Muttermilch richtig lagern: Haltbarkeit und Aufbewahrung

Muttermilch ist die ideale Nahrung für Ihr Baby. Um die wertvollen Nährstoffe und Abwehrstoffe zu erhalten, ist eine sichere und hygienische Aufbewahrung entscheidend. Dieser Leitfaden bietet Ihnen umfassende Informationen zur Lagerung, Haltbarkeit und den verschiedenen Möglichkeiten, abgepumpte Muttermilch aufzubewahren.

Grundlagen der Muttermilchaufbewahrung

Die optimale Temperatur für Muttermilch ist direkt an der Brust beim Stillen. Wenn Sie jedoch einen Vorrat anlegen möchten oder nicht stillen können, ist das Abpumpen und Aufbewahren eine hervorragende Alternative. Die Qualität der Muttermilch ist am höchsten, wenn sie frisch abgepumpt und nur kurz bei Zimmertemperatur gelagert wird. Gekühlte Milch ist qualitativ besser als tiefgefrorene Milch, da bei niedrigeren Temperaturen mehr Antioxidantien verloren gehen können. Dennoch bleibt auch gefrorene Muttermilch eine bessere Option als Säuglingsnahrung aus Milchpulver.

Es ist wichtig zu beachten, dass die folgenden Angaben Empfehlungen für gesunde, termingerecht geborene Babys sind. Bei Frühchen oder kranken Kindern sollten Sie die spezifischen Anweisungen Ihrer Klinik oder Hebamme befolgen.

Illustration einer Mutter, die Muttermilch abpumpt und in verschiedene Behälter füllt.

Hygiene bei der Muttermilchgewinnung und -aufbewahrung

Die Hygiene ist das A und O bei der Aufbewahrung von Muttermilch. Waschen Sie sich vor jedem Abpumpen gründlich die Hände mit warmem Wasser und Seife. Auch die Milchpumpe und die Aufbewahrungsbehälter müssen sauber sein. Idealerweise sollten die Behälter sterilisiert oder in der Spülmaschine bei mindestens 65 °C gereinigt werden. Das Sterilisieren ist für gesunde Neugeborene in der Regel nicht zwingend erforderlich, kann aber bei Frühchen oder kranken Kindern empfohlen werden.

Die Brustwarzen müssen vor dem Abpumpen nicht zusätzlich gereinigt werden. Wenn Sie gleichzeitig stillen und abpumpen möchten, sollten Sie stets nach dem Stillen abpumpen.

Geeignete Behälter für die Muttermilchaufbewahrung

Für die Aufbewahrung von Muttermilch eignen sich verschiedene Behälter:

  • Verschließbare Glasgefäße
  • Kunststoffgefäße aus Polypropylen (PP): Diese sind schadstofffrei und oft wiederverwendbar. Manche Modelle können direkt an die Milchpumpe angeschlossen werden.
  • Spezielle Muttermilchflaschen: Diese passen oft direkt auf die Milchpumpe und können auch zum Füttern verwendet werden.
  • Muttermilchbeutel aus Polyethylen (PE): Diese sind besonders platzsparend und eignen sich gut zum Einfrieren. Sie sind meist für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Nicht empfehlenswert sind Gefäße aus klarem Hartplastik wie Polycarbonat (PC), da diese Bisphenol A (BPA) enthalten können, das gesundheitsschädlich ist. Auch normale Tiefkühlbeutel oder Eiswürfelbehälter sind nicht geeignet, da sie oft nicht sterilisiert werden und Weichmacher enthalten können.

Wichtig: Beschriften Sie jeden Behälter mit dem Abpumpdatum und der genauen Uhrzeit sowie der Menge. Dies hilft, den Überblick zu behalten und die Haltbarkeitsfristen einzuhalten.

Aufbewahrungstemperaturen und Haltbarkeiten

Die Haltbarkeit von Muttermilch hängt stark von der Lagertemperatur ab:

Raumtemperatur (16 °C bis 29 °C)

  • 4 bis 6 Stunden (je kühler, desto besser. Bei Temperaturen über 27 °C nur ca. 3-4 Stunden).

Die Milch sollte abgedeckt und so kühl wie möglich gehalten werden. Ein feuchtes Tuch über dem Behälter hilft, die Milch kühl zu halten.

Isolierte Kühltasche (4 °C bis 15 °C)

  • 24 Stunden

Achten Sie darauf, dass die Kühlelemente die Milchbehälter berühren und öffnen Sie die Tasche so selten wie möglich.

Kühlschrank (4 °C)

  • 4 bis 5 Tage (wissenschaftliche Untersuchungen zeigen teilweise bis zu 8 Tage, im Alltag sind 3-5 Tage eine sichere Empfehlung).

Lagern Sie die Milch im hinteren Bereich des Hauptfachs des Kühlschranks, nicht in der Tür, da dort die Temperatur am konstantesten und kältesten ist.

Gefrierschrank (-18 °C oder kälter)

  • 3 bis 6 Monate (einige Quellen geben bis zu 12 Monate an, wobei die Qualität nach 6 Monaten abnehmen kann).

Lagern Sie die Milch im hinteren Bereich des Gefrierschranks, abseits der Wände, um die konstanteste Temperatur zu gewährleisten und die Bildung von Eiskristallen zu minimieren.

Grafik, die die Haltbarkeit von Muttermilch bei verschiedenen Temperaturen übersichtlich darstellt.

Einfrieren von Muttermilch

Beim Einfrieren sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Füllen Sie die Behälter nur zu etwa drei Vierteln, da sich die Milch beim Gefrieren ausdehnt.
  • Geeignete Behälter sind Muttermilchbeutel, PP-Flaschen oder Glasflaschen (diese aber nur zu maximal drei Vierteln füllen, da sie platzen können).
  • Frieren Sie die Milch möglichst schnell ein, um Bakterienwachstum zu minimieren.
  • Beschriften Sie die Behälter mit Datum und Menge.
  • Lagern Sie kleine Portionen (z. B. 60-120 ml), um eine Verschwendung aufgetauter Milch zu vermeiden.

Auftauen und Erwärmen von Muttermilch

Das Auftauen und Erwärmen sollte schonend erfolgen:

  • Auftauen: Am besten über Nacht im Kühlschrank. Alternativ in einem lauwarmen Wasserbad oder unter fließendem, warmem Wasser (maximal 37 °C). Nicht bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle auftauen.
  • Erwärmen: In einem warmen Wasserbad, unter fließendem warmem Wasser (maximal 37 °C) oder im Flaschenwärmer. Niemals in der Mikrowelle erwärmen, da dies zu ungleichmäßiger Erhitzung und Zerstörung von Nährstoffen führen kann.

Wichtig: Aufgetaute Muttermilch sollte innerhalb von 2 Stunden bei Raumtemperatur oder 24 Stunden im Kühlschrank verbraucht werden. Einmal aufgetaute Milch darf nicht wieder eingefroren werden.

Gesund oder gefährlich? Was Milchprodukte wirklich mit dir machen | Die Tricks... NDR

Besonderheiten bei aufgetauter Muttermilch

Aufgetaute Muttermilch kann Veränderungen im Geruch und Geschmack aufweisen. Dies liegt an der Aktivität des Enzyms Lipase, das Fette aufspaltet. Diese Veränderungen sind für das Baby nicht gesundheitsschädlich und können sogar die Verdauung unterstützen. Manche Babys lehnen die Milch jedoch ab. Durch vorsichtiges Schwenken können die aufgetrennten Schichten wieder vermischt werden.

Was tun mit übrig gebliebener Muttermilch?

Nicht getrunkene Reste von Muttermilch sollten nach ein bis zwei Stunden bei Raumtemperatur entsorgt werden, da Bakterien aus dem Mund des Babys in die Milch gelangen können. Um Verschwendung zu vermeiden, sollten Sie die Milch in kleinen Portionen abfüllen.

Kombinieren von Muttermilchportionen

Sie können verschiedene abgepumpte Portionen eines Tages in einem Behälter sammeln, solange die Milch die gleiche Temperatur hat. Frisch abgepumpte Milch sollte vor dem Hinzufügen zu bereits gekühlter Milch erst heruntergekühlt werden.

Erkennen von verdorbener Muttermilch

Verdorbene Muttermilch riecht deutlich sauer oder ranzig und nicht mehr süßlich. Die Konsistenz kann klumpig werden. Bei Unsicherheit sollten Sie die Milch nicht verfüttern.

Infografik mit den wichtigsten Dos and Don'ts bei der Muttermilchaufbewahrung.

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