Zahnwechsel bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Der Zahnwechsel bei Katzen ist ein natürlicher Prozess, der normalerweise zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat stattfindet. In dieser Phase werden die 26 Milchzähne durch 30 bleibende Zähne ersetzt. Meistens verläuft dieser Prozess unbemerkt und ohne Komplikationen. Dennoch können in dieser Zeit auch Zahnprobleme auftreten, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Illustration des Gebisses einer jungen Katze mit Milchzähnen und durchbrechenden bleibenden Zähnen

Der natürliche Zahnwechsel bei Katzen

Katzenbabys kommen zahnlos zur Welt. Nach etwa zwei bis drei Wochen brechen die ersten Milchzähne durch. Das vollständige Milchgebiss einer Katze besteht aus 26 Zähnen.

Der eigentliche Zahnwechsel beginnt in der Regel im Alter von etwa drei bis vier Monaten und kann bis zum sechsten oder siebten Lebensmonat andauern. Während dieser Zeit werden die Milchzähne von den nachwachsenden bleibenden Zähnen verdrängt und fallen aus. Am Ende des Zahnwechsels hat die Katze ein vollständiges Gebiss aus 30 bleibenden Zähnen - 16 im Oberkiefer und 14 im Unterkiefer.

Dieser Prozess ist für die Katze ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung, da das bleibende Gebiss sie ein Leben lang begleiten wird und für die Nahrungsaufnahme, Fellpflege und Jagd unerlässlich ist.

Mögliche Probleme während des Zahnwechsels

Obwohl der Zahnwechsel meist reibungslos verläuft, können Komplikationen auftreten. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Katze Fieber hat, Mundgeruch zeigt oder nicht frisst, sollten Sie dies tierärztlich abklären lassen.

Persistierende Milchzähne (Doppelzähne)

Ein häufiges Problem während des Zahnwechsels ist das Zurückbleiben von Milchzähnen, während die bleibenden Zähne bereits durchbrechen. Dies wird als persistierende Milchzähne bezeichnet und führt dazu, dass kurzzeitig zwei Zähne nebeneinander an derselben Stelle im Kiefer vorhanden sind.

Besonders häufig tritt dies bei den Eckzähnen (Fangzähnen) auf. Wenn der Milchzahn nicht von selbst ausfällt, kann dies zu Zahnfehlstellungen führen, da der bleibende Zahn keinen Platz hat, sich korrekt zu entwickeln. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, um den überzähligen Milchzahn professionell entfernen zu lassen. Dies verhindert langfristige Probleme wie Zahnfleischentzündungen und Fehlstellungen des bleibenden Gebisses.

Nahaufnahme des Mauls einer Katze, die doppelte Eckzähne zeigt

Zahnfleischentzündungen und Infektionen

Wenn sich Bakterien im Kiefer ansiedeln, können Entzündungen entstehen. Dies kann durch zurückgebliebene Milchzähne oder durch mangelnde Zahnhygiene begünstigt werden. Eine Zyste kann sich bilden und den Knochen sowie andere Zähne auflösen.

Die Mundflora spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Katze. Ungestört können sich Bakterien im Maul ansiedeln und aggressive Schichten bilden. Beim Schlucken des Speichels gelangen diese Bakterien in den Körper und können Entzündungen an Organen wie Herz oder Nieren verursachen.

Zahnfrakturen

Milchzähne, insbesondere die Eckzähne, können brechen. Dies ist für das Kätzchen schmerzhaft und kann zu Entzündungen führen, wenn Bakterien in den Wurzelkanal eindringen.

Ursachen für Zahnverlust bei erwachsenen Katzen

Während der Verlust von Milchzähnen bei jungen Katzen normal ist, kann Zahnverlust bei erwachsenen Tieren auf ernsthafte Probleme hindeuten. Dazu gehören:

  • Zahnerkrankungen: Gingivitis (Zahnfleischentzündung), Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) und Stomatitis (Entzündung der Maulhöhle) sind häufige Ursachen für Zahnverlust.
  • FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen): Bei dieser Erkrankung bauen körpereigene Zellen, die Odontoklasten, die Zahnwurzeln ab, was zu Schäden an den Zähnen führt.
  • Traumata und Verletzungen: Stürze oder Unfälle können zu Zahnfrakturen oder -verlust führen.
Schema, das die verschiedenen Stadien von Gingivitis und Parodontitis bei Katzen zeigt

Symptome, auf die Sie achten sollten

Sie als Tierhalter kennen Ihre Katze am besten. Achten Sie auf Veränderungen, insbesondere während des Zahnwechsels:

  • Verändertes Fressverhalten: Schwierigkeiten beim Kauen, Appetitlosigkeit oder Abneigung gegen Trockenfutter.
  • Vermehrter Speichelfluss: Ein Anzeichen für Unwohlsein oder Schmerzen im Maul.
  • Mundgeruch: Kann auf Entzündungen oder Zahnprobleme hindeuten.
  • Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleisch: Anzeichen für Entzündungen.
  • Sichtbare Beläge oder Verfärbungen an den Zähnen.
  • Fieber oder allgemeines Unwohlsein.

Regelmäßige Kontrollen des Mauls Ihrer Katze, besonders während des Zahnwechsels, sind unerlässlich. Gewöhnen Sie Ihre Katze frühzeitig an Berührungen im Maulbereich, um spätere Untersuchungen zu erleichtern.

Wann zum Tierarzt?

Ein Tierarztbesuch ist dringend ratsam, wenn:

  • Persistierende Milchzähne vorhanden sind und die bleibenden Zähne bereits durchbrechen.
  • Sie Anzeichen von Schmerzen, Entzündungen, Fehlstellungen, Fressproblemen oder Zahnfleischverletzungen bemerken.
  • Bei erwachsenen Katzen Zähne verloren gehen.
  • Sie sich unsicher sind, was mit Ihrer Katze los ist.

Der Tierarzt kann durch eine gründliche Untersuchung und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen die Ursache für die Probleme feststellen und die notwendige Behandlung einleiten.

Prävention und Behandlung

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnproblemen ist eine konsequente Zahnpflege.

  • Zähneputzen: Führen Sie Ihre Katze langsam an das Zähneputzen heran, zunächst mit einem Mullverband um den Finger, später mit einer speziellen Katzenzahnbürste.
  • Ergänzende Maßnahmen: Kausnacks, spezielle Leckerlis und Zahnpflege-Flocken können die Zahngesundheit unterstützen.

Für die Unterstützung der Mundgesundheit wurden Tierzahnpflegeprodukte mit natürlich antibakteriellen Peptiden entwickelt. Diese können helfen, Bakterien zu reduzieren und Entzündungen vorzubeugen. Medikamente oder Antibiotika können dadurch unterstützt und gegebenenfalls ersetzt werden.

Wenn Ihre Katze Schmerzen beim Kauen hat, kann eine kleine Menge dieser Zahnputzflocken als Nachtisch verabreicht werden. Die Inhaltsstoffe wie Hüttenkäse, Reis und Kokosöl sind gut verträglich und wirken antibakteriell.

Bei schwerwiegenden Zahnschäden kann eine umfangreiche Zahnsanierung unter Vollnarkose notwendig sein, einschließlich der Extraktion geschädigter Zähne. Zur Schmerzlinderung werden Medikamente und gegebenenfalls Antibiotika verabreicht.

Zahnpflege bei Katzen – Vom Zahnwechsel bis zum Zähne putzen

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, wie Vitamin B-Komplex und Calcium, stärkt das Immunsystem und unterstützt die Mundgesundheit.

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