Wenn Ihr Baby beginnt, sich am Gitterbett hochzuziehen, markiert dies einen bedeutenden Entwicklungsschritt. Diese neue Fähigkeit eröffnet Ihrem Kind eine völlig neue Perspektive und weckt seinen Entdeckergeist. Gleichzeitig beginnt jedoch auch eine potenziell gefährliche Phase, die besondere Aufmerksamkeit von den Eltern erfordert. Die Sicherheit des Kindes steht dabei an erster Stelle.
Die Entwicklung verstehen: Was passiert, wenn sich das Baby hochzieht?
Mit jedem Monat entwickeln sich Babys weiter und werden zunehmend mobiler. Das Hochziehen an Gegenständen ist ein echter Kraftakt, der sowohl Kraft in den Oberschenkeln und der Armmuskulatur als auch in den Fingern erfordert. Zuerst wird ein Bein aufgestellt, dann das andere. Wenn das Baby dann auf zwei Füßen steht, ist es oft sehr stolz und schaut erwartungsvoll zu den Eltern. In dieser Phase wird auch der Gleichgewichtssinn geschult. Das Stehen auf beiden Füßen ist zunächst ungewohnt, was dazu führen kann, dass sich das Baby schnell wieder hinsetzt, manchmal mit einem Sturz. Mit zunehmender Übung und Kraft wird Ihr Baby sicherer im Stehen und später auch im Laufen.
Es ist wichtig, sich als Eltern von exakten Zeitangaben für diese Entwicklungsschritte nicht unter Druck setzen zu lassen, da jedes Kind sein eigenes Lerntempo hat. Typischerweise beginnen Babys zwischen dem 9. und 12. Lebensmonat, sich an Möbeln, Hosenbeinen und anderen Gegenständen hochzuziehen.

Sicherheit im Gitterbett: Worauf Eltern achten müssen
Sobald Ihr Baby beginnt, sich hochzuziehen, ist es unerlässlich, die Sicherheit des Gitterbettes zu gewährleisten. Eine der häufigsten Unfallursachen bei Kleinkindern ist der Sturz aus dem Gitterbett, oft bedingt durch eine nicht abgesenkte Matratze oder den Versuch, über das Gitter zu klettern. Experten empfehlen daher, den Lattenrost abzusenken, sobald das Baby mobiler wird. Sobald Ihr Kind Anstalten macht, über das Gitter zu klettern, sollten Sie zwei bis drei Gitterstäbe entfernen, um einen Ausstieg zu ermöglichen bzw. das Klettern zu erschweren.
Einige Eltern berichten von der Herausforderung, das Baby nachts zu stillen und es danach wieder zum Schlafen zu legen, ohne es dabei zu sehr zu stören. Wenn das Gitterbett als Beistellbett genutzt wird und die Matratze abgesenkt werden muss, kann dies die entspannte Still- und Einschlafsituation erschweren, da das Baby nach dem Stillen möglicherweise umgelagert werden muss.
Lösungsansätze für erhöhte Sicherheit:
- Absenken des Lattenrosts: Dies ist die grundlegendste Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit, sobald das Baby mobil wird.
- Erhöhung des Gitterbettes: Es gibt keine gängigen "Aufschraub-Erhöhungen" für Gitterbetten. Eine kreative Lösung, die von Eltern angewendet wird, ist das Aufstellen des gesamten Bettes auf Stelzen oder dicke Holzpflöcke aus dem Baumarkt. Diese werden sicher an allen Ecken verschraubt, um Stabilität zu gewährleisten und so ein höheres Gitter zu schaffen.
- Umbau des Beistellbettes: Für Beistellbetten, bei denen eine Seite offen ist, um sie an das Elternbett anzudocken, kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche Sicherung anzubringen. Dies kann durch das Anbringen von Leisten aus dem Baumarkt geschehen oder durch die Verwendung eines Bettgitters, das an der offenen Seite angebracht wird.
- Familienbett oder Bodenmatratze: Als Übergangslösung, bis eine sichere Lösung gefunden ist, schlafen manche Eltern mit ihrem Baby auf einer Matratze auf dem Boden.

Schlafprobleme im Zusammenhang mit dem Hochziehen
Das Hochziehen im Bett kann auch zu Schlafproblemen führen. Babys, die sich im Bett hochziehen, stehen möglicherweise auf und weinen, bis sie wieder hingelegt werden. Dies kann ein Spiel für das Kind sein, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erregen, oder ein Ausdruck von Müdigkeit und Frustration, wenn sie sich noch nicht selbstständig hinlegen können. Manche Eltern berichten, dass ihre Kinder sich am Bettgitter hochziehen, weil sie nicht schlafen möchten.
Wenn Ihr Baby nachts mehrmals aufwacht, schreit und sich im Bett hochzieht, ist es wichtig, eine Strategie zu entwickeln. Einige Ratschläge beinhalten:
- Konsequentes Hinlegen: Das Baby immer wieder ruhig hinlegen und beruhigen, aber ohne zu viel Interaktion, damit es merkt, dass Schlafenszeit ist.
- Geduld und Routine: Versuchen Sie, das Baby trotz Schreien im Bett zu lassen und es alle paar Minuten zu beruhigen. Es kann einige Zeit dauern, bis das Kind lernt, dass sein Verhalten nicht zu der gewünschten Reaktion führt.
- Dunkelheit im Zimmer: Manche Eltern finden, dass ein stockdunkles Zimmer hilft, das Kind zur Ruhe zu bringen und das Aufstehen zu unterbinden.
- Gemeinsames Einschlafen: Wenn das Kind sehr müde ist und lange zum Einschlafen braucht, legen sich manche Eltern zu ihrem Kind ins Bett, bis es eingeschlafen ist, und legen es dann vorsichtig in sein eigenes Bett. Dies ist zwar nicht immer die ideale Lösung, kann aber in anstrengenden Phasen helfen.
Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis ist, dass Kinder, die sich hochziehen, oft noch sehr wackelig auf den Beinen sind. Das Anstoßen des Kopfes an Gitterstäbe oder Möbel ist in dieser Phase leider nicht immer zu vermeiden. Es ist wichtig, dass die Eltern versuchen, das Kind nicht permanent vor jedem kleinen Sturz oder Stoß zu bewahren, da dies Teil des Lernprozesses ist.
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Gefahrenquellen im Haushalt erkennen und vermeiden
Die zunehmende Mobilität Ihres Babys bringt zusätzliche Gefahren im Haushalt mit sich. Neben dem Gitterbett sollten Sie auch andere Bereiche auf Sicherheit überprüfen:
- Tischdecken: Vermeiden Sie diese, da Babys sie leicht als Mittel zum Hochziehen nutzen.
- Sofa und Sofatisch: Achten Sie darauf, dass Kanten des Sofatischs nicht so positioniert sind, dass sich das Baby beim Umfallen den Kopf daran stößt.
- Stehlampen, Kabel und Treppen: Sichern Sie diese Bereiche und entfernen Sie potenzielle Gefahrenquellen.
- Herd und Pflanzen: Diese können ebenfalls zu Gefahrenquellen werden und sollten für das Baby unzugänglich gemacht werden.
Generell gilt: Je mobiler Ihr Baby wird, desto aufmerksamer sollten Sie sein und Ihre Umgebung entsprechend anpassen.
Empfehlungen zur Schlafumgebung
Die Wahl der richtigen Schlafutensilien ist ebenfalls entscheidend für die Sicherheit und den Komfort Ihres Babys:
- Schlafsack statt Bettdecke: Für Kinder bis zu zwei Jahren ist ein Schlafsack sicherer als eine Bettdecke. Er verhindert, dass das Kind die Decke über den Kopf zieht oder sich damit überhitzt. Achten Sie auf die richtige Größe.
- Befestigung der Bettdecke: Sollte eine Bettdecke verwendet werden, sollte sie am Fußende des Bettes liegen und mit einem Knoten oder einem Bettdeckenhalter befestigt sein. Vermeiden Sie Daunen- oder Federbetten.
- Schnullerketten: Achten Sie auf die vorgeschriebene Länge von maximal 22 cm, um Strangulation zu vermeiden. Befestigen Sie Schnuller niemals mit Bändern oder Kordeln am Hals oder Körper des Kindes, sondern stets an der Kleidung.
Die Sicherheit Ihres Kindes hat absolute Priorität. Wenn Sie unsicher sind, ist es immer besser, präventive Maßnahmen früher als später zu ergreifen.