Pilze in der Frühschwangerschaft: Was ist erlaubt?

Gerade in den ersten Wochen als Schwangere fragst du dich sicher öfter, was du jetzt alles noch essen darfst. Denn die Liste der bedenklichen Lebensmittel scheint immer länger zu werden. Das Thema Ernährung in der Schwangerschaft begleitet werdende Mütter von Anfang an - und sorgt gerade in der Frühschwangerschaft für große Verunsicherung. Lieb gewonnene Speisen wie Sushi, Carpaccio oder Tiramisu verschwinden vom Speiseplan, um das Ungeborene nicht zu gefährden. Zahlreiche Lebensmittel sind tabu, um möglichen Infektionen mit Listerien, Salmonellen und Toxoplasmose vorzubeugen.

Wir geben einen Einblick, welche Pilze du in der Schwangerschaft essen kannst - und welche du besser nicht genießen solltest. Grundsätzlich gilt: Ja, Pilze sind gesund und können auch für Schwangere viele Vorteile haben. Sie sind kalorienarm, machen aber satt und enthalten zudem wertvolle Proteine, Ballaststoffe, zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.

Illustration von verschiedenen essbaren Pilzsorten

Gesundheitliche Vorteile von Pilzen in der Schwangerschaft

Pilze sind eine ausgezeichnete Quelle vieler wichtiger Nährstoffe, die sowohl für die werdende Mutter als auch für das Baby von Vorteil sind. Sie sind kalorienarm und sättigen über einen längeren Zeitraum, was sie zu einer idealen Wahl für eine ausgewogene Ernährung macht.

  • Energie und Sättigung: Pilze liefern komplexe Kohlenhydrate, die viel Energie spenden und langanhaltend sättigen.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Sie strotzen vor Vitaminen (wie dem vollständigen Vitamin-B-Spektrum, Vitamin C) und Mineralstoffen (wie Zink, Kupfer, Magnesium, Selen, Kalium, Phosphor).
  • Verdauungsförderung: Pilze regen die Verdauung an und helfen, den Blutzucker auf einem konstanten Niveau zu halten, was besonders bei Schwangerschaftsdiabetes von Vorteil sein kann.
  • Stoffwechsel und Blutdruck: Sie unterstützen den Stoffwechsel und können sich positiv auf den Blutdruck und Cholesterinspiegel auswirken.
  • Antioxidantien: Pilze enthalten auch große Mengen an Antioxidantien, die potenziell dem Altern des Körpers vorbeugen und das Risiko von Krankheiten verringern können.
  • Proteine und Ballaststoffe: Sie enthalten wertvolle Proteine und Ballaststoffe, die zur allgemeinen Gesundheit beitragen.
Infografik mit Nährwertangaben von Champignons

Welche Pilze sind in der Schwangerschaft sicher?

Nicht alle Pilze sind gleichermaßen für den Verzehr während der Schwangerschaft geeignet. Es ist wichtig, zwischen Zuchtpilzen und Wildpilzen zu unterscheiden.

Zuchtpilze (Kulturpilze)

Als Kulturspeisepilze oder Zuchtpilze werden alle Pilzarten verstanden, die sich das ganze Jahr über kultivieren bzw. züchten lassen. Der Anbau dieser Pilze wird kontrolliert, was sie zu einer sicheren Wahl für Schwangere macht.

  • Champignons: Sowohl weiße als auch braune Champignons (auch Egerlinge genannt) sind für Schwangere unbedenklich und empfehlenswert. Sie sind mild, vielseitig und liefern wertvolle Nährstoffe.
  • Shiitake-Pilze: Diese Pilze sind ebenfalls eine gute Wahl, wobei auf eine korrekte Zubereitung geachtet werden sollte, um mögliche allergische Reaktionen (Shiitake-Dermatitis) zu vermeiden.
  • Austernpilze: Sie sind eine weitere sichere und nährstoffreiche Option.
  • Kräuterseitlinge: Diese Pilze, die geschmacklich an Steinpilze erinnern, gehören ebenfalls zu den Kulturpilzen und sind bedenkenlos essbar.
  • Portobello-Pilze: Auch diese großen Champignon-Varianten zählen zu den Kulturpilzen.

Generell gilt: Bei Pilzerzeugnissen aus dem Supermarkt wie Konserven (z.B. Champignons aus dem Glas oder der Dose) solltest du auf die Zutatenliste und die Qualitätsstufe achten. Produkte, die Wildpilze enthalten, sind zu meiden.

Wildpilze

Von Wildpilzen wird in der Schwangerschaft dringend abgeraten. Das gilt sowohl für selbst gesammelte Waldpilze als auch für gekaufte Pilze, bei denen nicht klar ist, ob sie Wildpilze enthalten.

  • Warum sind Wildpilze tabu?
    • Radioaktive Belastung: Insbesondere im Süden Deutschlands können verschiedene Wildpilzarten aufgrund des Reaktorunfalls in Tschernobyl eine erhöhte Konzentration an Radiocäsium (Cs-137) aufweisen. Besonders stark belastet sind Maronenröhrlinge und Steinpilze.
    • Schwermetalle: Wildpilze können zudem Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber anreichern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät generell zu einer Begrenzung des Konsums von Wildpilzen, Schwangere sollten jedoch ganz darauf verzichten.
    • Umweltgifte und Schadstoffe: Wildpilze nehmen Stoffe aus ihrer Umgebung auf und können daher mit Schadstoffen belastet sein.
    • Verwechslungsgefahr: Es besteht immer das Risiko, giftige Doppelgänger zu sammeln oder zu kaufen.
    • Fuchsbandwurm: Wildpilze können Eier des Fuchsbandwurms enthalten, deren Infektion fatale Folgen haben kann.
  • Welche Wildpilze sind betroffen? Dies betrifft unter anderem Steinpilze, Pfifferlinge, Maronenröhrlinge und Trüffel, egal ob frisch, getrocknet oder als Mischpilz im Glas. Auch tiefgefrorene Wildpilzgerichte sind tabu.
Visuelle Unterscheidung zwischen Zucht- und Wildpilzen

Wichtige Hinweise zur Zubereitung und Lagerung

Auch bei erlaubten Zuchtpilzen sind einige Punkte bezüglich der Zubereitung und Lagerung zu beachten, um die Sicherheit und Verträglichkeit zu gewährleisten.

Zubereitung

  • Gründliches Putzen: Pilze müssen vor der Zubereitung immer gründlich geputzt werden.
  • Gut durchgaren: Es empfiehlt sich, die Pilze immer gut durchzugaren und gründlich zu erhitzen. Rohe Pilze können zu Unverträglichkeiten und Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen führen.
  • Ausnahme Kulturchampignons: Kulturchampignons aus dem Supermarkt dürfen auch roh in den Salat gegeben werden, sofern sie gut geputzt sind. Dennoch ist das Durchbraten die sicherere Methode.
  • Aufwärmen: Gekochte Pilzgerichte sollten immer rasch gekühlt und beim erneuten Verzehr gut erhitzt werden (auf mindestens 70 °C), um Keime zu vermeiden. Das Aufwärmen selbst ist nicht gefährlich, solange die Pilze noch genießbar sind.
  • Würze: Gerichte sollten nicht zu stark gewürzt oder zu scharf sein, um Übelkeit, Erbrechen oder Sodbrennen zu vermeiden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • Frische Verarbeitung: Voraussetzung für den Kauf ist, dass die Pilze frisch sind und direkt weiterverarbeitet werden. Pilze verderben sehr schnell.
  • Kühlschrank: Bewahre Pilze im Kühlschrank in einem gut verschlossenen Behälter auf, idealerweise nicht länger als ein bis zwei Tage. Sie sind licht- und druckempfindlich.
  • Einfrieren: Reste von Pilzgerichten oder geputzte Pilze können eingefroren und später aufgetaut und verzehrt werden.

Champignons putzen und schneiden - SO geht´s 🔪

Pilze als Beikost für Babys

Pilze eignen sich nicht als Beikost für Babys, da sie Chitin enthalten und somit nur schwer verdaulich sind.

Weitere Informationen

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