Kaiserschnitt: Gründe, Trends und Promi-Geburten

Die Geburt des jüngsten Sohnes von Victoria und David Beckham, Cruz, erfolgte vor einer Woche per Kaiserschnitt in Madrid. Der Junge kam kurz nach Ende eines Spiels von Real Madrid zur Welt. "Wir haben einen kleinen Jungen. Sein Name ist Cruz", verkündete der strahlende Vater Reportern vor dem Krankenhaus. "Er ist wunderschön." Victoria Beckham, einst als "Posh Spice" bekannt, brachte ihren jüngsten Sohn, wie auch ihre älteren Söhne Brooklyn (fünf Jahre) und Romeo (zwei Jahre), per Kaiserschnitt zur Welt.

Victoria und David Beckham mit ihren Kindern

David Beckham wechselte 2003 von Manchester United zu Real Madrid und zählt zu den bestbezahlten Fußballern der Welt. Seine Frau Victoria feierte in den neunziger Jahren Erfolge mit der Band "Spice Girls".

Geplante Kaiserschnitte: Ein Trend bei Prominenten und darüber hinaus

Der Zeitpunkt von Geburten ist selten zufällig, und so finden manche Frauen Wege, den Entbindungstermin an die Bedürfnisse ihres Partners anzupassen. Victoria Beckham beispielsweise wünschte sich die Anwesenheit ihres Mannes David bei der Geburt, doch der errechnete Termin lag gefährlich nahe an einem wichtigen Spiel des Fußballstars. Dies führte zu einer geplanten Kaiserschnittentbindung.

Die Geburt per Kaiserschnitt ist bei Prominenten eher die Regel als die Ausnahme. So wurde der Entbindungstermin für Tochter Harper Seven auf den 4. Juli gelegt, passend zum Hochzeitstag der Beckhams. Auch Sohn Romeo kam im Jahr 2002 per Wunschkaiserschnitt zur Welt, sodass David Beckham lediglich sein Training ausfallen lassen musste.

Grafik zur Entwicklung der Kaiserschnittrate

Der Wunschkaiserschnitt: Termingründe und kommerzielle Aspekte

Derzeit bereiten sich einige Paare auf geplante Schnittentbindungen vor. Während medizinische Notwendigkeit oft der Grund ist, finden manche Paare auch rein aus Termingründen eine geplante Geburt attraktiv, beispielsweise für das Datum 11.11.11.

"Wir haben jedes Jahr mehr als 20 Anfragen zum 11. November, können aber nur die üblichen vier bis fünf am Vormittag einplanen", berichtet Wolfgang Eiermann, Chefarzt der Rotkreuz-Frauenklinik in München. Er sieht darin einen Ausdruck des Zeitgeistes: "Das passt zum Zeitgeist, man will alles planen, und für Ärzte ist es ein richtiger Markt geworden." Ein Kaiserschnitt bei Privatpatientinnen kann 2000 Euro einbringen, während eine natürliche Geburt etwa 800 Euro kostet.

Ähnliche Beobachtungen macht Richard Steinacker, Geschäftsführer der Frauenklinik Dr. Geisenhofer am Englischen Garten: "Bei uns sind stark vermehrte Anfragen zu diesem Termin da, aber wir unterstützen das nicht." Er spricht von einer bestimmten Klientel mit besonderen Terminwünschen, bei denen es heißt: "Der Mann wird von der Geschäftsreise aus Singapur eingeflogen, am besten soll das Ganze um acht Uhr sofort losgehen." Solche präzisen Wunschtermine seien jedoch schwer umsetzbar.

Kliniken ohne Trend zu Wunschkaiserschnitten

An Universitätskliniken ist dieser Trend weniger ausgeprägt. Klaus Friese, Chefarzt der Unifrauenklinik München, berichtet, dass für den 11.11. keine erhöhten Anfragen zu verzeichnen waren. An den Standorten Großhadern und Maistraße wurden zwar einige Frauen geplant am 10.11. und Anfang der folgenden Woche entbunden, doch keine davon wünschte sich explizit den 11.11. als Geburtstag für ihr Kind.

Zunehmende Kaiserschnittrate in Deutschland

In Deutschland liegt die Kaiserschnittrate bei etwa 30 Prozent, eine deutliche Steigerung gegenüber 1990, als nur etwa 14 Prozent der Kinder per Sectio caesarea geboren wurden. Mehrere Faktoren tragen zu dieser Entwicklung bei. "Heute erfüllen wir Frauen den Kinderwunsch, von denen wir früher nie gedacht hätten, dass sie schwanger werden", erklärt Friese. Zudem sei das Risiko eines Kaiserschnitts mittlerweile mit dem einer natürlichen Geburt vergleichbar gering.

Andere Gründe für Kaiserschnitte sind Ängste vor Schmerzen oder die Sorge vor Veränderungen nach einer natürlichen Geburt. Friese bezeichnet solche Bedenken als "Blödsinn" und weist darauf hin, dass nach mehreren Schwangerschaften höchstens Beschwerden mit dem Beckenboden auftreten können, unabhängig von der Art der Entbindung.

Aus ärztlicher Sicht sei ein Kaiserschnitt einfacher und praktischer zu planen als eine natürliche Geburt, so Franz Kainer, Leiter der Geburtshilfe in der Unifrauenklinik in der Maistraße.

Schema einer Kaiserschnittentbindung

Prominente berichten von ihren Geburtserlebnissen

Kate Winslet

Die Schauspielerin Kate Winslet sprach offen über ihren ungeplanten Kaiserschnitt, der ihr das Gefühl gab, die Kontrolle verloren zu haben und psychische Narben hinterließ. "Ich fühlte mich, als hätte ich versagt", gestand sie. In einer Talkshow berichtete sie auch von Inkontinenz nach ihren drei Geburten, was für viele Frauen ein Tabuthema darstellt.

"Ich kann nicht mehr Trampolinspringen, weil ich mich einnässe. Es ist verdammt unangenehm, vor allem wenn man einen Rock trägt. Wissen Sie, wenn man ein paar Kinder hat, dann kann das passieren. Es ist unglaublich, zweimal niesen und alles ist ok, das dritte Mal - und es ist passiert!"

Winslet möchte Frauen mit ihren ehrlichen Aussagen Mut machen. Nach dem dritten Kaiserschnitt warnen Geburtsmediziner vor potenziell instabilen Nähten in der Gebärmutter. Victoria Beckham hingegen, obwohl sie ebenfalls mehrere Kaiserschnitte hatte, soll nicht "too posh to push" gewesen sein, sondern wünschte sich die Anwesenheit ihres Mannes bei den Geburten, was auf Wunschkaiserschnitte hinauslief.

Foto von Kate Winslet

Victoria und David Beckham: Eine Familie mit vier Kindern

Victoria und David Beckham sind seit 1999 verheiratet und haben vier gemeinsame Kinder. Sohn Brooklyn wurde 1999 geboren, Sohn Romeo 2002 per Kaiserschnitt, sodass David Beckham nur ein Training ausfallen lassen musste. Sohn Cruz wurde 2005 ebenfalls per Kaiserschnitt entbunden. Tochter Harper Seven kam am 4. Juli 2011, pünktlich zum Hochzeitstag, zur Welt.

Geburtsmediziner sehen bei der dritten Kaiserschnittentbindung gewisse Risiken für Mutter und Kind, da der Schnitt meist an derselben Stelle erfolgt. Trotzdem ließen sich die Beckhams nicht von einer vierten Schwangerschaft abhalten, und Victoria Beckham brachte ein gesundes Mädchen zur Welt. Die Designerin litt während aller vier Schwangerschaften unter starker Übelkeit, und die Presse beobachtete aufmerksam, wie schnell sie nach den Geburten ihre Figur zurückerlangte.

Kate Hudson

Die Schauspielerin Kate Hudson hat drei Kinder zur Welt gebracht. Über die Geburt ihres ersten Kindes Ryder äußerte sie sich in der US-Zeitschrift Cosmopolitan als "das Faulste, was du jemals getan hast", was zu Kritik führte. Ihren zweiten Sohn Bingham brachte sie wohl auf natürlichem Weg zur Welt, vermied aber weitere Details. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen das Recht haben, selbst über ihre Geburtsmethode zu entscheiden.

Bei der Geburt ihres Sohnes Bingham und ihrer Tochter Rani war ihre Mutter, Goldie Hawn, im Kreißsaal anwesend und sorgte mit humorvollen Anekdoten für Unterhaltung.

Foto von Kate Hudson mit ihrer Mutter Goldie Hawn

Angelina Jolie

Angelina Jolie brachte ihr erstes leibliches Kind, Shiloh, im Mai 2006 in Namibia per Kaiserschnitt zur Welt, da eine Beckenendlage vorlag. Bei ihrer zweiten Schwangerschaft, in der sie Zwillinge erwartete, war ebenfalls ein Kaiserschnitt notwendig. Im Juli 2008 kamen Sohn Knox Leon und Tochter Vivienne Marcheline per Kaiserschnitt zur Welt.

Pink

Sängerin Pink plante ursprünglich eine Hausgeburt in der Badewanne. Die kleine Willow Sage musste jedoch aufgrund ihrer Steißlage per Kaiserschnitt geholt werden.

Vordere Hinterhauptslage -- Gynäkologie: Die Geburt --AMBOSS Video

Gwyneth Paltrow

Nach einer "Horrorgeburt" mit ihrer Tochter Apple Martin, die 70 Stunden Wehen dauerte, entschied sich Gwyneth Paltrow für einen Kaiserschnitt bei der Geburt ihres Sohnes Moses. Sie berichtete von einem ungeplanten Notkaiserschnitt bei Apple und einem geplanten bei Moses. Paltrow sprach auch über die körperlichen Folgen eines Kaiserschnitts, wie eine auffällige Narbe, betonte aber, dass dies kein Grund zur Bewertung sei.

Jennifer Garner

Jennifer Garner berichtete offen über die Herausforderungen der Schwangerschaft, darunter Übelkeit und starke Gelüste. Mit Unterstützung ihres Ex-Partners Ben Affleck brachte sie ihre Kinder per Kaiserschnitt zur Welt: Tochter Violet Anne (2005), Tochter Seraphina Rose Elizabeth (2009) und Sohn Samuel (2012).

Garner ermutigt Frauen, ihren Körper nach der Geburt anzunehmen: "Ich kann wirklich hart an mir arbeiten und wirklich fit sein, trotzdem sehe ich aus wie eine Frau, die drei Kinder zur Welt gebracht hat und so werde ich auch immer aussehen." Sie appelliert an Frauen, dankbar für ihren Körper zu sein, der sie durch die Schwangerschaften getragen hat.

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