Leiden Sie unter starkem Durst, häufigem Wasserlassen, Müdigkeit oder verschwommenem Sehen? Das könnten erste Anzeichen für Diabetes sein. Mit einem Diabetes-Selbsttest können Sie ganz einfach zu Hause testen, ob Ihr Blutzuckerspiegel erhöht ist. Der Test lässt sich leicht durchführen und zeigt Ihnen innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis. Die Teststreifen messen die Glukosekonzentration in Ihrem Blut. Ist Ihr Blutzuckerspiegel höher als normal, kann dies auf Diabetes hinweisen.
Was ist Diabetes und welche Formen gibt es?
Diabetes mellitus, dem Volksmund auch als Zuckerkrankheit bekannt, kennt zwei verschiedene Formen:
- Typ-1-Diabetiker entwickeln diese Stoffwechselkrankheit bereits im Kinder- und Jugendalter durch eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren.
- Typ-2-Diabetiker erwerben sie erst im Laufe ihres Lebens. Dabei spielen Gewicht, Lebens- und Essgewohnheiten eine wichtige Rolle. Diabetes vom Typ 2 ist daher keine klassische Krankheit älterer Menschen mehr, sie kann bereits in jungen Jahren auftreten.
Symptome und Ursachen von Diabetes Typ 2
Bei Diabetes Typ 2 treten oft keine eindeutigen Symptome auf. Durst, häufiges Wasserlassen, wiederkehrende Blasenentzündungen und Müdigkeit weisen auf eine Vielzahl von Ursachen hin, so dass die Krankheit oft über Jahre unentdeckt bleibt. Die Ursache bei Diabetes Typ 2 liegt darin, dass zwar von der Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produziert wird, dieses jedoch nicht mehr in ausreichendem Maße in die Zellen gelangt, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.
Der Blutzucker-Selbsttest: Wie funktioniert er?
Ein Blutzucker-Selbsttest ermöglicht es Ihnen, Ihren Blutzuckerspiegel bequem und einfach zu Hause zu überprüfen. Der Prozess ist in der Regel unkompliziert:
- Vorbereitung: Öffnen Sie die versiegelte Verpackung des Tests und entnehmen Sie die Teststreifen. Legen Sie diese auf eine saubere, trockene und ebene Fläche.
- Blutentnahme: Entnehmen Sie mit der Lanzette einen kleinen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Es ist wichtig, sich die Hände gründlich zu waschen und abzutrocknen, da Feuchtigkeit das Testergebnis verändern kann.
- Ergebnis: Nach wenigen Minuten sehen Sie das Ergebnis, das Ihnen anzeigt, ob Ihr Blutzuckerspiegel erhöht ist.
Ein winziger Tropfen Blut aus der Fingerkuppe genügt, um mit einem Teststreifen und einem Messgerät den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Ein einfacher Test kann Gewissheit bringen - schnell, unkompliziert, schmerzfrei und zuverlässig.

Was gilt als normaler Blutzuckerwert?
Der Blutzuckerspiegel wird nüchtern gemessen und in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben. Ein normaler Nüchtern-Blutzuckerwert liegt typischerweise zwischen 65-100 mg/dl oder 3,5-5,5 mmol/l. Ein nüchterner Wert über 100 mg/dl oder 7,0 mmol/l ist ein eindeutiger Hinweis auf Diabetes. Nach dem Essen sollte der Blutzuckerspiegel unter 140 mg/dL liegen.
Diagnose und ärztliche Begleitung
Wenn die Ergebnisse eines Selbsttests den Verdacht auf Diabetes nahelegen, wird die Diagnose durch eine Blutentnahme bei einem Arzt bestätigt. Auch wenn sich ein erster Verdacht bestätigt, werden Sie durch eine umfangreiche Diabetes-Beratung begleitet, damit Sie mit Ihrer Diagnose nicht allein gelassen werden.
Innovative Technologien: Continuous Glucose Monitoring (CGM)
In sozialen Netzwerken werben immer mehr Nutzer dafür, Blutzuckerspitzen zu vermeiden, um positive Effekte wie weniger Heißhunger, besseren Schlaf und schönere Haut zu erzielen. Zum Teil messen sie ihre Werte mit Sensoren, sogenannten CGM-Systemen (Continuous Glucose Monitoring), die ständig die Zuckerwerte ermitteln. Ursprünglich wurden diese Systeme für Menschen mit Diabetes entwickelt und bestehen in der Regel aus einem Glukose-Sensor, der den Gewebezucker misst, und einem Empfangsgerät. Betroffene können mithilfe des Gerätes und eines Alarms schneller auf Unter- oder Überzuckerungen reagieren.
Wie funktioniert ein CGM-Sensor?
Der Sensor, oft weiß und münzgroß, wird üblicherweise am Oberarm oder Bauch platziert und ist rund um die Uhr im Einsatz. Er misst ungefähr alle fünf Minuten den Glukosegehalt in der Gewebeflüssigkeit des Unterhautfettgewebes und überträgt die Daten an ein Empfangsgerät, meist ein Smartphone. Die Messung erfolgt weitgehend unblutig und schmerzlos, auch wenn beim Anbringen des Sensors ein kleiner Pieks unter die Haut erfolgt.

Vorteile von CGM-Systemen
Die kontinuierliche Messung des Blutzuckers kann helfen, Unterzuckerungen (Hypoglykämie) zu vermeiden, was besonders für Menschen mit Typ-1-Diabetes wichtig ist. Auch Typ-2-Diabetiker können durch Echtzeitmessungen besser verstehen, wie sich ihr Blutzucker in verschiedenen Situationen verändert, was zur Verbesserung der Blutzuckerwerte beitragen kann. Studien zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes ihren Langzeit-Blutzucker besser unter Kontrolle hatten, wenn sie ein CGM häufig benutzten.
Direkte Vorteile beim Messen mit CGM:
- Unblutige Glukosemessung, weniger Schmerzen und Hautirritationen an den Fingerkuppen.
- Bessere Kontrolle über den Blutzucker und damit stabilere Werte und weniger Komplikationen.
- Abschätzung von Trends des Glukoseverlaufs, um drohende Unterzuckerungen zu erkennen.
Indirekte Vorteile beim Messen mit CGM:
- Besseres Verständnis der eigenen Zuckerwerte im Hinblick auf Ernährung und Stress.
- Einfache Darstellung, wie lange man sich in einem guten Blutzuckerbereich befindet.
- Leichteres Datenmanagement und bessere Analyse der eigenen Werte.
- Möglichkeit, Blutzuckerwerte mit anderen zu teilen (z.B. Eltern, Diabetesteam).
- Verbesserte Erfahrung von Selbstwirksamkeit und potenziell höhere Lebensqualität.
CGM für Gesunde?
Auch gesunde Menschen und Sportler verwenden Glukose-Sensoren, um ihr Wohlbefinden zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass CGMs bei Gesunden falsche Schlussfolgerungen ziehen können, indem sie beispielsweise Glukosewerte nach dem Konsum süßer Getränke überschätzen. Experten sehen Schwierigkeiten bei der Interpretation der Messdaten und warnen davor, kohlenhydratreiche Lebensmittel komplett vom Speiseplan zu streichen. Sie betonen, dass Kohlenhydrate wichtig für den Körper sind und die Schuld nicht zu sehr bei sich und den Mahlzeiten gesucht werden sollte.
Obwohl die Nutzung von CGMs ohne medizinische Notwendigkeit als überflüssig oder sogar gefährlich angesehen werden kann, könnten sie bei Personen mit familiärer Vorbelastung für Diabetes oder einem unerkannten prä-diabetischen Zustand helfen, frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dennoch sind für die Vorbeugung von Typ-2-Diabetes gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung die wichtigsten Maßnahmen.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Kosten für medizinische Hilfsmittel bei Diabetes werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen, sofern sie den Kriterien "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" entsprechen. Die genauen Regelungen werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) festgelegt.
Blutzuckermessgeräte und Teststreifen
- Insulinpflichtige Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 haben Anspruch auf Blutzuckermessgeräte als Hilfsmittel, und die Teststreifen werden von der Krankenkasse bezahlt. Die Menge der verordneten Teststreifen hängt von der Therapie ab.
- Für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, der mit Insulin behandelt wird, übernimmt die Krankenkasse ebenfalls die Kosten für Messgeräte und Teststreifen.
- Bei nicht-insulinpflichtigen Menschen mit Diabetes Typ 2 ist die Kostenerstattung für Messgeräte und Teststreifen grundsätzlich nicht vorgesehen, kann aber in bestimmten Ausnahmefällen erfolgen, beispielsweise bei erstmaliger Diagnose, Hinweisen auf Unter- oder Überzuckerungen oder besonderen Umständen wie Operationen.
Kontinuierliche Glukosemessung (CGM) und Zubehör
CGM-Systeme (rtCGM) mit Alarmfunktion gehören seit 2016 zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten werden nach ärztlicher Verordnung unter bestimmten Voraussetzungen übernommen, insbesondere bei intensivierter Insulin- oder Insulinpumpentherapie, wenn Behandlungsziele mit herkömmlichen Methoden nicht erreicht werden und Unterzuckerungen nicht rechtzeitig bemerkt werden. Eine CGM-Schulung ist ebenfalls erforderlich. Die Krankenkasse übernimmt auch die Kosten für das Zubehör wie Transmitter und Sensoren. Menschen mit Typ-2-Diabetes, die nicht insulinpflichtig sind, erhalten kein Echtzeit-CGM von der Krankenkasse. Bei iscCGM-Systemen (Flash Glucose Monitoring) mit Alarmfunktion übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei medizinischer Notwendigkeit auf Antrag die Kosten, wenn ein insulinpflichtiger Diabetes und eine intensivierte Insulinbehandlung vorliegen.
Weitere Kostenübernahmen
- Insulin: Insulinanaloga werden für Menschen mit Typ-1-Diabetes erstattet. Bei Typ-2-Diabetes werden sie nur unter bestimmten Bedingungen übernommen.
- Insulinpens und Zubehör: Bei ärztlicher Verordnung trägt die Krankenkasse die Kosten für Insulinpens und Pen-Nadeln.
- Insulinpumpen, Zubehör und AID-Systeme: Die Kosten für Insulinpumpen werden nach ärztlicher Verordnung und Genehmigungsverfahren der Krankenkasse übernommen, insbesondere bei Typ-1-Diabetes, wenn die Blutzuckereinstellung mit anderen Methoden nicht ausreichend ist. AID-Systeme (automatisierte Insulindosierung) werden immer häufiger von Menschen mit Typ-1-Diabetes genutzt, und die Kostenübernahme kann angefragt werden.
- Medizinische Fußpflege: Bei Vorliegen eines Diabetischen Fußsyndroms oder bei bestimmten Nervenschädigungen können die Kosten für medizinische Fußpflege erstattet werden.
Für privat Versicherte gilt, was im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Die Erstattung kann schwierig werden, wenn bestimmte Hilfsmittel nicht im Vertrag aufgeführt sind.
Die Raphael-Apotheke: Blutzuckermessung und Beratung
Die Raphael-Apotheke bietet einen einfachen und zugänglichen Service zur Blutzuckermessung für 2,50 € zur Deckung der Materialkosten an. Das Apothekenpersonal kann zudem wertvolle Informationen und Ratschläge zur Vorbeugung und Behandlung von Prädiabetes und Diabetes geben. Die Messung des Blutzuckerspiegels ist ein wichtiger Schritt zur Früherkennung und Prävention von Diabetes.