Die Entscheidung, ob und wann man seinem Baby einen Schnuller geben soll, beschäftigt viele Eltern. Der Schnuller zählt zu den einfachen und effizienten Möglichkeiten, Babys zu beruhigen. Er kann Eltern eine kurze Verschnaufpause verschaffen und dem Nachwuchs helfen, sich zu entspannen. Bei Blähungen kann ein Schnuller die Speichelbildung anregen und so indirekt die Verdauung unterstützen. Bei Frühgeburten wird er oft im Rahmen einer Mundtherapie eingesetzt, wenn das Frühchen Schwierigkeiten beim Schlucken oder Saugen hat.
Babys haben ein natürliches und angeborenes Saugbedürfnis. Einige Babys nuckeln angeblich bereits im Mutterleib am Daumen. Auch wenn der Schnuller immer wieder in der Kritik steht, spricht grundsätzlich nichts dagegen, Babys hin und wieder mit dem Nuckel zu beruhigen, sofern er wohl dosiert eingesetzt wird. Wer unsicher ist, hält zuvor am besten Rücksprache mit seiner Hebamme oder dem Kinderarzt.

Mögliche Nachteile und Risiken des Schnullerkonsums
Trotz seiner beruhigenden Wirkung birgt der Schnuller auch potenzielle Nachteile. Intensives Schnullern bis ins Kleinkindalter hinein kann eine Fehlstellung von Kiefern oder Zähnen begünstigen. Auch die Sprachentwicklung kann beeinträchtigt werden. Es gilt als gesichert, dass ein Schnuller das Risiko für Mittelohrentzündungen bei Babys erhöhen kann.
Für gestillte Kinder kann die frühe Einführung eines Schnullers eine sogenannte Saugverwirrung zur Folge haben. Babys haben dann Schwierigkeiten, mit der richtigen Technik an der Brust zu saugen und nehmen möglicherweise zu wenig Muttermilch auf. Dies kann zu einer zu geringen Gewichtszunahme beim Baby sowie zu Milchstau oder wunden Brustwarzen bei der Mutter führen. Bei bereits bestehenden Stillproblemen sollten Eltern ebenfalls auf einen intensiven Schnullereinsatz verzichten, um diese nicht zu verstärken. Die Studienlage bezüglich der Annahme, dass ein Schnuller zu einem verfrühten Abstillen führt, ist widersprüchlich.
Zudem können Schnuller gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe enthalten, wie beispielsweise Bisphenol A (BPA), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und andere Weichmacher. Latexschnuller können zudem eine Latexallergie auslösen. Babys mit Schnuller lautieren seltener, was die frühe Kommunikation und die Interaktion mit den Eltern beeinträchtigen kann. Mimische Gesichtsausdrücke können durch den Schnuller verdeckt werden, was dazu führen kann, dass das Baby seltener angelächelt wird.
Ab wann darf ein Schnuller gegeben werden?
Grundsätzlich wird empfohlen, Neugeborenen noch keinen Schnuller zu geben, insbesondere wenn sie gestillt werden. Hebammen und Kinderärzte empfehlen, frühestens im Alter von 4 Wochen den Schnuller zu geben. Vorher sollte das Stillen reibungslos funktionieren und das Baby die Brustwarze sicher und effektiv saugen können.
Bei Babys, die mit der Flasche ernährt werden, kann ein Schnuller früher eingesetzt werden, da das Saugbedürfnis möglicherweise nicht vollständig durch die Flaschennahrung gestillt wird. Generell gilt jedoch: Der Schnuller sollte immer gezielt und sparsam eingesetzt werden, beispielsweise als Einschlafhilfe oder zur kurzzeitigen Beruhigung. Ein zu häufiger Einsatz erschwert später das Abgewöhnen.

Hygiene und Pflege des Schnullers
Die richtige Hygiene ist entscheidend, um die Gesundheit Ihres Babys zu schützen. Grundsätzlich sollte jeder Schnuller vor dem ersten Gebrauch sterilisiert werden, um mögliche Schadstoffrückstände aus der Produktion zu entfernen.
Sterilisationsmethoden
- Auskochen: Legen Sie den Schnuller für 5 Minuten in kochendes Wasser. Verwenden Sie hierfür am besten einen eigenen Topf, damit keine Essensreste zur Bildung von Keimen führen.
- Vaporisieren: Mit einem Vaporisator lassen sich Schnuller, Fläschchen und andere hygiene-empfindliche Dinge mit Dampf sterilisieren. Dies ist materialschonender als Auskochen.
In den ersten Lebenswochen sollten Schnuller am besten täglich sterilisiert werden, da das Immunsystem von Babys noch nicht auf mögliche Keime eingestellt ist. Später genügt es, den Sauger nach Bedarf zu sterilisieren, beispielsweise wenn er in den Dreck oder auf den Fußboden gefallen ist. Fällt der Schnuller zu Hause auf den Teppichboden, genügt es in der Regel, ihn kurz unter fließendem heißen Wasser abzuspülen. Auch bei älteren Kindern ist es nicht notwendig, dass der Schnuller zu 100 Prozent keimfrei bleibt.
Wichtig: Wenn der Schnuller auf dem Boden gefallen ist, sollten Sie ihn auf keinen Fall ablecken. Hierbei können Krankheitserreger übertragen werden.
Der richtige Schnuller: Form, Material und Größe
Die Auswahl an Schnullern ist groß, und die Entscheidung für das passende Modell kann überwältigend sein. Es gibt verschiedene Formen, Materialien und Schild-Designs, die auf unterschiedliche Altersstufen und Bedürfnisse abgestimmt sind.
Schnullerformen
- Kirschform: Diese runde, brustwarzenähnliche Form wird oft von Stillbabys gut akzeptiert und kann helfen, Saugverwirrung zu vermeiden, da sie dem Stillen ähnelt.
- Kiefergerecht: Diese Form ist leicht abgeflacht und soll Zahn- und Kieferfehlstellungen vorbeugen. Manche Ärzte sind jedoch besorgt, dass die abgeschrägte Form die Zunge nach hinten drücken kann.
- Symmetrisch (universell): Diese Schnuller sind oben und unten gleich geformt und können nicht falsch herum in den Mund genommen werden. Sie lassen der Zunge mehr Platz und behindern die natürliche Entwicklung von Kiefer und Zunge weniger. Viele Fachleute sehen diese Form als die beste Alternative.
Materialien
- Naturkautschuk (Latex): Weich, elastisch und bissfest. Kann bei manchen Babys Allergien auslösen und ist weniger hitzebeständig.
- Silikon: Geschmacks- und geruchsneutral, formstabil und hitzebeständiger. Kann bei starkem Kauen reißen.
Generell sollte ein Schnuller möglichst leicht sein, um die Mundmuskulatur nicht zu stark zu beanspruchen. Das Mundschild sollte mehrere Löcher enthalten, um die Belüftung zu gewährleisten und Hautirritationen zu vermeiden. Das Saugteil sollte möglichst klein und flach sein, um ausreichend Raum für die Zunge zu lassen und eine natürliche Mundentwicklung zu fördern. Es ist ratsam, die altersgemäß kleinste Schnullergröße zu wählen.

Schnullerentwöhnung: Wann und wie?
Die meisten Experten sind sich einig, dass der Schnullerentwöhnungsprozess möglichst früh beginnen sollte. Es gibt kein vorgeschriebenes Alter, aber Experten empfehlen, spätestens zum 3. Lebensjahr Abschied vom Schnuller zu nehmen. Je früher Kinder vom Nuckel loskommen, desto besser, da der Sauger die Sprachentwicklung behindern und das Risiko von Kiefer- und Zahnfehlstellungen erhöhen kann.
Die Entwöhnung sollte behutsam und schrittweise erfolgen. Eltern können das Kind darauf vorbereiten, indem sie mit ihm über die Gründe sprechen. Es kann helfen, nuckelfreie Zeiten zu vereinbaren, zunächst nur zu Hause, dann nur zum Einschlafen. Positive Vorbilder aus dem Umfeld können Kinder motivieren. Während der Entwöhnungsphase ist Nachsicht wichtig, da Kinder anfangs häufiger wütend oder traurig sein können.
Alternative Beruhigungsmethoden können helfen, den Schnuller zu ersetzen:
- Körperkontakt: Kuscheln und Schmusen mit Eltern.
- Kleine Finger reichen: Manche Babys saugen gerne an einem Finger.
- Singen: Monotone Melodien oder Summen wirken beruhigend.
- Massage: Sanfte Berührungen einer Babymassage entspannen.
- Frische Luft: Ein Spaziergang an der frischen Luft kann müde machen.
- Baden: Ein warmes Bad kann beruhigend wirken.
- Schnuffeltuch oder Kuscheltier: Bieten Sie Ihrem Kind einen tröstenden Ersatz an.
Rituale wie das Aufhängen des Schnullers an einen "Schnullerbaum" oder das Tauschen gegen ein Geschenk können den Abschied erleichtern.