Reboard Kindersitze bieten im Vergleich zu vorwärtsgerichteten Sitzen deutlich mehr Sicherheit, insbesondere bei Frontalcrashs. Diese Sitze sind so konzipiert, dass das Kind entgegen der Fahrtrichtung sitzt und die Aufprallenergie großflächig über Rücken, Kopfstütze und Sitzschale aufgenommen wird. Dies verringert das Verletzungsrisiko im Vergleich zu vorwärtsgerichteten Sitzen erheblich, wie Studien aus Skandinavien und Crashtests belegen.

Was ist ein Reboard Kindersitz?
Ein Reboard Kindersitz ist ein Autokindersitz, in dem das Kind entgegen der Fahrtrichtung sitzt. Im Falle eines Frontalcrashs, der häufigsten und schwersten Unfallart, wird die Aufprallenergie großflächig über Rücken, Kopfstütze und Schale des Sitzes aufgenommen. Meist decken Reboarder entweder den Bereich von Geburt bis etwa 4 Jahre (ca. 18-19 kg) oder von ungefähr 9 Monaten/61 cm bis 105 cm Körpergröße ab. Ein Teil der Sitze lässt sich später in Fahrtrichtung drehen, andere bleiben konsequent rückwärtsgerichtet.
Vorteile von Reboard Kindersitzen
Der größte Vorteil von Reboard Kindersitzen ist die deutlich höhere Sicherheit im Frontalcrash. Studien aus Skandinavien und Crashtests der Prüfstellen zeigen, dass sich das Verletzungsrisiko im Vergleich zu vorwärtsgerichteten Sitzen stark verringert. Im Alltag bedeutet ein Reboarder oft auch bequemeres Schlafen, weil der Körper in der Schale abgestützt ist und der Kopf seltener nach vorne kippt. Viele Kinder akzeptieren das rückwärtsgerichtete Fahren gut, vor allem wenn sie es von Anfang an kennen.
Nachteile und Herausforderungen
Nachteile zeigen sich beim Platzbedarf: Reboard Sitze benötigen im Auto mehr Raum nach hinten, sodass der Vordersitz oft etwas nach vorne rücken muss. In sehr kleinen Fahrzeugen kann das zu Komforteinbußen für große Fahrerinnen und Fahrer führen. Ein weiterer Punkt ist die Entstehung von Übelkeit bei einigen Kindern, obwohl dies eher die Ausnahme darstellt. Der Platz für die Beine wird oft als problematisch angesehen, doch Untersuchungen zeigen, dass Kinder den eingeschränkten Platz nicht als unangenehm empfinden. Der Einbau kann bei manchen Modellen komplizierter sein, aber detaillierte Anleitungen helfen dabei. Die hohen Kosten sind ebenfalls ein Faktor, da Reboarder oft komplexere Sicherheitssysteme aufweisen und noch nicht so weit verbreitet sind wie vorwärtsgerichtete Sitze.
Zulassungsnormen und Auswahlkriterien
Beim Reboard Kindersitz spielen die Zulassungsnormen eine zentrale Rolle. Aktuelle Modelle sind meist nach UN R129 (i-Size) oder der älteren Norm ECE R44 zugelassen. Reboard Sitze nach ECE R44 werden nach Gewichtsklassen eingeteilt, werden aber mittelfristig durch R129-Modelle abgelöst. Die Entscheidung für einen Reboard Kindersitz hängt stark vom persönlichen Alltag ab. Faktoren wie Fahrzeugtyp (Isofix, Platzangebot, Neigung der Sitze), die aktuelle Größe und das Gewicht des Kindes sowie der typische Fahralltag sind entscheidend.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?
- Fahrzeugkompatibilität: Prüfen Sie, ob der Sitz für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, insbesondere bei Isofix-Systemen.
- Größe und Gewicht des Kindes: Wählen Sie einen Sitz, der zur aktuellen Größe und zum Gewicht Ihres Kindes passt und ausreichend Wachstumsspielraum bietet.
- Alltagstauglichkeit: Berücksichtigen Sie, ob Sie häufig kurze Strecken fahren, lange Urlaubsfahrten unternehmen oder den Sitz in verschiedenen Fahrzeugen nutzen.
- Komfort: Achten Sie auf ausreichende Polsterung, verstellbare Kopfstützen und mehrere Ruhepositionen.
- Handhabung: Eine Drehfunktion kann das Ein- und Aussteigen erleichtern, besonders bei schweren Kindern.
- Reinigung: Abnehmbare und waschbare Bezüge sind ein Muss.
Arten von Reboard Kindersitzen
Der Markt bietet verschiedene Kategorien von Reboard Kindersitzen:
- Reine Reboarder: Diese Sitze sind ausschließlich für den rückwärtsgerichteten Transport konzipiert und decken oft einen breiten Gewichtsbereich ab (z.B. 0-18 kg oder 0-25 kg).
- Drehbare Reboarder: Diese Modelle bieten die Möglichkeit, den Sitz um 360 Grad zu drehen, was das Anschnallen und Aussteigen erheblich erleichtert. Sie sind ebenfalls für den rückwärtsgerichteten Transport ausgelegt.
- Kombinationssitze: Einige Sitze können später in Fahrtrichtung gedreht werden, bieten aber zunächst die Vorteile des rückwärtsgerichteten Fahrens.

Installation und Sicherheit
Die meisten aktuellen Reboard Kindersitze nutzen Isofix-Verankerungen, einen Stützfuß zum Boden und teilweise zusätzliche Haltegurte zur Stabilisierung. Bei Drehmodellen befindet sich die Dreheinheit meist auf einer festen Basis, die dauerhaft im Auto verbleibt. Gurtmontierte Reboarder ohne Isofix erfordern etwas mehr Sorgfalt und Übung. Eine fachgerechte Montage ist entscheidend für die Sicherheit. Es wird empfohlen, den Einbau im Fachhandel prüfen zu lassen.
Reboarder Zubehör: Trittschutz und mehr
Um die Autositze vor Verschmutzung und Druckstellen durch den Reboarder zu schützen, gibt es spezielles Zubehör wie Trittschutzmatten. Diese werden zwischen Autositz und Kindersitz montiert und bewahren die Sitzfläche vor Druckstellen und die Rücklehne vor Dreck. Viele Modelle sind universell einsetzbar und mit verschiedenen Reboardern kompatibel.
Arten von Trittschutzmatten:
- Einfacher Trittschutz: Meist aus Kunstleder oder robustem Material, wird über die Kopfstütze gespannt.
- Gepolsterter Sitzschoner: Bietet zusätzlichen Komfort und Schutz, oft mit Gummibändern zur Befestigung an der Rückenlehne.
- Sitzauflagen mit Isofix-Kompatibilität: Speziell für die Nutzung mit Isofix-Sitzen entwickelt, oft aus rutschhemmendem und wasserabweisendem Material.
Weiteres sinnvolles Zubehör umfasst Spiegel zur Beobachtung des Kindes und Sommerbezüge aus Frottee, die Schweiß aufnehmen und für ein angenehmeres Klima sorgen. Sommer-Einlagen mit verbesserter Luftzirkulation können das "Klima" im Sitz ebenfalls verbessern.

Häufig gestellte Fragen
Wie lange sollte ein Kind im Reboard Kindersitz fahren?
Kinder sollten mindestens bis 15 Monate, besser bis 4 Jahre oder etwa 105 cm Körpergröße rückwärtsgerichtet fahren. Solange Kopf und Gewicht innerhalb der Herstellerangaben liegen, ist das rückwärtsgerichtete Fahren die sicherere Option.
Kann ich einen gebrauchten Reboard Kindersitz sicher nutzen?
Ein gebrauchter Reboarder ist nur sinnvoll, wenn Herkunft und Unfallfreiheit eindeutig bekannt sind und keine Teile fehlen oder beschädigt sind. Ohne klare Historie und Anleitung ist ein neuer oder zertifiziert geprüfter Sitz ratsamer.
Passt ein Reboard Kindersitz auch in kleine Autos?
Viele Reboarder passen auch in Kleinwagen, benötigen aber mehr Platz als vorwärtsgerichtete Sitze. Ein Probeeinsatz im konkreten Fahrzeug ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass genug Raum für Beinfreiheit des Kindes und eine komfortable Sitzposition der vorn sitzenden Person bleibt.
Darf ein Reboarder auf dem Beifahrersitz montiert werden?
Das ist nur erlaubt, wenn der Hersteller es zulässt und der Frontairbag vollständig deaktiviert ist. Die Bedienungsanleitungen von Fahrzeug und Sitz müssen genau beachtet werden; oft ist die Rückbank dennoch der bevorzugte und sicherere Einbauort.
Was kostet ein guter Reboard Kindersitz ungefähr?
Für einen qualitativ guten Reboard Kindersitz sollten Sie in der Regel 300-500 € einplanen, für drehbare Premium-Modelle eher 400-700 €. Sehr günstige Sitze sparen oft an Komfort, Materialqualität oder Detaillösungen der Befestigung.
Reboarder Kindersitze sind 5x Sicherer
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