüchsige Dorm und der geheimnisvolle Lappwald eindrucksvolle Naturerlebnisse.

Aber auch Moore, Quellflüsse, Seen, Heideflächen, Salzwiesen und artenreiche Kalk-Magerrasen gehören zum Erscheinungsbild des Naturparks.

Idyllische Landschaft im Elm-Lappwald-Naturpark

Insgesamt erschließen markierte Wanderwege mit einer Gesamtlänge von ca. 500 km die Naturschönheiten im Naturpark und sind Ausgangspunkt für so manch erholsame Begegnung mit noch intakter Natur, fernab vom Großstadtlärm.

Anhand von Gesteinen, Fossilien und weiteren Exponaten wird die Natur-, Landschafts- und Erdgeschichte des Braunschweiger Landes veranschaulicht. Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Schulklassen haben hier auch die Möglichkeit, sich geologischen Fragestellungen von praktischer Seite zu nähern.

Lebendige Berge - Die Geologie Südtirols

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