Die Menstruation, auch bekannt als Periode oder Regel, ist ein natürlicher und monatlicher Vorgang im weiblichen Körper. Sie begleitet Frauen über einen erheblichen Teil ihres Lebens und erfüllt dabei eine wichtige biologische Funktion. Im Durchschnitt erlebt jede Frau etwa 450 Menstruationszyklen und verbringt knapp 5 Jahre ihres Lebens mit der Menstruation. Obwohl sie manchmal als ungelegen empfunden wird und von Begleiterscheinungen wie dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) begleitet sein kann, ist die Regelblutung ein Zeichen der Geschlechtsreife und ein Indikator für die Fruchtbarkeit.
Der Menstruationszyklus: Ein hormonell gesteuerter Prozess
Die Menstruation ist das Ergebnis eines komplexen, hormonell gesteuerten Ablaufs im weiblichen Körper. Der erste Tag der Menstruation, die sogenannte Menarche, tritt bei Mädchen meist zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr ein und signalisiert die Geschlechtsreife. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Frau durch ungeschützten Geschlechtsverkehr prinzipiell schwanger werden.
Eine Regelblutung tritt ein, wenn eine Eizelle während des Eisprungs nicht befruchtet wurde und somit keine Schwangerschaft eingetreten ist. Der Ablauf des Zyklus lässt sich in mehrere Phasen unterteilen:
Follikelphase
Unter dem Einfluss des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) werden in der ersten Zyklushälfte mehrere Follikel (Eibläschen mit Eizellen) zur Reifung angeregt. In der Regel reift nur ein Follikel vollständig aus.
Ovulationsphase
Etwa zur Zyklusmitte löst das Luteinisierende Hormon (LH) den Eisprung aus, bei dem die reife Eizelle aus dem Follikel freigesetzt wird. Die Ovulationsphase dauert gewöhnlich 16 bis 32 Stunden und endet nach der Freisetzung der Eizelle.
Lutealphase
Nach dem Eisprung bildet sich aus dem verbliebenen Follikel der Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert. Dieses Hormon sorgt zusammen mit Östrogen in der zweiten Zyklushälfte dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut weiter verdickt. Dies ist entscheidend, damit sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten kann. Fällt der Progesteron- und Östrogenspiegel am Zyklusende ab, kommt es zur Regelblutung.
Der Menstruationszyklus beginnt am ersten Tag der Periode und endet am Tag vor der nächsten Blutung. Eine normale Zykluslänge liegt in der Regel zwischen 21 und 35 Tagen, wobei der Durchschnitt bei etwa 28 Tagen liegt. Schwankungen sind jedoch häufig und können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden.

Wie lange dauert die Periode?
Die Dauer der Menstruationsblutung ist individuell sehr unterschiedlich. Bei Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel einnehmen, dauert die Periode normalerweise zwischen drei und acht Tagen. Im Durchschnitt halten die Blutungen etwa fünf Tage an.
Die stärkste Blutung tritt in der Regel an den ersten beiden Tagen auf, wenn die Gebärmutterschleimhaut am intensivsten abgestoßen wird. Danach lässt die Intensität nach und die Blutung wird schwächer. Die Blutmenge variiert ebenfalls, liegt aber im Durchschnitt bei etwa 15 bis 74 Millilitern pro Zyklus. Größere Mengen Blut oder Blutungen, die regelmäßig länger als acht Tage andauern, sollten ärztlich abgeklärt werden.
Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, das Pflaster oder der Vaginalring können die Blutungen beeinflussen und oft kürzer oder schwächer machen. Entzugsblutungen während der hormonfreien Tage sind keine echte Menstruation. Kupferspiralen hingegen können zu längeren und stärkeren Perioden führen.
Symptome und Beschwerden während der Periode
Viele Frauen spüren bereits in den Tagen vor der Menstruation, dass ihre Periode bevorsteht. Diese Anzeichen werden unter dem Begriff Prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst. Die Symptome sind vielfältig und nicht jede Frau ist davon betroffen. Häufige Beschwerden sind:
- Unterleibsschmerzen und Krämpfe
- Kopfschmerzen
- Stimmungsschwankungen
- Brustspannen
- Blähungen
- Müdigkeit
Bei vielen Frauen bessern sich diese Beschwerden, sobald die Menstruation eintritt. Bestimmte Symptome können jedoch auch während der Blutung anhalten.
Sex während der Periode
Grundsätzlich spricht nichts gegen Sex während der Menstruation. Oft berichten Frauen sogar von einem gesteigerten Lustempfinden, da die Durchblutung im Intimbereich während dieser Zeit erhöht ist. Das Risiko einer Schwangerschaft durch Sex während der Periode ist zwar gering, aber nicht ausgeschlossen, insbesondere bei kurzen Zykluslängen.
Wann bleibt die Periode aus?
Das Ausbleiben der Periode kann verschiedene Ursachen haben. Neben einer Schwangerschaft, die als Erstes in Betracht gezogen wird, können auch andere Faktoren eine Rolle spielen:
- Stress und psychische Belastungen
- Wechseljahre
- Absetzen der Pille nach langer Einnahme
- Stillzeit
- Leistungssport
- Über- oder Untergewicht sowie starker Gewichtsverlust
- Bestimmte Erkrankungen (z. B. Tumore, Autoimmunerkrankungen)
- Hormonelle Störungen (z. B. PCO-Syndrom)
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
Wenn die Periode ausbleibt, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um die genaue Ursache abzuklären.
Unregelmäßiger Zyklus und starke Blutungen
Ein absolut regelmäßiger Zyklus von genau 28 Tagen ist eher die Ausnahme. Schwankungen sind normal. Von einem unregelmäßigen Zyklus sprechen Medizinerinnen und Mediziner in der Regel, wenn der Zyklus länger als 35 Tage oder kürzer als 21 Tage ist.
Oligomenorrhoe bezeichnet eine zu seltene Regelblutung (länger als 35 Tage), während Polymenorrhoe eine zu häufige Regelblutung (kürzer als 25 Tage) meint. Beide Zustände können verschiedene Ursachen haben, darunter hormonelle Veränderungen, Stress, Erkrankungen der Eierstöcke oder Schilddrüsenprobleme.
Etwa jede zehnte Frau leidet an einer zu starken Regelblutung (Hypermenorrhoe). Dies kann den Körper schwächen und zu Eisenmangel führen. Anzeichen für eine starke Blutung sind häufiger Wechsel von Hygieneartikeln (Tampons oder Binden alle paar Stunden). Ursachen können Hormonumstellungen, aber auch gutartige Wucherungen in der Gebärmutter (Polypen, Myome), Entzündungen oder die Verwendung einer Spirale sein.

Zervixschleim und seine Bedeutung
Der Zervixschleim, auch Schleim aus dem Gebärmutterhals, verändert seine Konsistenz im Laufe des Zyklus. Um den Eisprung herum ist er dünnflüssig, klar und "spinnbar". Kurz vor der Menstruation wird er zäher und cremiger, was dazu dient, Keime von der Gebärmutter fernzuhalten.
Schmierblutungen und Zwischenblutungen
Schmierblutungen sind leichte, oft bräunlich-rötliche Blutungen, die zwischen den eigentlichen Perioden auftreten können. Sie können auf eine frühe Schwangerschaft (Einnistungsblutung) hindeuten, aber auch durch Stress, hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen wie Endometriose verursacht werden.
Zwischenblutungen, die stärker als Schmierblutungen sind und zwischen zwei Zyklen auftreten, sind nicht typisch und sollten ärztlich abgeklärt werden. Mögliche Ursachen reichen von harmlosen Faktoren wie bestimmten Verhütungsmitteln bis hin zu ernsteren Problemen wie Gefäßverletzungen, Entzündungen oder Tumoren.
Periode nach der Geburt
Nach der Geburt eines Kindes setzt die Menstruation individuell unterschiedlich wieder ein. Während der Stillzeit bleibt die Periode bei vielen Frauen aus. Sobald die Menstruation wieder einsetzt, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Körper zum natürlichen Zyklus zurückgefunden hat und eine erneute Schwangerschaft möglich ist. Frauen, die keine weitere Schwangerschaft wünschen, sollten daher drei Wochen nach der Geburt wieder mit der Verhütung beginnen.
Menstruationszyklus - Ovulation - Hormonelle Regulation (GnRH, FSH, LH, Östradiol, Progesteron)
Praktische Helfer und Hygiene während der Periode
Für den Umgang mit der Menstruation stehen verschiedene Produkte zur Verfügung:
- Binden und Tampons: Die gängigsten Einwegprodukte, die regelmäßig gewechselt werden sollten.
- Periodenunterwäsche: Waschbare und wiederverwendbare Unterwäsche, die eine begrenzte Menge Blut aufsaugt.
- Menstruationstasse: Eine kelchförmige Silikontasse, die das Blut auffängt und wiederverwendbar ist.
- Menstruationsschwämmchen: Weiche Schwammtampons, die es in Einweg- und wiederverwendbaren Varianten gibt.
Eine gute Hygiene ist während der Periode essenziell. Hygieneartikel sollten alle zwei bis vier Stunden (bei stärkerer Blutung) oder alle vier bis sechs Stunden (bei leichterer Blutung) gewechselt werden. Gründliches Händewaschen vor und nach dem Wechseln ist wichtig. Die Reinigung des Intimbereichs mit einer milden Intimwaschlotion zweimal täglich ist ausreichend.