Brauner Ausfluss bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben und tritt in unterschiedlichen Lebensphasen auf, wie vor der Periode, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Meist handelt es sich um eine harmlose Schmierblutung, die jedoch auch auf hormonelle Veränderungen oder gesundheitliche Probleme hinweisen kann.
Was ist brauner Ausfluss und warum tritt er auf?
Täglich eine geringe Menge milchig-weißliches Sekret aus der Scheide abzusondern, ist normal. Dieses Scheidensekret, auch Zervixschleim genannt, dient dazu, die Schleimhäute der Scheide feucht zu halten und sie vor Infektionen zu schützen. Normalerweise ist dieser Ausfluss durchsichtig bis milchig-weiß. Wenn der Ausfluss jedoch braun oder rötlich-bräunlich erscheint, deutet dies auf die Anwesenheit von etwas Blut hin. Diese Erscheinung wird oft als Schmierblutung (Spotting) bezeichnet.
Die Ursachen für braunen Ausfluss sind häufig harmlos und stehen meist im Zusammenhang mit Hormonen. Die häufigste Ursache ist das Auftreten kurz vor oder nach der Periode, was den Beginn oder das Ende der Menstruation anzeigen kann. Auch während der Periode kann es als Zwischenblutung auftreten.
Brauner Ausfluss kann auch in der Jugend vor der ersten Regelblutung, in den Wechseljahren als Zeichen des Endes der Menstruation oder durch die Einnahme der Pille oder der Pille danach verursacht werden.

Brauner Ausfluss im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus
Vor und nach der Periode
Einige Tage vor der Periode kann der Ausfluss eine braune Farbe annehmen. Diese Schmierblutung signalisiert den Beginn der Menstruation und hilft, verbliebenes Blut aus dem vorherigen Zyklus abzutransportieren. Auch nach der Periode kann brauner Ausfluss noch auftreten, bevor er sich normalisiert und wieder hell wird.
Zwischenblutungen während des Zyklus
Bei manchen Frauen zeigt sich mitten im Zyklus, während der Ovulationsphase, ein leichter brauner oder rötlicher Ausfluss mit schleimiger Konsistenz. Diese Ovulationsblutung wird durch hormonelle Veränderungen ausgelöst, wenn die Eizelle freigesetzt wird.
Brauner Ausfluss und Schwangerschaftsanzeichen
Brauner Ausfluss kann ein frühes Anzeichen einer Schwangerschaft sein und wird dann als Einnistungsblutung bezeichnet. Eine Schwangerschaft ist mit erheblichen hormonellen Veränderungen verbunden, die ebenfalls Schmierblutungen verursachen können. In den ersten Wochen einer Schwangerschaft treten häufig auch Ziehen im Unterleib und spannende, vergrößerte Brüste auf. Diese Symptome können jedoch leicht mit einer beginnenden Menstruation verwechselt werden.
Brauner Ausfluss während der Frühschwangerschaft (erste drei Monate) ist nicht ungewöhnlich, da sich der Körper hormonell umstellt. Auch kann es durch den empfindlicheren Muttermund bei Geschlechtsverkehr oder gynäkologischen Untersuchungen eher zu leichten Blutungen kommen.

Sollten während der Schwangerschaft brauner Ausfluss oder Blutungen auftreten, insbesondere in Verbindung mit Schmerzen, ist eine umgehende gynäkologische Untersuchung ratsam, um mögliche Komplikationen wie eine Eileiterschwangerschaft oder eine vorzeitige Plazentaablösung auszuschließen.
Brauner Ausfluss im Zusammenhang mit hormoneller Verhütung
Einnahme der Pille
Die Pille enthält Hormone, die den Zyklus beeinflussen. Wenn eine Frau neu mit der Einnahme der Pille beginnt, kann brauner Ausfluss als Zeichen der hormonellen Veränderung auftreten. Dies ist in den meisten Fällen harmlos. Auch das Vergessen oder Absetzen der Pille kann Schmierblutungen auslösen. Bei häufigem oder starkem Auftreten sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Zwischenblutungen trotz Pille sind gerade in den ersten Einnahmemonaten nicht selten und meist harmlos. Ursachen können die Wirkstoffzusammensetzung der Pille, eine beeinträchtigte Hormonaufnahme oder Einnahmefehler sein. Auch eine Schwangerschaft oder Infektionen können zu Zwischenblutungen trotz Pille führen.
Wenn Sie gerade erst mit der oralen Verhütung begonnen oder auf ein anderes Pillenpräparat gewechselt haben, sind Blutungsstörungen wie Zwischen-, Durchbruch- oder Schmierblutungen sehr häufige Nebenwirkungen der Pille. Sie sind in der Regel harmlos. Grund dafür können die geringen Mengen an östrogenähnlichen Wirkstoffen in der Mikropille sein. Insbesondere bei der östrogenfreien Minipille müssen Frauen vermehrt mit Zwischenblutungen rechnen. Oft dauert es einige Zyklen, bis sich der Körper an die neuen Hormonspiegel gewöhnt hat. Nach drei Monaten sollten die Zwischenblutungen trotz Pille jedoch nachlassen.
Treten Zwischenblutungen auch nach der Anpassungsphase von drei Zyklen immer wieder auf, ist möglicherweise die Dosierung individuell nicht passend. Möglicherweise ist der Wechsel auf ein anderes Pillenpräparat ratsam. Es kann auch sein, dass nach längerer und bisher unkomplizierter Pilleneinnahme auf einmal eine Zwischen- oder Schmierblutung auftritt. Da eine Schwangerschaft ebenfalls Zwischenblutungen trotz Pille auslösen kann, gilt es, diese zunächst auszuschließen.
Auch Rauchen oder Infektionen (z.B. mit Chlamydien) begünstigen Zwischenblutungen bei Frauen, die mit der Pille verhüten. Informieren Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin, um ernste Ursachen - etwa eine Entzündung der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses - auszuschließen. Eventuell ist auch hier der Wechsel auf einen anderen Pillentyp nötig.
Pille vergessen oder Einnahmefehler
Wenn Sie eine Pille vergessen oder verspätet einnehmen, sinken die Hormonspiegel, was zu einer Zwischenblutung trotz Pille führen kann. Dies kann außerdem der Fall sein, wenn Ihr Körper die Wirkstoffe durch Erbrechen oder Durchfall nicht richtig aufnehmen konnte. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln (etwa bestimmten Antibiotika oder Johanniskrautpräparaten) können die Hormonaufnahme ebenfalls beeinträchtigen und eine Schmier- oder Zwischenblutung trotz Pille auslösen. Ist einer dieser Gründe denkbar, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt sprechen, da der Empfängnisschutz möglicherweise nicht mehr gegeben ist.
Eine Zwischenblutung trotz Pille erkennen Sie daran, dass sie - wie der Name schon sagt - zwischen zwei Hormonentzugsblutungen auftritt, also zusätzlich zur regulären monatlichen Blutung. Sie ist meist schwächer als die normale Zyklusblutung. Viele Frauen stellen nur einen bräunlichen Ausfluss fest, die sogenannte Schmierblutung. Oft klingt diese Schmierblutung trotz Pille schon nach wenigen Tagen wieder ab. Manchmal kann eine Zwischenblutung aber auch mehrere Tage anhalten und ebenso stark verlaufen wie eine Regelblutung.
Eine Zwischenblutung trotz Pille ist meist ungefährlich und zählt zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Mikro- und Minipillen. Halten die unregelmäßigen Blutungen über die Anpassungsphase von drei Zyklen hinaus an oder treten erneut auf, sollten Sie sich an Ihre gynäkologische Praxis wenden, um eine Schwangerschaft oder Krankheiten als Ursache auszuschließen.
Brauner Ausfluss während der Wechseljahre
Im Zuge der Wechseljahre stellt sich der Körper hormonell um. Der Östrogenspiegel sinkt, was dazu führt, dass die Periode schließlich ausbleibt. Durch den Östrogenmangel leiden viele Frauen unter Scheidentrockenheit, was das Infektionsrisiko erhöht und leichtere Verletzungen der Schleimhaut begünstigt. Wenn brauner Ausfluss immer wieder auftritt, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter ablöst und Blutungen verursacht. Ursache dafür kann eine Gelbkörperschwäche sein, eine Funktionsstörung der Eierstöcke, bei der zu wenig Progesteron produziert wird. In solchen Fällen ist ärztlicher Rat einzuholen.
Weitere mögliche Ursachen für braunen Ausfluss
Infektionen und Erkrankungen
Brauner Ausfluss kann auch infolge einer Infektion oder Erkrankung entstehen und tritt dann nicht unmittelbar vor oder nach der Periode auf. Möglich ist eine Geschlechtskrankheit, also eine sexuell übertragbare Infektion (STI) mit Chlamydien. Der bräunlich-rote Ausfluss kann zusätzlich übel riechen. Auch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) kann braunen Scheidenausfluss als Symptom haben.
Brauner Ausfluss ist eher kein Symptom von Scheidenpilz. Bei einer Pilzinfektion ist der Ausfluss häufiger weißlich-bröckelig. Eine bakterielle Vaginose zeigt sich mit einem dünnflüssigen, grau oder weißlichen Ausfluss, dem ein fischiger Geruch anhaftet.
Brauner Scheidenausfluss und Unterleibsschmerzen können auch Zeichen einer Entzündung der Gebärmutter, der Scheide, der Eierstöcke oder Eileiter sein. Auch könnte eine Endometriose dahinterstecken, also das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Harmlose Zysten, Myome oder Polypen können ebenso Schmierblutungen auslösen.
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Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?
Beinahe jede Frau erlebt irgendwann Schmierblutungen. Meist sind sie harmlos, können aber auch Hinweise auf hormonelle Veränderungen oder gesundheitliche Ursachen sein.
Wenn Sie regelmäßig Schmierblutungen haben, Ihr Zyklus unregelmäßig ist oder Sie sich Sorgen machen, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Insbesondere wenn Sie schwanger werden möchten, stellen sich Fragen bezüglich des Einflusses von Schmierblutungen auf den Zyklus oder die Fruchtbarkeit.
Besonders bei folgenden Anzeichen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen:
- Starke oder anhaltende Schmierblutungen
- Schmerzen (Unterleibsschmerzen, Krämpfe)
- Übelriechender Ausfluss
- Blutungen während der Schwangerschaft
- Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion
Die Behandlung richtet sich stets nach der Ursache. Nur durch eine gynäkologische Untersuchung können Frauen die genaue Ursache für Schmierblutungen feststellen lassen.
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