Die Bedeutung der Plazenta für das fetale Wachstum und das Geburtsgewicht
Das fetale Wachstum ist stark von der Plazenta abhängig, und das Geburtsgewicht der Ferkel ist eng mit der Mortalitätsrate assoziiert. Dies ist eine bekannte Tatsache, die die Grundlage für die vorliegende Studie bildet. Das Ziel dieser Untersuchung war es daher, den Einfluss der plazentaren Austauschfläche, des Gewichts der Plazenta sowie des Zustandes der Nabelschnur und Geburtsparameter der Ferkel auf die Mortalitätsrate der neugeborenen Ferkel zu evaluieren. Zu diesen Geburtsparametern zählen Blutwerte, der Vitalitätsindex und das Geburtsgewicht.

Untersuchungsergebnisse zur Ferkelsterblichkeit und deren Ursachen
Die lebendgeborenen Ferkel von 26 Sauen der Landrasse wurden während der Säugezeit überwacht. Dabei wurden Blutwerte sowohl bei den Ferkeln als auch aus der Nabelvene ermittelt. Von den insgesamt 386 lebend geborenen Ferkeln verstarben 16,8% vor der fünften Lebenswoche, wobei ein signifikanter Anteil von 78,5% davon bereits innerhalb der ersten drei Lebenstage eintrat.
Die Analyse der Blutwerte ergab, dass die Laktatwerte bei den verstorbenen Ferkeln erhöht waren (P=0,003). Im Gegensatz dazu war die Hämoglobinkonzentration und der Hämatokritwert im Vergleich zu den überlebenden Ferkeln erniedrigt (P < 0.001).
Eine beschädigte Nabelschnur bei der Geburt führte zu einem reduzierten Vitalitätsindex im Vergleich zu Ferkeln, die mit einer intakten Nabelschnur geboren wurden (P=0,021). Dies war zudem mit einem erhöhten Risiko verbunden, während der Säugezeit zu versterben (P=0,050).
Die verstorbenen Ferkel wiesen ein reduziertes Körpergewicht und einen erniedrigten Body-Mass-Index auf. Sowohl die plazentare Austauschfläche (P < 0.001) als auch das Plazentagewicht (P = 0.020) waren bei diesen Tieren signifikant geringer als bei den überlebenden Ferkeln.
Des Weiteren wurde eine negative Korrelation zwischen der plazentaren Austauschfläche und dem Geburtsgewicht einerseits und der Anzahl lebendgeborener Ferkel je Wurf andererseits festgestellt. Die am ersten Lebenstag ermittelten Blutspiegel von Immunglobulin G und Albumin waren bei den Ferkeln, die in der Säugezeit verstarben, erniedrigt (P < 0.01).
Der Geburtsprozess bei Schweinen
Die Trächtigkeit bei Schweinen dauert etwa 115 Tage, was oft mit der einfachen Formel "drei Monate, drei Wochen, drei Tage" beschrieben wird. Drei bis vier Tage vor der Geburt zeigen Sauen typischerweise Unruhe und eine starke Absonderungstendenz. In natürlichen oder naturnahen Haltungsformen verlassen sie die Rotte, um einen geeigneten Platz für ein Wurfnest zu suchen. Sauen, die auf Spaltenböden gehalten werden, haben keine Möglichkeit zur Nestbildung, und eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Kastenstand kann zu erhöhtem Stress und Verhaltensstörungen wie "Leerwühlen" oder "Stangenbeißen" führen.
Die Geburt selbst dauert in der Regel etwa drei bis vier Stunden. Die Ferkel werden mit offenen Augen und Ohren geboren und sind bereits wenige Minuten nach der Geburt in der Lage zu laufen. Sie befreien sich selbst aus den Fruchthüllen, wobei raue Einstreu wie Stroh diesen Vorgang erleichtert.

Frühe Entwicklung und soziale Interaktion der Ferkel
Unmittelbar nach der Geburt verlässt die Sau kurz das Nest, um ihre Notdurft zu verrichten. Innerhalb der Ferkel beginnt sich kurz nach der Geburt eine Saugordnung zu etablieren: Die kräftigsten und vitalsten Ferkel besetzen die vorderen Zitzen, während die schwächeren Ferkel die hinteren Zitzen erhalten.
Die erste Lebenswoche verbringen die Ferkel dicht gedrängt im Nest. Nach etwa zwei Wochen bilden mehrere Sauen in der Intensivhaltung sogenannte "Säugegemeinschaften". Während dieser Zeit können rangbedingte Beziehungen zwischen den Ferkeln spielerisch geklärt werden. Sau und Ferkel bleiben in ständigem visuellen und akustischen Kontakt, und verirrte Ferkel rufen nach ihrer Mutter.
Absetzen der Ferkel und mögliche Folgen
In der Natur oder in naturnaher Freilandhaltung bleiben die Ferkel bis zu einem Alter von etwa drei Monaten bei der Sau. In der Intensivhaltung werden die Ferkel jedoch oft bereits im Alter von drei bis fünf Wochen abgesetzt. Dies kann bei den Ferkeln zu einem plötzlichen Verlust der Mutter und einem unbefriedigten Saugbedürfnis führen. In reizarmen Umgebungen der Intensivhaltung kann das Schwanzbeißen bei Artgenossen als Folge des Saugbedürfnisses auftreten. Anfangs spielerisch, kann dieses Verhalten im Laufe der Zeit gröber werden und zu ernsthaften Verletzungen, Infektionen und im schlimmsten Fall zu einer vollständigen Lähmung der Hinterhand führen.
Der Geburtsverlauf und Geburtshilfe bei der Sau
Der Tod von Ferkeln kann durch eine unterbrochene Sauerstoffzufuhr verursacht werden, beispielsweise wenn sich die Plazenta löst oder die Nabelschnur unterbrochen wird. Letztere ist bei den meisten Totgeburten bereits vor dem Ende der Geburt durchtrennt.
Der Geburtsverlauf kann stark variieren und stellt eine erhebliche Belastung für Sau und Ferkel dar. Der Übergang von einer normalen zu einer verschleppten Geburt ist fließend. Normalgeburten dauern in der Regel drei bis vier Stunden. Selbst dann bestehen jedoch für die letztgeborenen Ferkel geringere Überlebenschancen aufgrund zunehmenden Sauerstoffmangels. Dies verschärft sich bei verzögerten Geburten, die mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Jeder weitere Zeitverzug einer "Normalgeburt", bei der eine Geburtsdauer von 15 bis 20 Minuten pro Ferkel als Orientierungswert gilt, erhöht die Rate an Totgeburten.
Die Trächtigkeit von Sauen beträgt durchschnittlich 115 Tage, wobei Sauen dänischer Genetik tendenziell längere Tragezeiten aufweisen. Geburtseinleitungen können helfen, die Geburten zu terminieren und eine Überwachung während der Arbeitszeiten zu gewährleisten, da eine Nachtwache nicht immer sichergestellt werden kann. Eine zu frühe Einleitung kann jedoch zur Geburt schwacher Ferkel führen, deren Überlebenschance mit jedem zusätzlichen Tragetag steigt. Daher sollte eine Geburtseinleitung frühestens erfolgen, wenn bereits 50% der zur Abferkelung anstehenden Sauen abgeferkelt haben.
In den letzten 24 Stunden vor der Abferkelung zeigen Sauen eine deutliche Anschwellung und Rötung der Zitzen, und die Milch schießt ein. Sie beginnen mit Nestbauverhalten. Die Tierschutznutztierhaltungsverordnung schreibt das Anbieten von geeignetem Nestbaumaterial vor. Während der Geburt liegen die Sauen idealerweise in Seitenlage, um das Erdrückungsrisiko für die Ferkel zu minimieren.
Eine ruhige Umgebung und ein vertrauter Umgang mit den Sauen sind wichtig, um zusätzliche Beunruhigung während der Geburt zu vermeiden. Die Dokumentation der Geburtszeit und der Anzahl geborener Ferkel auf der Sauenkarte hilft, ein Stocken des Geburtsablaufs zu erkennen. Bei einem solchen Stocken muss die Ursache ermittelt und der Sau geholfen werden. Massagen der Gesäugeleiste oder der Flankengegend können die Wehen stimulieren oder die Position eines Ferkels korrigieren.

Hygiene und Geburtshilfe zur Vermeidung von Folgeerkrankungen
Vor jeder vaginalen Untersuchung ist eine Reinigung der Scham notwendig. Die Verwendung von Handschuhen und Gleitgel ist Standard, um Keimeinträge zu vermeiden. Eine gute Geburtshygiene kann die Häufigkeit von Gebärmutterentzündungen nach der Geburtshilfe deutlich reduzieren. Ähnlich wie Semmelweiß im 19. Jahrhundert die Sterblichkeitsrate durch Händedesinfektion senkte, ist eine konsequente Hygiene entscheidend.
Bei der vaginalen Untersuchung muss behutsam vorgegangen werden, um die Geburtswege nicht zu verletzen. Es muss festgestellt werden, ob der Gebärmuttermund geöffnet ist und ob ein Ferkel erreicht werden kann. Wenn ein Ferkel ein Geburtshindernis darstellt (z.B. Querlage), muss es entwickelt werden. Manchmal ist es notwendig, die Sau aufstehen zu lassen, um einen Knick in der Gebärmutter zu beheben.
Eine häufige Geburtsstörung ist die Wehenschwäche, die primär oder durch Erschöpfung auftreten kann. In diesem Fall kann Oxytocin verabreicht werden, jedoch erst nach Ausschluss eines Geburtshindernisses durch eine vaginale Untersuchung. Bei wiederholten Oxytocininjektionen sind Mindestabstände einzuhalten, und der Geburtsverlauf muss fortgeschritten sein.
Die Geburt ist beendet, wenn die Nachgeburt vollständig abgegangen ist. Verbleiben tote Ferkel in der Gebärmutter, kann dies zu Folgeerkrankungen führen.
MMA-Syndrom: Ursachen, Symptome und Behandlung
In den ersten Tagen nach der Abferkelung besteht ein erhöhtes Risiko für Sauen, zu erkranken, insbesondere nach Geburtshilfe. Das MMA-Syndrom (Mastitis-Metritis-Agalaktie) umfasst Gebärmutterentzündung (Metritis), Gesäugeentzündung (Mastitis) und Milchmangel (Agalaktie). Die Gebärmutterentzündung äußert sich durch eitrigen, übelriechenden Scheidenausfluss, da Bakterien aus der Umwelt leicht in die Gebärmutter eindringen können, bis sich der Gebärmuttermund vollständig geschlossen hat.
Das entzündete Gesäuge ist gerötet, warm, geschwollen und schmerzhaft. Die Milch kann gelblich verfärbt sein und Flocken enthalten. Auch hier dringen Bakterien ein und vermehren sich. Die Milchproduktion in den betroffenen Bereichen sinkt oder versiegt. Eine frühzeitige Erkennung von MMA ist essentiell, um die Milchleistung der Sau wiederherzustellen und Ferkelverluste zu minimieren.
Regelmäßige Kontrollen, einschließlich Fiebermessen (mit einem Grenzwert von 39,5°C), sind wichtig. Es ist jedoch zu beachten, dass die Körpertemperatur von Sauen einem Tagesrhythmus folgt. Eine gute Tierbeobachtung, einschließlich des Liegeverhaltens und der Futteraufnahme, ist entscheidend für eine frühzeitige Diagnose. Kranke Sauen bleiben oft liegen, zeigen übelriechenden Ausfluss und fressen schlecht. Auch das Verhalten der Ferkel gibt Hinweise auf Hunger.

Bei erkrankten Sauen ist eine zügige antibiotische Behandlung notwendig, oft in Kombination mit einem Entzündungshemmer zur Reduzierung der Entzündung, Senkung der Körpertemperatur und Linderung von Schmerzen. Oxytocin kann den Milcheinschuss fördern, und Prostaglandinpräparate können zur Gebärmutterkontraktion eingesetzt werden, um Entzündungsprodukte auszuleiten.
Entwicklung des Magen-Darm-Trakts bei Ferkeln
Der Magen-Darm-Trakt (MDT) junger Ferkel ist ein komplexes System, das Krankheitserreger abwehren und Nährstoffe aufnehmen muss. Die Reifung des MDT beginnt bereits pränatal und beschleunigt sich nach der Geburt. Während der Trächtigkeit durchläuft der MDT morphologische und funktionelle Veränderungen, die durch Hormone und Wachstumsfaktoren beeinflusst werden.
Anders als beim Menschen sind das mütterliche und das fetale Kreislaufsystem bei Schweinen durch Epithelschichten getrennt (epitheliochoriale Plazenta). Dies erschwert den Transfer von mütterlichem Immunglobulin G (IgG) durch die Plazenta. Daher ist die Aufnahme von Kolostrum durch das neugeborene Ferkel von entscheidender Bedeutung für die passive Immunisierung. Die Absorption von IgG sollte abgeschlossen sein, bevor die Darmbarriere ("gut closure") innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt schließt.
Kolostrum versorgt die Ferkel zudem mit wichtigen Nährstoffen und Energie. Eine adäquate, ballaststoffreiche Ernährung der Sau gegen Ende der Trächtigkeit und zu Beginn der Laktation wirkt abführend und reduziert das Risiko von Verstopfung. Kalzium ist für die Kolostrum- und Milchproduktion essenziell und wird aus den Knochen mobilisiert.
Sauenfutter, das auf den Nährstoffbedarf und den Zustand der Tiere abgestimmt ist, unterstützt die Produktion von Kolostrum. Spezielle Konzepte wie START+ zielen darauf ab, die frühzeitige Darmreifung zu stimulieren, indem sie Komponenten nutzen, die im Kolostrum und in der Sauenmilch vorkommen. Dies kann die Darmmorphologie verbessern, zu einem günstigeren Mikrobiom führen und die Darmbarrierefunktion stärken, wodurch die Translokation von Krankheitserregern und Toxinen verhindert wird.

Vorbeugung von Totgeburten
Tot geborene Ferkel mindern die Aufzuchtleistung der Sauen und verursachen wirtschaftliche Verluste. Totgeburten sind voll entwickelt, zeigen jedoch keine Lebensäußerung. Ihre Rate wird auf die Gesamtzahl der lebend geborenen Ferkel bezogen.
Die Kondition der Sauen zur Geburt spielt eine wichtige Rolle. Sie sollten weder zu mager noch zu fett sein, sondern eine gute Zuchtkondition aufweisen, um den enormen Kraftanstrengungen der Geburt gewachsen zu sein. Die Rückenspeckdicken sollten bei 14-15 mm für Erstabferkelinnen und 14-16 mm bei höheren Wurfnummern liegen.
Neben einer optimierten Calciumversorgung benötigen die Sauen im geburtsnahen Zeitraum ausreichend Rohfaser. Ein Komplex von Maßnahmen im Gesundheits- und Herdenmanagement kann den Anteil tot geborener Ferkel minimieren:
- Kontinuierliche Überprüfung von Sauenplanerdaten zur frühzeitigen Erkennung höherer Totgeburtenraten in Abferkelgruppen.
- Beobachtung, ob große Würfe mit einem vermehrten Auftreten tot geborener Ferkel korrelieren.
- Berücksichtigung der Altersstruktur der Sauenherde, mit besonderem Augenmerk auf hohe Wurfnummern.
- Genaue Dokumentation von Geburten, zur Erkennung langsam ablaufender Geburten und Notwendigkeit von Geburtshilfemaßnahmen.
- Überprüfung der Kondition der Sauen, Anstreben von BCS-Werten von 4 und 5 beim Einstallen in den Abferkelstall.
- Vermeidung von Fütterungsfehlern: nicht zu energiereiche Fütterung während der Trächtigkeit, Optimierung der Mineralstoffversorgung (Calcium-Phosphor-Verhältnis), ausreichende Versorgung mit quellfähiger Rohfaser und Ausschluss von Mykotoxinen.
- Überprüfung des Stallklimas, insbesondere Vermeidung zu hoher Stalltemperaturen in der Abferkelung.
- Rechtzeitiges Einstallen der Sauen in die Abferkelbuchten, um Stresssituationen und Haltungsfehler zu vermeiden.
- Überwachung des Gesundheitszustands und Immunstatus der Muttersauen in Absprache mit dem Tierarzt.