Die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes Ereignis im Leben einer Frau. Während sich viele auf eine natürliche Geburt freuen, ist für manche ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) die sicherste Option. Die Gründe dafür können vielfältig sein und reichen von medizinischen Notwendigkeiten bis hin zu persönlichen Präferenzen. Unabhängig von der Art der Geburt ergeben sich oft Fragen bezüglich der Vorbereitung, insbesondere zur Intimrasur.
Die Intimrasur vor der Geburt: Mythos oder Notwendigkeit?
Lange Zeit galt die Intimrasur vor der Geburt als hygienische Notwendigkeit. Diese Empfehlung ist jedoch veraltet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät inzwischen eher von einer Rasur ab. Der Grund dafür liegt in den möglichen Mikroläsionen, also winzigen Hautverletzungen, die beim Rasieren entstehen können. In einer Krankenhausumgebung mit vielen Keimen bergen diese kleinen Eintrittspforten ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Für medizinisches Personal wie Hebammen und Ärzte ist die Intimbehaarung einer Frau während der Geburt oder bei gynäkologischen Untersuchungen von untergeordneter Bedeutung. Die Vorstellung, dass Schamhaare stören oder gar problematisch beim Nähen von Wunden (wie bei einem Dammschnitt oder -riss) sein könnten, ist unbegründet. Studien zeigen, dass die Intimbehaarung weder für die Geburt noch für die Wundversorgung eine klinische Notwendigkeit für eine Rasur darstellt.
Manche Studien deuten sogar darauf hin, dass Schambehaarung einen gewissen Schutz vor potenziell schädlichen Bakterien bieten kann, auch wenn der Unterschied statistisch nicht immer signifikant ist.
Alternativen zur Rasur und deren Risiken
Neben der Rasur gibt es weitere Methoden der Haarentfernung, die jedoch während der Schwangerschaft mit Vorsicht zu genießen sind:
- Enthaarungscremes: Diese können potenziell kritische Inhaltsstoffe enthalten, die die empfindliche Haut im Intimbereich reizen oder allergische Reaktionen auslösen können.
- Wachsen und Epilieren: Während der Schwangerschaft ist die Haut im Intimbereich aufgrund der verstärkten Durchblutung oft schmerzempfindlicher. Das erstmalige Ausprobieren dieser Methoden während der Schwangerschaft ist daher möglicherweise nicht ratsam, obwohl aus rein medizinischer Sicht nichts dagegen spricht.
Aus medizinischer Sicht gibt es also keine zwingende Notwendigkeit für eine Intimrasur vor der Geburt. Die Entscheidung, ob und wie die Intimbehaarung gehandhabt wird, ist letztlich eine sehr persönliche.

Der Kaiserschnitt: Ablauf und Vorbereitung
Ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) ist eine Operation, bei der das Kind durch einen Schnitt in der Bauchdecke und der Gebärmutter entbunden wird. Diese Methode wird aus verschiedenen Gründen gewählt, sei es aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt, oder als geplanter Eingriff.
Arten von Kaiserschnitten
Man unterscheidet verschiedene Arten von Kaiserschnitten:
- Primärer Kaiserschnitt: Dieser wird bereits vor Einsetzen der Wehen geplant. Oft liegt hierfür eine medizinische Indikation vor, es kann sich aber auch um einen sogenannten Wunschkaiserschnitt handeln. Der Termin wird in der Regel auf etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin angesetzt.
- Sekundärer Kaiserschnitt: Die Entscheidung für einen Kaiserschnitt fällt erst während einer bereits begonnenen vaginalen Geburt, beispielsweise bei Geburtsstillstand oder schlechten Herztönen des Kindes.
- Notkaiserschnitt: Dies ist die dringlichste Form, die bei akuter Gefährdung von Mutter oder Kind eingesetzt wird. Hierbei ist oft eine Vollnarkose erforderlich, um schnellstmöglich handeln zu können.
Vorbereitung auf den Kaiserschnitt
Die Vorbereitung auf einen geplanten Kaiserschnitt beginnt oft schon im Vorfeld mit der Geburtsplanung. Dazu gehören:
- Festlegung des OP-Termins.
- Aufklärung über den Ablauf der Operation und die Narkoseverfahren.
- Blutentnahme für eventuelle Komplikationen.
- Ausfüllen von Aufklärungsbögen.
Am OP-Tag selbst sind in der Regel folgende Punkte zu beachten:
- Nüchternheit: Ab Mitternacht vor der Operation darf nichts mehr gegessen und ab zwei Stunden vorher keine klaren Flüssigkeiten mehr getrunken werden.
- Schmuck und Piercings: Jeglicher Körperschmuck muss entfernt werden.
- Rasur: Bei einem geplanten Kaiserschnitt kann die Rasur des Operationsbereichs, meist des oberen Schamhügels, bereits zu Hause erfolgen. Manche Kliniken führen die Rasur auch kurz vor der OP durch oder verzichten gänzlich darauf. Wenn Sie sich selbst rasieren möchten, ist es ratsam, dies einige Tage vor dem Eingriff zu tun, damit sich die Haut erholen kann. Alternativ kann der Partner um Hilfe gebeten werden.
- Anlegen von Hilfsmitteln: Ein Venenzugang wird gelegt, OP-Hemd und Kompressionsstrümpfe werden angezogen.

Narkoseverfahren beim Kaiserschnitt
Die Betäubung ist ein entscheidender Teil der Kaiserschnitt-Operation. Häufig kommen regionale Betäubungsverfahren zum Einsatz:
- Spinalanästhesie (SPA): Bei diesem Verfahren wird ein Lokalanästhetikum in den Spinalraum im Bereich der Lendenwirbelsäule injiziert. Dies führt zu einer schnellen und umfassenden Schmerzunempfindlichkeit der unteren Körperhälfte. Die Mutter bleibt wach und kann die Geburt miterleben.
- Periduralanästhesie (PDA): Diese Methode, die auch zur Schmerzlinderung bei natürlichen Geburten eingesetzt wird, kann bei einem ungeplanten Kaiserschnitt genutzt werden, wenn bereits ein Katheter gelegt wurde. Über diesen Katheter können kontinuierlich Schmerzmittel nachdosiert werden.
- Vollnarkose: Eine Vollnarkose wird in der Regel nur bei Notkaiserschnitten oder wenn andere Narkoseverfahren nicht möglich sind (z.B. bei bestimmten Vorerkrankungen oder Gerinnungsstörungen) angewendet.
Die Wahl des Narkoseverfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Gesundheitszustand der Mutter, die Dringlichkeit des Eingriffs und die Präferenzen des Anästhesisten.
Der Ablauf der Operation und die Zeit danach
Nach der Narkoseeinleitung wird ein Blasenkatheter gelegt und der Bauch desinfiziert. Ein steriles Tuch trennt den Operationsbereich ab. Während des Eingriffs ist in der Regel eine Begleitperson am Kopfende der Mutter platziert. Der Schnitt in der Gebärmutter wird so schonend wie möglich geführt, um die Heilung zu fördern.
Nach der Geburt des Kindes wird die Plazenta entfernt und die Operationswunde sorgfältig verschlossen. Die Dauer des eigentlichen Eingriffs ist relativ kurz, das Vernähen nimmt jedoch mehr Zeit in Anspruch.
Nach dem Kaiserschnitt
Nach der Operation verbringen Mutter und Kind in der Regel noch einige Stunden im Kreißsaal zur Überwachung. Danach erfolgt die Verlegung auf die Wochenstation.
- Überwachung: Tägliche Visiten durch Ärzte und Pflegepersonal begleiten den Heilungsprozess.
- Schmerzmanagement: Nach einem Kaiserschnitt sind Schmerzen zu erwarten. Individuell angepasste Schmerzmittel, auch stillverträgliche, werden verabreicht.
- Mobilisation: Sobald es möglich ist, sollte die Mutter aufstehen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und Komplikationen wie Thrombosen vorzubeugen.
- Blasenkatheter und Thromboseprophylaxe: Der Katheter wird entfernt, sobald die Patientin wieder selbstständig zur Toilette gehen kann. Zur Vermeidung von Blutgerinnseln werden Heparinspritzen verabreicht und Kompressionsstrümpfe getragen.
- Bonding und Stillen: Direkter Hautkontakt und das erste Anlegen an die Brust sind auch nach einem Kaiserschnitt wichtig für die Bindung zwischen Mutter und Kind.
- Klinikaufenthalt: Im Durchschnitt bleiben Mutter und Kind nach einem Kaiserschnitt etwa drei bis fünf Tage in der Klinik.
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Häufige Fragen und Mythen
Rund um den Kaiserschnitt ranken sich viele Fragen und teilweise auch veraltete Informationen. Hier einige der häufigsten:
- Einmal Kaiserschnitt - immer Kaiserschnitt? Nein, eine frühere Kaiserschnittentbindung schließt eine natürliche Geburt bei nachfolgenden Schwangerschaften nicht aus (VBAC - Vaginal Birth After Cesarean).
- Ist ein Kaiserschnitt weniger schmerzhaft? Die Geburt selbst ist durch die Anästhesie schmerzfrei. Die Schmerzen treten postoperativ auf und werden medikamentös behandelt.
- Ist ein Einlauf vor dem Kaiserschnitt Pflicht? Nein, routinemäßige Einläufe vor einem Kaiserschnitt werden heute nicht mehr empfohlen. Nüchternheit und eine leichte Kost am Vorabend sind entscheidend.
- Muss man sich vor einem Kaiserschnitt rasieren? Eine vollständige Intimrasur wird nicht mehr als notwendig erachtet. Wenn überhaupt, wird nur der Operationsbereich direkt vor dem Eingriff vorbereitet, um Infektionen zu vermeiden.
Die Entscheidung für oder gegen einen Kaiserschnitt sollte stets in Absprache mit dem medizinischen Fachpersonal getroffen werden, basierend auf einer umfassenden Aufklärung über alle Aspekte.
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