In unserer Klinik bieten wir das gesamte Spektrum der fetalchirurgischen Eingriffe an. Eine rechtzeitige Frühdiagnose durch die gute Vernetzung und Zentralisierung unserer Klinik ermöglicht die beste Therapie und das notwendige "Know-how" unter einem Dach. Wir bieten eine Reihe von spezialisierten Eingriffen an, um komplexe Schwangerschaftskomplikationen zu behandeln.
Fetalchirurgische Eingriffe
Laserchirurgie bei fetofetalem Transfusionssyndrom
Eine eineiige Zwillingsschwangerschaft stellt per se eine Risikoschwangerschaft dar. Die Schwangeren benötigen eine engmaschige Mitbetreuung alle zwei Wochen, um das fetofetale Transfusionssyndrom auszuschließen. Im Falle dieser Diagnose besteht die Möglichkeit, die Plazenta mit Hilfe einer Kamera und Laserstrahlung im Mutterleib zu trennen. Dieser Eingriff wird in unserer Klinik regelmäßig und erfolgreich durchgeführt. Die Schwangere verbleibt für 1-2 Tage stationär und wird anschließend auch nach der Entlassung weiter von uns betreut.
Laserchirurgie bei parasitärem Zwilling
Dies ist eine sehr seltene Situation, in der sich ein Baby in einer eineiigen Zwillingsschwangerschaft nach anfänglichem Wachstum im Verlauf nicht weiter entwickelt. In diesem Fall kann es dazu kommen, dass das gesunde Baby Blut zu dem anderen, sogenannten „parasitäreren Zwilling“, leitet. Diese Blutströmung kann mit Hilfe einer dünnen Kanüle per Laser gestoppt werden.
Laserchirurgie bei selektiver Wachstumsrestriktion
Unser Team verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Betreuung von Zwillingsschwangerschaften mit fetaler Wachstumsrestriktion. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Baby in einer eineiigen Zwillingsschwangerschaft nicht mehr ausreichend wächst. Bei dieser Diagnose kann die oben genannte Laserchirurgie angeboten werden, um beiden Babys zu helfen.

Die Diagnosen und Therapieoptionen bei einer eineiigen Zwillingsschwangerschaft sind komplex. Wir beraten Sie gerne persönlich, per Telefon oder Video-Konferenz.
Shunt-Einlagen
Im Bereich der unteren Harnwege kann es beim Ungeborenen bereits im Mutterleib zur Ausbildung einer engen Klappe kommen. Diese Fehlbildung kann dazu führen, dass die Harnblase des Babys nicht adäquat entleert werden kann. Die Folge ist eine erniedrigte Fruchtwassermenge. Ausreichend Fruchtwasser ist jedoch für eine optimale Lungenentwicklung unerlässlich. Im Falle dieser Diagnose haben wir die Möglichkeit, mit Hilfe einer kleinen Rohrnadel eine Mini-Röhre (Shunt) zwischen der kindlichen Harnblase und der Frucht höhle einzulegen, wodurch die Harnblase entleert werden kann.
Die gleiche Methode ist wirksam, wenn das Ungeborene eine Wassersammlung zwischen Lunge und Brustkorb entwickelt. Die Entlastung mittels Kanüle kann eine Herzbelastung vermeiden.
Laserchirurgie bei zystischen Lungenveränderungen
Darüber hinaus können im Rahmen der Ultraschalldiagnostik zystische Veränderungen der Lunge festgestellt werden. Hierbei kann es empfehlenswert sein, mittels Laserung die Versorgungsgefäße dieser zystischen Strukturen zu veröden, um deren Wachstum zu blockieren und dem gesunden Lungengewebe ausreichendes Wachstum zu ermöglichen.

Bluttransfusionen
Heutzutage ist es glücklicherweise seltener geworden, dass ein Baby im Mutterleib an Blutarmut (Anämie) leidet. Eine wesentliche Ursache hierfür liegt in der strukturierten Schwangerenvorsorge unserer niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen begründet, die grundlegend dazu beiträgt, diese Komplikation zu vermeiden. Dennoch kann es vorkommen, dass ein Ungeborenes eine Anämie entwickelt und eine Bluttransfusion nicht vermieden werden kann. In dieser Situation können wir den Babys Fremdblut durch die Nabelschnur übertragen.
Fruchtwasser-Entlastungspunktionen
Die Fruchtwassermenge kann in verschiedenen mütterlichen oder fetalen Situationen rasant steigen. Das Risiko einer Frühgeburt ist in diesem Fall sehr hoch. Der Arbeitsbereich ist verantwortlich für die zytogenetische Diagnostik. Anlass für eine vorgeburtliche Chromosomenuntersuchung können beispielsweise bestimmte sonographische Marker und ein unauffälliger Befund der konventionellen Chromosomenuntersuchung sein. Bei entsprechenden Markern besteht das Angebot weiterführender genetischer Untersuchungen. Hierfür wird in der Regel DNA aus nativen oder kultivierten Zellen verwendet. Zusätzlich benötigen wir in solchen Fällen 5 ml EDTA-Blut der Mutter für einen (zeitnahen) Ausschluss einer mütterlichen Kontamination der Probe und zur besseren Interpretierbarkeit der Ergebnisse.
Erklärfilm "Wie entstehen Zwillinge"
Die Entscheidung, welches Verfahren durchgeführt werden soll, richtet sich nach der jeweiligen individuellen Fragestellung und den anatomischen Gegebenheiten. Die Chromosomen sind die Träger unserer genetischen Informationen. Durch eine Punktion (d.h. das Einführen einer dünnen sterilen Nadel unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle), was auch als invasive Diagnostik bezeichnet wird, können fetale Zellen (aus Plazenta oder Fruchtwasser) gewonnen werden.
Diagnostische Verfahren bei Chromosomenanomalien
Amniozentese
Bei der Amniozentese wird unter kontinuierlicher Ultraschall-Kontrolle eine sehr dünne Nadel in das Fruchtwasser, das den Fetus umgibt, eingeführt. Bitte bringen Sie Ihre Blutgruppenkarte mit zur Untersuchung und cremen oder ölen Sie Ihren Bauch fünf Tage vorher nicht mehr ein (wie auch vor jeder anderen Ultraschalluntersuchung). Ansonsten ist Ihrerseits keine besondere Vorbereitung für die Amniozentese nötig.
Chorionzottenbiopsie (CVS)
Die Plazentapunktion (CVS) erfolgt in der Regel ab 12 abgeschlossenen Wochen (12+0) und unter der Voraussetzung, dass die Plazenta vom Bauch aus erreicht werden kann. Bitte bringen Sie Ihre Blutgruppenkarte mit zur Untersuchung und cremen oder ölen Sie Ihren Bauch fünf Tage vorher nicht mehr ein (wie auch vor jeder anderen Ultraschalluntersuchung). Ansonsten ist Ihrerseits keine besondere Vorbereitung für die CVS nötig.
Micro-Array-Analyse (Array-CGH)
Kleinere, aber in der Auswirkung unter Umständen ebenfalls sehr schwerwiegende Besonderheiten können nur durch höher auflösende Chromosomen-Untersuchungen wie z.B. eine Micro-Array-Analyse (auch „Array-CGH“) erkannt werden. Solche Untersuchungen sollten heute aber immer angesprochen bzw. angeboten werden. Sie werden (nur) bei besonderen Situationen (z.B. auffälliger Ultraschallbefund, aber „normaler“ Befund der konventionellen Chromosomenuntersuchung) von der Grundversicherung übernommen. Eine Micro-Array-Analyse kann auf Wunsch auch zusätzlich durchgeführt werden, was eine Zuzahlung bedeuten kann.
Genetische Tests aus mütterlichem Blut
Im Gegensatz zu den oft neu entstandenen Chromosomenveränderungen können Gen-Veränderungen (typische erbliche Störungen wie z.B. die zystische Fibrose, aber auch neu entstandene Mutationen) durch eine konventionelle Chromosomenuntersuchung nicht erkannt werden; sie erfordern gezielt andere Tests, die nur bei bekanntem, z.B. familiärem Risiko oder bei bestimmten Ultraschallbefunden veranlasst werden können. Seit 2012 werden in der Schweiz genetische Tests auf fetalen Chromosomenstörungen aus dem mütterlichen Blut angeboten.
Zystische Veränderungen bei der Frau
Eierstockzysten
Man entdeckt eine Eierstockzyste oft zufällig während einer Vorsorgeuntersuchung im Ultraschall. Bei der Eierstockzyste (Ovarialzyste) handelt es sich um einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum in Ihren Eierstöcken. Der Begriff „Zyste“ sagt nichts darüber aus, ob die Veränderung gut- oder bösartig ist. Die meisten Zysten sind harmlos. Sie entstehen beispielsweise durch einen Überschuss bestimmter Geschlechtshormone in der Pubertät oder in den Wechseljahren. Die meisten Eierstockzysten stehen in Zusammenhang mit dem Eisprung und dem Heranreifen von Eizellen in den Eierstöcken. Die Medizin bezeichnet sie als „funktionelle Zysten“. Sie können in einem oder beiden Eierstöcken auftreten.
Arten von Eierstockzysten
- Follikelzysten: Monatlich reift im Eierstock einer fruchtbaren Frau ein Ei in einem Follikel (Bläschen) heran.
- Corpus-luteum-Zyste: Hierbei handelt es sich um einen vergrößerten Gelbkörper. Er entsteht nach dem Eisprung aus den Resten des Follikels und bildet vor allem das Geschlechtshormon Progesteron und ein wenig vom weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Luteinzysten entstehen meist in beiden Eierstöcken, wenn die Produktion von bestimmten Hormonen erhöht ist.
- PCO-Zysten: Viele kleine Zysten sind ein Symptom des Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS). Beim PCO handelt es sich um eine hormonelle Störung: Aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts wird die Reifung der Follikel behindert.
- Endometriose-Zysten (Schokoladenzysten): Wenn Sie an Endometriose leiden, dann siedelt sich Gewebe Ihrer Gebärmutterschleimhaut in anderen Stellen des Bauchraumes, in anderen Organen und manchmal auch im Eierstock ab. Während der Menstruation bluten diese kleinen Inseln aus Gebärmutterschleimhaut. Da das Menstruationsblut in den Eierstöcken nicht abfließen kann, bilden sich dort Zysten.
- Retentionszysten: Retentionszysten entstehen, wenn sich Drüsenflüssigkeit anstaut. Durch diesen Rückstau (Retention) wächst eine Drüse zu einer Zyste heran. Zu den Retentionszysten zählen beispielsweise die sogenannten Dermoidzysten. Es sind von den Keimzellen abstammende Fehlbildungen, welche Haare, Talg, Knorpel- oder Knochengewebe sowie Zähne enthalten können. Dermoidzysten sind harmlose Veränderungen, die etwa ein Drittel aller gutartigen Neubildungen an den Eierstöcken ausmachen. Sie bilden sich hauptsächlich noch vor der Pubertät oder bei jungen Frauen. In ganz seltenen Fällen kann eine Dermoidzyste zu einem bösartigen Tumor entarten. Dies aber meist bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr.
Diagnose und Behandlung von Eierstockzysten
Der Großteil der Eierstockzysten erreicht nur eine Größe von 1 bis 3 cm und bildet sich innerhalb weniger Monate wieder zurück. Ob man unterhalb von 3 cm überhaupt von einer Zyste sprechen soll, ist fraglich, da normale Eizellen vor dem Eisprung diese Größe erreichen können. Kleine Eierstockzysten verursachen keine Beschwerden. Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe bemerkt sie meist zufällig während der Ultraschalluntersuchung. Erreicht eine Zyste eine Größe, die wenige Zentimeter übersteigt, kann sie Nachbarorgane beeinträchtigen. Schmerzhaft werden kann es, wenn Ihre Eierstockzyste platzt. In der Regel ist die sogenannte Ruptur ungefährlich. Manchmal können aber Gefäße geschädigt werden, so dass es dadurch zu Blutungen in den Bauchraum kommt. Dann muss man die Blutung durch eine Operation stillen. Sollten Sie stärkste nicht ertragbare Schmerzen im Unterbauch und andere Symptome wie Durchfall und starke Übelkeit spüren, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich die Zyste um die eigene Achse gedreht hat. Eine Stieldrehung kann die Blutzufuhr zum Eierstock unterbrechen.
Während der jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung tastet eine Gynäkologin oder ein Gynäkologe Ihre Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke ab. Große Zysten können sie bei dieser Untersuchung ertasten. Kleinere Zysten zeigen sich bei einer Ultraschalluntersuchung. Die Untersuchung kann auch bereits einen Hinweis darauf geben, um welche Art Zyste es sich handelt. Weitergehende Untersuchungen wie eine Computertomografie oder eine Bauchspiegelung sind nur selten nötig. Meist sollen sie klären, ob es sich bei den Veränderungen im Gewebe des Eierstocks um einen bösartigen Tumor handeln könnte.
Eierstockzysten vorzubeugen ist schwierig. Sie bilden sich unter Einfluss der Geschlechtshormone. Theoretisch könnten Medikamente ihre Produktion hemmen. Das würde aber Nebenwirkungen verursachen und eignet sich nicht für Frauen, die zum Beispiel Kinderwunsch haben. Beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) können Sie selbst tätig werden: Seine Ursachen sind zwar noch nicht gänzlich geklärt. Eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und ein gesundes Gewicht können die Risikofaktoren und die Beschwerden verringern.
Falls Sie an einer Eierstockzyste leiden, ist Ihre Prognose sehr gut. Meist verschwindet sie nach wenigen Monaten von selbst wieder. Ernsthafte Komplikationen sind sehr selten. Die Zyste kann platzen, was Schmerzen verursacht. Diese sogenannte Ruptur ist aber in der Regel harmlos. In seltenen Fällen passiert es, dass sich eine größere Zyste um ihre eigene Achse dreht. Diese sogenannte Stieldrehung kann die Blutversorgung des Eierstocks unterbrechen.
Zystennieren
Zysten in den Nieren sind flüssigkeitsgefüllte, meist rundliche Hohlräume, die von einer Kapsel umgeben sind. Zysten können in nur einer Niere, aber auch in beiden Nieren vorkommen. Dann spricht man von Zystennieren, bzw. von einer polyzystischen Nierenerkrankung. Werden nur in einer Niere Zysten nachgewiesen, dann wird dies als multizystische Nierendysplasie bezeichnet.
Multizystische Nierendysplasie (nur 1 Niere ist betroffen)
Besteht eine multizystische Nierendysplasie (es sind überwiegend Zysten und kaum bis gar kein Nierengewebe erkennbar), muss davon ausgegangen werden, dass diese Niere keine Funktion hat. In der Regel übernimmt jedoch die andere Niere die Funktion, wie z.B. auch bei Menschen, die nur eine Niere haben. Deshalb spricht man dann auch von einer funktionellen Einzelniere. Besteht bei dem ungeborenen Kind der Verdacht auf eine multizystische Nierendysplasie, so sollte die Entbindung in einem Krankenhaus stattfinden, in dem nach der Geburt bei dem Kind eine Sonografie durchgeführt und der Blutdruck gemessen werden kann. Ein erhöhter Blutdruck ist eine seltene Komplikation/Nebenwirkung einer multizystischen Nierendysplasie und müsste therapiert werden.
Polyzystische Nierenerkrankung (beide Nieren sind betroffen)
Die häufigste Form der Zystennieren ist die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD). Allerdings treten bei dieser Form meist erst im Erwachsenenalter Symptome auf. Viel früher treten bei Kindern Symptome auf, wenn eine autosomal-rezessive zystische Nierenerkrankung (ARPKD), eine Nephronophthise oder HNF1ß-assoziierte Zystennieren bestehen.
Autosomal-rezessive zystische Nierenerkrankung (ARPKD)
Die ARPKD ist eine sehr seltene Erkrankung, bei der neben der Niere auch in der Leber Zysten nachweisbar sein können. Es gibt unterschiedliche Verläufe. In der Regel ist die Nierenerkrankung fortschreitend. Die Nieren sind vor der Geburt schon sehr groß, haben im Extremfall bereits im Mutterleib keine Funktion und können dann zu einer Lungenhypoplasie führen, welche das Überleben des Kindes nach der Geburt gefährden kann.
Nephronophthise
Die Nephronophthise ist auch eine seltene, autosomal rezessiv vererbte Krankheit und die häufigste genetisch bedingte Ursache eines Nierenversagens im Jugendalter. Zum größten Teil sind die Zysten so klein, dass diese zu Beginn sonographisch kaum sichtbar sind und die Kinder haben bei Geburt häufig eine ausreichende Nierenfunktion.
HNF1ß-assoziierte Zystennieren
HNF1ß-assoziierte Zystennieren werden autosomal-dominant vererbt. Die Patienten können verschiedenste Veränderungen der Niere aufweisen, wie z.B. Nierenzysten, eine Nierendysplasie ohne Zysten oder eine Nierenhypoplasie.

Besteht bei dem ungeborenen Kind der Verdacht auf eine polyzystische Nierenerkrankung, so sollte die Entbindung in einem Krankenhaus mit Level 1 Neonatologie und einer pädiatrischen Nephrologie stattfinden, um mögliche - direkt nach der Geburt auftretende Probleme - gut und sicher therapieren zu können. Ob die Nieren des ungeborenen Kindes funktionieren, kann vor der Geburt nicht sicher beurteilt werden. Vor der Geburt übernimmt die Niere des ungeborenen Kindes nur die Funktion der Diurese (Flüssigkeit wird aus dem Körper ausgeschieden - „Das Kind trinkt Fruchtwasser und scheidet es in die Fruchthöhle wieder aus“). Ist die Menge des Fruchtwassers gering, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Nieren des ungeborenen Kindes nicht oder nicht gut funktionieren.
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