Häufigkeit und Statistik von Windeiern

Eine Schwangerschaft ohne Embryo, bekannt als Windei (medizinisch Abortivei), ist eine Form des frühen Schwangerschaftsverlusts, bei dem der Schwangerschaftstest positiv ausfällt, obwohl kein Kind in der Gebärmutter heranwächst. Dies geschieht, wenn die Keimblase, die sich etwa vier Tage nach der Befruchtung aus der geteilten Eizelle bildet, zugrunde geht. Die äußere Schicht dieser Keimblase kann jedoch noch eine Weile weiterwachsen, obwohl die Embryonalanlage bereits abgestorben ist. Der Körper signalisiert weiterhin eine Schwangerschaft durch hormonelle Aktivität, was dazu führt, dass typische Schwangerschaftsanzeichen bestehen bleiben und eine Fehlgeburt nicht sofort mit Blutungen einhergeht.

Windeier treten bei sehr vielen frühen Fehlgeburten auf und stellen im Grunde eine frühe Form eines verhaltenen Aborts (missed abortion) dar. Als Ursachen hierfür kommen sowohl genetische als auch vielfältige andere Entwicklungsstörungen infrage.

Ultraschallbild einer leeren Fruchtblase ohne Dottersack und Embryo

Diagnose und Erscheinungsbild eines Windeis

Bei einer Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft zeigt sich eine leere Fruchtblase ohne Dottersack und Embryo. Die Größe der Gebärmutter ist oft kleiner als für die errechnete Schwangerschaftswoche zu erwarten wäre.

Die Diagnose eines Windeis wird in der Regel gestellt, wenn bei einer Ultraschalluntersuchung eine Fruchtblase von mehr als 2 cm Größe festgestellt wird, die von Trophoblasten umgeben ist, aber keinen sichtbaren Embryo im Inneren aufweist. Bei Unsicherheiten bezüglich des Datums der letzten Regelblutung wird empfohlen, die Untersuchung nach 7-10 Tagen zu wiederholen, um eine voreilige Diagnose zu vermeiden. Studien zeigen, dass sich auch bei einer Fruchtblasengröße von über 20 mm noch Embryonen zeigen können. Eine sichere Diagnose wird oft erst ab einer Fruchtblasengröße von mehr als 25 mm oder bei ausbleibendem Wachstum und fehlender Embryonalanlage nach einer Woche gestellt.

Das Windei ist eine Schwangerschaftsanlage, die sich nicht weiterentwickelt. Zunächst sieht alles nach einer normalen Schwangerschaft aus: Das Ei wird befruchtet, die Zellen teilen sich, und die Fruchthöhle entsteht. Auch der Schwangerschaftstest wird positiv, da das Hormon HCG gebildet wird. In einem gesunden Schwangerschaftsverlauf wachsen Anlagen für Plazenta und Embryo. Bei einem Windei, auch Molenschwangerschaft genannt, bleibt die Fruchthöhle leer, das heißt, die Plazenta wächst, aber nicht der Embryo.

Die typischen Schwangerschaftsanzeichen wie das Ausbleiben der Menstruation, ein positiver Schwangerschaftstest, Brustspannen und Übelkeit können auch bei einem Windei vorhanden sein, da der Körper weiterhin HCG produziert.

Häufigkeit von Schwangerschaftsverlusten und Windeiern

Die Zahlen zur Häufigkeit von Fehlgeburten variieren, da sehr frühe Abgänge oft nicht erkannt und nicht alle Aborte statistisch erfasst werden. Nach einem positiven Schwangerschaftstest liegt das generelle Risiko einer Fehlgeburt bei Frauen, deren Periode ausgeblieben war, etwa bei zwölf bis 24 Prozent. Ist bereits der Herzschlag nachgewiesen, sinkt das Risiko auf circa elf bis 15 Prozent.

Die meisten Fehlgeburten finden im ersten Schwangerschaftsdrittel statt, also bis zur zwölften Woche. Ab der 8. Schwangerschaftswoche nimmt das Risiko deutlich ab. Das Risiko einer Fehlgeburt in den einzelnen Schwangerschaftswochen kann wie folgt eingeschätzt werden:

  • 6. SSW: ca. 9,4%
  • 7. SSW: ca. 4,2%
  • 8. SSW: ca. 1,5%
  • 9. SSW: ca. 0,5%
  • 10. SSW: ca. 0,5%

Je früher in der Schwangerschaft, desto höher ist das Risiko einer Fehlgeburt, wobei etwa 80 Prozent aller Fehlgeburten im Zeitraum der ersten acht bis zwölf Wochen stattfinden. Kommt es schon in der 4. oder 5. SSW zum Abort, wird dies oft gar nicht bemerkt und mit einer normalen Menstruationsverzögerung verwechselt.

Ein Windei tritt bei durchschnittlich jeder 20. Einnistung auf, was einer Häufigkeit von etwa 5% entspricht. 50% der Aborte im ersten Trimester sind auf ein Windei zurückzuführen, deren Hauptursache genetische Veränderungen im Embryo sind.

Ursachen für Windeier und andere Schwangerschaftsverluste

Die häufigste Ursache für Fehlgeburten, einschließlich Windeier, sind genetische Auffälligkeiten oder Chromosomenstörungen. Diese sind meist nicht beeinflussbar und entstehen oft sporadisch während der Zellteilung. Mit zunehmendem Alter der Frau steigt die Wahrscheinlichkeit für eine aneuploide Konzeption, also eine Schwangerschaft mit einer veränderten Anzahl von Chromosomen.

Weitere Ursachen für Schwangerschaftsverluste können sein:

  • Genetische Veränderungen im Embryo: Dies ist die häufigste Ursache für Windeier.
  • Entwicklungsstörungen: Störungen bei der Teilung oder Einnistung der Zellen.
  • Fehlverteilung der Chromosomen: Insbesondere bei Blasenmole relevant.
  • Fehlbildungen der Samenzellen: Das Alter des Mannes kann hierbei eine Rolle spielen.
  • Plazentastörungen.
  • Anatomische Faktoren: Z.B. Fehlbildungen der Gebärmutter.
  • Endokrine Ursachen: Hormonelle Störungen wie eine Lutealphaseninsuffizienz oder Schilddrüsendysfunktionen.
  • Metabolische Störungen: Adipositas, PCO-Syndrom, Hyperandrogenämie, Insulinresistenz.
  • Immunologische Faktoren.
  • Gerinnungsstörungen.
Grafik zur Veranschaulichung von Chromosomenanomalien

Behandlung eines Windeis

Wird ein Windei oder eine andere Form des verhaltenen Aborts diagnostiziert, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten:

  1. Abwartendes Vorgehen: Zunächst kann abgewartet werden, bis das Gewebe von alleine abgeht, mit oder ohne Blutungen. Dies kann bis zu vier Wochen unter engmaschiger klinischer Kontrolle geschehen. Schmerzmittel wie Ibuprofen können zur Linderung von Krämpfen eingesetzt werden. Bei starkem Blutverlust oder Infektionszeichen ist jedoch eine sofortige ärztliche Vorstellung notwendig.
  2. Medikamentöse Behandlung: Die Ausstoßung des Schwangerschaftsgewebes kann medikamentös unterstützt werden, beispielsweise mit Misoprostol. Dieses Medikament wird oral oder vaginal angewendet und kann die Erfolgsraten erhöhen sowie die Ausstoßung beschleunigen. Auch hier ist bei verstärkter Blutung eine sofortige klinische Vorstellung erforderlich.
  3. Operative Therapie (Ausschabung/Curettage): In der Regel ist bei einem Windei eine medikamentöse Behandlung zur Abstossung der Gebärmutterschleimhaut und/oder eine Ausschabung (Curettage) notwendig. Dies ist eine chirurgische Entfernung des Schwangerschaftsgewebes, die in Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Diese Methode stellt sicher, dass keine Gewebereste in der Gebärmutter verbleiben, was das Risiko für Infektionen minimiert.

Nach der Diagnose einer kompletten Blasenmole, die ebenfalls eine Form des Schwangerschaftsverlusts darstellt, muss die Schwangerschaft beendet werden, meist ebenfalls durch eine Saugcurettage. Nach dem Eingriff muss das Schwangerschaftshormon hCG im Blut kontrolliert werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass das Windei in der Regel nicht mit Schmerzen verbunden ist, die mit denen einer Fehlgeburt mit vorhandenem Embryo vergleichbar wären, da keine Frucht angelegt ist. Wenn es zu Blutungen und Schmerzen kommt, sind diese oft weniger intensiv. Die Natur regelt dies oft selbst, indem sie die Fruchthöhle abstößt, was von manchen Frauen nicht einmal bemerkt wird und als verspätete Monatsblutung fehlgedeutet wird.

Wieder schwanger werden nach einem Windei

Nach einem Windei oder einer anderen Form des Schwangerschaftsverlusts ist es möglich, erneut schwanger zu werden. Sobald sich der Zyklus - meist nach etwa acht Wochen - wieder eingestellt hat, ist eine erneute Empfängnis möglich. Das Wiederholungsrisiko für ein Windei ist gering, und in den meisten Fällen verläuft eine nachfolgende Schwangerschaft völlig problemlos.

Nach einem Abortivei müssen sich die Hormonwerte normalisieren. In den ersten Monaten können die Zyklen unregelmäßig sein. Mit dem nächsten Eisprung ist der Körper jedoch wieder bereit für eine erneute Schwangerschaft. Es ist jedoch ratsam, die nächste Schwangerschaft erst zu planen, wenn das hCG über mehrere Monate negativ bleibt, um sicherzustellen, dass keine zurückgebliebenen Gewebe wuchern.

Bei Frauen, die wiederholt Fehlgeburten erleiden (habituelle Aborte), wird eine zusätzliche Diagnostik empfohlen, um die Ursache zu ermitteln und eine spezifische Behandlung anzuwenden, die eine Schwangerschaft aufrechterhalten kann.

Risikofaktoren und Prävention

Obwohl die häufigste Ursache für Windeier genetische Anomalien sind, gibt es weitere Faktoren, die das Risiko einer Fehlgeburt beeinflussen können:

  • Alter der Mutter: Ein erhöhtes Risiko besteht für Schwangere unter 20 und über 40 Jahren.
  • Alter des Vaters: Mit zunehmendem Alter des Mannes kann das Risiko fehlerhafter Samenzellen steigen.
  • Vorangegangene Fehlgeburten: Das Risiko kann nach einer oder mehreren Fehlgeburten erhöht sein.
  • Lebensstilfaktoren: Rauchen, Alkoholkonsum, Drogen.
  • Vorerkrankungen: Diabetes, Schilddrüsenprobleme, Bluthochdruck.
  • Anatomische Besonderheiten der Gebärmutter.
  • Hormonelle Ungleichgewichte.

Es gibt keine generelle Maßnahme zur vollständigen Vorbeugung von Fehlgeburten. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, das Meiden von Schadstoffen, die Behandlung bestehender Erkrankungen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt tragen jedoch zu einem gesunden Schwangerschaftsverlauf bei.

Fehlgeburt: Darum sollten wir offener darüber sprechen | Quarks

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