Schwangerschaftsdiabetes: Ursachen, Diagnose, Behandlung und Ernährung

In der Schwangerschaft reagiert jeder Körper anders auf den veränderten Hormonhaushalt und seine wachsenden Aufgaben. Wie sich bei Schwangerschaftsdiabetes Ursachen, mögliche Symptome und Folgen gestalten, wird im folgenden Beitrag genau erklärt.

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Übersteigen die Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft bestimmte Grenzwerte und gab es zuvor keine Anzeichen einer Glukosetoleranzstörung, lautet die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes genannt). Glukosetoleranzstörung bedeutet, dass der Körper den Zucker aus der Nahrung nicht im gesunden Maß verarbeiten kann, weil die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin produziert oder die Aufnahme des Zuckers aus der Nahrung in die Körperzellen verlangsamt ist.

Da die Erkrankung meist symptomfrei auftritt, wird sie zweifelsfrei nur mittels eines Glukosetoleranztests in der Schwangerschaft festgestellt. Undiagnostiziert schlummert in einem Gestationsdiabetes eine Gefahr. Deshalb sollte man den „Zuckertest“ während der Schwangerenvorsorge ernst nehmen. Denn ein Gestationsdiabetes lässt sich sehr gut behandeln, sobald die Diagnose gestellt ist.

Seit 2012 gehört ein sogenannter kleiner Zuckertest mit 50 g Glukose zwischen Schwangerschaftswoche 24 und 28 zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes

Ob sich bei Dir ein Diabetes während der Schwangerschaft entwickelt, ist nicht vorhersehbar. Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die einen Gestationsdiabetes begünstigen könnten. Dazu zählt auch die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. ...).

Symptome von Schwangerschaftsdiabetes

Es gibt Anzeichen, die auf einen Schwangerschaftsdiabetes hindeuten. Oft nehmen Frauen sie jedoch lediglich als Begleiterscheinung ihrer Schwangerschaft wahr, da sich der Körper während der Schwangerschaft fortlaufend verändert. Wie bei einem „herkömmlichen“ Diabetes können Müdigkeit, starker Durst und häufiger Harndrang als Symptome auftreten. Auch ein allgemeines Schwächegefühl und wiederkehrende Infektionen an Scheide und Harnwegen können versteckte Diabetes-Symptome sein.

Diagnose: Der Zuckertest in der Schwangerschaft

Um Diabetes in der Schwangerschaft auszuschließen, wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche einer normal verlaufenden Schwangerschaft ein Zuckertest durchgeführt. Risikoschwangeren ist angeraten, den Test schon um die 20. SSW durchführen zu lassen.

Der kleine Glukosetoleranztest

Bei den meisten Frauen sind die Zuckerwerte normal, das bedeutet in einem Bereich zwischen 65 - 95 mg/dl auf nüchternen Magen. Für den kleinen Glukosetoleranztest in der Schwangerschaft nimmst Du unter Aufsicht eine Flüssigkeit zu dir, die 50 g Glukose enthält. Es ist dabei unwichtig, zu welcher Tageszeit dieser Test gemacht wird und ob Du vorher etwas gegessen hast. Eine Stunde nach dem Trinken dieser Lösung wird Dein Blutzucker gemessen. Liegt der Wert über 135 mg/dl, ist das ein Hinweis auf einen Schwangerschaftsdiabetes.

Der große Glukosetoleranztest

Wenn beim kleinen Zuckertest der Wert zu hoch lag, wird zur Abklärung ein großer Zuckertest auf Diabetes in der Schwangerschaft durchgeführt. Dieser läuft unter kontrollierten Bedingungen ab und ist deshalb aussagekräftiger. Hierzu ist es wichtig, dass Du am Morgen nüchtern in der Praxis erscheinst, also bevor du etwas gegessen oder getrunken hast. 8 Stunden sollten seit der letzten Mahlzeit vergangen sein. Wasser ist allerdings okay, denn Du solltest auch nicht dehydrieren.

Zuerst wird Dein Nüchtern-Blutzucker in Deinem Blut bestimmt. Ist dieser kleiner als 126 mg/dl, erhältst Du eine Lösung mit 75 g Zucker zur oralen Einnahme. Daraufhin werden nach 1 und nach 2 Stunden Deine Blutzuckerwerte noch einmal kontrolliert.

Messzeitpunkt nach Glukoseaufnahme Grenzwert für Schwangerschaftsdiabetes (mg/dl)
Nüchtern < 126
1 Stunde > 180
2 Stunden > 153

Zeigt das Ergebnis des großen Zuckertests nach einer Stunde mehr als 180 mg/dl und/oder nach zwei Stunden mehr als 153 mg/dl an, hast Du Gewissheit: Du bist von der temporären Stoffwechselerkrankung betroffen.

Ist Dein Nüchtern-Blutzucker allerdings höher als 126 mg/dl, erhältst Du keine Glukoselösung. In diesem Fall kommst Du an einem anderen Tag nochmals in die Praxis, um Deinen Nüchtern-BZ zu bestimmen. Ist dieser auch beim 2. Mal höher als 126 mg/dl, kann mit ziemlicher Sicherheit die Diagnose manifester Diabetes gestellt werden.

Schema des oralen Glukosetoleranztests mit den Messpunkten und Grenzwerten

Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes

Die Behandlung eines Diabetes in der Schwangerschaft setzt weniger auf Medikamente als auf eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Die Ernährung spielt dabei die größte Rolle.

Ernährungsumstellung als Basis der Behandlung

Nach der Diagnose Gestationsdiabetes (GDM) ist es angeraten, Deinen Speiseplan zu überdenken und anzupassen. Denn obwohl Du vielleicht schon auf eine fettarme Ernährung achtest: Nicht alles, was als gesund gilt, ist für den Blutzuckerspiegel förderlich. So haben Lebensmittel wie gekochte Kartoffeln oder weißer Reis zwar wenig Fett, aber einen hohen glykämischen Index (GI). Das ist der Wert, um den 50 g Kohlenhydrate Deinen Blutzuckerspiegel innerhalb einer Stunde steigen lassen.

Eine Diät durch geringere Nahrungszufuhr ist während der Schwangerschaft tabu. Vielmehr solltest Du im Fall eines Schwangerschaftsdiabetes die Art des Essens überdenken und umstellen. Ein kompletter Verzicht auf Kohlenhydrate, um den Blutzuckerspiegel zu senken, wird nicht empfohlen. Wichtig: Du darfst also durchaus Kohlenhydrate essen. Doch sie sollten einen niedrigen glykämischen Index (GI) haben. Vitamin- und ballaststoffreich sollte deine Ernährung sein. Viel Obst und Gemüse ist daher empfehlenswert. Doch Vorsicht: Achte auch hier auf den glykämischen Index. Nicht jedes Obst und Gemüse ist für den Blutzuckerwert förderlich. Ananas (GI 59) oder Rote Bete (GI 64) haben einen vergleichsweise höheren GI als Äpfel (GI 38) oder Möhren (GI 47).

Bei Schwangerschaftsdiabetes kannst Du den Ernährungsplan auch um Rezepte ergänzen, die einen Zuckerersatz beinhalten. Für Diabetiker geeignete Zuckeralternativen sind zum Beispiel Aspartam oder Saccharin, weil sie den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen.

Wichtige Ernährungsprinzipien bei Schwangerschaftsdiabetes

  • Verzicht auf Zucker und Weißmehlprodukte: Reiner Zucker und Weißmehlprodukte gelangen schnell in die Blutbahn und sollten möglichst vermieden werden.
  • Bevorzugung komplexer Kohlenhydrate: Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und bestimmte Obstsorten werden langsamer verdaut, was zu einer gleichmäßigeren Aufnahme von Glukose führt.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Drei Hauptmahlzeiten und 2-3 kleinere Zwischenmahlzeiten über den Tag verteilt helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Heißhungerattacken vorzubeugen.
  • Gleichmäßige Verteilung der Kohlenhydrate: Komplexe Kohlenhydrate sollten möglichst gleichmäßig auf die Mahlzeiten verteilt werden. Alternativen zu klassischen Beilagen wie Vollkornreis oder -nudeln sind Hirse, Buchweizen, Quinoa oder Amaranth.
  • Kohlenhydratreiche Lebensmittel mit Fett und Protein kombinieren: Fett und Eiweiß verlangsamen die Verdauung von Kohlenhydraten und helfen, Blutzuckerspitzen zu vermeiden.
  • Blutzuckerfreundliche Snacks einplanen: Rohes Gemüse, Vollkornbrot mit Käse, eine Handvoll Nüsse oder ein selbstgemachter Fruchtjoghurt sind gute Snackoptionen.
Infografik mit Beispielen für Lebensmittel mit niedrigem und hohem glykämischem Index

Frühstücksideen für einen individuellen Essensplan

Da die Wirkung des körpereigenen Insulins am Morgen oft nicht optimal ist, ist es ratsam, bei der ersten Mahlzeit nicht zu viele Kohlenhydrate auf einmal zu essen und gegebenenfalls ein zweites Frühstück einzuplanen.

Pikantes Frühstück
  • Vollkornbrot, Vollkornbrötchen oder Eiweißbrot mit Avocado-Tomaten-Creme
  • Hüttenkäse mit Radieschen-Scheiben
  • Tofu-Aufstrich mit mageren Käse- oder Wurstsorten und Gemüse-Sticks
  • Zucchini-Omelette
Süßes Frühstück
  • Quark mit zuckerarmen Früchten, Lein- oder Hanfsamen, Sojaflocken und einer Prise Zimt
  • Porridge aus Vollkornhaferflocken mit Blaubeeren, Sojajoghurt, Lein- oder Hanfsamen und einer Prise Zimt
  • Vollkornbrot mit ungesüßter Erdnussbutter
Collage mit verschiedenen gesunden Frühstücksoptionen für Schwangere

Bewegung zur Blutzuckersenkung

Auf den Blutzuckerspiegel hat regelmäßige Bewegung einen senkenden Effekt. Welche Bewegung oder welchen Sport während der Schwangerschaft Du bedenkenlos ausüben kannst, hängt auch von Deiner körperlichen Fitness ab. Vielleicht reicht es zur Senkung des Blutzuckerspiegels schon aus, wenn Du jede Woche kleinere Einkäufe zu Fuß statt mit dem Auto erledigst.

Insulintherapie bei Schwangerschaftsdiabetes

Eine Therapie mit Insulin kann nötig werden, wenn die Blutzuckerwerte in einem sehr hohen Bereich liegen. Das ist bei rund 30 Prozent aller Betroffenen der Fall. Sie verabreichen sich dann täglich eine Insulinspritze nach der benötigten Dosis, die sich anhand des Blutzuckerwerts ergibt. Das Mittel wird direkt unter die Haut gespritzt. Belastend kann das für Dich natürlich nicht nur wegen der Spritze sein. Auch das mehrmals tägliche Messen des Blutzuckers ist eventuell anstrengend oder unangenehm.

Insulin: Zuckerkrank und lebenslang spritzen? Alles zum Hormon & Medikament bei Diabetes Mellitus

Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes

Vorbeugen ist besser als heilen - dieser weise Satz hat auch beim Thema Schwangerschaftsdiabetes seine Berechtigung. In der Tat gibt es einige Empfehlungen für Schwangere, die als vorbeugende Maßnahmen das Risiko für die Erkrankung senken. Du kannst Deinen Körper dabei unterstützen, dass der Zuckerwert normal bleibt und Du die Schwangerschaft ohne ein zusätzliches Risiko verbringst.

  • Viel Bewegung: Bewegung tut nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist gut.
  • Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten: Kohlenhydrate sind Zuckerverbindungen, aber auch bei einem Diabetes wichtig für den Körper.
  • Schon vor Schwangerschaft Gewicht reduzieren: Übergewichtige Frauen haben ein höheres Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken.

Mögliche Folgen und Komplikationen

In manchen Fällen kann ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes zu Komplikationen für Mutter und Kind führen. Denn, sind bei der Mutter die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch, wird auch das Kind mit zu viel Zucker versorgt. Nach der Geburt wird Dein Baby nicht mehr durch den Mutterkuchen versorgt. Das bedeutet, es muss regelmäßig trinken, um seinen Blutzuckerspiegel zu halten. Bei Babys von diabetischen Müttern kann es sein, dass diese nach der Geburt mit niedrigen Zuckerwerten zu kämpfen haben. Wichtig: regelmäßiges Trinken von Kolostrum reicht meist aus, um den Blutzucker zu stabilisieren.

Ein Schwangerschaftsdiabetes kann Auswirkungen auf das Kind haben, die die Geburt erschweren können. Da das Ungeborene aufgrund der erhöhten Blutzuckerzufuhr vermehrt Insulin produziert und überdimensional schnell wächst, ist ein Geburtsgewicht von mehr als 4500 g nicht ungewöhnlich. Ein solch hohes Gewicht erschwert nicht nur eine natürliche Geburt enorm, es führt auch häufiger zu einem Kaiserschnitt, der ohnehin als Eingriff immer ein Risiko birgt. Außerdem können unter der natürlichen Geburt Komplikationen auftreten, wenn das Kind beispielsweise im Geburtskanal feststeckt und die Geburt stagniert.

Illustration, die die potenziellen Risiken eines zu großen Kindes für die Geburt darstellt

Nach der Geburt: Was passiert mit dem Schwangerschaftsdiabetes?

In der Regel ist Schwangerschaftsdiabetes eine vorübergehende Sache. Im Anschluss an die Schwangerschaft normalisiert sich der Hormonhaushalt wieder und die Körperfunktionen kehren zurück. Falls Du zu den Frauen gehörst, die während der Schwangerschaft ihr ne Diabetes mit Insulinspritzen behandeln mussten, empfiehlt sich an Tag 2 nach der Geburt eine erneute Bestimmung des Blutzuckers. Die Behandlung mit Insulin solltest Du unmittelbar nach der Geburt einstellen, damit die Werte aussagekräftig sind.

Wenn Du einen Schwangerschaftsdiabetes über die Ernährung gut behandelt hast, verschwindet im Normalfall das Krankheitsbild innerhalb der ersten Tage nach der Geburt wieder. Wichtig: Zu den Langzeitfolgen gehört, dass gut 50% der Frauen, die einen GDM hatten, im Laufe der nächsten 8 bis 10 Jahre an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken.

Rote Bete in der Schwangerschaft und bei Schwangerschaftsdiabetes

Heringssalat, Labskaus oder Red Velvet-Cake: Ohne die farbintensiven Rote-Bete-Knollen würde in diesen Gerichten etwas fehlen. Das klassische Gemüse liegt im Gesundheitstrend, ist vielseitig und natürlich eine echte Bereicherung für Sinne und Körper.

Rote Bete ist ein Gemüse mit guter Ökobilanz, denn die Knollen werden hierzulande angebaut. Bis in den Sommer gibt es die frischen Knollen zu kaufen. Dabei blicken sie auf eine lange Geschichte zurück. Bereits vor über 2000 Jahren waren erste Exemplare in Asien und im Mittelmeerraum bekannt. Die alten Römer waren schließlich verantwortlich dafür, dass Rote Bete in Europa Einzug hielt. Dabei ist die Knolle, so wie wir sie heute kennen, erst rund zweihundert Jahre alt. Mit der Kultivierung haben sich verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Farben ausgebildet - von scharlachrot bis gelb, weiß und weiß-rot geringelt. Die Blätter sind meist grün und haben teils rote Blattadern.

Rote Bete: Ein gesunder Allrounder mit Einschränkungen

Rote Bete sind supergesund, preisgünstig, regional und vielseitig. Kein Wunder, dass der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) Rote Bete zum Gemüse des Jahres 2024 gekürt hat. Die Power-Rübe ist ein Gemüse mit hoher Nährstoffdichte. Praktisch bedeutet es, dass sie wenig Kalorien liefert und dafür eine Menge gesunder Vitalstoffe.

Eine mittelgroße Knolle wiegt rund 100 g und enthält lediglich 45 kcal, überwiegend aus Kohlenhydraten (8 g) und einer kleinen Menge Eiweiß (1,5 g). Dennoch wird eine Portion von bis zu 200 g Roter Bete nicht als kohlenhydrat-anrechnungspflichtiges Gemüse kategorisiert. Allerdings kann es individuell nach dem Genuss der Roten Bete zu Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel kommen. Deshalb empfiehlt sich, insbesondere bei einer Insulintherapie, dies zu prüfen.

Beim genauen Blick auf ihr Innenleben sind die violett-pinken Kugeln üppig bestückt mit beispielsweise B-Vitaminen, allen voran Folsäure. Schon 28 % des Tagesbedarfs lassen sich beim Genuss einer 100-g-Portion decken. Dazu gibt es Eisen, Chrom, Zink und Jod. Rund 10 % des täglichen Bedarfs an Kalium sind mit der Kugel auch schon erfüllt.

Ihr Gehalt an natürlichen Ballaststoffen hilft dabei angenehm satt zu werden, die gesunde Vielfalt an Darmbakterien (Mikrobiom) zu fördern und die Verdauung anzuregen. Außerdem schenken die Knollen dem Organismus sekundären Pflanzenstoffe. Diese stärken das Immunsystem und wirken antioxidativ.

Oxalsäure und Nitrat in Rote Bete

Rote Bete enthält einen hohen Anteil an Oxalsäure, wie auch Rhabarber oder Spinat. In großen Mengen ist Oxalsäure giftig, doch eine gesundheitsgefährdende Aufnahme ist mit einer ausgewogenen Kost und üblichen Portionsgrößen unwahrscheinlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, kocht die Rübe, denn das verringert den Gehalt an Oxalsäure.

In Roter Bete ist Nitrat gespeichert, welches natürlicherweise im Boden aber auch in Düngemitteln vorkommt. Es ist für den Menschen in der Regel unproblematisch. Erst wenn es durch falsche oder zu lange Lagerung, erneutes Aufwärmen bereits gekochter Speisen oder während der Verdauung durch Bakterien zu Nitrit umgewandelt wird, kann es bedenkenklich werden. Gut zu wissen: Sekundäre Pflanzenstoffe sowie Vitamin C und E hemmen die Bildung von Nitrosaminen. Generell sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Bezug auf Nitrit erst eine langfristige Aufnahme größerer Mengen als problematisch an und rät dazu, die Zufuhr zu reduzieren. Empfehlenswert sind der Kauf von Bio-Produkten und Freilandgemüse sowie die richtige Lagerung von Lebensmitteln.

Rote Bete für Babys

Säuglinge dürfen keine hohen Mengen an Nitrat aufnehmen, damit es nicht zu einem Sauerstoffmangel im Blut und einer Blausucht (Zyanose) kommt. Für sie ist Rote Bete also tabu! Als Beikost wird häufig empfohlen, das rote Wintergemüse erst ab dem 10. Lebensmonat einzuführen.

Rote Bete in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, Rote Bete kann als werdende Mutter gegessen werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen empfiehlt sich jedoch das Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin. Die Rübe kann gekocht oder roh verzehrt werden. Das Knollengemüse enthält wertvolle Vitamine und andere Vitalstoffe, die für eine Schwangere und das Ungeborene gesund sind. Die rote Rübe sollte jedoch in einem ausgewogenen Maß in den Speiseplan der werdenden Mutter integriert werden.

Rote Bete enthält auch Eisen, sollte aber wegen des überschaubaren Gehalts nicht die einzige Quelle sein. Mit etwa 1 mg pro 100 g Eisen ist es im Vergleich mit anderen Lebensmitteln jedoch keine herausragende Quelle.

Bilder von Rote Bete-Gerichten, die für Schwangere geeignet sind (z.B. Rote Bete-Salat, Rote Bete-Suppe)

Persönliche Erfahrungen und Ratschläge

„Ich bin total depri momentan. Nicht genug, dass ich gesundheitlich schon ziemlich viel am Hals hab (Schilddrüsenunterfunktion und Bluthochdruck), nun scheint mich auch Schwangerschaftsdiabetes erwischt zu haben. Dazu kommt, dass ich wahnsinnig Angst habe, dass es diesmal wieder ein KS wird bei mir.“

„Du wirst sicherlich erstmal nur messen müssen, einen Plan ausfüllen müssen, an dem was du wann isst. Dann wird geschaut, ob man deine Werte durch eine Diät bzw. Du wirst es auch schaffen, wie alle anderen Dinge auch. Kopf hoch, denn ich habe gelernt, dass davon die Welt nicht untergeht!!!! Lass Dich drücken...........und lächel. Stress wirkt sich auch auf den BZ aus, zumindest bei mir.....dann geht er hoch und das will keiner. Was den KS anbelangt - muss das sein??? Kenne immerhin eine Mutter, die trotz Diabetes ihr Kind auf normale Weise zur Welt brachte. Habe aber leider keine tel nr. mehr von ihr, dass ich genaueres erfrage... Mich hat es damals auch runter gezogen, aber diesmal gehe ich lockerer dran. Ich muss diesmal ab der 12. Woche zum Diabetologen. Alles gute!“

„Ich habe Schwangerschaftsdiabetes - Insulinpflichtig. Lass erstmal so viel Zucker wie möglich weg. Vermeide extrem zuckerhaltiges Obst (z.B. Weintrauben). Dann schau einfach, wie du bestimmte Zuckerarten verträgst und verarbeitest. Bei mir z.B. Kartoffeln vertrage ich gut, aber Reis lässt den BZ bei mir wieder explodieren.“

„Ich mache jetzt seit 2 Wochen Diät, meine Werte sind alle super geworden, außer der Nüchternwert morgens. So eine SCH.... liegt auch immer bei 120. Eine Stunde nach dem Frühstück dann schon teilweise unter hundert... Naja, Montag muss ich wieder zum Diabetologen. Alles Liebe, wir schaffen das schon alles für unsere Krümel.... Achja, ich durfte deswegen zum Dopplerultraschall ins Krankenhaus.“

„Ich hatte auch Schwangerschaftsdiabetes und musste Insulin spritzen und einen genauen Ernährungsplan einhalten. Es wird halt immer der Bauchumfang vom Kind per Ultraschall gemessen und natürlich auch das Gewicht des Kindes im Auge behalten. Beruhige Dich bitte. Stress und Aufregung ist nicht gut für Dich. Wenn Dein Blutdruck zu hoch ist, empfehle ich Dir täglich ein Glas Rote Bete Saft. Der senkt den Blutdruck auf natürliche Weise. Und nach der Geburt ist der Diabetes wieder weg! So war es bei mir! Also mach Dich nicht verrückt.“

„Es war November, als mein standardmäßiger Test zur Erkennung von Schwangerschaftsdiabetes durchgeführt wurde, der heutzutage in der Regel bei jeder Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche stattfindet. Irgendwie hatte ich eine Vorahnung, auch wenn ich nicht erblich vorbelastet war und ich eher zierlich bin. Für meine Ärztin überraschend fiel mein oraler Glukosetoleranztest (oGTT), wie er offiziell heißt, dann tatsächlich mit erhöhten Werten auf. Zwei Tage später folgte dann der genauere Nachtest. Meiner Gynäkologin blieb also nichts anderes übrig, als mir eine Überweisung zum Diabetologen auszustellen. Mit dieser Überweisung ging ich dann erst mal nach Hause. Mir war immer noch schlecht - von den schlechten Neuigkeiten, aber vor allem von dem viel zu süßen Getränk auf nüchternen Magen. So viel Zucker wie beim Toleranztest würde man unter normalen Umständen nicht bei einer Mahlzeit zu sich nehmen. Es ist schon ein Stresstest für den Körper.“

„Der Verzicht auf Süßigkeiten führte ca. zwei Wochen lang zu schlechter Laune. Das kannte ich bereits aus dem Frühjahr zuvor, als ich von heute auf morgen mein morgendliches Glas Cola zum Frühstück gegen Tee tauschte. Jahrelang war die Cola mein Kaffeeersatz gewesen. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass der Körper eine Zuckersucht entwickeln kann.“

„Nachdem die ersten Tage überstanden waren, kam ich allerdings sehr gut mit meinem Gestationsdiabetes zurecht. In meinem Fall war zum Glück zudem kein Insulin erforderlich. Ich aß jetzt einfach keine fünf Löffel Schokoladenmüsli mehr zum Frühstück, sondern mittags selbstgemachtes Porridge aus Haferflocken und Früchten. Morgens startete ich herzhaft mit einem Käsebrot in den Tag.“

„Wie gut, dass es im o.g. Diabetesratgeber sogar ein Kapitel „Weihnachtsgebäck ohne Reue“ gab. Die Haselnussplätzchen mussten allerdings wegen der Nussallergie meines Mannes mit Mandeln gebacken werden. Wie gut, dass meine Schwiegermutter die Apfelernte zum Einkochen von reichlich Apfelmus genutzt hatte. Anstatt mit Zucker backten wir nun mit Erythrit, wovon ich vorher nie gehört hatte, aber was ebenso wie Stevia in so ziemlich jedem Supermarkt als Zuckerersatzmittel erhältlich ist.“

„Nun ist schon wieder eine Zeit seit der Geburt unseres Sohnes vergangen. Ich war inzwischen bei zwei Diabetes-Nachtests, die zum Glück keine Auffälligkeiten aufwiesen, sodass ich auch erst bei einer erneuten Schwangerschaft oder im Rahmen einer altersbedingten Vorsorge getestet werden würde. Wie beruhigend! Das erhöhte Risiko verbleibt zwar, insbesondere eben für eine mögliche Folge-Schwangerschaft. Dem kann ich aber mit angepasster Ernährung und Bewegung entgegentreten und ganz entspannt in die Zukunft schauen.“

„Wie so oft im Leben musste also erst was passieren, bevor man ein Vorhaben konsequent umsetzt. Gesünder - sprich zuckerärmer - leben wollte ich schon vor Jahren. Aber wie das so ist im stressigen Berufsalltag, blieb dieses Vorhaben zunächst einmal auf der Strecke. Ich lebe heute weder vegan, vegetarisch noch zuckerfrei, aber hoffentlich gesund und ausgewogen. Ich wünsche allen Schwangeren, die ebenfalls im Zuckertest auffallen, alles Gute und gutes Durchhaltevermögen.“

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