Westküstenklinikum Brunsbüttel: Informationen zur Gynäkologie

Die Westküstenkliniken (WKK) sind ein bedeutendes Krankenhausunternehmen in Schleswig-Holstein, das an den Standorten Heide und Brunsbüttel eine umfassende medizinische Versorgung für die Region bietet. Mit rund 3.000 Mitarbeitenden und 811 Planbetten ist das WKK das drittgrößte Klinikunternehmen des Bundeslandes und engagiert sich für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen an der schleswig-holsteinischen Westküste.

Als akademisches Lehrkrankenhaus von drei Universitäten zeichnen sich die Westküstenkliniken durch eine leistungsfähige und innovative Schwerpunktversorgung aus, eingebettet in eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands. Das Leistungsspektrum umfasst zahlreiche spezialisierte Zentren, darunter ein Perinatalzentrum Level I, das Holsteinische Brustzentrum und ein gynäkologisches Krebszentrum.

Luftaufnahme der Westküstenkliniken

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Westküstenklinikum

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Westküstenklinikum Brunsbüttel bietet ein breites Spektrum an operativen Verfahren und geburtshilflicher Betreuung. Mit 40 Betten und einem engagierten Team von 14 ärztlichen Kollegen, 13 Hebammen und über 25 Fachpflegenden wird das gesamte Spektrum des Fachgebiets abgedeckt.

Jährlich begleitet die Klinik etwa 1.100 Geburten im eigenen Geburtszentrum. Als Teil des Holsteinischen Brustzentrums ist die Klinik nach den Standards der Deutschen Krebsgesellschaft und des TÜV zertifiziert und bietet alle Therapien gemäß aktuellen Leitlinien an. Eine Kooperation mit der Plastischen Chirurgie ermöglicht zudem die Beratung und Durchführung von plastischen Operationen zur Verbesserung der Körperkontur sowie zum Wiederaufbau nach Erkrankungen der Brust.

Operative Verfahren und Behandlungsschwerpunkte

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe verfügt über ein breites Spektrum an operativen Verfahren. Soweit möglich und sinnvoll, werden Eingriffe laparoskopisch (minimal-invasiv, "Knopfloch-Chirurgie") durchgeführt, was für die Patientinnen schonender ist und oft kürzere Krankenhausaufenthalte ermöglicht. Ebenso werden offene chirurgische Verfahren angewendet.

Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören:

  • Allgemeine Gynäkologie: Diagnostik und Behandlung gutartiger und bösartiger Erkrankungen im Genitalbereich.
  • Minimalinvasive Chirurgie: Eingriffe mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) für eine schonende Behandlung.
  • Inkontinenz- und Senkungstherapie: Moderne Verfahren zur Behebung von Senkungsbeschwerden und Inkontinenz, inklusive Netz- und Bandeinlagen.
  • Gynäkologische Krebserkrankungen: Behandlung von Genitaltumoren nach neuesten Leitlinien im Rahmen des gynäkologischen Krebszentrums.
  • Brustkrebsbehandlung: Als Teil des zertifizierten Holsteinischen Brustzentrums werden umfassende Diagnostik, operative Versorgung (brusterhaltende Therapie, Wächterlymphknotenentfernung) sowie ambulante Nachbehandlung (Chemo- und Strahlentherapie, psychoonkologische Betreuung) angeboten.
  • Plastische Operationen: Eingriffe zur Verbesserung der Körperkontur sowie operative Veränderung und Wiederaufbau der Brust.
  • Ambulante Operationen: Viele Eingriffe, wie Gebärmutterspiegelungen, Ausschabungen, diagnostische und operative Bauchspiegelungen sowie kleinere Eingriffe am äußeren Genitale, können ambulant durchgeführt werden.
Schema der Laparoskopie (Knopfloch-Chirurgie)

Geburtshilfe und Perinatalzentrum

Das Geburtszentrum der Westküstenkliniken begleitet jährlich etwa 1.100 Geburten. Die Klinik bietet eine umfassende Betreuung während der Schwangerschaft und Geburt. Das Perinatalzentrum Level 1 am Westküstenklinikum Heide ist ein Zentrum der höchsten Versorgungsstufe, das es den Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen ermöglicht, jede Form von Risikoschwangerschaft kompetent zu behandeln.

Die Klinik arbeitet eng mit den Abteilungen für Innere Medizin, Pädiatrie, Anästhesie und Chirurgie zusammen, um eine umfassende und qualifizierte medizinische Betreuung zu gewährleisten.

Prävention und Früherkennung gynäkologischer Erkrankungen

Die gynäkologische Praxis im MVZ Brunsbüttel bietet ein umfangreiches Leistungsspektrum, das dem in großen frauenärztlichen Gemeinschaftspraxen entspricht. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention und Früherkennung gynäkologischer Erkrankungen.

Untersuchungen zur Prävention und Früherkennung

Das Westküstenklinikum bietet eine Reihe von spezialisierten Untersuchungen an, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder zu vermeiden:

  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Rund 10 bis 15 Prozent aller werdenden Mütter entwickeln diese Stoffwechselstörung. Ein Blutzucker-Belastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wird dringend empfohlen, um eine frühzeitige Diagnose und Gegenmaßnahmen zu ermöglichen. Die Kosten werden oft von gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen spezieller Förderprogramme übernommen.
  • CMV-Infektion (Zytomegalievirus): Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann auf den Embryo übertragen werden und zu schweren Komplikationen führen. Ein Bluttest in der frühen Schwangerschaft wird empfohlen.
  • Dünnschichtzytologie: Eine Weiterentwicklung des zytologischen Abstrichs zur verbesserten Beurteilung von Zellveränderungen und zur Früherkennung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals.
  • Ultraschalluntersuchung zur Überprüfung der Plazentafunktion: Ermöglicht die Kontrolle der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Kindes im letzten Schwangerschaftsdrittel.
  • HPV-Test (Humane Papillomaviren): Früherkennung von Viren, die eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen.
  • Streptokokken-Abstrich: Untersuchung auf Gruppe-B-Streptokokken zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche, um eine Infektionsübertragung auf das Neugeborene zu verhindern.
  • Toxoplasmose-Screening: Blutentnahme zu Beginn der Schwangerschaft zur Feststellung einer Immunabwehr gegen Toxoplasmose, einer Infektionskrankheit, die auf das ungeborene Kind übertragen werden kann.

Aus der Praxis: Gynäkologische Krebserkrankungen [HD]

Mutterschaftsvorsorge und zusätzliche Untersuchungen

Die gesetzlich vorgegebenen Mutterschaftsvorsorgerichtlinien garantieren ein breites Angebot medizinisch notwendiger Leistungen, darunter:

  • Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor sowie Antikörpersuchtest.
  • Suchtest auf Geschlechtskrankheiten und Rötelnantikörperbestimmung.
  • Empfehlung einer Untersuchung auf HIV.
  • Blutentnahme nach der 32. Schwangerschaftswoche auf Hepatitis-B-Virus.
  • Regelmäßige Untersuchungen wie Blutdruckmessung, Urinuntersuchung, Gewichtskontrolle und Hämoglobinbestimmung.
  • Dreimalige Beurteilung der kindlichen Entwicklung per Ultraschall (Screenings).

Zusätzlich werden weitere, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen abgedeckte, aber empfohlene Untersuchungen angeboten, wie der erweiterte Blutzucker-Belastungstest, CMV-Test und Toxoplasmose-Test.

Krebsfrüherkennung

Die Westküstenkliniken legen großen Wert auf die Früherkennung von Krebserkrankungen, um die Heilungschancen zu verbessern.

Gynäkologische Krebsfrüherkennung

Gemäß den Richtlinien zur Krebsfrüherkennung haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf folgende Leistungen:

  • Ab dem 20. Lebensjahr: Spiegelung des Muttermundkanals, zytologischer Abstrich und bimanuelle gynäkologische Untersuchung.
  • Ab dem 30. Lebensjahr: Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten.
  • Ab dem 50. Lebensjahr: Digitale Untersuchung des Enddarmes.
  • Vom 50. bis 54. Lebensjahr: Schnelltest auf verstecktes Blut im Stuhl (Haemoccult-Test).
  • Ab dem 55. Lebensjahr: Darmkrebsfrüherkennung.

Darüber hinaus bietet die Klinik zusätzliche Untersuchungen an, wie Mammasonographie, Ultraschalluntersuchungen der weiblichen Genitalorgane, Dünnschichtzytologie und Humane Papillomaviren-Testung.

Spezifische Früherkennungsuntersuchungen

  • Harnblasenkarzinom: Mit dem "NMP22 Bladder Check Test" können auch frühe Harnblasenkarzinome durch einen einfachen Urintest nachgewiesen werden.
  • Darmkrebsfrüherkennung: Neben dem Haemoccult-Test werden immunologische Stuhltests für eine exaktere Diagnostik angeboten (Kosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen).
  • Brustkrebsvorsorge: Empfohlen werden die regelmäßige Selbstuntersuchung, die Tastuntersuchung durch den Gynäkologen, Mammographie und Ultraschalluntersuchung der Brüste, insbesondere ab dem 40. Lebensjahr.
Infografik zur Brustkrebsvorsorge

Nachsorge und Unterstützung nach Krebserkrankungen

Im Rahmen einer Nachbetreuung begleiten die Westküstenkliniken Patientinnen nach bösartigen Erkrankungen der Genitalorgane oder der Brust. Die leitliniengerechte Betreuung schließt sich an die Behandlung im Krankenhaus an und umfasst regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sowie die Besprechung möglicher Anschlusstherapien.

Die Klinik bietet auch Unterstützung bei Fragen der sozialmedizinischen Betreuung und vermittelt entsprechende Kontakte. Bei der Diagnose einer chronischen Krebserkrankung der Brust oder der Genitalorgane stehen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Karriere und Arbeitsumfeld in der Gynäkologie

Die Westküstenkliniken suchen aktiv nach Fachärzten (m/w/d) für Gynäkologie und Geburtshilfe mit operativer Erfahrung, um ihr Team zu verstärken. Das Klinikum bietet ein inspirierendes Arbeitsumfeld, moderne Arbeitsbedingungen und vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten.

Besonders hervorgehoben werden:

  • Karriere und Familie: Top-Sharing-Modelle und Doppelspitzen sind etabliert, um die Vereinbarkeit von Karriere und Familie zu ermöglichen.
  • Fortbildung: Eine Vielzahl von Führungsfortbildungen und persönlichen Führungscoachings wird angeboten, um die berufliche Entwicklung zu unterstützen.
  • Teamarbeit: Ein multidisziplinäres und interprofessionelles Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien und kollegialer Zusammenarbeit.
  • Familiäres Umfeld: Kurze Wege und eine kollegiale, interdisziplinäre Zusammenarbeit in einem motivierten Team.
  • Attraktives Umfeld: Nähe zur Nordsee, vielfältige Freizeitmöglichkeiten, gute Anbindung an Hamburg und Kiel sowie erschwingliche Grundstücks- und Mietpreise in einer aufstrebenden grünen Energie-Region.
  • Vielfalt: Menschen aus über 55 Ländern arbeiten an den WKK, mit eigenem Integrationsmanagement und Angeboten wie Kulturcafés oder Sprachkursen.
  • Tarifliche Vorteile: Anwendung des Tarifvertrages für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) mit flexiblen Angeboten und 31 Tagen Urlaub im Jahr.
Foto eines interdisziplinären Teams im Gespräch

Interessierte Bewerber werden ermutigt, sich für einen Hospitationstag oder ein digitales Videocall-Kennenlernen zu bewerben, um sich persönlich ein Bild von der Klinik und dem Team zu machen.

Medizinische Fachbereiche und Zentren der Westküstenkliniken

Die Westküstenkliniken bieten ein breites Spektrum medizinischer Fachbereiche und spezialisierter Zentren, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten:

Medizinische Fachbereiche (Auswahl)

  • Anästhesie und operative Intensivmedizin
  • Chirurgie (Viszeral-, Thorax-, Gefäßchirurgie)
  • Diabetologie
  • Gastroenterologie
  • Gynäkologie (Frauenklinik)
  • Innere Medizin (Kardiologie, Pneumologie, Onkologie etc.)
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Neurologie
  • Orthopädische Chirurgie
  • Psychiatrie
  • Radiologie
  • Unfallchirurgie
  • Urologie

Zentren (Auswahl)

  • Adipositas-Zentrum
  • Holsteinisches Brustzentrum
  • Darmkrebszentrum
  • Diabeteszentrum
  • Geburtszentrum
  • Lungenzentrum
  • Onkologisches Zentrum Heide
  • Perinatalzentrum (Level 1)
  • Überregionales Traumazentrum
  • Wirbelsäulenspezialzentrum

Integriertes Versorgungszentrum (IVZ) Brunsbüttel

Das Krankenhaus in Brunsbüttel wurde zu einem Integrierten Versorgungszentrum (IVZ) umgebaut. Dieses Modellprojekt vereint das Leistungsspektrum eines Krankenhauses mit dem Angebot niedergelassener Ärzte, um die ambulante und stationäre Versorgung miteinander zu verzahnen.

Symbolbild für integrierte Versorgung

Kontakt und weitere Informationen

Für Fragen zur Gynäkologie und Geburtshilfe steht Ihnen gerne der Chefarzt der Frauenklinik, PD Dr. med. habil. Dominique Finas, zur Verfügung (Tel: 0481/785-1701). Für allgemeine Fragen zu den Westküstenkliniken und der Region beantwortet Herr Timm Kaatz (Personalrecruiter) Ihre Anfragen (Terminanfrage unter ).

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