Plazenta Globuli: Anwendung und Dosierung in der Homöopathie

Die Anwendung und Dosierung homöopathischer Mittel, einschließlich Plazenta Globuli, basiert auf Empfehlungen und individuellen Erfahrungen. Es ist zu beachten, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel zu einer sogenannten Erstverschlimmerung kommen kann, bei der sich die Symptome vorübergehend verschlechtern, bevor eine Besserung eintritt. Bei starken Beschwerden kann die Therapie auch häufiger erfolgen, beispielsweise alle 30 bis 60 Minuten, und einmalig durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann auch eine höhere Potenz des Mittels in Erwägung gezogen werden.

Grundlagen der Plazenta Globuli Anwendung

Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, spielt während der Schwangerschaft eine zentrale Rolle für die Versorgung und den Schutz des Babys. Sie übernimmt die Funktionen der kindlichen Organe, bis diese ausgereift sind, produziert Hormone und Abwehrstoffe und schützt vor Schadstoffen und Krankheitserregern. Nach der Geburt hat die Plazenta ihre primäre Aufgabe erfüllt. In der Homöopathie wird jedoch seit über 200 Jahren die Kraft der Plazenta geschätzt, und es existiert ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten für Plazenta Globuli.

Für jedes homöopathische Mittel wird ein sogenanntes Arzneimittelbild erstellt, das die Situationen und Erkrankungen beschreibt, bei denen das Mittel eingesetzt werden kann. Die Erkenntnisse über Plazenta Globuli stammen ursprünglich von Mitteln, die aus einer beliebigen menschlichen Plazenta hergestellt wurden. Viele Homöopathen erkennen jedoch, dass die verwendete Plazenta entscheidend für die Wirkweise sein kann. Um den individuellen Verlauf der Schwangerschaft und die persönliche Prägung der Plazenta im homöopathischen Mittel widerzuspiegeln, ist die Aufarbeitung der eigenen Plazenta sinnvoll. So entstehen individuelle Mittel wie die mentop vac® Plazenta Globuli, deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten durch die Erfahrungen vieler Hebammen bestätigt werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass Plazenta Globuli, wie andere homöopathische Zubereitungen, nicht Gegenstand valider naturwissenschaftlicher Studien sind und somit von der Schulmedizin nicht anerkannt werden. Sie gelten jedoch als besondere Therapieform und sind gesetzlich anerkannt.

Schematische Darstellung der Plazenta und ihrer Funktion während der Schwangerschaft

Anwendungsbereiche für Plazenta Globuli

Plazenta Globuli werden insbesondere bei Beschwerden rund um die Geburt, das Stillen und bei Säuglingsbeschwerden eingesetzt. Sie können jedoch auch lebenslang als begleitende Behandlung in Erwägung gezogen werden, wenn Themen wie Loslassen und Ablösung dem Kind Probleme bereiten, beispielsweise bei hartnäckigem Husten oder Schulwechsel.

Für die Mutter

  • Während der Stillzeit: Vorsichtige Dosierung und Rücksprache mit einem Behandler sind ratsam. Plazenta Globuli sollen die Qualität der Muttermilch verbessern und den Milchfluss fördern, was potenziell ein frühes Zufüttern des Säuglings vermeiden kann.
  • Menstruationsprobleme: Nützlich bei verschiedenen Menstruationsbeschwerden.
  • Rückbildung der Gebärmutter: Kann die Rückbildung nach der Geburt unterstützen.
  • Abstillen: Das Abstillen wird häufig erleichtert.
  • Immunsystem und Erschöpfung: Kann das Immunsystem bei Erschöpfung kräftigen und stärken.
  • Aufregende Ereignisse: Geeignet für Mutter und Kind zur besseren Verarbeitung von nervlichen und seelischen Belastungen bei bevorstehenden Ereignissen wie Taufe, Einschulung oder Urlaubsreise.

Für das Kind

Die Einsatzgebiete der Plazenta Globuli beim Kind sind vielfältig und umfassen grundsätzlich jede Situation, in der das Kind eine Unterstützung des Immunsystems benötigt. Dazu gehören:

  • Infektanfälligkeit: Erkältungskrankheiten, Husten, Schnupfen, Schniefen.
  • Verdauungsprobleme: Bauchkoliken, Blähungen.
  • Wachstumsbeschwerden.
  • Zahnungsprobleme.
  • Hautirritationen und Hauterkrankungen (z.B. Ekzeme, Neurodermitis).
  • Schlafschwierigkeiten.
  • Nach Impfungen: Begleitende Anwendung bei Symptomen und Beschwerden nach Schutzimpfungen.
  • Vorbeugung gegen Aufregungen: Zur Förderung von Gelassenheit bei bevorstehenden Aufregungen wie Taufe, Familienfeiern oder Umzügen.

Weitere Anwendungsgebiete

Prinzipiell ist die unterstützende Behandlung aller Beschwerden, bei denen eine regulierende Wirkung auf den Organismus erwünscht ist, ein potenzielles Einsatzgebiet für Plazentanosoden. Dies schließt ein:

  • Das Immunsystem (aufbauend bei Infekten, absenkend bei überschießenden Reaktionen wie Allergien).
  • Das Hormonsystem (Regelbeschwerden, Menopause, Klimakterium).
  • Beschwerden wie Migräne, Neurodermitis, Sodbrennen und andere.

Es ist jedoch zu beachten, dass Plazenta-Globuli nur für die Mutter bestimmt sind. Es gibt zwar viele Anwendungserfahrungen, die belegen, dass auch Babys davon profitieren können, jedoch muss die Mutter in solchen Fällen die Verantwortung übernehmen. Erkrankungen, bei denen andere Behandlungen zwingend notwendig sind, sind von der Anwendung ausgeschlossen.

Dosierung und Anwendung von Plazenta Globuli

Die Dosierung und Potenzwahl von Plazenta Globuli hängt von der Art und Intensität der Beschwerden ab.

Potenzen

  • Körperliche Probleme: Niedrige Potenzen wie D4 bis D12 oder C4 bis C12 sind angezeigt.
  • Chronische oder emotionale Beschwerden: Höhere Potenzen ab D30 bis C30 werden eingesetzt.
  • Akute Belastungen: Alle 5-20 Minuten, maximal 12 Mal täglich.
  • Akute Belastungen (weniger stark): 3-4 Mal täglich.
  • Länger bestehende Belastungen: 1-2 Mal täglich nach Bedarf.

Für die Selbstbehandlung eignen sich Potenzen wie C6 oder C8. Bei länger andauernden Beschwerden und bei der Behandlung stillender Mütter sollte ein erfahrener Arzt oder Therapeut konsultiert werden. Der Einsatz höherer Potenzen (ab C30) sollte ebenfalls abgesprochen werden.

Anwendungshinweise

  • Die Globuli sollen gelutscht oder unter die Zunge gelegt werden.
  • Säuglingen wird ein Globulus hinter die Unterlippe gelegt.
  • Globuli können auch in Wasser aufgelöst werden. Vor der Einnahme die Lösung gut umrühren; kein Metallbesteck verwenden.
  • Mindestens 15 Minuten vor und nach der Einnahme homöopathischer Mittel sollte nichts gegessen oder getrunken werden.
  • Bei Kindern und Kleinkindern werden 3 Globuli (statt 5) in einen Schluck Wasser gegeben.
  • Sollte eine positive Reaktion auftreten, ist die Einnahmefrequenz deutlich zu vermindern oder die Einnahme ganz einzustellen.
  • Bei der Behandlung von Kindern ist die Dosierung individuell anzupassen.
  • Prinzipiell sollten homöopathische Mittel eingenommen werden, bis eine Veränderung (Reaktion des Körpers) eintritt.
  • Bei akuten Beschwerden sollte eine Besserung innerhalb kurzer Zeit eintreten. Tritt eine Besserung ein, ist die Einnahme zu reduzieren oder zu beenden.
  • Bei chronischen Beschwerden ist mehr Geduld erforderlich; eine Wirkung tritt möglicherweise erst später ein.
  • Sollten eine Verschlechterung oder neue Symptome auftreten, ist die Einnahme abzusetzen.

Gelegentlich kann es nach der Einnahme homöopathischer Arzneimittel zu einer Verstärkung der Symptome kommen (Erstreaktion). Dies kann ein positives Zeichen für den Heilungsprozess sein. Wechselwirkungen zwischen homöopathischen Mitteln und anderen Arzneien sind nicht bekannt.

Homöopathie: Was bringen Globuli & Co. wirklich? | Galileo | ProSieben

Individuelle Herstellung von Plazenta Globuli

Für die Herstellung von mentop vac® Plazenta Globuli wird lediglich ein erbsengroßes Stück der frischen Plazenta benötigt. Dieses Stück muss zur Haltbarkeit in Glyzerin eingelegt sein. Ein kleines Fläschchen mit Glyzerin wird vorab zur Verfügung gestellt. Aus diesem Ausgangsmaterial kann das individuelle homöopathische Arzneimittel hergestellt werden.

Eine Stornierung des Herstellungsauftrags ist nach Eingang der Probe nicht mehr möglich. Die Stammdilution C3* wird für 5 Jahre eingelagert; nach Ablauf der Frist erfolgt eine Benachrichtigung. Die Behandlung von Kindern, weitere Potenzgaben oder eine Ausdehnung der Therapiedauer sind im Einzelfall individuell anzupassen.

Plazenta Globuli im Vergleich zu anderen Nosoden

Muttermilch-Nosode

Die Muttermilch-Nosode stellt eine interessante Alternative zur Plazenta-Nosode dar. Sie ist in der Homöopathie alt bewährt, und ihr Arzneimittelbild sowie die Anwendungsmöglichkeiten ähneln in vielerlei Hinsicht denen der Plazenta-Nosode. Auch hier gilt der Haftungshinweis, dass die Nosode primär für die Mutter bestimmt ist.

Eigenurin-Nosode

Die Eigenurin-Nosode basiert auf der Anwendung des eigenen Urins zu medizinischen Zwecken, um die körpereigenen Abwehrkräfte anzuregen oder zu regulieren. In der Literatur sind Anwendungsgebiete wie rezidivierende Schleimhautinfekte, allergisch bedingte Erkrankungen, akute Erkrankungen der oberen Atemwege, Hauterkrankungen, Migräne und Folgezustände nach Infektionen beschrieben. Haftungsrechtlich ist diese Nosode nur für den Patienten bestimmt, von dem der Ausgangsstoff stammt.

Es ist stets ratsam, therapeutischen Rat einzuholen und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Infografik: Vergleich von Plazenta-, Muttermilch- und Eigenurin-Nosoden

tags: #apotheke #augsburg #plazenta #globuli