Der Lechweg, ausgezeichnet mit dem Qualitätssiegel „Leading Quality Trails - Best of Europe“, bietet ein einzigartiges Weitwandererlebnis durch die Tiroler Alpen. Auf über 120 km führt er von der Quelle des Lechs am Formarinsee in Vorarlberg bis zum Lechfall im bayerischen Füssen im Allgäu. Konzipiert für Genusswanderer und auch für weniger Geübte, die alpin wandern, aber nicht klettern wollen, füllt der Lechweg eine touristische Marktlücke und dient als Modellprojekt in Europa. Eine komplette Wanderung von der Quelle bis zum Lechfall erfordert etwa eine Woche, die Wandersaison reicht von Mai bis Oktober.

Neben dem Wandern bietet das Lechtal im Sommer vielfältige Sportmöglichkeiten wie Kajak, Rafting, Klettern, Laufen oder Gleitschirmfliegen. Der Fluss Lech zeichnet sich durch seine helle, türkise Färbung aus, die auf die geringe Vermehrung von Algen und Plankton aufgrund niedriger Temperaturen zurückzuführen ist.
Familienfreundliche Etappen am Lechweg
Der Lechweg eignet sich auch hervorragend für Familienwanderungen, wie eine dreitägige Erkundung von über 30 km zwischen schroffen Gipfeln und dem glitzernden Lech zeigt. Diese Etappen bieten spektakuläre Bergpanoramen, ohne dass anspruchsvolle Gipfel erklommen werden müssen.
Erste Etappe: Lechleiten nach Steeg
Die erste Etappe der Familienwanderung führte von Lechleiten nach Steeg. Auf diesem Abschnitt stößt man erst im letzten Drittel auf die tosenden, türkisblauen Wellen des Lechs im Tal. Der Weg dorthin bietet beeindruckende Bergpanoramen.
Zweite Etappe: Steeg nach Bach
Am zweiten Wandertag von Steeg nach Bach passiert man zunächst einen spektakulären Wasserfall bei Steeg. In Holzgau wird das Höhenbachtal am Ortsrand erklommen, wo die längste Hängeseilbrücke Österreichs wartet - ein Abenteuer für Mutige, über 200 Meter lang und mehr als 110 Meter hoch.

Von der Brücke führt der Lechweg über die Schigge, eine wunderschöne Wiesen- und Waldlandschaft, weiter in Richtung Bach. Dieses Teilstück kann als das anspruchsvollste der drei Wandertage gelten. Kurz vor Bach erreicht man auf 1.200 m Höhe die Talstation der Jöchelspitzbahn. Von der Bergstation auf der Sonnalm (1.800 m) eröffnet sich ein herrlicher Blick über das Alpenpanorama Tirols.
Dritte Etappe: Bach nach Häselgehr
Die dritte Etappe zum Etappenziel in Häselgehr verläuft bequem über mehrere Kilometer direkt am unverbauten Lechufer entlang. Der Fluss Lech ist eine Seltenheit in Europa, da er nahezu ohne künstliche Eingriffe fließt und seine Laufwege ändern kann. Die faszinierende helltürkise Färbung des Wassers ist auf die geringe Algenbildung zurückzuführen.
Der Rhein von oben (1/2): Von der Quelle zum Deutschen Eck
Nach drei Tagen und über 30 zurückgelegten Kilometern zeigten sich die vier erwachsenen Teilnehmer und die beiden Kinder stolz über ihre Leistung. Der Lechweg gilt noch als Geheimtipp und soll mittelfristig der Region zusätzliche Übernachtungen bescheren, ohne Massentourismus zu fördern. Die Tatsache, dass die Kinder nach einer baldigen Wiederholung fragten, unterstreicht den Erfolg der Familienwanderung.
Lechweg: Struktur und Sehenswürdigkeiten
Der Lechweg verbindet die Regionen Vorarlberg, Tirol und Bayern auf einer Strecke von über 120 km und ist in 15 Etappen unterteilt. Die Etappen variieren in Länge und Höhenprofil, sodass für Wanderer mit unterschiedlichen Ambitionen und Fitnessgraden geeignete Touren vorhanden sind.
Wichtige Sehenswürdigkeiten entlang des Lechwegs:
- Der Formarinsee nahe der Lechquelle
- Die Bodenalpe bei Lech am Arlberg
- Die Naturkäserei Sojer in Steeg
- Das Hallenbad Aqua Nova in Steeg
- Der Doser Wasserfall bei Häselgehr
- Die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein in Füssen
- Der Lechfall bei Füssen und die historische Altstadt Füssens
Die Anreise nach Füssen erfolgt über die A7 oder B17 (Romantische Straße) und die A96/B16. Von dort gelangt man über die A7 und B179 nach Reutte und weiter über die L198 nach Lech. Lech am Arlberg ist auch von Bregenz aus über den Bregenzerwald oder die Schweiz erreichbar. Der Lechweg ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, und zahlreiche Partnerbetriebe bieten Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.
Wandern mit Kindern im Lechtal
Das Lechtal bietet vielfältige Möglichkeiten für Wanderungen mit Kindern, die Spaß und Naturerlebnisse verbinden. Entlang von Familien- und Themenwegen können Kinder Tierspuren entdecken, auf Steine und Baumstämme klettern und an kleinen Bächen spielen. Zahlreiche Lechtaler Almen und Hütten verfügen über Spielplätze. Für diejenigen, die es lieber im Tal mögen, gibt es Erlebniswege, die spannende Themen vermitteln oder von Spielplatz zu Spielplatz führen.
Besondere Familienwanderwege im Lechtal:
Vitalweg Holzgau
Der Vitalweg Holzgau im Tiroler Lechtal ist ein Erlebnisweg, der die Natur und das Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt und sich an den fünf Elementen der Lehre von Sebastian Kneipp orientiert: Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter und Innere Ordnung. Die rund vier Kilometer lange Runde ist gut beschildert und die Gehzeit beträgt etwa zwei Stunden. An elf Stationen können Besucher die Kneipp’sche Gesundheitslehre erleben, darunter Wassertreten in einem natürlichen Bachlauf, ein Barfußweg und ein Kräuterlehrpfad. Ein Infozentrum im typischen Heustadel vermittelt Wissenswertes über Kräuter und Flachsanbau. Die Route führt vorbei am Infozentrum, zum Aussichtspunkt Lusthäuschen und über ein kurzes Teilstück des Lechwegs zur Holzgauer Hängebrücke, bevor sie über einen Naturpfad bergab zum Ausgangspunkt zurückführt. Eine Kinderrätsel-Rallye und geführte Touren mit Kneipp-Experten runden das Angebot ab. Eine kostenlose Erlebniskarte mit Markierungen aller Stationen ist in den Lechtaler Tourismusbüros erhältlich.

Rundweg Gramais
Der Rundweg in Gramais, der kleinsten Gemeinde Österreichs, bietet eine abwechslungsreiche Familienwanderung durch Wälder, über Wiesen, entlang eines Bachs und Wasserfalls sowie durch eine Schlucht. Entlang des Weges sind geschnitzte Holzfiguren zu finden.
Rundweg zum Doser Wasserfall
Dieser Weg in der Nachbargemeinde Häselgehr ist ideal für heiße Tage. Der Doser Wasserfall ist zwischen April und November ein tosender Wasserfall, danach nur ein Rinnsal. Der Weg führt entlang kleinerer Bächlein, die zum Spielen einladen.
Weg zur Gibler Alm
Dieser Weg in Elbigenalp führt zur Gibler Alm und ist bei Kindern sehr beliebt. Geschnitzte Figuren säumen den Weg, und am Ziel wartet ein Spielplatz sowie eine Jausenstation.
Wanderung zum Almdorf Fallerschein
Das idyllische Almdorf Fallerschein, das größte Almdorf Tirols, ist über eine kinderwagentaugliche Forststraße erreichbar. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel mit zwei Hütten, die Almküche anbieten.
Zusätzlich gibt es Lechi, den Wichtel aus dem Lechtal, der einen Wanderpass für Erwachsene und Kinder zusammengestellt hat, um zusätzliche Motivation zu bieten. Die schönsten Hüttenwanderungen sind ebenfalls eine Erkundung wert.
Praktische Tipps für Wanderungen mit Kindern
Bei der Auswahl von Wanderschuhen für Kinder ist es wichtig, auf ausreichend Platz im Zehenbereich zu achten, da Kinderfüße wachsen. Trekkingstiefel sollten mit einer griffigen Sohle ausgestattet sein, um Rutschen auf nassem Untergrund zu vermeiden. Eine Membrane im Wanderstiefel hält die Füße trocken, erfordert jedoch ein Temperaturgefälle zwischen Schuh und Außentemperatur.
Die Meinungen über das Quick Lace System bei Kinderschuhen gehen auseinander: Kinder schätzen die einfache Handhabung, während Eltern die Bedeutung des Schuhebindens für die motorische Entwicklung hervorheben. Das Boa Fit System bietet eine einfache und individuell einstellbare Alternative.
Bei der Planung von Wanderungen mit Kindern ist es ratsam, die Dauer nicht zu straff zu planen, da Kinder die Natur oft anders erleben und erkunden möchten. Viele kinderfreundliche Wanderwege bieten Spielattraktionen, Streichelzoos und Rätselaufgaben, die das Wandererlebnis bereichern.
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