Baby-Abendbrei: Einfach selber machen und abwechslungsreich gestalten

Der Abendbrei ist nach dem Mittagsbrei die nächste wichtige Stufe in der Beikosteinführung und soll Ihr Baby am Abend gut sättigen. Die Einführung des Abendbreis kann eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit sein, da sich Ihr Baby an ein neues Abendritual, einen neuen Geschmack und eine neue, festere Konsistenz gewöhnt. Mit den richtigen Tipps und Rezepten lässt sich der Übergang zum Abendbrei jedoch reibungslos meistern.

Illustration eines Babys, das mit Freude einen Löffel Brei isst.

Ab wann kann ich meinem Baby Abendbrei geben?

Wenn Ihr kleiner Schatz seinen Mittagsbrei schon seit etwa vier Wochen gut isst, können Sie langsam mit dem Abendbrei beginnen. In der klassischen Beikost wird der Abendbrei als zweite Brei-Mahlzeit eingeführt, sobald Ihr Baby etwa einen Monat lang Mittagsbrei (Gemüsebrei bzw. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei) gegessen hat. Die meisten Eltern beginnen zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat mit Beikost, idealerweise wenn das Kind die Beikostreifezeichen erfüllt. Die richtige Zeit, um mit dem Abendbrei anzufangen, ist also frühestens ab dem 6. Monat. Die Uhrzeit, zu der Sie den Abendbrei anbieten, ist ganz individuell und richtet sich nach Ihrem Tagesablauf und den Bedürfnissen Ihres Babys.

Soll der Abendbrei die Milchmahlzeit am Abend ersetzen?

Der Abendbrei soll Ihr Baby in erster Linie satt machen und mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgen. Dennoch: Nur, wenn Sie gezielt abstillen oder Ihr Baby von der abendlichen Flasche entwöhnen möchten, können Sie nach und nach versuchen, Ihr Baby nach dem Abendbrei mit anderen Methoden zur Ruhe zu bringen. Insbesondere wenn Sie Ihr Baby in den Schlaf stillen, wird es sich von ein paar Löffeln Abendbrei wahrscheinlich nicht so schnell umgewöhnen lassen. Solange Sie sich damit gut fühlen, können Sie Ihr Baby trotz Abendbrei natürlich weiter zum Einschlafen stillen! Wenn Ihr Kind den Brei gerne mag und irgendwann eine ganze Portion isst, trinkt es danach vielleicht weniger Milch oder lehnt sie sogar ganz ab - oder auch nicht! Da tickt wirklich jedes Kind anders. Laut WHO sollte die Muttermilch oder auch die Pulvermilch aus dem Fläschchen im gesamten 1. Lebensjahr die Hauptnahrungsquelle für Babys sein. Der Abendbrei sollte also - wie auch alle weiteren Brei-Mahlzeiten - vor dem 1. Geburtstag die Milchmahlzeiten nur ergänzen und nicht zwingend ersetzen.

Grundrezept für den Abendbrei

Traditionell ist der Abendbrei ein Getreide-Milch-Brei mit etwas Obst. Das Grundrezept für eine Portion Abendbrei besteht nur aus drei Zutaten:

  • Milch: 100 ml
  • Vollkorn-Getreideflocken: 20 g
  • Obst: 20 g

Für ein wenig Abwechslung können Sie die Getreideflocken und das Obst immer mal wieder austauschen oder Sie wählen die Sorten, die Ihr Kind besonders gerne mag. 20 g Getreideflocken entsprechen ca. 2 leicht gehäuften Esslöffeln. Der klassische Abendbrei enthält übrigens etwas Obst, da Ihr Baby das Eisen aus dem Getreide durch das im Obst enthaltene Vitamin C besser aufnehmen kann.

Zubereitung des Grundrezepts

  1. In einem kleinen Topf die Getreideflocken mit der Milch verrühren.
  2. Aufkochen lassen.
  3. Hitze reduzieren, bei mittlerer Temperatur ca. 5 Minuten quellen lassen, bis der Brei sämig ist. Gelegentlich umrühren.
  4. Topf vom Herd nehmen und gedünstetes, püriertes Obst unterrühren.
  5. Fertigen Brei in eine Breischale füllen und etwas abkühlen lassen.
Infografik mit den Grundzutaten für den Abendbrei: Milch, Getreide, Obst.

Zutaten im Detail

Milch für den Abendbrei

Für den Abendbrei sollten Sie am besten Vollmilch mit einem Fettgehalt von 3,5 % verwenden, da sie genau die für Ihr Baby richtige Menge Fett enthält. Der Fettgehalt ist wichtig, damit Ihr Baby die fettlöslichen Vitamine aus den Getreideflocken und dem Obst gut verwerten kann und der Brei gut sättigt. Auf Roh- oder Vorzugsmilch sollten Sie aufgrund von gesundheitlichen Risiken verzichten. H-Milch ist möglich, schmeckt aber vielen Babys nicht so gut wie Vollmilch. Anzfangs können Sie die Milch zur Hälfte mit Wasser strecken, damit sich Ihr Schatz langsam an die Kuhmilch gewöhnen kann. In diesem Fall können Sie noch zusätzlich einen Teelöffel Öl (z.B. Rapsöl) dazugeben, um den Fettgehalt etwas zu erhöhen. Fettreich und sättigend im Abendbrei ist alternativ auch ein Teelöffel feines Nuss- oder Mandelmus. Geringe Mengen Kuhmilch (max. 200 ml im Abendbrei) werden ab einem Alter von ca. 6 Monaten sogar empfohlen, um Allergien vorzubeugen. Zusätzliche Milchprodukte sollte Ihr Baby vor dem 1. Geburtstag dann aber nicht essen, da die enthaltenen Proteine die Nieren belasten können.

Alternativ können Sie den Abendbrei auch mit Pre-Milch oder abgepumpter Muttermilch anrühren. Allerdings gehen hier beim Aufkochen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Daher sollten Sie abgepumpte Muttermilch nur leicht erhitzen (max. 50 Grad). Bei der Zubereitung mit Muttermilch oder Pre-Nahrung müssen Sie Schmelzflocken oder Fertig-Breimischungen verwenden, da diese nicht gekocht werden müssen.

Getreide im Abendbrei

Beim Getreide sollten Sie auf die Vollkornvarianten setzen, da sie am meisten Nährstoffe enthalten. Geeignet sind Getreideflocken aus:

  • Hafer
  • Hirse
  • Reis
  • Gerste
  • Dinkel

Außerdem können Sie die Milch in Grieß (Weizen oder Dinkel), in Schmelzflocken oder speziellen Instant-Babybreiflocken anrühren. Zu den drei bekömmlichsten Brei-Zutaten zählen Reis- und Hirseflocken sowie Weizengrieß. Dinkelgrieß enthält zwar mehr Nährstoffe, ist aber mitunter etwas schwerer verdaulich.

Hirse- oder Haferflocken wirken stuhlauflockernd, während Reis- oder Vollkornweizen-/Dinkelflocken eher stopfen können.

Obst im Abendbrei

Beim Obst haben Sie freie Wahl und können ganz nach den Vorlieben Ihres Babys auswählen. Geeignete Obstsorten sind zum Beispiel:

  • Apfel
  • Banane
  • Heidelbeere
  • Pflaume
  • Pfirsich
  • Himbeere
  • Mango
  • Erdbeere
  • Birne

Nur Zitrusfrüchte sollten wegen des hohen Säuregehalts eher vermieden werden. Anfangs sollten Sie das Obst pürieren und je nach Sorte auch vorher weich dünsten, bevor Sie es in den Milch-Getreidebrei geben. Wenn sich Ihr kleiner Schatz an den Brei gewöhnt hat, können Sie gedünstetes Obst auch einfach mit einer Gabel grob zerdrücken. Weiches Obst wie Banane oder Beeren können Sie später dann auch einfach in kleine Stückchen schneiden.

Um Zeit zu sparen, können Sie Obstpüree in Eiswürfelbehältern einfrieren. Statt frischem Obst können Sie auch einen Löffel Orangensaft (Direktsaft ohne Zuckerzusatz) oder einen Löffel Babygläschen-Obstbrei verwenden.

Wenn Ihr Baby mal Verstopfung hat, bieten sich gedünstete Birne, Pflaume oder frische Beeren an. Banane oder Apfel bewirken eher das Gegenteil.

Abendbrei fürs Baby selber machen: 4 einfache Rezepte

Hier sind vier unkomplizierte Abendbrei-Rezepte, die Sie natürlich nach Belieben abwandeln können:

1. Grießbrei mit Banane

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Dinkelgrieß, 2 EL pürierte Banane
  • Zubereitung: Milch kurz aufkochen lassen und den Grieß unterrühren. Etwa drei Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen lassen. Bananenpüree unterrühren und den Brei abkühlen lassen.

2. Reisflocken mit Mango

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Reisflocken, 2 EL pürierte Mango
  • Zubereitung: Milch zusammen mit den Reisflocken aufkochen. Etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen lassen. Mangopüree unterrühren und den Brei abkühlen lassen.

3. Haferflocken mit Apfel

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Haferflocken, 20 g Apfel
  • Zubereitung: Apfel in kleine Stücke schneiden und für 5 Minuten in einem Topf mit wenig Wasser weich dünsten. In einem zweiten Topf die Milch zusammen mit den Haferflocken aufkochen und etwa fünf Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen lassen. Apfelstücke entweder pürieren oder direkt zum Brei geben.

4. Hirseflocken mit Heidelbeeren

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Hirseflocken, 2 EL pürierte frische Heidelbeeren
  • Zubereitung: Milch zusammen mit den Hirseflocken aufkochen und etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen lassen. Heidelbeerpüree unterrühren und den Brei abkühlen lassen. Wenn Sie TK-Heidelbeeren verwenden, lassen Sie diese kurz mit dem Brei aufkochen, um mögliche Keime abzutöten.

Reisflocken mit Apfelmus (Getreide Obst Brei) | Babybrei selber machen

So können Sie den Abendbrei für Ihr Baby verfeinern

Damit sich der Babybauch an die neue Beikost und das Baby an den neuen Geschmack gewöhnt, ist es wichtig, den Abendbrei zunächst nicht zu verfeinern. Sobald sich die Verdauung an den Abendbrei gewöhnt hat, können Sie den Brei etwas abwandeln und andere Geschmacksrichtungen, Zutaten und Variationen ausprobieren. Denn auch Babys haben ganz eigene Vorlieben. Damit keine Langeweile bei Ihrem Baby aufkommt, sollten Sie nicht Abend für Abend den gleichen Brei reichen.

Fruchtige Variationen

Probieren Sie verschiedene, leicht verdauliche Obstsorten aus, um dem Brei eine natürliche Süße zu verleihen. Früchte wie Äpfel oder Birnen sind die Klassiker. Aber auch Pfirsiche, Aprikosen und Avocado eignen sich für einen fruchtigen Geschmack. Je nach Alter und Kauinteresse Ihres Babys können Sie das Obst entweder klein geschnitten mitkochen oder pürieren und zum abgekühlten Brei hinzufügen.

Etwas mehr Würze & Aroma

Auch Gewürze bereichern den Abendbrei für kleine Feinschmecker mit etwas mehr Geschmack. Sie können zum Beispiel eine Mini-Prise Zimt oder gemahlene Vanille hinzufügen, um den Geschmack minimal abzuwandeln.

Konsistenz anpassen

Jedes Baby hat seine eigenen Vorlieben, wenn es um die Konsistenz des Breis geht. Einige mögen ihn dickflüssiger, andere etwas dünnflüssiger. Experimentieren Sie am besten mit der Konsistenz und beobachten Sie, welche Konsistenz Ihr Baby lieber annimmt.

Was Sie beim Verfeinern beachten müssen

Babys nehmen Aromen deutlich intensiver wahr als Erwachsene. Daher sind Salz und Zucker keine geeigneten Zutaten für den Abendbrei, genau so wenig wie besonders scharfe oder intensive Gewürze. Wenn Sie neue Zutaten im Abendbrei einführen, achten Sie unbedingt auf mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten. Führen Sie neue Lebensmittel einzeln ein und beobachten Sie genau, wie Ihr Baby darauf reagiert.

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