Amoclav für Kinder: Anwendung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Amoclav 875 mg + 125 mg ist ein **Antibiotikum**, das zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Es kombiniert zwei Wirkstoffe: **Amoxicillin**, ein Penicillin-Derivat, das Bakterien abtötet, indem es den Aufbau ihrer Zellwände stört, und **Clavulansäure**, die das Enzym Beta-Laktamase hemmt. Dieses Enzym wird von manchen Bakterien produziert, um Amoxicillin abzubauen. Durch die Kombination mit Clavulansäure wird die Wirksamkeit von Amoxicillin erhöht und das Wirkungsspektrum erweitert.

Das Medikament ist in der gesamten EU nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich und wird zur Behandlung einer Vielzahl von Infektionen eingesetzt, darunter Infektionen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts, der Harnwege sowie Hals-, Nasen- und Ohreninfektionen.

Schema, das die Wirkungsweise von Amoxicillin und Clavulansäure bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen erklärt.

Anwendungsbereiche von Amoclav

Amoclav 875 mg + 125 mg wird bei Erwachsenen und Kindern zur Behandlung folgender Infektionen angewendet:

  • Mittelohrentzündungen und Infektionen der Nasennebenhöhlen
  • Atemwegsinfektionen
  • Harnwegsinfektionen
  • Haut- und Weichteilinfektionen, einschließlich Infektionen im Zahnbereich
  • Knochen- und Gelenkinfektionen

Amoxicillin selbst ist ein Breitbandantibiotikum, das gegen eine Vielzahl von bakteriellen Infektionen wirksam ist. Es hemmt die Bildung bakterieller Zellwände, was zur Abtötung der Bakterien führt. Aufgrund seiner Wirksamkeit und seines relativ milden Nebenwirkungsprofils wird Amoxicillin häufig als Erstlinientherapie eingesetzt.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Amoclav

Die Einnahme von Amoclav 875 mg + 125 mg sollte stets genau nach Anweisung des Arztes erfolgen. Die Dosierung hängt vom Alter, Körpergewicht und der Art der Infektion ab.

Dosierung für Erwachsene und Kinder

  • Erwachsene und Kinder mit einem Körpergewicht von 40 kg und darüber: Übliche Dosis ist 1 Tablette zweimal täglich. Bei Bedarf kann die Dosis auf 1 Tablette dreimal täglich erhöht werden.
  • Kinder mit einem Körpergewicht unter 40 kg: Kinder im Alter von 6 Jahren oder jünger sollten vorzugsweise mit einer oralen Suspension behandelt werden. Für Kinder unter 25 kg sind die Tabletten nicht geeignet.

Patienten mit Nieren- oder Leberproblemen benötigen möglicherweise eine angepasste Dosierung. Bei Nierenproblemen kann der Arzt eine andere Stärke oder ein anderes Medikament wählen. Bei Leberproblemen können häufigere Blutuntersuchungen zur Überwachung der Leberfunktion erforderlich sein.

Art der Anwendung

Die Tabletten sollten unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen werden, entweder zu Beginn oder kurz vor einer Mahlzeit. Die Einnahmezeiten sollten gleichmäßig über den Tag verteilt werden, mit einem Abstand von mindestens 4 Stunden. Es ist wichtig, nicht zwei Dosen innerhalb einer Stunde einzunehmen.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der zu behandelnden Erkrankung. Es ist wichtig, das Medikament mindestens 2-3 Tage nach Abklingen der Beschwerden weiter einzunehmen, um eine vollständige Beseitigung der Bakterien zu gewährleisten. Die gesamte Behandlungsdauer sollte nicht länger als 2 Wochen betragen.

Amoclav beginnt in der Regel innerhalb von 24 bis 72 Stunden zu wirken, wobei eine Besserung der Symptome oft innerhalb weniger Tage spürbar ist.

Infografik, die die empfohlene Dosierung von Amoclav für verschiedene Altersgruppen und Gewichtsklassen darstellt.

Mögliche Nebenwirkungen von Amoclav

Obwohl Amoclav im Allgemeinen gut verträglich ist, können bei manchen Patienten Nebenwirkungen auftreten. Es ist wichtig, auf bestimmte Symptome zu achten, um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern.

Nebenwirkungen, auf die Sie achten müssen

  • Allergische Reaktionen: Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen, Schwellungen (insbesondere im Gesicht oder Mund), die Atemprobleme verursachen können. In schweren Fällen kann es zu einem Kollaps kommen. Bei Auftreten solcher Symptome sollte umgehend ein Arzt kontaktiert und die Einnahme von Amoclav beendet werden.
  • Entzündung des Dickdarms: Dies kann sich durch wässrigen Durchfall, oft mit Blut und Schleim, Magenschmerzen und/oder Fieber äußern.
  • Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis): Starke und anhaltende Bauchschmerzen können ein Anzeichen dafür sein.
  • Arzneimittelbedingtes Enterokolitissyndrom (DIES): Hauptsächlich bei Kindern berichtet, äußert sich durch anhaltendes Erbrechen (1-4 Stunden nach Einnahme), Bauchschmerzen, Lethargie, Durchfall und niedrigen Blutdruck. Bei Auftreten dieser Symptome sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Durchfall (bei Erwachsenen)

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Pilzinfektion (Candida) im Bereich von Scheide, Mund oder Hautfalten
  • Übelkeit (kann durch Einnahme vor einer Mahlzeit gelindert werden)
  • Erbrechen
  • Durchfall (bei Kindern)

Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Hautausschlag, Juckreiz
  • Erhabener juckender Hautausschlag (Quaddeln)
  • Magenverstimmung
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Anstieg bestimmter von der Leber gebildeter Substanzen (Enzyme) als Hinweis auf eine Leberschädigung

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Hautausschlag, möglicherweise mit Blasen, der wie kleine Zielscheiben aussieht (Erythema multiforme). Bei Auftreten dringend einen Arzt kontaktieren.
  • Niedrige Anzahl der an der Blutgerinnung beteiligten Zellen
  • Niedrige Anzahl der weißen Blutkörperchen

Nicht bekannt (Häufigkeit nicht abschätzbar)

  • Kristalle im Urin, die zu einer akuten Nierenschädigung führen
  • Entzündung der Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben (aseptische Meningitis)
  • Schwerwiegende Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse
  • Roter, schuppender Hautausschlag mit Beulen unter der Haut und Blasen (pustulöses Exanthem)
  • Grippeähnliche Symptome mit Hautausschlag, Fieber, geschwollenen Drüsen und anomalen Blutwerten (DRESS-Syndrom)
  • Entzündung der Leber (Hepatitis), Gelbsucht
  • Entzündung von Nierenkanälchen
  • Verzögerung der Blutgerinnung
  • Überaktivität, Krampfanfälle (bei hohen Dosen oder Nierenproblemen)
  • Schwarze, behaart aussehende Zunge
  • Starke Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen
  • Niedrige Anzahl der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie)

Bei Auftreten von Nebenwirkungen ist es ratsam, sich an einen Arzt oder Apotheker zu wenden.

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Wechselwirkungen von Amoclav mit anderen Medikamenten

Amoclav kann mit bestimmten anderen Medikamenten interagieren, was die Wirksamkeit beeinträchtigen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann.

  • Antibiotika wie Tetracycline, Makrolide, Sulfonamide oder Chloramphenicol: Eine Kombination kann einen negativen Effekt auf die Antibiotikatherapie haben.
  • Diuretika (entwässernde Arzneimittel): Können die Menge und somit die Wirkung von Amoxicillin verringern.
  • Arzneimittel gegen Gicht (Probenecid, Allopurinol): Können die Ausscheidung von Amoxicillin verhindern und die Konzentration gefährlich erhöhen, was allergische Hautreaktionen begünstigen kann. Die gleichzeitige Einnahme von Allopurinol mit Amoclav erhöht die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Hautreaktion. Die gleichzeitige Einnahme von Probenecid wird nicht empfohlen, da es die Ausscheidung von Amoxicillin verringern kann.
  • Blutverdünner (Antikoagulantien wie Warfarin): Die Wirkung kann verstärkt werden, was zu gefährlichen Blutungen führen kann. Möglicherweise sind zusätzliche Blutuntersuchungen erforderlich.
  • Orale Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille): Die Wirkung der Pille kann herabgesetzt werden, was den Verhütungsschutz beeinträchtigt. Es sollten alternative Verhütungsmethoden wie Kondome, Diaphragma oder Portiokappe verwendet werden. Auch die Wirkung anderer hormoneller Verhütungsmittel kann beeinflusst werden.
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac): Die gleichzeitige Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen ist bei Amoxicillin in der Regel unproblematisch. Dennoch sollte bei der Auswahl von Schmerzmitteln immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
  • Methotrexat (zur Behandlung von Krebs und Schuppenflechte): Penicilline können die Ausscheidung von Methotrexat verringern, was zu einer Zunahme der Nebenwirkungen führen kann.
  • Mycophenolatmofetil (zur Verhinderung der Abstoßung von transplantierten Organen): Amoclav kann die Wirksamkeit dieses Medikaments beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Medikamente, die Sie einnehmen, auch über rezeptfreie Präparate und pflanzliche Heilmittel.

Amoclav während Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Amoxicillin während der Schwangerschaft gilt im Allgemeinen als unbedenklich. Da das Arzneimittel jedoch die Plazenta durchdringen kann, sollte der Fötus stets auf mögliche Nebenwirkungen untersucht werden. Schwangere Frauen sollten die Einnahme unbedingt mit ihrem Arzt besprechen, um den Nutzen und das Risiko abzuwägen.

Während der Stillzeit sollte Amoxicillin nicht angewendet werden, da es in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen kann und Durchfälle sowie Pilzinfektionen der Schleimhäute auslösen kann. Bei hohen Dosen wird ein Abstillen empfohlen.

Umgebung und Lagerung

Amoclav 875 mg + 125 mg sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Die Lagerung sollte bei nicht über 25 °C erfolgen, in der Originalverpackung, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Nach Ablauf des Verfallsdatums darf das Arzneimittel nicht mehr verwendet werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Medikament fachgerecht zu entsorgen ist.

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