Am 20. Februar wurde in Steinen-Hüsingen, im Landkreis Lörrach, ein schockierender Fund gemacht: Eine Spaziergängerin entdeckte auf einem Feld nahe einer Kreisstraße den leblosen Körper eines Säuglings. Dieser Fund löste in der Region große Bestürzung und Trauer aus.

Ermittlungen und Suche nach der Mutter
Nach dem Fund des toten Säuglings, bei dem es sich um ein Mädchen handelte, richtete das Kriminalkommissariat Lörrach umgehend eine Ermittlungsgruppe ein. Die Beamten suchten das Feld nach Spuren ab und setzten dabei auch Spürhunde und einen Hubschrauber ein. Zunächst waren die Identität der Mutter sowie die Umstände des Todes und die Liegezeit des Kindes unklar.
Die Polizei startete einen öffentlichen Aufruf mit der Bitte um Mithilfe bei der Ermittlung der Eltern und der Umstände, die zum Tod des Kindes führten. Suchplakate mit der Zeichnung eines Babys und dem Aufruf "Wir wollen dem Mädchen eine Identität geben" wurden verbreitet. Gesucht wurden Hinweise auf Frauen, die möglicherweise eine Schwangerschaft verheimlichten oder Veränderungen im Verhalten zeigten.

Mutter identifiziert: Jugendliche stellt sich der Polizei
Wochenlange Suchmaßnahmen führten schließlich zum Erfolg. Am Samstag, dem 15. März, meldete sich eine Jugendliche in Begleitung ihrer Eltern bei der Polizei. Sie gab an, die Mutter des toten Babys zu sein. Ein DNA-Abgleich beim Landeskriminalamt (LKA) bestätigte ihre Angaben und die Mutterschaft.
Ermittlungsverfahren wegen Tötungsdelikts
Gegen die minderjährige Mutter wurde aufgrund des Fundes ein Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdelikts eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Freiburg und die Polizei teilen mit, dass vor allem die genauen Umstände, unter denen das Baby ums Leben kam, noch geklärt werden müssen.
Aufgrund des Jugendschutzes machten Staatsanwaltschaft und Polizei keine weiteren Angaben zu dem Fall.
Reaktionen und Hilfsangebote
Der Fund des toten Säuglings löste in der Ortschaft Hüsingen und der gesamten Region tiefe Betroffenheit aus. Bürger zeigten sich schockiert und drückten ihre Trauer und ihr Unverständnis aus. Auf Kerzen war die Aufschrift "Ruhe in Frieden, kleiner Engel" zu lesen. Viele Menschen dachten an das Kind, aber auch an die schwierige Situation der Mutter.
Ortsvorsteher Jürgen Schäfer äußerte sich gegenüber der Lokalzeitung "Oberbadische" bestürzt: "Das ist schrecklich und macht einen sprachlos. Man kann es nicht verstehen, fühlt sich hilflos, dass so etwas bei uns passieren kann." Ortschaftsrat Thomas Bauer ergänzte: "Es ist sehr traurig, dass so ein junges Leben keine Chance hatte."
In diesem Zusammenhang wurde auch auf bestehende Hilfsangebote wie Beratungsstellen und die "Babyklappe" hingewiesen, die Frauen in Notlagen unterstützen können.
Plötzlicher Kindstod: Ursachen, Symptome & Risikominderung | DocTommy
Der Fall wirft erneut die Frage nach dem Umgang mit Schwangerschaften in schwierigen Lebenssituationen und der Zugänglichkeit von Hilfsangeboten auf.