Einführung in die Beikost: Zeitplan und Uhrzeiten

Die Beikost spielt eine entscheidende Rolle für die optimale Ernährung und das gesunde Gedeihen eines Babys. Sie leitet den allmählichen Übergang von reiner Milchmahlkost zu fester Nahrung ein. Frühestens nach Vollendung des vierten Monats und spätestens mit Beginn des siebten Monats können Eltern den Speiseplan ihres Babys erweitern und die Milchmahlzeiten schrittweise durch Beikost ersetzen. Das Baby ist dann bereit für feste Nahrung.

Illustration eines Babys, das neugierig auf einen Löffel mit Brei blickt.

Manche Kinder mit besonderen Bedürfnissen, wie zum Beispiel einer Behinderung oder einer Erkrankung wie einem Herzfehler, benötigen möglicherweise mehr Energie oder häufigere, kleinere Mahlzeiten. In solchen Fällen kann es auch notwendig sein, früher mit dem Zufüttern zu beginnen. Dies wird jedoch immer von den behandelnden Ärzten und Ärztinnen ausdrücklich mit den Eltern besprochen.

Als Beikost wird alles bezeichnet, was Babys zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung erhalten. Dazu gehören beispielsweise Gemüse, Obst, Kartoffeln, Öl, Fleisch und Getreide sowie die daraus hergestellten Breie. Jedes dieser Nahrungsmittel erfüllt eine wichtige Funktion bei der Versorgung des Babys und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Ernährungsplan eingeführt.

Der richtige Zeitpunkt für die Beikosteinführung

Der Zeitpunkt für den Beginn der Beikosteinführung ist individuell und hängt vom Entwicklungsstand des Babys ab. Generell wird empfohlen, frühestens nach Ende des 4. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats mit der Beikost zu starten. Ein wichtiger Indikator dafür, dass ein Baby bereit für feste Nahrung ist, ist die Erfüllung bestimmter Reifezeichen:

  • Das Baby kann mit Unterstützung aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten.
  • Es zeigt Interesse an den Mahlzeiten der Familienmitglieder.
  • Das Baby öffnet den Mund, wenn es einen Löffel sieht oder an der Lippe spürt.
  • Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund, sondern kann ihn aufnehmen und schlucken.
  • Der Zungenstreckreflex, der feste Nahrung automatisch aus dem Mund befördert, lässt nach.

Ab dem 5. bis 6. Monat sind das Verdauungssystem, die Nieren und der Stoffwechsel in der Regel so weit entwickelt, dass das Baby Beikost verträgt. Spätestens im 7. Monat sind viele Babys mit alleiniger Milch- oder Flaschennahrung nicht mehr ausreichend gesättigt und benötigen Nährstoffe, die in der Muttermilch nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sind. Der Beginn der Beikosteinführung in diesem Zeitraum gilt als sicher und birgt keine gesundheitlichen Nachteile, auch nicht für Babys mit erhöhtem Allergierisiko.

Beikost Baby- Ab wann starten?

Die schrittweise Einführung von Beikostmahlzeiten

Die Einführung der Beikost erfolgt schrittweise, um dem Baby und seinem Verdauungssystem Zeit zur Gewöhnung zu geben. Die Reihenfolge der Breie kann variieren, wobei die folgenden Empfehlungen eine gängige Orientierung bieten:

1. Der Mittagsbrei (Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei)

Der Beginn der Beikosteinführung erfolgt meist zwischen dem 5. und 7. Monat mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, der als Mittagsmahlzeit angeboten wird. Zunächst erhalten Babys einige Teelöffel fein püriertes Gemüse, wie zum Beispiel Karottenmus. Anschließend wird wie gewohnt Milch gereicht, bis das Baby satt ist. Wenn Karotten nicht vertragen werden, können alternative Gemüsesorten wie Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Pastinake oder Zucchini verwendet werden. Auch Tiefkühlgemüse (ohne Soße) ist geeignet. Die Gemüsemenge wird langsam auf etwa 100 Gramm gesteigert.

Nachdem sich das Baby etwa eine Woche an das Gemüse gewöhnt hat, werden schrittweise weitere Zutaten ergänzt:

  • Erste Woche: Reiner Gemüsebrei (z.B. aus Kürbis, Karotten, Zucchini, Pastinaken oder Süßkartoffel).
  • Zweite Woche: Ergänzung mit gekochten Kartoffeln und 1 Esslöffel Rapsöl. Das Öl hilft bei der Aufnahme fettlöslicher Vitamine und erhöht die Energiedichte.
  • Dritte Woche: Zugabe von 30 Gramm magerem Fleisch (Schwein, Rind, Geflügel, Lamm) oder Fisch. Als vegetarische Alternative kann Getreide (z.B. Hirseflocken) verwendet werden.
  • Vierte Woche (optional): Ergänzung mit 1,5 Esslöffeln Obstsaft, dessen Vitamin C die Eisenaufnahme aus Fleisch oder Getreide fördert.

Abwechslung bei den Beikostzutaten ist erwünscht, beispielsweise durch die Verwendung verschiedener Gemüsesorten. Auch Kartoffeln können durch Nudeln, Reis oder andere Getreidesorten ersetzt werden. Wenn das Baby die volle Breimenge verträgt, kann die Mittagsmahlzeit vollständig durch diesen Brei ersetzt werden, ohne dass anschließend noch Milch benötigt wird. Die Dauer des vollständigen Aufbaus des Breies variiert von Kind zu Kind.

Schema des Aufbaus des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis über mehrere Wochen.

2. Der Abendbrei (Milch-Getreide-Brei)

Etwa einen Monat nach Einführung des ersten Breis, also im Alter von 6 bis 8 Monaten, wird eine weitere Milchmahlzeit durch einen Vollmilch-Getreide-Brei ersetzt. Dieser Brei eignet sich besonders als Abendbrei, kann aber auch nachmittags oder mittags gegeben werden. Er besteht aus Milch, Getreideflocken und optional etwas Obstmus oder Saft für den Geschmack.

Für die Zubereitung von Milchbrei zu Hause können pasteurisierte und ultrahocherhitzte Vollmilch, ESL-Milch (länger frisch), H-Milch mit 3,5 Prozent Fett oder Säuglingsmilchnahrung verwendet werden. Von Roh- oder Vorzugsmilch wird abgeraten, da sie gesundheitliche Risiken birgt.

Bei der Auswahl von Fertigbreien sollte auf eine möglichst ähnliche Zusammensetzung wie bei selbst zubereiteten Breien geachtet werden. Produkte mit wenigen Zutaten und ohne unnötige Zusätze wie Kakao, Schokolade, Aromen oder größere Mengen Süßungsmittel sind zu bevorzugen. Der Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und Milchsäurebakterien ist nicht notwendig, die Zugabe von Jod ist jedoch vorteilhaft.

Der Abendbrei ersetzt die Milchmahlzeit am Abend. Idealerweise wird er etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen und mit einem zeitlichen Abstand von 2-3 Stunden zur vorherigen Mahlzeit angeboten. Am Anfang wird das Baby wahrscheinlich nicht die gesamte Portion aufessen und im Anschluss noch Milch benötigen. Erst wenn die volle Portion verzehrt wird, gilt die abendliche Milchmahlzeit als ersetzt.

3. Der Nachmittagsbrei (Getreide-Obst-Brei)

Ab dem Alter von 7 bis 9 Monaten wird, etwa einen Monat nach Einführung des zweiten Breis, der milchfreie Getreide-Obst-Brei bevorzugt nachmittags angeboten. Für die Zubereitung werden Vollkorngetreideflocken (z.B. Hafer, Dinkel, Weizen, Hirse, Reisflocken), die möglichst ohne Zuckerzusatz sind, mit etwas Wasser verrührt, aufgekocht und quellen gelassen. Alternativ kann Grieß in kochendes Wasser eingerührt werden.

Dem warmen Brei werden saisonale Früchte wie Apfel, Birne, Pfirsich, Aprikose, Nektarine oder Banane sowie Rapsöl beigemischt. Die Obstsorten können variiert werden, um eine breitere Geschmacksvielfalt zu ermöglichen. Bei der Selbstzubereitung ist auf die Zugabe von Fett zu achten, falls dieses nicht bereits in den Fertigprodukten enthalten ist.

Fertige milchfreie Vollkorn-Obst-Breie sind im Handel erhältlich. Auch hier gilt: Achten Sie auf eine ähnliche Zusammensetzung wie bei selbst zubereiteten Breien und darauf, dass sie keine Milchprodukte enthalten.

Tabelle mit den empfohlenen Mahlzeiten und Zeitfenstern für die Beikosteinführung.

Weitere Aspekte der Beikosteinführung

Ernährung bei besonderen Ernährungsformen

Vegetarische Ernährung: Eltern, die ihr Kind vegetarisch ernähren möchten, sollten sich genau über die notwendige Lebensmittelauswahl informieren, um sicherzustellen, dass das Kind alle Nährstoffe für sein Wachstum erhält. Grundsätzlich gelten im ersten Lebensjahr die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für nicht vegetarisch ernährte Säuglinge.

Vegane Ernährung: Von veganer Ernährung im Säuglingsalter raten Fachgesellschaften ab. Wenn stillende Mütter sich vegan ernähren und keine tierischen Lebensmittel in der Beikost verwenden, besteht ein hohes Risiko für Nährstoffmangel, was die Gesundheit des Kindes gefährden kann. Bei einer veganen Ernährung müssen Nährstoffsupplemente wie Vitamin B12 und andere kritische Nährstoffe eingesetzt werden.

Getränke zur Beikost

Als Getränke für Babys eignen sich Wasser oder ungesüßter Tee. Das Anbieten von Getränken zur Beikost ist sinnvoll, insbesondere nachdem die dritte Breimahlzeit eingeführt wurde. Dann sollte das Baby etwa 200 ml Wasser über den Tag verteilt trinken. Bis zur Einführung des Nachmittagsbreis ist zusätzliche Flüssigkeit nicht zwingend erforderlich, da sie noch über die Muttermilch aufgenommen wird.

Vollmilch und andere Milchprodukte

Vollmilch wird im gesamten ersten Lebensjahr, auch im zweiten Halbjahr, als Flaschenmilch nicht empfohlen, da wichtige Nährstoffe wie Jod, Eisen und Kupfer nicht ausreichend enthalten sind. Trinkmilch (Kuhmilch) sollte im 1. Lebensjahr nur in der für die Zubereitung des Milch-Getreide-Breis vorgesehenen Menge von 200 ml verwendet werden. Alternativ kann auch Naturjoghurt gegeben werden. Kuhmilch als Trinkmilch sollte erst gegen Ende des 1. Lebensjahres und nur im Rahmen der Brotmahlzeit aus Becher oder Tasse angeboten werden.

Baby-led Weaning (BLW)

Als Alternative oder Ergänzung zum Babybrei bietet sich die Baby-led Weaning (BLW) Methode an. Dabei erhalten Babys von Anfang an feste Nahrungsmittel in Form von Fingerfood, die sie selbstständig erkunden und essen können. Experten sind sich jedoch einig, dass BLW als alleinige Methode nicht immer ausreichend ist und eine Kombination mit Breimahlzeiten sinnvoll sein kann. Diese Methode fördert die motorischen Fähigkeiten, den Sehsinn und das eigenständige Erkunden von Lebensmitteln.

Collage aus Bildern, die verschiedene BLW-taugliche Lebensmittel und Babys beim Essen zeigen.

Zusammenfassung des Ernährungsfahrplans (Beispielhaft)

Der Beikostplan dient als Orientierung und gibt Sicherheit, ist aber nicht starr. Jedes Kind entwickelt sich individuell.

  • Erster Monat (ca. 5.-7. Monat): Beginn mit dem Mittagsbrei (Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei).
  • Zweiter Monat (ca. 6.-8. Monat): Einführung des Abendbreis (Milch-Getreide-Brei), der die Milchmahlzeit am Abend ersetzt.
  • Dritter Monat (ca. 7.-9. Monat): Ergänzung mit dem Nachmittagsbrei (milchfreier Getreide-Obst-Brei).
  • Später im ersten Lebensjahr: Einführung von Frühstück (z.B. Brot), Teilnahme an Familienmahlzeiten (ungewürzt).

Die genauen Uhrzeiten für die Mahlzeiten sind flexibel und sollten sich am Hunger- und Müdigkeitsgefühl des Babys orientieren. Es ist wichtig, geduldig zu sein und das Kind das Essen mit allen Sinnen erkunden zu lassen.

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