Babygläschen Rezepte: Selbstgemacht für Ihr Kind

Mit etwa einem halben Jahr sind Babys bereit für den Start in die Beikost-Phase. Wenn Sie Babybrei selber machen, wissen Sie genau, was drinsteckt. Zudem ist selbstgemachter Babybrei meist preiswerter als gekaufte Gläschen. Hier erfahren Sie, wie Sie Babybrei selber machen.

Mit ungefähr fünf bis sechs Monaten wollen Babys mehr als nur Milch. Anfangs sind die Mengen, die in Babys Magen landen, gering. Das ist völlig normal. Babys müssen sich erst an Geschmack und Konsistenz von "richtiger" Nahrung und an den Löffel gewöhnen. Deshalb ist für die ersten Breiversuche wichtig: Bieten Sie Ihrem Kind nicht zu viele verschiedene Obst- und Gemüsesorten an. Wenn Sie auf gekaufte Beikost verzichten möchten, können Sie Babybrei auch ganz einfach selber machen - selbst für Kochmuffel ist das nicht schwer. Verwenden Sie am besten regionale und saisonale Zutaten, gerne in Bio-Qualität.

Illustration eines Babys, das zum ersten Mal Brei isst.

Die Grundlagen der Beikost

Warum selbstgemachter Babybrei?

Selbstgemachter Babybrei bietet mehrere Vorteile: Sie haben die volle Kontrolle über die Zutaten, vermeiden unnötige Zusatzstoffe und können Kosten sparen. Zudem können Sie frische, saisonale und regionale Produkte in Bio-Qualität verwenden, was besonders für die Entwicklung Ihres Babys wichtig ist.

Wann mit Beikost beginnen?

Nach dem sechsten Monat reichen dem Baby Energiegehalt und Nährstoffe in der Muttermilch nicht mehr aus. Der Mittagsbrei ist der erste Brei, der eingeführt wird. Beginnen Sie mit einer Gemüsesorte. Vier bis sechs Löffel zur Mittagszeit genügen für den Anfang. Anschließend geben Sie Ihrem Baby zur Sättigung die gewohnte Still- oder Fläschchenmahlzeit.

Die richtige Konsistenz und Auswahl der Zutaten

Tipp: Wenn Ihr Baby noch klein ist, sollte der Gemüsebrei fein püriert werden und frei von Stückchen sein. Wenn Ihr Baby schon länger Beikost isst, darf der Gemüsebrei auch stückiger werden.

Geeignetes Gemüse

Mildes Gemüse wie Karotte, Kürbis, Pastinake oder Zucchini ist schon für die ganz Kleinen geeignet. Oft mögen Babys milde, süßlich schmeckende Gemüsesorten. Von Alnatura gibt es für den Beikost-Start daher kleine 125-Gramm-Gläschen mit Pastinake, Karotte oder Kürbis - perfekt für die ersten Löffel.

Geeignetes Obst

Im Prinzip eignen sich alle Sorten, die Ihr Baby verträgt. Bekömmlich sind darüber hinaus säurearme Sorten wie Aprikose, Heidelbeere, Melone oder Pfirsich. Stark säurehaltige Obstsorten wie Zitrusfrüchte oder Kiwis können zu einem wunden Po führen. Wenn Babys zu Verstopfung neigen, können Pflaumen helfen. Hat Ihr Baby weichen Stuhl, sind Bananen hilfreich. Obstbreie eignen sich als Zwischenmahlzeit für Ihr Baby oder zum Verfeinern von Getreidebreien.

Getreide und Grieß

Getreide liefert wertvolle Nährstoffe, die für die Entwicklung von Babys wichtig sind. Daher wird das Füttern mit Getreidebrei ab dem sechsten Monat empfohlen. Tipp: Statt Getreide können Sie auch Grieß verwenden. Lassen Sie die Milch aufkochen und rühren Sie den Grieß ein.

Fleisch und Fisch

Sie können Ihrem Gemüse-Kartoffel-Brei auch Fleisch oder Fisch hinzufügen. Fleisch ist reich an Eisen und damit wichtig für das Wachstum. Für die Fleischauswahl gilt: Das Fleisch sollte mager sein. Auch Fisch ist eine gute Abwechslung - und natürlich auch für Babys gesund: Er ist reich an Omega-3-Fettsäuren, die zur Gehirnentwicklung beitragen. Ein- bis zweimal pro Woche können Sie Ihrem Kind laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen Brei mit Fisch selber machen. Geeignet für den Beikost-Start sind Lachs, Seelachs und Kabeljau. Fleisch, Fisch oder Milchprodukte sollten vorzugsweise direkt während der Mahlzeit zugegeben werden.

Öl als wichtiger Zusatz

Zum selbstgemachten Brei sollen Eltern laut Empfehlung immer etwas Öl hinzugeben. Dadurch können die fettlöslichen Vitamine besser vom Babykörper aufgenommen werden. Geben Sie jeder Portion Babybrei einen Teelöffel Öl hinzu. Nur so können die fettlöslichen Vitamine gespalten und vom Körper aufgenommen werden.

Grafik, die die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen mit Hilfe von Öl erklärt.

Rezepte für selbstgemachten Babybrei

Mittagsbrei: Gemüse-Kartoffel-Brei

Für die Beikost nach dem 4. Monat:

  • ca. 100 g Gemüse (z. B. Karotte, Kürbis, Pastinake)
  • ca. 50 g Kartoffeln
  • ca. 50 ml Wasser
  • 1 Teelöffel Rapsöl

Zubereitung: Kartoffeln schälen, Gemüse putzen und beides in kleine Stücke schneiden. Nun das Ganze in Wasser weich dünsten, etwas abkühlen lassen und fein pürieren. Tipp: Statt der Fleischzubereitung kann auch ein halbes Gläschen Alnatura Lachszubereitung verwendet werden. Die Kartoffelmenge im Rezept dann halbieren.

Mittagsbrei: Karottenbrei

Für die Beikost nach dem 4. Monat:

  • ca. 150 g Karotten
  • ca. 50 ml Wasser
  • 1 Teelöffel Rapsöl

Zubereitung: Karotten schälen und klein schneiden. Die Karottenstücke in kochendem Wasser weich dünsten, leicht abkühlen lassen und pürieren.

Mittagsbrei: Kürbis-Getreide-Brei

Für die Beikost nach dem 4. Monat:

  • ca. 100 g Kürbis
  • 20 g Getreideflocken (am besten Vollkorn, z.B. Haferflocken)
  • ca. 50 ml Wasser
  • 1 Teelöffel Rapsöl

Zubereitung: Kürbis halbieren, die Kürbisschale entfernen und das Kerngewebe im Innern herauslösen. Das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden und diese im Wasser dünsten bis sie weich sind. Die Getreideflocken nach kurzem Abkühlen hinzugeben und die Zutaten zu einem feinen bzw. leicht stückigen Brei pürieren.

Abendbrei: Getreide-Obst-Brei

Für die Beikost ab dem 7. Monat:

  • ca. 100 g pürierte Früchte (z.B. Apfel, Birne, Banane)
  • 20 g Getreideflocken (z.B. Hirse, Dinkel)
  • ca. 100 ml Wasser oder Milch
  • 1 Teelöffel Rapsöl

Zubereitung: Wasser abkochen und in einem tiefen Teller auf ca. 50 °C abkühlen lassen. Getreidebrei und anschließend das Früchtemus oder alternativ Alnatura Obstgläschen unterrühren. Tipp: Wenn es einmal schnell gehen muss: Von Alnatura gibt es verzehrfertige Gläschen mit Obst und Getreide.

Edith Gätjen, Obst-Getreidebrei

Kreative Verwertung von Breiresten

Brei für die Mülltonne ist eine deprimierende, aber sehr häufige Erfahrung für viele Mamas während der Beikostzeit. Egal ob selbstgekocht oder gekauft, ständig bleiben Breireste in der Schüssel, die das Baby partout nicht essen möchte. Obwohl Geschmack und Hunger am Vortag noch ganz anders aussahen. Ich habe ein paar Rezepte und Inspirationen für euch aufbereitet, die noch aus der Beikostzeit meiner Zwillinge stammen. Natürlich ist alles unkompliziert und einfach zuzubereiten, wie ihr es von meinen Rezepten gewöhnt seid.

Gemüsebrei in Salatsaucen

Salatsaucen mit Gemüsebreien zu verfeinern, ist wirklich mein absoluter Lieblings-Tipp. Salatsaucen lassen sich hervorragend mit etwas Gemüsebrei aufpeppen und werden dadurch wunderbar aromatisch. Einfach alles in ein Brei- oder anderes Weck-Glas geben, verschließen und gut schütteln. Da in den Yamo Breisorten immer auch etwas Säure aus Zitronen- oder Limettensaft zur natürlichen Konservierung und Antioxidierung enthalten ist, spart man sich diese Zutat schon direkt in der Sauce. In der Breizeit der Zwillinge sind wirklich viele Gemüsebreireste - vor allem direkt nach dem Kochen aus der Pürierschüssel - am sonntäglichen Küchengroßkampftag in unsere Saucen und Aufläufe gewandert.

Gemüsesauce für Gnocchi

Ich habe uns eine Gemüsesauce für Gnocchi gekocht, die sogar meinen vorher sehr skeptischen Mann „Ich soll Babybrei essen?!“ total überzeugt hat. Und das gute ist, je nach Aufwand geht die Sauce super fix und ist eben im Vergleich zu so manch einer Fertigsauce ziemlich gesund, weil die Zutatenliste weitestgehend natürlich ist. Die Zwiebel wird gewürfelt und angebraten. Dann kommen schon Brei, Gemüsebrühe und Sahne dazu. Mit Gewürzen und Kräutern abschmecken. Fertig! Bei uns gab es die Sauce wie gesagt zu Gnocchi auf einem Bett aus angebratenen Zucchini-, Möhren- und Pilz-Scheiben.

Obst-Muffins mit Karottenbrei

Mir hat es da persönlich besonders „Beetney Spears“ aus Roter Beete, Birne und Linsen angetan, das ist schön süßlich-herb. Mein Rezept für sommerliche Obstmuffins lässt sich auch prima in eine Variante nach Rübli-Art umwandeln: einfach das Obstmark durch Karottenbrei ersetzen, z.B. einen Yamo-Becher „Pirates of the Carrotean“, ggf. noch eine Möhre frisch dazu raspeln und den Teig mit einer großen Portion Zimt verfeinern. Als Variante können mit dem Rezept auch die Obstmark-Vorräte aufgebraucht werden.

Vegane Babykekse mit Breiresten

Die liebe Lea hat sich im vergangenen Jahr netterweise bereit erklärt, ihre wunderbar einfache Anleitung für vegane Babykekse auf Milch & Mehr zu teilen. Das Rezept funktioniert super mit Obst(Getreide-)Breiresten. Hierzu haben wir einfach ein Glas Haferflocken, 2-3 EL Chia-Samen und 2 TL Kokosöl zu einer klebrigen Masse vermengt und kleine Klekse für 15 Minuten bei 200 °C Umluft gebacken. Statt Haferflocken kann sogar anteilig Instant-Brei mit gemahlenen Mandeln usw. benutzt werden.

Dessert-Schichtspeise mit Brei- und Keks-Resten

Als letztes habe ich noch einen Dessertvorschlag mit Brei- und Keks-Resten. Quark, Joghurt und Honig werden verrührt. Übrigens habe ich letztens als Alternative - da schön cremig fest und trotzdem fettarm - Skyr für uns entdeckt. Kekse, Quark und Obstmark werden abwechselnd in einem Glas geschichtet. Fertig!

Collage aus verschiedenen Gerichten, die aus Babybreiresten zubereitet wurden.

Praktische Tipps zur Zubereitung und Aufbewahrung

Organisation und Vorbereitung

Ein Vormittag genügt - vorzugsweise am Wochenende - um Obst und Gemüse einzukaufen und die Babygläschen für die ganze Woche vorzubereiten. Mit ein wenig Kreativität und einigen Hygieneregeln zur Aufbewahrung, können Sie alles problemlos schaffen. Sich mit Freundinnen am Markt zu verabreden, Musik zu hören oder mit Papa während Sie kochen einen Drink zu schlürfen, wird schon bald Teil Ihres Lebensstils werden.

Geeignete Behälter

Für die Zubereitung und Haltbarmachung der Babygläschen für die Woche benötigen Sie kleine Kunststoffbehälter mit Deckel (Babybols, Silikonbehälter). Sie haben den Vorteil, dass die Gerichte im Kühlschrank oder Gefrierschrank aufbewahrt und dann direkt mit Dampf aufgewärmt und dem Kind serviert werden können. Der kleine Zip-Verschluss-Beutel zum Einfrieren von gewaschenem und geschnittenem Obst und Gemüse hat den Vorteil, dass er gestapelt werden kann und weniger Platz benötigt, wenn Sie nur ein kleines Gefrierfach haben.

Hygiene und Haltbarkeit

Gemüse- oder Obstbrei sind maximal 2 oder 3 Tage im Kühlschrank haltbar. Vorsichtshalber sollten Gerichte mit tierischen Proteinen wie Fisch oder Fleisch nicht länger als 24 Stunden aufbewahrt werden. Unabhängig von der Haltbarkeitsdauer ist es besser, sich vor allem auf den Geruchssinn zu verlassen und im Zweifel das Essen zu kosten, bevor es dem Kind verabreicht wird. Zur Aufbewahrung über einen Zeitraum von mehr als 2 oder 3 Tagen ist das Einfrieren eine zuverlässige Methode und kann für alle Lebensmittel angewendet werden (auch für Milch- und Käseprodukte). Es hat auch den Vorteil, dass Vitamine und Farben erhalten bleiben.

Geschmack und Würzung

Die Zugabe von einem walnussgroßen Stück Butter und einem Tropfen Olivenöl parfümiert die Speisen und hebt dank der Leitfähigkeit der Fette, ihren Geschmack hervor. Darüberhinaus unterstreicht die Zugabe von Gewürzen wie Rosmarin, Thymian oder Zimt beim Kochen von Obst und Gemüse, oder die Zugabe von einem Petersilien- oder Kerbelzweig zum Brei, den Geschmack des Gerichts und bereitet dem Kind Vergnügen.

Babybrei im Vergleich: Hausgemacht vs. Industriell

Der Übergang von Milch zu fester Nahrung während der Entwöhnung ist der richtige Zeitpunkt, um Ihren kleinen Esser kennenzulernen. Die schrittweise Zugabe von Soßen oder Brei zu seinem Milchfläschchen oder die Zugabe von kleinen Stücken zu seinen Speisen, zeigt jeden Tag die Bereitschaft des Kindes, sich an die verschiedenen Konsistenzen zu gewöhnen oder zu kauen. Sie sind die Lehrmeister seiner Ernährungs- und Wahrnehmungserziehung und die Frische und der Geschmack Ihrer Breie und Soßen werden gegenüber der industriellen Babynahrung unvergleichlich sein. Während Sie zubereiten, kann das Kind beobachten, wie ganze Karotten geschnitten werden, den Geruch eines Fischfilets aufnehmen oder das Laufen des Wassers auf einer Frucht, die gewaschen wird, hören. Das ermöglicht ihm bereits im zartesten Alter den Zugang zu einer Küchenkultur. Vom Standpunkt der Nachhaltigkeit her, sind die hausgemachten Babygläschen sehr ökologisch, weil recycelbar und ohne überflüssige Verpackung.

Gegenüberstellung von selbstgemachtem Babybrei und industriellen Gläschen.

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