Campylobacter-Infektionen bei Mensch und Tier: Erreger, Meldepflicht und Prävention

Die RKI-Ratgeber werden vom Robert Koch-Institut (RKI) auf der Grundlage des § 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) herausgegeben. Sie richten sich an Fachkreise wie Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal und den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Ziel ist es, aktuelle und konzentrierte Informationen zu wichtigen Infektionskrankheiten bereitzustellen. Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit Nationalen Referenzzentren (NRZ), Konsiliarlaboren (KL) und weiteren Expertinnen und Experten. Die Ratgeber sind auf der Internetseite des RKI (www.rki.de/ratgeber) abrufbar. Die hier vorliegende Fassung ist eine überarbeitete Version von Juni 2018, die erstmals im Epidemiologischen Bulletin 35/1999 veröffentlicht wurde.

Campylobacter: Bakterielle Erreger und ihre Verbreitung

Bakterien der Gattung Campylobacter sind gramnegative Stäbchen mit einer spiral- oder S-förmigen Gestalt. Von den über 30 identifizierten Spezies sind Campylobacter (C.) jejuni und C. coli die klinisch bedeutendsten humanpathogenen Spezies. Auch andere Spezies wie C. lari, C. fetus und C. upsaliensis können beim Menschen Erkrankungen verursachen. Die eng verwandte Bakteriengattung Arcobacter aus der Familie der Campylobacteraceae wird in diesem Ratgeber nicht behandelt.

Campylobacter-Infektionen sind weltweit verbreitet. In Deutschland und anderen europäischen Ländern treten sie vermehrt in der warmen Jahreszeit auf. Die Bakterien sind in der Natur nahezu ubiquitär verbreitet und kolonisieren als enterale Kommensalen eine breite Palette von Tieren, darunter Wildtiere (z.B. Wildvögel), Nutztiere (z.B. Geflügel, Rinder, Schweine) und Heimtiere (z.B. Hunde, Katzen). Campylobacter-Bakterien können, insbesondere bei niedrigen Umgebungstemperaturen, eine gewisse Zeit in der Umwelt oder in Lebensmitteln überleben, vermehren sich jedoch nicht außerhalb des Wirtsorganismus.

Schema der morphologischen Merkmale von Campylobacter-Bakterien: gramnegative Stäbchen mit spiral- oder S-förmiger Gestalt

Infektionswege und Quellen von Campylobacter-Infektionen

Campylobacter-Infektionen des Menschen sind überwiegend lebensmittelbedingt. Studien in Deutschland und anderen Ländern haben Geflügelfleisch, insbesondere Hühnerfleisch, als die bedeutendste Infektionsquelle für sporadische Campylobacter-Enteritiden, vor allem durch C. jejuni, identifiziert. Krankheitsausbrüche werden in Deutschland immer wieder durch den Verzehr von nicht pasteurisierter Milch (Rohmilch) sowie von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch verursacht.

Weitere Ursachen für Ausbrüche sind Infektionen über kontaminiertes Trinkwasser oder durch den Kontakt mit Heim- und Haustieren, wie beispielsweise Hundewelpen. Auch Baden in kontaminierten Oberflächengewässern kann zu Infektionen führen. Die Kontamination von Lebensmitteln und Wasser erfolgt primär durch Ausscheidungen von mit Campylobacter kolonisierten Tieren. Geflügelfleisch kann während des Schlachtprozesses über den Darminhalt der Tiere kontaminiert werden.

Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch spielt eine untergeordnete Rolle, ist aber aufgrund der niedrigen krankheitsauslösenden Infektionsdosis von ≥500 Keimen insbesondere bei Kleinkindern möglich.

Klinisches Bild und Komplikationen von Campylobacter-Infektionen

Eine Besonderheit stellt die Infektion mit C. fetus dar. Viele Campylobacter-Infektionen verlaufen asymptomatisch. Eine symptomatische Infektion präsentiert sich gewöhnlich als akute Enteritis, die ohne weiterführende Diagnostik nicht von Enteritiden anderer Ursachen zu unterscheiden ist.

Häufig treten Prodromi mit Fieber (38-40°C), Kopfschmerzen, Myalgien, Arthralgien und Mattigkeit 12-24 Stunden vor den enteritischen Symptomen auf. Die häufigsten Symptome sind:

  • Diarrhö: Kann breiig bis massiv wässrig, nicht selten auch blutig sein.
  • Bauchschmerzen bzw. -krämpfe
  • Fieber
  • Mattigkeit

Die Erkrankung dauert in der Regel bis zu einer Woche, mitunter auch länger. Seltene protrahierte oder chronische Verläufe betreffen meist resistenzgeminderte und immungeschwächte Personen. Seltene Folgeerkrankungen einer Campylobacter-Infektion können eine reaktive Arthritis und das Guillain-Barré-Syndrom sein.

Die Patienten sind infektiös, solange Erreger im Stuhl ausgeschieden werden. Die mittlere Ausscheidungsdauer beträgt 2-4 Wochen. Bei Kleinkindern und immungeschwächten Personen können diese Zeiträume verlängert sein.

Diagnostik von Campylobacter-Infektionen

Bei der Differentialdiagnostik sind weitere bakterielle (z.B. Salmonellen, Shigellen, Yersinien, E. coli), virale (z.B. Noroviren, Adenoviren, Rotaviren) sowie parasitäre Durchfallerreger (z.B. Amöben, Giardien) zu erwägen.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt in der Regel durch Anzucht des Erregers aus möglichst frischem Stuhl unter spezifischen Bedingungen (Campylobacter-Gasatmosphäre bei 42°C; thermophile Erreger). Die Transportzeit der Probe ist aufgrund der Empfindlichkeit der Erreger gegenüber Temperaturschwankungen ein relevanter Faktor. Es ist anzustreben, Proben im Stadium der akuten Symptomatik zu gewinnen und diese dem Labor zeitnah zuzustellen.

Der Nachweis von C. jejuni und C. coli kann auch mittels Antigennachweis (ELISA) oder Nukleinsäure­nachweis (PCR) erfolgen. Ein kultureller Nachweis sollte zusätzlich angestrebt werden.

Für eine Feintypisierung zur Aufklärung von Infektionsketten werden verbreitet die Pulsfeldgelelektrophorese (PFGE) sowie die Single-locus-Sequenzierung der flaA- und flaB-Gene oder die Multilocus-Sequenz­typisierung (MLST) angewendet.

Mikroskopische Aufnahme von Campylobacter-Bakterien im Labor

Therapie von Campylobacter-Infektionen

In der Regel ist die Krankheit selbstlimitierend. Gemäß den Empfehlungen der S2k-Leitlinie "Gastrointestinale Infektionen und Morbus Whipple" (2015) sollte keine antibiotische Therapie durchgeführt werden, wenn bereits eine Besserung der klinischen Symptome eingetreten ist. Bei schwerem Krankheitsbild, fehlender klinischer Besserung oder Immunsuppression sollte eine antimikrobielle Therapie erfolgen, unter Beachtung der Resistenztestung.

Als Mittel der ersten Wahl gilt Azithromycin, alternativ Ciprofloxacin. Eine Therapie mit Erythromycin wird aufgrund des Nebenwirkungsspektrums nicht mehr als Mittel der Wahl angesehen. Cephalosporine zeigen eine unzureichende Aktivität.

Die antibiotische Therapie sollte in Abhängigkeit von den Ergebnissen einer Resistenztestung durchgeführt werden, da Resistenzen gegen diese Substanzen häufig vorkommen können.

Prävention von Campylobacter-Infektionen

Zum Schutz vor Campylobacter-Infektionen sind folgende Maßnahmen essenziell:

  • Durchgaren von Fleisch, insbesondere Geflügelfleisch.
  • Konsequente Einhaltung der Küchenhygiene zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen.
  • Abkochen von Rohmilch (einschließlich "Milch ab Hof" oder "Vorzugsmilch") vor dem Verzehr.
  • Vermeidung des Verzehrs von rohen Lebensmitteln tierischer Herkunft (Rohmilch, rohes Hackfleisch) für vulnerable Personengruppen wie Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere sowie alte und abwehrgeschwächte Menschen.
  • Regelmäßiges Waschen der Hände mit Wasser und Seife nach jedem Toilettenbesuch, nach Kontakt mit vermutlich kontaminierten Gegenständen, Arbeitsgeräten und -flächen in der Küche sowie vor der Zubereitung von Mahlzeiten.

Weitere Verbrauchertipps finden sich auf den Internetseiten des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Maßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch sind in den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zu finden.

Meldepflicht und rechtliche Bestimmungen

Gemeinschaftseinrichtungen (gemäß § 33 IfSG) unterliegen besonderen Regelungen. Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen die Räume der Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten, Einrichtungen nicht benutzen und an Veranstaltungen nicht teilnehmen, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten ist (§ 34 Abs. 1 IfSG). Die Wiederzulassung ist 48 Stunden nach Abklingen der klinischen Symptome möglich.

Lebensmittelunternehmer, die in den in § 42 Absatz 2 genannten Bereichen tätig sind (Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen von Lebensmitteln), müssen bestimmte Vorschriften beachten. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit ist nach Sistieren der Symptome unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Aufgrund der möglichen Ausscheidung von Campylobacter über längere Zeit (bis zu 4 Wochen nach Symptomabklingung) ist verstärkt auf strikte Händehygiene zu achten, um eine Kontamination von Lebensmitteln zu vermeiden. Betroffene Personen sollten in diesem Zeitraum nicht in lebensmittelhygienisch sensiblen Bereichen tätig werden.

Anders als bei Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagischen Escherichia coli und Choleravibrionen bestehen für Ausscheider von Campylobacter spp. keine speziellen Regelungen gemäß § 42 Abs. 1 IfSG.

Gemäß § 42 Abs. 1 und 2 IfSG sind bestimmte Tätigkeiten von Personen mit übertragbaren Krankheiten untersagt. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates regelt zudem die Lebensmittelhygiene.

Ausbruchsmanagement bei Campylobacter-Infektionen

Bei Ausbrüchen ist die schnelle Erkennung der Infektionsquelle bzw. des übertragenden Vehikels entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dies erfordert eine enge Kooperation von human- und veterinärmedizinischen Einrichtungen.

Bei Verdacht auf eine Übertragung durch bestimmte Lebensmittel ist das Gesundheitsamt verpflichtet, die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde unverzüglich zu informieren (§ 27 IfSG).

Das Gesundheitsamt übermittelt gemäß § 11 Abs. 1 IfSG an die zuständige Landesbehörde Erkrankungs- oder Todesfälle und Erregernachweise, die der Falldefinition gemäß § 11 Abs. 1 IfSG entsprechen.

Campylobacter fetus und Enzootischer Campylobacter-Abort des Rindes

Campylobacter fetus ist ein Bakterium, das weltweit verbreitet ist und bei Rindern eine Infektion verursachen kann. Es wird durch den Deckakt oder durch infektiösen Samen übertragen. Bei Stieren verläuft die Ansteckung symptomlos, sodass sie als symptomlose Überträger fungieren. Indirekt kann der Erreger auch über Geräte verbreitet werden.

In der Schweiz wurde die Krankheit bisher nicht festgestellt. Campylobacter fetus ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche.

Campylobacter fetus ssp. venerealis ist der Erreger des Enzootischen Campylobacter-Aborts des Rindes. Dieses Bakterium ist an die Schleimhäute des Genitaltraktes des Rindes adaptiert und besiedelt lebenslang die Präputialschleimhaut des Bullen. Über den Deckakt kommt es zur Übertragung auf weibliche Rinder, wo der Erreger auf der Vaginalschleimhaut parasitiert.

Die Seuche ist in Deutschland durch den Aufbau erregerfreier Bullenbestände, künstliche Besamung und Deckhygiene weitgehend getilgt.

Krankheitserscheinungen bei Campylobacter fetus-Infektionen beim Rind

Beim Bullen führt die Infektion niemals zu einer klinischen Erkrankung. Beim weiblichen Tier kann eine Besiedlung der Gebärmutter von der Scheide aus zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) führen. Dies verhindert die Implantation der befruchteten Eizelle oder führt im frühen Trächtigkeitsstadium zu einem Absterben und zur Resorption des Embryos. Weibliche Tiere fallen vor allem durch häufiges Umrindern und verlängerte Zwischenkalbezeiten auf. Ein schleimig-eitriger Vaginalausfluss kann vorhanden sein.

Diagnostik des Enzootischen Campylobacter-Aborts

Die Diagnostik erfolgt durch Anzucht des Erregers aus Präputialspülproben, Vaginalschleim oder Vaginalspülproben bzw. aus Abortmaterial. Besonders geeignet sind Plazenta und der Mageninhalt des Fetus. Der Erreger ist außerordentlich transportempfindlich, sodass die Proben spätestens vier Stunden nach Entnahme im Labor bearbeitet werden müssen. Spezielle Transportmedien und -bedingungen sind einzuhalten.

Der Enzootische Campylobacter-Abort des Rindes ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Weitere bakterielle Erreger, die Aborte bei Schafen und Ziegen verursachen können

Neben Campylobacter fetus gibt es weitere bakterielle Erreger, die bei Schafen und Ziegen zu Aborten führen können und teilweise meldepflichtig sind.

Chlamydienabort (Chlamydia abortus)

Der Erreger Chlamydia abortus kommt weltweit vor und ist in den neuen Bundesländern die häufigste infektiöse Abortursache bei Schaf und Ziege. Eine Infektion kann zu seuchenhaft verlaufenden Aborten in den letzten 2-3 Trächtigkeitswochen oder zur Geburt lebensschwacher Lämmer führen. Der Mensch kann sich beim Umgang mit Abortmaterial anstecken.

Q-Fieber (Coxiella burnetii)

Der Erreger Coxiella burnetii wird in Fruchtwässern und Nachgeburten von Aborten und auch Geburten gesunder Lämmer massenhaft ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Atemluft. Beim Menschen kann Q-Fieber eine fieberhafte Allgemeinerkrankung verursachen. Bei Tieren verläuft die Infektion meist unauffällig.

Brucellose (Brucella melitensis)

Brucellose bei Schaf und Ziege wird durch Brucella (B.) melitensis verursacht. Sie kann zu Aborten führen und ist eine Zoonose.

Campylobacter fetus subsp. fetus (C. fetus subsp. intestinalis) und C. jejuni

Campylobacter fetus subsp. fetus löst infolge einer relativ hohen Anpassung nur beim Schaf seuchenhafte Krankheitsgeschehen aus. Auch C. jejuni kann Aborte verursachen. Die Infektion erfolgt oral. Bei Aborten sind die Kotyledonen häufig ödematös geschwollen und von blass-gelblicher Farbe. Die abortierten Feten zeigen Unterhautödeme und Lebernekrosen.

Leptospirose

Schafe und Ziegen können Träger von Leptospiren sein, ohne dass dies zwangsläufig einen Abort zur Folge hat. Die Infektion erfolgt in der Regel über Schleimhäute oder kleine Hautverletzungen oder wird vom Muttertier auf den Fötus übertragen. Verluste in Schaf- und Ziegenherden sowie Infektionen von Menschen werden hauptsächlich aus tropischen und subtropischen Ländern berichtet.

Listeriose (Listeria monocytogenes, L. ivanovii)

Listeria monocytogenes und L. ivanovii können innerhalb der metrogenen Form der Listeriose Aborte auslösen. Meist verlammen Jährlinge in allen Trächtigkeitsstadien. Die Ansteckung erfolgt über verschmutzte Futtermittel (meist Silagen) und kontaminiertes Tränkwasser.

Salmonellose (Salmonella Abortusovis)

Der Haupterreger Salmonella Abortusovis ist an das Schaf adaptiert und führt zu Aborten im 4. oder 5. Trächtigkeitsmonat oder zur Geburt lebensschwacher Lämmer. Betroffene Muttertiere zeigen eine fiebrige Allgemeininfektion, die auch tödlich enden kann.

Border Disease (BD)

Die Border Disease ist eine durch Flaviviren hervorgerufene Infektionskrankheit bei Schafen, die bei trächtigen Tieren zu Aborten oder zur Geburt von Lämmern mit Behaarungs- und zentralnervösen Störungen ("Hairy shaker") führen kann.

Schmallenberg-Virus

Die Ansteckung mit Schmallenberg-Virus erfolgt über Gnitzen und kann bei Schafen zu Aborten und Missbildungen führen.

Toxoplasmose (Toxoplasma gondii)

Toxoplasmose kann beim kleinen Wiederkäuer zu Aborten führen. Endwirt sind Katzen. Kleinwiederkäuer nehmen den Erreger über kotverschmutztes Futter oder Wasser auf.

Neospora caninum

N. caninum bedingte Aborte gibt es auch beim Schaf, aber sehr selten im Vergleich zum Rind. Hunde spielen als Infektionsquelle eine wichtige Rolle.

Meldepflichtige Tierkrankheiten beim Rind

Es gibt eine Reihe von bakteriellen Infektionskrankheiten, die beim Rind auftreten und meldepflichtig sind. Diese werden nicht staatlich bekämpft, aber ihr Vorkommen wird erfasst und beobachtet, da sie große Schäden bewirken und teilweise auf den Menschen übertragen werden können.

Campylobacteriose beim Rind

Erreger sind Campylobacter jejuni und Campylobacter coli. Beide sind wärmeliebende (thermophile) Bakterien, die bei vielen Tieren und beim Menschen vorkommen. Die Übertragung kann zum Beispiel über Wasser oder Schlachtgeflügel erfolgen. Auch Haustiere können die Krankheit übertragen. Bei Rindern besiedeln thermophile Campylobacter die Darmschleimhaut, verursachen aber in der Regel keine Erkrankungen. Bei Jungtieren sind Darmentzündungen mit Durchfall möglich. Campylobacteriose ist meldepflichtig, da es eine Zoonose ist und beim Menschen zu den bedeutendsten infektiösen Darmerkrankungen zählt.

Chlamydiose beim Rind

Chlamydien können bei Rindern Aborte und Fruchtbarkeitsstörungen verursachen. Auch andere Organe können betroffen sein, was sich durch Gehirn- und Rückenmarksentzündungen, Gelenksentzündungen oder Bindehautentzündungen zeigt. Bei Kälbern treten Lungenentzündungen und Magen-Darm-Entzündungen auf. Die Krankheit ist meldepflichtig.

Leptospirose beim Rind

Leptospiren können bei Rindern zu Aborten führen. Die Krankheit ist bei Schafen, Schweinen und Menschen meldepflichtig. Erkrankungsgefährdet sind Personen mit engem Tierkontakt.

Listeriose beim Rind

Listeriose kann bei Rindern zu Aborten führen. Die Krankheit ist beim Rind und beim Menschen meldepflichtig, da sie eine Zoonose ist und schwere Erkrankungen hervorrufen kann.

Paratuberkulose beim Rind

Paratuberkulose ist eine langsam fortschreitende, unheilbare Darmerkrankung. Sie wird durch Mycobakterium avium subspecies paratuberkulosis (MAP) hervorgerufen. Die Krankheit ist nicht meldepflichtig, aber es gibt Leitlinien für den Umgang mit Paratuberkulose in Wiederkäuerbeständen.

Q-Fieber beim Rind

Q-Fieber wird durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht. Bei Rindern kann es zu Aborten kommen. Als für den Menschen gefährliche Zoonose ist Q-Fieber bei Rindern meldepflichtig.

Tularämie beim Rind

Tularämie ist eine hoch ansteckende und meist tödlich verlaufende bakterielle Krankheit. Bei Rindern kommt es nur selten zu einer Erkrankung. Krankheit und Nachweis des Erregers sind bei Hasen und Kaninchen meldepflichtig.

Enterohämorrhagische E. coli (EHEC) beim Rind

Rinder sind ein wichtiges Reservoir für VTEC (Verotoxin-(Shigatoxin-)bildende E. coli). Sie scheiden die Bakterien über ihren Kot aus, lösen aber in der Regel keine Erkrankung aus. Rinder sind als Krankheitsüberträger für den Menschen bedeutsam. Hygienemaßnahmen beugen der Verbreitung vor.

Campylobacter jejuni: Einblicke in Pathogenese und Virulenzfaktoren | Mikrobiologie 101 Animation

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