Regelschmerzen und PMS: Ursachen, Linderung und Selbsthilfe

Bauchschmerzen, Kopfweh und Ziehen im Rücken - und das so etwa alle 28 Tage. Die Laune währenddessen auf dem Tiefpunkt. Sie kennen das aus eigenem Erleben? Dann dürften Sie eine Frau sein. Fast jede Frau leidet während ihrer Menstruation manchmal oder regelmäßig unter Schmerzen. Etwa jede zehnte Frau fühlt sich sogar durch ihre Regelschmerzen in ihrem Alltag erheblich beeinträchtigt. Jede versucht, auf ihre Art damit umzugehen: Die eine trinkt literweise Kräutertee, die nächste schwört auf Schmerzmittel, eine dritte praktiziert Akupressur. Manche Frauen leiden während dieser Tage still vor sich, andere mutieren regelrecht zur Dramaqueen. Was hilft wirklich?

Menstruationsbeschwerden zählen zu den häufigsten Beschwerden in gynäkologischen Praxen. Laut Schätzungen leiden ungefähr 54% aller Frauen unter Schmerzen während der Periode. Bei etwa zehn Prozent aller Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie ihren Alltag für einige Tage kaum bewältigen können. Auch junge Frauen kämpfen jeden Monat mit krampfartigen Schmerzen im Unterleib. Hier ist fast jede zweite junge Frau betroffen. Dabei fallen Intensität und Dauer der Schmerzen bei jeder Betroffenen unterschiedlich aus.

Bei den Menstruationsbeschwerden handelt es sich oft - aber keineswegs immer - um Unterbauchschmerzen oder ein unangenehmes Ziehen im Unterbauch. Während manche Frauen völlig unbeschwert, ohne Periodenschmerzen durch ihre „Tage“ kommen, sind die Menstruationsbeschwerden bei anderen Frauen so ausgeprägt, dass sie mehrere Tage ans Bett gefesselt sind.

Primäre und sekundäre Regelschmerzen

Hinter dem Begriff Menstruationsbeschwerden verbirgt sich eine Reihe von Symptomen, die kurz vor dem Einsetzen der Periode beginnen oder während der Regelblutung auftreten. Der Mediziner spricht bei Schmerzen während der Periode von Dysmenorrhoe.

Primäre Regelschmerzen

Menstruationsbeschwerden lassen sich allgemein in primäre und sekundäre Regelschmerzen unterscheiden. Dabei entstehen primäre Regelschmerzen durch die Periode.

Sekundäre Regelschmerzen

Bei der sekundären oder erworbenen Dysmenorrhoe liegt meist eine gynäkologische Erkrankung zugrunde.

Ursachen von Regelschmerzen

Regelschmerzen sind für viele Frauen und Mädchen zwar oft unangenehm, jedoch besteht aus medizinischer Sicht kein Grund zur Besorgnis. Durch das Wechselspiel der Hormone leiden besonders junge Frauen bereits beim Einsetzen der ersten Regelblutung unter den Symptomen.

Natürliche Vorgänge als Ursache

Eine große Rolle für Schmerzen während der Periode spielen körpereigene Botenstoffe, die Prostaglandine, sowie die Vorstufe der Prostaglandine - die sogenannte Arachidonsäure. Die Gewebshormone bilden sich vermehrt während der Menstruation in der Gebärmutter.

Während eines Zyklus baut sich die Schleimhaut der Gebärmutter durch Östrogene und Gestagene auf. Nistet sich keine befruchtete Eizelle ein, wird die oberflächliche Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zur Periode. Beim Abstoßen zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter durch das Prostaglandin zusammen. Dadurch wird das Gewebe nicht mehr so gut durchblutet. Folglich kommt es in der Gebärmutter zur Unterversorgung mit Sauerstoff und die typischen Beschwerden entstehen.

Weitere Ursachen für primäre Regelschmerzen:

  • weibliche Teenager, die ihre erste Periode bereits mit zwölf Jahren bekamen
  • Regelschmerzen, die schon bei der Schwester oder Mutter bekannt sind
  • besonders schlanke Frauen
  • außergewöhnlich lange Menstruationszyklen
  • Verhütung mit der Spirale
  • Betroffene, die besonders sensibel und emotional belastet sind

Lebenswandel als Ursache

Zu wenig Bewegung, Überanstrengung und zu viel Stress können ebenso Menstruationsbeschwerden verschlimmern. Auch durch intensiven Nikotin- und Alkoholgenuss sowie hohen Koffeinkonsum verstärken sich die Schmerzen. Außerdem kann eine einseitige Ernährung mit überwiegend tierischen Lebensmitteln und einem Mangel an Vitaminen und essentiellen Fettsäuren die typischen Schmerzen während der Periode intensivieren. Weiterhin fördert auch die abweisende Haltung gegenüber der Periode die Wahrnehmung des Schmerzes.

Symptome von Regelschmerzen

Regelschmerzen zeigen sich meist durch ziehende oder krampfartige Schmerzen im Unterleib, die mitunter so stark sind, dass Betroffene in ihrer Lebensführung eingeschränkt sind.

Diese Krämpfe entstehen durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur, durch die die Schleimhaut der Gebärmutter abgestoßen wird. Die Kontraktionen können manchmal über einige Minuten anhalten. Dementsprechend zeigen sich die Beschwerden ganz unterschiedlich in ihrer Dauer, Ausprägung und Intensität.

Neben den Unterleibsschmerzen können weitere Symptome auftreten, wie:

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • verschlechtertes Hautbild
  • Durchfall
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Gewichtszunahme
  • Schweißausbrüche

Darüber hinaus kommt es bei manchen Betroffenen zu:

  • erhöhter Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • einem Flush (anfallsweise auftretendes Erröten)
Schema des weiblichen Zyklus mit Hervorhebung der Menstruationsphase und damit verbundenen hormonellen Veränderungen.

Ernährung bei Menstruationsbeschwerden

Die Ernährung spielt bei Menstruationsbeschwerden eine zentrale Rolle. Denn durch sie können die typischen Symptome während der Periode auf ganz natürliche Art gelindert werden.

Lebensmittel, die auf den Speiseplan gehören:

  • Hülsenfrüchte: Linsen, Erbsen, Bohnen und Co. sind reich an Ballaststoffen und regulieren die Verdauung auf natürliche Weise. Außerdem lindern sie Wassereinlagerungen und tragen durch die enthaltenen B-Vitamine zum Wohlbefinden bei.
  • Vollkornprodukte: Sie enthalten neben B-Vitaminen auch Vitamin E und können allgemeine Beschwerden während der Periode reduzieren.
  • Grünkohl und Brokkoli: Diese Gemüsesorten sind reich an Vitaminen, Calcium und Antioxidantien.
  • Bananen und Ananas: Bananen enthalten viel Vitamin B6, reduzieren Krämpfe und verhindern Wassereinlagerungen. Ananas enthält Mangan und Bromelin, ein Enzym, das Muskeln beruhigen und Menstruationskoliken vorbeugen kann.
  • Sellerie und Ingwer: Diese Gemüsesorten verringern Regelbeschwerden. Sellerie entspannt die Muskeln und wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Ingwer dämpft Schmerzen und sorgt obendrein für ein klares Hautbild.
  • Kürbiskerne und Mandeln: Kürbiskerne enthalten Mangan, welches den Schmerz im Körper reduziert. Mandeln besitzen einen hohen Anteil an Magnesium, das den Serotoninhaushalt im Gehirn steuert und Krämpfe verringert.
  • Wasser: Um Wassereinlagerungen zu verhindern, ist es wichtig, gerade während der Periode, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Lebensmittel und Stoffe, die vermieden werden sollten:

  • Zucker: Raffinierter Zucker kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen und den Organismus übersäuern.
  • Koffein: Koffein und koffeinhaltige Produkte entziehen dem Körper Flüssigkeit und verengen die Blutgefäße, was die Durchblutung der Gebärmutter verschlechtern kann.
  • Rotes Fleisch: Rotes Fleisch besitzt einen hohen Anteil der Fettsäure Arachidonsäure, die die Produktion von Prostaglandin anregen kann.

Wichtiger Hinweis zu Milchprodukten: Joghurt enthält zwar Calcium, kann aber auch Arachidonsäure enthalten, die die Prostaglandin-Herstellung fördert. Natürliche Calciumquellen wie Wirsing oder Lachs sind daher oft die bessere Wahl.

Nützliche Mineralstoffe und Vitamine

Eine ausgewogene Ernährung, die den Körper ausreichend mit Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, ist essenziell.

  • B-Vitamine (B1, B3, B6): Insbesondere diese Vitamine sind bei der Eindämmung von Regelschmerzen von Bedeutung.
  • Vitamin E: Soll ebenso den Periodenschmerz lindern, wenn es über einen längeren Zeitraum eingenommen wird.
  • Eisen: Besonders wichtig für Frauen mit sehr starken Monatsblutungen, um den Eisenmangel auszugleichen.
  • Magnesium: Trägt zur Muskelentspannung bei und hemmt die Bildung von Prostaglandin.
  • Omega-3-Fettsäuren: Regulieren Hormonsysteme, wirken positiv auf die Prostaglandin-Synthese und lindern Menstruationskrämpfe.
  • Gamma-Linolensäure (GLS): Kann Menstruationskrämpfe sowie deren Begleiterscheinungen mildern und fördert die Bildung von entzündungs- und krampfhemmendem Prostaglandin E1.

Regelschmerzen behandeln

Um Menstruationsbeschwerden zu behandeln, ist eine sichere Diagnose notwendig. Ein ausführliches Gespräch und verschiedene gynäkologische Untersuchungen geben dabei Aufschluss. Ziel der Untersuchung ist es, organische und andere Erkrankungen auszuschließen.

Bei starken Schmerzen und Veränderungen zum Arzt

Wenn Regelbeschwerden den Alltag beeinträchtigen oder sehr stark sind, sollte die Ursache unbedingt von einem Gynäkologen abgeklärt werden. Denn nicht immer sind starke Schmerzen während der Periode harmlos. Mitunter könnte sich eine gefährliche Erkrankung wie die Endometriose dahinter stecken. Auch Veränderungen in Bezug auf Stärke und Dauer der Schmerzen oder Blutungsstörungen machen einen Arztbesuch notwendig.

Behandlung mit Medikamenten

Es gibt unterschiedliche Therapieansätze, um Menstruationsbeschwerden zu behandeln. Dabei beschränkt sich die Behandlung bei der primären Dysmenorrhoe auf die Linderung der Beschwerden. Hier kommen verschiedene Medikamente mit folgenden Wirkstoffen zum Einsatz:

  • Schmerzmittel mit Paracetamol: Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen.
  • Schmerzmittel mit Ibuprofen: Hemmt die Produktion von Prostaglandin und unterbricht die Schmerzweiterleitung zum Gehirn.
  • Schmerzmittel mit Naproxen: Entzündungshemmend und schmerzlindernd, hemmt die Neubildung von Prostaglandin.
  • Hormonelle Verhütungsmittel: Antibabypille, Vaginalring, Pflaster, Hormonimplantat oder Spritze greifen in das Hormonsystem ein und können die Beschwerden reduzieren.
  • Krampflösende Mittel mit Scopolaminbutylbromid: Wirkt krampflösend auf die glatte Muskulatur der Gebärmutter.

Vor der Einnahme von Medikamenten ist es bezüglich der Dosierung und Dauer wichtig, die Packungsbeilage zu lesen, den Apotheker zu fragen oder den Rat des behandelnden Arztes einzuholen.

Natürliche Behandlung mit Hausmitteln

Beschwerden, die kurz vor oder während der Periode auftreten, können frühzeitig mit folgenden Maßnahmen gelindert werden:

  • Wärme zur Entkrampfung: Wärme wirkt entkrampfend und ist daher Mittel der ersten Wahl bei Periode bedingten Schmerzen. Egal, ob Wärmekissen, Wärmflasche oder Kirschkernkissen - einfach auf den unteren Rücken oder den Bauch legen.
  • Sanfte Bewegung und Entspannung: Ein ausgedehnter Spaziergang oder leichtes Ausdauertraining tun Körper und Seele gut. Sanfte Dehnübungen, etwa aus Yoga oder Tai Chi, helfen dabei, die Muskeln des Unterleibs zu entspannen, die Durchblutung zu verbessern und Rückenschmerzen zu mildern. Auch mit Progressiver Muskelentspannung können Sie Verspannungen lösen.
  • Streicheleinheiten für den Bauch: Geben Sie ein paar Tropfen eines Massageöls auf Ihre Handflächen und streichen Sie damit im Uhrzeigersinn über Ihren Bauch.
  • Akupressur: Kann Regelschmerzen lindern.

Yoga bei Menstruationsbeschwerden | sanfte Yoga Einheit

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet eine Gruppe körperlicher und psychischer Symptome, die einige Tage vor Beginn einer Menstruationsperiode einsetzen und in der Regel einige Stunden nach dem ersten Tag der Periode enden. Etwa 2 bis 6 Prozent leiden an einer schweren Form von PMS, der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Symptome des PMS

Die Art und Intensität der PMS-Symptome variieren von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus. Die Beschwerden können wenige Stunden bis zu 5 Tage vor der Menstruation einsetzen und verschwinden oft vollständig einige Stunden nach Beginn der Periode.

Häufige körperliche Symptome:

  • Heißhunger
  • Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen, vor allem in den Beinen
  • geschwollene Brüste, Brustschmerzen
  • Hautunreinheiten wie Pickel
  • Bauchschmerzen
  • Blähbauch
  • Völlegefühl
  • Verdauungsprobleme
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Unterleibsschmerzen
  • Schlafstörungen

Häufige psychische Symptome:

  • Reizbarkeit
  • Angst
  • Erregtheit
  • Wut
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lethargie
  • Depressionen
  • starke Müdigkeit

Ursachen und Risikofaktoren des PMS

Warum das PMS entsteht, ist nicht vollständig bekannt. Wahrscheinlich spielen mehrere Ursachen und Risikofaktoren zusammen, das Syndrom ist also multifaktoriell bedingt. Die Hauptursache sind vermutlich hormonelle Schwankungen. Die Blutwerte der Hormone Östrogen, Progesteron und ihre Metaboliten verändern sich im Zyklusverlauf ganz natürlich. Manche Menschen reagieren vermutlich sensibel auf stoffwechselbedingte Abbauprodukte von Progesteron.

Eine weitere wissenschaftliche Hypothese ist, dass Progesteron mit Botenstoffen im Gehirn wie Serotonin wechselwirkt. Auch Umweltbedingungen und der Lebensstil haben möglicherweise Einfluss darauf, ob und wie stark PMS-Beschwerden auftreten. Ein direkter Zusammenhang der nachfolgenden Faktoren mit Beschwerden ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, aber denkbar:

  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Genuss koffeinhaltiger Getränke
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Nährstoffmangel
  • Stress im Beruf, in der Familie oder im weiteren persönlichen Umfeld

Diagnose des PMS

Menschen mit wiederkehrenden starken Beschwerden vor der Menstruation sollten diese in der Hausarztpraxis oder einer gynäkologischen Praxis abklären lassen. Um festzustellen, ob tatsächlich ein PMS dahintersteckt, fragt die Ärztin oder der Arzt, wann bestimmte Symptome im Monatsverlauf auftreten und wie stark sie sind. Dies dient dazu, andere Erkrankungen auszuschließen, deren Symptome einem PMS ähneln. Fachleute nennen dieses Vorgehen Differenzialdiagnostik.

Die Medizinerinnen und Mediziner wollen also sicher sein, dass nicht eine andere Ursache vorliegt, beispielsweise:

  • eine Depression
  • andere psychische Erkrankungen
  • eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion
  • ein Reizdarmsyndrom
  • erste Anzeichen der Menopause
  • eine Endometriose

Ein Symptomtagebuch kann helfen herauszufinden, ob tatsächlich ein PMS die Beschwerden verursacht. Auch in Zykluskalender-Apps lassen sich Symptome beschreiben und festhalten.

Grafik, die die typischen PMS-Symptome und ihre zeitliche Korrelation mit dem Menstruationszyklus zeigt.

Therapie von PMS und PMDS

Eine Therapie empfiehlt sich, wenn die Beschwerden die Lebensqualität über einen längeren Zeitraum deutlich einschränken. Dies gilt insbesondere für psychische Beschwerden. Es gibt verschiedene Ansätze, um PMS- oder PMDS-Beschwerden zu behandeln:

Medikamentöse Behandlung

  • Hormonpräparate in Form von Verhütungsmitteln (Antibabypille) und Hormonpflastern dienen dazu, die hormonellen Schwankungen im Zyklusverlauf abzumildern.
  • Starke Schmerzen lassen sich mit gängigen Schmerzmitteln in der Regel gut lindern.
  • Gegen belastende Wassereinlagerungen im Gewebe helfen entwässernde Medikamente (Diuretika).
  • Antidepressiva (z.B. SSRI) können Symptome wie starke Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Ängste verringern. Sie werden nach Verordnung entweder dauerhaft genommen oder nur in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung.

Selbsthilfe bei PMS

Verschiedene Maßnahmen können dazu beitragen, PMS-Beschwerden vorzubeugen und zu lindern:

  • Risikofaktoren vermeiden: Reduzierter Genuss von Alkohol und koffeinhaltigen Getränken, Stressabbau.
  • Sport und Bewegung: Regelmäßiger Sport kann körperliche und psychische Symptome verringern und ausgeglichener machen.
  • Pflanzliche Mittel, Ernährung und sonstige Maßnahmen: Mönchspfeffer und Johanniskraut können Beschwerden lindern (nach ärztlicher Absprache). Eine ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich zu empfehlen. Bei akuten Unterleibsschmerzen empfiehlt sich die Anwendung von Wärme.
Infografik mit Tipps zur Ernährungsumstellung und Lebensstiländerung zur Linderung von PMS-Symptomen.

Rückenschmerzen während der Periode

Manche Frauen erleben die Zeit rund um ihre Menstruation als Belastung, weil die Blutungen mit verschiedenen Beschwerden einhergehen können. Kennst du neben Krämpfen und Stimmungsschwankungen auch Rückenschmerzen vor oder während der Periode? Dann bist du nicht allein.

Warum kann es vor und während der Periode zu Rückenschmerzen kommen?

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden während der Periode. Die Ursache liegt oft in hormonellen Veränderungen:

  • Östrogen: Kurz vor der Periode sinkt der Östrogenspiegel im Körper deutlich ab. In der Folge wirst du empfindlicher und spürst Schmerzen schneller, intensiver und häufiger.
  • Progesteron: Wenn der Progesteronspiegel in den Tagen vor der Menstruation sinkt, fällt sein muskelentspannender Effekt weg und du leidest schneller unter Verspannungen und Schmerzen.
  • Prostaglandine: Diese hormonähnlichen Substanzen sorgen während der Menstruation dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Der Effekt erstreckt sich auch auf andere Muskeln - zum Beispiel im Rücken.

Dass viele Frauen während der Periode unter Rückenschmerzen leiden, ist meist die Folge aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Verbindung über Faszien: Zwischen den Beckenorganen und der Wirbelsäule gibt es eine Verbindung über sogenannte Faszien - Gewebestränge, die Informationen wie Muskelverspannungen übertragen.
  • Veränderte Körperhaltung: Aufgrund von Schmerzen und Unwohlsein verändern viele Frauen ihre Körperhaltung, was zu Rückenschmerzen führen kann.
  • Übertragener Schmerz (Referred Pain): Muskel(ver)spannungen können über Faszien, Muskeln und Nerven bis in den oberen Rücken gelangen.
  • Belastung der stabilisierenden Strukturen: Die starke Durchblutung des Beckens während der Periode erhöht die Belastung für stabilisierende Strukturen wie Faszien und Mutterbänder, was zu Schmerzen führen kann, die in den Rücken ausstrahlen.
  • Stresshormone: Schmerzen und Unwohlsein sorgen für die Ausschüttung von Stresshormonen, was wiederum zu einer erhöhten Muskelspannung führt.

Umstände wie Flüssigkeitsmangel, Mineralstoffmangel, innere Anspannung, Schlafstörungen und Stress verstärken Verspannungen.

Was hilft gegen die Rückenschmerzen vor und während der Periode?

  • Wärmeanwendungen: Wärmflasche, Heizkissen, Kirschkernkissen oder ein warmes Bad können die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern.
  • Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.
  • Sanfte Bewegungen: Spazierengehen, Yoga, leichte Gymnastik oder Radfahren lösen Verspannungen und verbessern die Durchblutung.
  • Körperhaltungskorrektur: Eine gesunde Körperhaltung kann das Risiko für Rückenprobleme senken.
  • Entspannungsübungen: Meditation oder progressive Muskelentspannung tragen zur Stressreduktion und Muskellockerung bei.
  • Guter Schlaf: Eine bequeme Schlafposition kann den Rücken entlasten.
  • Massagen oder Rotlichtbestrahlungen des Rückens können zur Lockerung der Muskulatur führen.
  • Ausgewogene Ernährung: Mit Mineralien wie Magnesium, B-Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren unterstützt die normale Muskelfunktion und wirkt Verspannungen entgegen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Am besten stilles Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
  • Hormonelle Verhütung: Kann bei besonders starken oder wiederkehrenden Schmerzen helfen, da sie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut reduziert und dadurch Krämpfe mindert.

Wann sollte ich bei Rückenschmerzen während der Periode ärztlichen Rat suchen?

Zögere nicht, zum Arzt zu gehen, wenn:

  • Die Rückenschmerzen sehr stark sind und deinen Alltag stark beeinträchtigen.
  • Die Schmerzen nicht auf Schmerzmittel ansprechen oder sich von Monat zu Monat verschlimmern.
  • Starke Unterleibsschmerzen, Kribbeln in den Beinen oder stechende Rückenschmerzen auftreten.
  • Ungewöhnlich starke oder langanhaltende Blutungen die Rückenschmerzen begleiten.
  • Zusätzliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufprobleme oder Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang auftreten.
  • Fieber, Brustschmerzen, Atemprobleme oder Taubheit in den Gliedmaßen mit den Rückenschmerzen einhergehen.
  • Auch außerhalb der Periode oder zyklusunabhängig Schmerzen bestehen.
  • Möglicherweise eine gynäkologische Erkrankung wie Endometriose vorhanden sein könnte.

Ein Arztbesuch ist besonders wichtig, wenn die Beschwerden neu auftreten oder sich verändern, oder wenn du schon zahlreiche Maßnahmen ausprobiert hast, diese aber nicht vergehen.

Schema, das die anatomischen Verbindungen zwischen Beckenorganen und unterem Rücken erklärt, die zu Rückenschmerzen während der Periode führen können.

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