Geburtshilfe im St. Josef Krankenhaus Hamborn: Ein umfassender Leitfaden

Das St. Josef Krankenhaus Hamborn bietet werdenden Eltern eine umfassende und einfühlsame Betreuung rund um die Geburt. Mit einer Kombination aus individueller Geburtshilfe und moderner Medizin legt das Krankenhaus Wert darauf, eine sichere und geborgene Atmosphäre zu schaffen. Das erfahrene Team aus Ärzt:innen, Hebammen und Pflegekräften passt sich den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Patientinnen an, um einen optimalen Start in einen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen.

Foto des St. Josef Krankenhauses Hamborn

Willkommen in der Geburtshilfe des St. Josef Krankenhauses

Dr. Miriam Saxe, leitende Ärztin der Geburtshilfe einschließlich Familienplanung, heißt im Namen des gesamten Teams werdende Eltern herzlich willkommen. Die Broschüre und ein informativer Film geben einen ersten Einblick in die Angebote der Geburtsvorbereitung, der Hebammensprechstunde und der Atmosphäre der Kreißsäle. Regelmäßige Kreißsaalführungen bieten die Möglichkeit, die Klinik vor dem Aufenthalt kennenzulernen.

Seit 2008 ist die Abteilung für Geburtshilfe als „Babyfreundliches Krankenhaus“ nach den Anforderungen von WHO und UNICEF zertifiziert. Diese Auszeichnung bestätigt das Team im Umgang mit Mutter und Neugeborenem und unterstreicht das Engagement für bestmögliche Betreuung.

Individuelle Geburtshilfe und moderne Medizin

Das Krankenhaus legt großen Wert auf die Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse während der Geburt. Verschiedene Geburtsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, darunter die Geburt im Entbindungsbett, auf dem Gebärhocker, in Hocke, im Stehen oder im Vierfüßlerstand. In jedem Kreißsaal befindet sich eine Gebärwanne, die für Entspannungsbäder oder Wassergeburten genutzt werden kann. Die „Schwerelosigkeit im Wasser“ erleichtert die Geburt und reduziert den Bedarf an schmerzstillenden Medikamenten.

Frau in einer Gebärwanne

Unterstützung bei der Schmerzbewältigung

Zur natürlichen Schmerzerleichterung werden verschiedene Verfahren wie Homöopathie, Akupunktur und Bach-Blüten angeboten. Auch Kinesio-Taping kann bei Schwangerschaftsbeschwerden Linderung verschaffen. Bei Bedarf oder Wunsch ist eine rückenmarksnahe Betäubung (PDA) rund um die Uhr möglich. Die PDA ermöglicht eine aktive Teilnahme an der Geburt bei gleichzeitiger Schmerzminderung.

Die Akupunktur wird nicht nur zur Linderung von Beschwerden wie Übelkeit, Ödemen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Symphysenschmerzen eingesetzt, sondern auch zur Geburtsvorbereitung, um die körperlichen Veränderungen zu unterstützen und optimale Voraussetzungen für eine natürliche Geburt zu schaffen.

Spezielle Beratungsangebote

Speziell ausgebildete Hebammen bieten Beratung und Unterstützung bei einer Vielzahl von Schwangerschaftsbeschwerden an. Termine hierfür können telefonisch vereinbart werden.

Die fünf Caritascentren in Duisburg bieten zudem ratsuchenden Mädchen und Jungen, Frauen und Männern sowie Paaren eine persönliche und umfassende Beratung vor, während und nach der Schwangerschaft. Dieses Angebot soll den Übergang zur Elternschaft erleichtern und Entscheidungshilfen für die weitere Lebensplanung geben. Die Beratung ist vertraulich und kostenlos.

Elternschule und Kurse

Die Elternschule des St. Josef Krankenhauses bietet ein reichhaltiges Kursangebot zur Vorbereitung auf die Geburt und das Leben mit dem Kind. Auch für die Zeit nach der Geburt stehen verschiedene Kurse zur Verfügung.

B.E.St.® - 10 Schritte zum erfolgreichen Stillen

Die B.E.St.®-Kriterien (Bindung, Entwicklung, Stillen) sind die Grundlage für die Zertifizierung als „Babyfreundliches Krankenhaus“. Diese Kriterien basieren auf aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand und internationalen Vorgaben von WHO und UNICEF.

  • Bindungsförderung: Babyfreundliche Kliniken unterstützen das Stillen aus Gründen der Bindungsförderung. Schriftliche Richtlinien zur Umsetzung der B.E.St.-Kriterien werden regelmäßig mit allen Mitarbeitenden besprochen.
  • Einhaltung des Kodex: Vollständige Einhaltung des internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten.
  • Schulungen: Schulungen aller Mitarbeitenden, damit sie über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Umsetzung der B.E.St.-Richtlinien verfügen.
  • Information: Alle schwangeren Frauen bzw. werdenden Eltern werden über Bedeutung und Praxis des Stillens und der Bindungs- und Entwicklungsförderung informiert.
  • Hautkontakt: Mütter haben unmittelbar ab Geburt ununterbrochenen Hautkontakt mit ihrem Baby - mindestens eine Stunde lang oder bis das Baby das erste Mal gestillt wurde.
  • Anlegen und Milchproduktion: Müttern wird das korrekte Anlegen gezeigt und erklärt, wie sie ihre Milchproduktion aufrechterhalten können.
  • Keine Zusatznahrung: Neugeborenen werden keine Flüssigkeiten oder sonstige Nahrung zusätzlich zur Muttermilch gegeben - außer bei medizinischer Indikation.
  • Rooming-in: 24-Stunden-Rooming-in wird praktiziert, um Mutter und Kind Tag und Nacht zusammenbleiben zu lassen. Zu Hautkontakt und Känguruen wird angeleitet und ermutigt.
  • Stillzeichen erkennen: Eltern werden dabei unterstützt, die Signale ihres Kindes zum Stillen bzw. Füttern zu erkennen und angemessen darauf einzugehen.
  • Keine künstlichen Sauger: Gestillten Kindern werden keine künstlichen Sauger angeboten. Eltern werden zu Anwendung und Risiken von Flaschen, Saugern und Schnullern beraten.
  • Nachsorge: Im Rahmen der Entlassung wird sichergestellt, dass Eltern und Kinder zeitnah Zugang zu fortlaufender Unterstützung und Betreuung erhalten.

Stillen, meine Tipps und Tricks zum Start

Information und Anmeldung

Infoabende für werdende Eltern mit Kreißsaalführungen finden jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 18 Uhr statt. Treffpunkt ist der Hörsaal im Erdgeschoss der Klinik. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Speziell für werdende Mehrlingseltern gibt es viermal im Jahr einen besonderen Infoabend mit Kreißsaalführung jeden zweiten Dienstag im Quartal um 18 Uhr. Ein digitaler Infoabend steht ebenfalls zur Verfügung.

Für die Anmeldung zur Geburt können werdende Eltern einen Termin zur Vorstellung zur Entbindung vereinbaren. Hierfür kann das Hebammenbüro unter der Nummer 0941 782-3470 kontaktiert werden.

Formalitäten und Ausstattung

Für die Meldung der Geburt werden bei unverheirateten Eltern Personalausweis und eigene Geburtsurkunde benötigt. Verheiratete Paare benötigen zusätzlich ihren Personalausweis und die Heiratsurkunde (ggf. in beglaubigter Übersetzung).

Im Zimmer steht ein Stillkissen zur Verfügung, und für das Neugeborene wird Kleidung gestellt. Eigene Anziehsachen sind erst für den Heimweg erforderlich. Auf Wunsch und je nach Verfügbarkeit können Familienzimmer für die ersten Lebenstage von Eltern und Neugeborenem genutzt werden.

Ambulante Entbindung und Nachsorge

Eine ambulante Entbindung ist ebenfalls möglich. Das Anästhesie-Team steht rund um die Uhr für die Schmerzmitinderung mittels PDA zur Verfügung.

Kurz nach der Geburt erfolgt eine gründliche erste kinderärztliche Untersuchung (U2). Die Dauer des stationären Aufenthalts richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und dem Befinden der Mutter und des Kindes.

Kooperationen und Weiterentwicklung

Für die Versorgung des Neugeborenen nach der Geburt arbeitet das Team eng mit Kinderärzten und Neonatologen aus dem Perinatal-Zentrum im Helios Klinikum Krefeld und den GFO Kliniken Niederrhein St. Vinzenz Dinslaken zusammen. Bei Bedarf an intensivmedizinischer Betreuung besteht eine Kooperation mit den Kinderkliniken des St. Vinzenz.

Die Abteilung der Geburtshilfe ist Teil des Helios St. Johannes Krankenhauses, das sich durch seine medizinische Qualität auszeichnet. Die Kinderintensivstation der Helios St. Johannes Klinik Duisburg hat kürzlich neue, modern gestaltete Räumlichkeiten bezogen.

Säugling auf der Neugeborenen-Intensivstation

Umgang mit Myomen: Informationen zur Behandlung

Im Kontext der Geburtshilfe werden auch Informationen zu Behandlungen wie der Myomentfernung bereitgestellt. Myome sind gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die bei etwa einem Drittel aller Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren vorkommen können. Sie können verschiedene Beschwerden verursachen und erfordern eine individuelle Therapie.

  • Relugolix: Ein GnRH-Rezeptorantagonist, der das hormonvermittelte Wachstum der Myome hemmt und die Regelblutung verringert.
  • Laparoskopische Enukleation: Eine organerhaltende Methode zur Ausschälung von Myomen mittels minimalinvasiver „Schlüsselloch-Chirurgie“ über kleine Schnitte.
  • Embolisation: Ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem die Blutgefäße, welche die Myomknoten versorgen, verschlossen werden, was zu einer verminderten Blutversorgung und anschließender Schrumpfung der Knoten führt.
  • Klassischer Bauchschnitt: In seltenen Fällen kann ein Bauchschnitt zur Entfernung der Myome notwendig sein.

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