Baiser in der Schwangerschaft: Ein Leitfaden für werdende Mütter

Während der Schwangerschaft ist die Ernährung ein zentrales Thema, und viele werdende Mütter sind verunsichert, welche Lebensmittel sie bedenkenlos genießen können und welche gemieden werden sollten. Insbesondere bei beliebten Süßigkeiten wie Baiser stellen sich Fragen zur Sicherheit. Dieser Artikel beleuchtet, ob Baiser in der Schwangerschaft erlaubt ist und worauf dabei zu achten ist.

Was ist Baiser und wie wird es hergestellt?

Baiser, auch bekannt als Meringue oder "Spanischer Wind", ist ein Schaumgebäck, das hauptsächlich aus Eiweiß, Zucker und oft einem Spritzer Zitronensaft besteht. Es wird nicht im herkömmlichen Sinne gebacken, sondern bei niedrigen Temperaturen (typischerweise um 100 Grad Celsius) im Backofen getrocknet. Diese Trocknung dauert in der Regel etwa zwei Stunden. Baiser dient nicht nur als eigenständige Süßigkeit, sondern auch als Verzierung für Torten und Kuchen oder als knusprige Einlage in cremigen Desserts. Auch französische Macarons basieren auf Baiser.

Darf Baiser in der Schwangerschaft gegessen werden?

Grundsätzlich ist gut ausgetrocknetes Baiser in der Schwangerschaft erlaubt. Der entscheidende Faktor ist die Zubereitungstemperatur. Da Baiser bei etwa 100 Grad Celsius getrocknet wird, werden bei diesen Temperaturen potenzielle Keime wie Salmonellen abgetötet. Dies schließt eine Infektion mit Salmonellen, die zu unangenehmen Magen-Darm-Beschwerden führen und im schlimmsten Fall eine Frühgeburt auslösen können, weitgehend aus. Auch andere schädliche Keime und Bakterien haben unter diesen Bedingungen keine Überlebenschance.

Das bedeutet, dass Baiser, das vollständig getrocknet ist, sicher verzehrt werden kann. Es besteht aus Eiweiß, das für die Entwicklung des Babys wichtig ist, und ist fettarm. Dies kann es zu einer guten Option für einen süßen Snack machen, wenn Heißhunger aufkommt.

Wichtige Hinweise zur Sicherheit von Baiser in der Schwangerschaft:

  • Vollständige Trocknung: Achten Sie darauf, dass das Baiser gut durchgetrocknet ist.
  • Vermeidung von rohen Eiern: Die Hauptgefahr bei Eiern in der Schwangerschaft liegt in der potenziellen Salmonellenkontamination durch rohe oder halbrohe Eier. Da Baiser bei ausreichend hohen Temperaturen getrocknet wird, ist diese Gefahr minimiert.

Worauf sollten Schwangere beim Verzehr von Baiser achten?

Trotz der grundsätzlichen Erlaubnis gibt es einige Punkte, die werdende Mütter beachten sollten:

Zuckergehalt

Baiser ist ein sehr zuckerhaltiges Gebäck. Ein übermäßiger Zuckerkonsum in der Schwangerschaft kann zu einer unerwünschten Gewichtszunahme führen und das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöhen. Daher sollte Baiser, wie andere Süßigkeiten auch, nur in Maßen genossen werden. Schwangere, die bereits an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt sind, sollten auf zuckerhaltige Lebensmittel generell verzichten oder diese stark reduzieren.

Infografik: Empfohlene Zuckermengen in der Schwangerschaft

Baisertorten und flambiertes Baiser

Besondere Vorsicht ist bei Baisertorten geboten. Wenn das Baiser auf solchen Torten nicht vollständig getrocknet, sondern nur leicht flambiert wird, um eine attraktive Bräune zu erzielen, besteht die Gefahr, dass die Eimasse nicht ausreichend erhitzt wird. In diesem Fall können Reste von rohen Eiern enthalten sein, was das Risiko einer Salmonelleninfektion birgt. Von solchen Baisertorten wird daher abgeraten.

Selbstgemachtes Baiser mit Zuckerersatzstoffen

Wer auf Nummer sicher gehen und den Zuckerkonsum reduzieren möchte, kann Baiser auch selbst herstellen. Eine interessante Alternative ist die Verwendung von Zuckerersatzstoffen wie Xylit (Birkengold) anstelle von herkömmlichem Zucker. Xylit gilt als unbedenklicher als industrieller Zucker und kann eine gute Option für werdende Mütter sein, die nicht auf Süßes verzichten möchten.

Warum sind bestimmte Lebensmittel in der Schwangerschaft tabu?

Die Einschränkungen bei der Ernährung während der Schwangerschaft basieren hauptsächlich auf dem Schutz vor Krankheitserregern, die das ungeborene Kind schädigen könnten. Das Immunsystem der Schwangeren ist geschwächt, was sie anfälliger für Infektionen macht. Zu den Hauptrisiken zählen:

  • Listerien und Toxoplasmen: Diese Erreger können, wenn sie eine Infektion auslösen, das Kind im Mutterleib schädigen.
  • Salmonellen: Obwohl Salmonellen nicht plazentagängig sind, können sie die Mutter stark schwächen, was sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann.

Diese Erreger können in rohen oder nicht ausreichend erhitzten Lebensmitteln wie rohem Fleisch, rohem Fisch, rohen Eiern, Rohmilchprodukten und bestimmten Käsesorten vorkommen. Daher wird Schwangeren generell geraten, auf diese Lebensmittel zu verzichten oder sie nur in gut durcherhitzter Form zu verzehren.

Schema: Übertragung von Krankheitserregern während der Schwangerschaft

Was gibt es bei anderen Lebensmitteln zu beachten?

Neben Baiser gibt es weitere Lebensmittel, bei denen Schwangere aufpassen sollten:

Rohe oder halbrohe Eier und daraus hergestellte Produkte:

Verzicht auf Tiramisu, Mousse au Chocolat, selbstgemachte Mayonnaise oder Sauce Béarnaise, wenn diese rohe Eier enthalten.

Rohes oder nicht durchgegartes Fleisch:

Meiden von blutigen Steaks, Carpaccio, Tartar, Salami und rohem Schinken. Besonders Vorsicht bei Schweine-, Lamm- und Ziegenfleisch.

Roher oder halb gegarter Fisch und Meeresfrüchte:

Verzicht auf Sushi, Sashimi, Maki, roh geräucherte Fischprodukte, Matjes, Hering, rohe Krabben oder Austern.

Quecksilberbelastete Fische:

Besondere Vorsicht bei Fischsorten wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht, Hai, Torpedo- und Zackenbarsch wegen möglicher Quecksilberbelastung. Fisch ist grundsätzlich gesund und wird in Maßen empfohlen.

Milch und Milchprodukte:

Bevorzugung von pasteurisierter Milch und daraus hergestellten Produkten. Rohmilchprodukte, Weichkäse, Frischkäse, Quark und klassischer Mozzarella können Listerien enthalten. Blauschimmelkäse wie Roquefort oder Gorgonzola sowie Edelschimmelkäse wie Camembert oder Brie sollten in roher Form gemieden werden, sind aber in gekochten Gerichten unbedenklich. Feta und Ziegenkäse sollten nur aus pasteurisierter Milch und gut verpackt gekauft werden.

Obst und Gemüse:

Gründliches Waschen von rohem Obst und Gemüse ist unerlässlich, um Pestizide, Fungizide und Bakterien zu entfernen. Tütensalate, rohe Sprossen und nicht erhitzte Keimlinge sollten gemieden werden. Zuchtpilze sind Wildpilzen vorzuziehen.

Alkohol:

Vollständiger Verzicht auf Alkohol während der gesamten Schwangerschaft.

Schwanger? Diese Lebensmittel sind tabu!

Fazit

Gut ausgetrocknetes Baiser darf in der Schwangerschaft gelegentlich genossen werden, da die Zubereitung bei hohen Temperaturen das Risiko einer Salmonelleninfektion minimiert. Schwangere sollten jedoch auf den hohen Zuckergehalt achten und Baisertorten, bei denen das Baiser nur flambiert wurde, meiden. Für ein unbeschwertes Genusserlebnis kann die Eigenherstellung von Baiser mit Zuckerersatzstoffen wie Xylit eine gute Alternative sein. Bei Unsicherheiten bezüglich der Ernährung ist es stets ratsam, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder einer Ernährungsberatung zu halten.

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