Gerade nach endoskopischen Eingriffen können Patientinnen schon bald nach Hause entlassen werden. Auch Atembeschwerden können nach endoskopischen Eingriffen auftreten. Weniger als periodenstarke vaginale Blutungen sind dagegen harmlos und können bis zu einer Woche dauern.
Wichtige Verhaltensregeln nach der Operation:
- Verzichten Sie in der Zeit nach der Operation auf Geschlechtsverkehr.
- Verwenden Sie Vorlagen anstelle von Tampons.
- Gehen Sie nicht baden oder schwimmen.
Ihre Nabelwunde wurde mit einem Faden genäht, der sich unter der Haut befindet und nicht gezogen werden muss, weil er sich dort von alleine auflöst. Lassen Sie Ihre Wunden acht bis zehn Tage nach Ihrer Operation bei uns in der Praxis kontrollieren.
Persönliche Erfahrungen und medizinische Perspektiven
Einige Frauen teilen ihre persönlichen Erfahrungen nach einer einseitigen Ovarektomie (Entfernung eines Eierstocks). Eine Patientin berichtet, dass die Operation im Alter von 25 Jahren keinerlei spürbare Auswirkungen hatte und sie weder unter Hormon-, noch unter Sexualstörungen oder sonstigen Symptomen litt. Allerdings schien ihre Fertilität gelitten zu haben, insbesondere nachdem aus ihrem verbliebenen Eierstock Endometriosezysten und Kystome entfernt werden mussten, was zu Problemen bei der Schwangerschaft führte.
Die Frage, ob die Wechseljahre nach einer solchen Operation verfrüht eintreten, wird kontrovers diskutiert. Eine Betroffene verlor mit 35 Jahren ihr zweites Ovar, was unerwartet schlimme Folgen hatte. Aus einem Einzelfall lassen sich jedoch keine allgemeinen Rückschlüsse ziehen. Auch unter Experten scheinen die Meinungen zum Eintritt der Wechseljahre bei unilateraler Ovarektomie uneins zu sein.
Ebenso ist nicht klar, ob eine operative Menopause zur Verminderung der Lebenserwartung führt. Zwar scheinen weibliche Sexualhormone, wie Östrogene, einen gewissen Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall zu bieten, erhöhen aber auch das Risiko anderer Krankheiten. Bei Hormonmangelerscheinungen wird meist eine Hormontherapie empfohlen, deren Einfluss auf das Krankheitsrisiko ebenfalls Gegenstand von Untersuchungen ist, die zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen.

Chirurgische Eingriffe an Eierstöcken und Eileitern
Die Entfernung der Eierstöcke oder der Eileiter sind Operationen, die hauptsächlich laparoskopisch (Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Dafür sind nur drei kleine Hautschnitte notwendig, über welche die Instrumente und eine Kamera in den Bauchraum eingeführt werden können. Zu den Erkrankungen an den Eierstöcken oder Eileitern, die chirurgische Eingriffe notwendig machen, gehören:
- Eierstockzysten
- Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
- Eileiterkrebs (Tubenkarzinom)
- Eileiterschwangerschaft
- Eileiterverklebungen
- Endometrioseherde
Eierstöcke und Eileiter liegen anatomisch nahe beieinander. Die Operationstechniken für Eingriffe in beiden Bereichen sind daher sehr ähnlich. Bei Erkrankungen, die sowohl die Eierstöcke wie auch die Eileiter betreffen, erfolgt die chirurgische Behandlung meist in ein und derselben Operation.
Minimalinvasive Chirurgie: Die Laparoskopie
Die chirurgischen Eingriffe an den Eierstöcken oder den Eileitern werden normalerweise mit Hilfe der Bauchspiegelung (Laparoskopie) ohne Eröffnung der Bauchdecke durchgeführt. Für diese minimalinvasive Methode genügen drei kleine Hautschnitte. Die offene Operation, die Laparotomie, wird nur noch selten durchgeführt.
Vorbereitung auf den Eingriff:
- Abklärungen und Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie, MRI oder Punktion der Eierstöcke.
- Absetzen von allfälligen Blutverdünnern.
Ablauf der Laparoskopie:
- Es werden 2 bis 3 kleine Öffnungen durch die Bauchdecke geschnitten.
- Das Laparoskop und die Operationsinstrumente werden eingeführt.
- Der Bauch wird mit CO2 aufgeblasen, um ausreichend Platz für die Operation zu schaffen.
- Unter Kameraführung mit dem Laparoskop können die Organe schonend entfernt oder Endometrioseherde bzw. Verklebungen gelöst werden.
- Nach der Operation wird das CO2 abgelassen und die Bauchschnitte wieder zugenäht. Manchmal wird eine Drainage eingelegt.
Ein weiteres Operationsverfahren stellt die Kolpotomie dar.
Ergebnisse und Risiken
Die Ergebnisse hängen von der Grunderkrankung ab. Bei Zysten oder Verklebungen ist die Erkrankung mit dem Eingriff normalerweise behoben. Endometrioseherde können sich manchmal wieder neu bilden. Der Eingriff ist risikoarm und verläuft im Allgemeinen ohne Komplikationen. Wie bei allen Operationen können aber in seltenen Fällen Infektionen, Nervenverletzungen, Nachblutungen oder Blutgerinnsel auftreten.
Nach dem Eingriff erfolgt die Aufwachphase aus der Narkose mit Überwachung. Verläuft alles normal, kann man in der Regel am Folgetag das Spital verlassen. Starke körperliche Tätigkeit und Heben von schweren Lasten gilt es nach der Operation für einige Zeit zu vermeiden. Eine Weile sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
Bei der Entfernung beider Eierstöcke fällt nach der Operation die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone weg. Bei Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren waren, treten unmittelbar nach der Operation Veränderungen und Beschwerden wie in den Wechseljahren auf.
3D Animation gynäkologische Operation
Periode und Zyklus nach Eierstockentfernung
Viele Frauen fragen sich, wie es nach der Entfernung eines Eierstocks mit der Periode weitergeht. Grundsätzlich gilt: Wenn der zweite Eierstock erhalten bleibt, ist es wahrscheinlich, dass sich der Zyklus weitgehend normalisiert. Oft sind auch nach der Operation noch einige Follikel im verbliebenen Eierstock vorhanden, was die Fortsetzung der Menstruationszyklen ermöglicht.
Mögliche Veränderungen der Monatsblutung:
- Die Stärke und Dauer der Blutung kann sich erfahrungsgemäß verändern.
- Manchmal treten im Zyklus, insbesondere kurz vor der Periode, stärkere Schmerzen auf, die mit Kontraktionen der Gebärmutter zusammenhängen können.
- Bei einigen Frauen kann es zu sogenannten Abbruchblutungen kommen, wenn die Operation mitten im Zyklus stattfindet und die Gebärmutterschleimhaut sich bereits aufgebaut hat. Dies kann insbesondere bei gleichzeitiger Hormontherapie zu unregelmäßigen Blutungen führen.
Es ist ratsam, solche Veränderungen mit dem behandelnden Frauenarzt zu besprechen, um die Ursachen abzuklären und gegebenenfalls eine angepasste Behandlung zu erhalten.
Kinderwunsch nach einseitiger Ovarektomie
Der Kinderwunsch nach einer einseitigen Eierstockentfernung ist ein wichtiges Thema für viele Frauen. Die Sorge, dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt sein könnte, ist verständlich. Dennoch berichten viele Frauen, dass eine Schwangerschaft auch nach der Entfernung eines Eierstocks möglich ist, solange der verbliebene Eierstock funktionstüchtig ist.
Faktoren, die den Kinderwunsch beeinflussen können:
- Funktion des verbliebenen Eierstocks: Die Fruchtbarkeit hängt maßgeblich von der Funktion des verbliebenen Eierstocks ab.
- Alter der Patientin: Das Alter spielt generell eine Rolle bei der Fruchtbarkeit.
- Grunderkrankung: Die Ursache für die Eierstockentfernung kann ebenfalls Einfluss haben. Bei Endometriose beispielsweise können Verwachsungen entstehen, die eine Schwangerschaft erschweren.
- Hormonelle Balance: Eine ausgeglichene Hormonbalance ist entscheidend für den Zyklus und die Empfängnis.
Einige Frauen berichten von längeren Wartezeiten bis zur Schwangerschaft, andere werden unerwartet schnell schwanger. Regelmäßige Zyklenkontrollen, gegebenenfalls mit Temperaturmessung, können helfen, den Eisprung zu verfolgen. Bei Schwierigkeiten ist eine fachärztliche Beratung unerlässlich.

Umgang mit Schmerzen und Wundheilung
Nach einer Operation können Schmerzen auftreten, deren Intensität und Dauer individuell verschieden sind. Während einige Patientinnen schnell schmerzfrei sind, leiden andere länger unter Beschwerden.
Wundheilung und Nachsorge:
- Die selbstauflösenden Fäden lösen sich in der Regel innerhalb weniger Wochen auf.
- Es ist wichtig, die Wunden regelmäßig auf Rötungen, Schwellungen oder Sekretion zu kontrollieren. Eine leichte Rötung kann normal sein, jedoch sollten starke Entzündungszeichen ärztlich abgeklärt werden.
- Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Schmerzen, Fieber oder anderen auffälligen Symptomen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
- Übermäßige körperliche Anstrengung und das Heben schwerer Lasten sollten in der Zeit nach der Operation vermieden werden, um die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen.
Manche Frauen berichten von Schmerzen, die erst Wochen oder Monate nach der Operation auftreten und auf Verwachsungen zurückgeführt werden. Eine frühzeitige und sorgfältige Nachsorge ist daher entscheidend.
Medizinische Behandlungen und Medikamente
In verschiedenen Kontexten werden Medikamente zur Behandlung gynäkologischer Beschwerden eingesetzt. Dazu gehören:
- Agnofem (Mönchspfeffer): Wird teilweise zur Unterstützung bei Zyklusstörungen eingesetzt.
- Voltaren (Diclofenac): Ein Schmerzmittel, das bei starken Regelschmerzen eingenommen werden kann.
- Chlormadinon: Ein Gestagen, das zur Behandlung von ausbleibender Blutung und stark aufgebauter Schleimhaut in der Gebärmutter verschrieben wird.
- Metformin: Wird bei einem grenzwertigen HbA1c-Wert (ein Wert zur Beurteilung des Blutzuckerspiegels) eingesetzt.
- Utrogest: Wird zur Stabilisierung der Lutealphase und bei Kinderwunsch verschrieben.
Bei Hormonmangelerscheinungen im Rahmen der Wechseljahre wird oft eine Hormontherapie empfohlen. Die Auswirkungen dieser künstlich zugeführten Hormone auf das Risiko verschiedener Erkrankungen sind Gegenstand laufender Forschung.
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